14 Gymnasium Untere Waid

14 Gymnasium Untere Waid

Jahresbericht 2013/14 Gymnasium Untere Waid Gymnasium Untere Waid Rorschacherstrasse 694, Postfach 92, 9402 Mörschwil, T +41 071 866 17 17, F +41 071...

2MB Sizes 0 Downloads 2 Views

Recommend Documents

14
Gugging” im Kulturama im Schloss. Tollet (Begleitung: Mag. Maria Grös- wagen). ..... im Schloss Weidenholz in Waizenk

gedenkstätte karajangasse 14 - Brigittenauer Gymnasium
14.11.2016 - GEDENKSTÄTTE KARAJANGASSE. Karajangasse 14. 1200 Wien. Geöffnet: jeden DONNERSTAG 16-20 Uhr. (nur zu Schulz

BRIGITTENAUER GYMNASIUM Karajangasse 14 (vormals
BRIGITTENAUER GYMNASIUM. Karajangasse 14. (vormals Unterbergergasse 1). 1200 Wien für Anfragen, Wünsche und Anregungen

14
Die Schauspieler der Charaktere von „Turk“ und „J.D“ aus der Serie „Scrubs-. Die Anfänger“ lebten während des Drehs der

FREIZEITANLAGE UNTERE AU
Kombi-Saisonkarte Naturbad Untere Au + Felsenau. 81,00 (+ € 5,00 Pfand). WFI Pass für Naturbad + Felsenau + Walgaubad

Spielplan untere F - Intoor
SG DHI Harpstedt F2. FC Oberneuland III. 15:08. FC Oberneuland II. TV Jahn Delmenhorst. 0. 5. BTS Neustadt F3. 1. 1. 2.

WAID-BLATT 2013 Juli - Jagdreisen Schrum
Liebe Jäger von Schrum Jagdreisen, zwei wichtige .... Nachdem alle Papiere einschließlich der notwendigen Firearm Perm

WAID-BLATT 2016 Oktober - Jagdreisen Schrum
11.10.2016 - berwort. Das einstige kaiserliche Jagdrevier, dann von Göring ... Als Unterkunft steht ein großzügiges J

Wohnhäuser Untere Halde, Baden - planzeit
26.01.2012 - Kernstück des dreigeschossigen Schlosses ist ein in ... unmittelbar vor das Schloss, brach jedoch 1899 bei

Untere Forstbehörde - OPUS 4
Am Bahnhof 30. 14929 Treuenbrietzen/OT Frohnsdorf 14827 Wiesenburg. Oberförsterei Ferch. Oberförsterei Dippmannsdorf.

Jahresbericht 2013/14 Gymnasium Untere Waid

Gymnasium Untere Waid Rorschacherstrasse 694, Postfach 92, 9402 Mörschwil, T +41 071 866 17 17, F +41 071 866 16 61, [email protected], www.unterewaid.ch

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 4

Der Skitag aus Sicht eines Schlittlers 20

Wir bleiben am Ball

6

Die Wirtschaft geht uns alle an 22

Theaterspielen an der Unteren Waid

8

Stockholm 24

Schulqualität 10

Das etwas andere Mitarbeiteressen 26

Fussball 12 Pegasusschule 28 Amici 14 Nachwuchs für die ETH

Impressum Fotos: Mona Tasman, u.a. Layout: Denise Egger Redaktion: Mona Tasman, Yvonne Lüscher Druck: NiedermannDruck St.Gallen

Die Schulleitung begrüsst …

30

Lehrerinnen und Lehrer

31

15

Weihnachtsfeier 16

Ferienplan 31

Stellwerk 18

3

Vorwort Jeannette Wick, Rektorin

Liebe Leserin, lieber Leser Seit einiger Zeit begleitet mich das Buch „Shaping School Culture“ durch meinen beruflichen Alltag. Eine Frage, die mich seit der Lektüre dieses Buches nicht mehr los lässt, ist folgende: „Wie würde ich das Gymnasium Untere Waid als Schule in meinen Wunschvorstellungen „formen“ wollen, falls eine Fee mir drei Wünsche auszusprechen gewährte?“ Es handelt sich dabei um eine sogenannte „beschwerliche Frage“, da sie sich nicht einfach in zwei, drei Sätzen beantworten liesse und Kernaspekte des Schullebens beträfe. Am vergangenen 19. März 2014 durften wir mit einer gelungenen Theateraufführung die Feierlichkeiten zum 90jährigen Jubiläum der Schule Untere Waid eröffnen. Bei der Vorbereitung dieses Anlasses kam mir immer wieder eine alte Fotografie aus der Gründungszeit der Schule in die Hände. Darauf befinden sich 15 Schüler und zwei Salettiner-Patres. Sehr gerne würde ich mit diesen beiden Geistlichen in einen Dialog treten: Woher nahmen sie den Mut und die Kraft, im Jahr 1924, in einer politisch und wirtschaftlich nicht einfachen Zeit, eine Schule zu gründen? Welche Visionen begleiteten ihre alltäglichen Handlungen? In meiner Jugendzeit genoss die Trilogie „Back to the Future“ grosse Popularität. Dabei konnten mittels einer in einem Auto eingebauten Zeitmaschine Zeitreisen unternommen werden. Falls die beiden Herren Patres eine solche Zeitreise in den Schulalltag der Unteren Waid von 2015 unternähmen, gäbe es da noch Elemente, die mit ihren ursprünglichen Visionen übereinstimmten? Obwohl sich rein äusserlich in den vergangenen 90 Jahren in der Unteren Waid sehr vieles verändert hat, hoffe ich trotzdem, dass vom Geist und der Haltung der damaligen Zeit auch heute noch manches spürbar ist. 4

Die Lieblingsfarbe der Unteren Waid ist bunt, und dies nicht nur wegen des Farbkonzepts im Zusammenhang mit der Raumgestaltung, sondern auch im übertragenen Sinn. Als christliche Mittelschule katholischer Prägung steht die Schule Schülerinnen und Schülern aller Konfessionen und Religionen offen, welche die christliche Prägung des Gymnasiums respektieren. Die Schülerschaft stammt somit aus katholisch, protestantisch, jüdisch, muslimisch, hinduistisch, andersgläubig und nicht religiös geprägten Elternhäusern. Es wird eines deutlich: An der Unteren Waid sind lebendige, religiöse Vielfalt und Heterogenität gewollt und erwünscht. Es wird ein Verständnis für Christentum und Christsein gelebt, das die Vielfalt von Sprachspielen und Lebensformen anerkennt, den Dialog und die Begegnung in der Schulgemeinschaft fördert, dabei Kritik und Auseinandersetzung nicht scheut, sondern in einem Gestaltungsraum von Freiheit und Beziehung lebt. Diese Heterogenität wird nicht als Bürde erlebt, sondern als Chance begriffen, die Schule als Bild des Lebens in ihrer bunten Vielfalt zu erfahren und zu erleben. In diesem Sinn ist christlich gelebte Freiheit erst dann möglich, wenn sie in konkreten Beziehungen und Lebensformen in bestimmter Praxis im Schulalltag umgesetzt wird. Diese Art von „Polyphonie“ benötigt einen spezifischen „cantus firmus“, welcher verschiedene Kontrapunkte für den konkreten Schulalltag schafft. So wird beispielsweise religiöse Bildung als selbstverständlicher Teil der allgemeinen Bildung angesehen. Die Untere Waid möchte eine Schule sein, die mit ihrem christlichen Fundament für die Vermittlung bleibender Werte steht: gesellschaftliche Umgangsformen, friedliches Zusammenleben und soziale Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler intensiv entwickeln können (z.B. an Besinnungstagen, gemeinsamen Andachten, altersdurchmischten Projekttagen).

Zwar ist nicht erst seit der Hattie-Studie die Wichtigkeit einer tragenden und positiven Lehrpersonen-Schüler-Beziehung für das Lernen bekannt. Aber es ist wertvoll, wenn dies den Lehrpersonen immer wieder bewusst wird. Es ist von Seiten der Lehrpersonen eine Haltung von Tatkraft, Effizienz, Wohlwollen und Respekt voreinander für das, was die Jugendlichen mit ihrer ganzen Persönlichkeit mit in die Schule bringen, welche für den Aufbau von Beziehungen zu den Lernenden erforderlich ist. Es ist eine Haltung, deren Umsetzung uns mal besser mal weniger gut gelingt. Dabei geht es nicht um Wellness oder Kuschelpädagogik, sondern um eine tragende Beziehung, welche Lernprozesse aufseiten der Jugendlichen unterstützt und fördert. Nebst den obengenannten weichen Faktoren eines spürbaren Geistes ist hoffentlich auch der Geist der Wissensvermittlung vorhanden. Schule soll in erster Linie nicht ein Erlebnisraum sein, sondern ein Raum, in dem Erlebtes, Wissensbestände, Positionen reflektiert, bewertet und systematisiert werden, damit Lernende in der Lage sind, Gelerntes auf andere Situationen zu übertragen und somit Kompetenzen aufbauen können. Ich hoffe, dass für Sie, liebe Leserin, lieber Leser, bei der Lektüre dieses Jahresberichts dieser Geist spürbar und erlebbar wird! Ich danke Ihnen für Ihre Verbundenheit mit dem Gymnasium Untere Waid und für Ihre Unterstützung und Begleitung in jeglicher Form. Es gilt, ein wertvolles 90jähriges Erbe fortzuführen.

5

Wir bleiben am Ball Franz Reinelt, Pater Missionshaus Untere Waid

Es war ein schöner Septembertag im Jahre 1953. Mit Neugier und „Wagemut“ wagte ich mich in die Missionsschule Untere Waid. Ich stellte meinen schweren Koffer, dessen Inhalt für fünfzehn Wochen Schulbetrieb ausreichen musste, im grossen Schlafsaal auf das mir zugewiesene Bett. Ich begann auszupacken und meine Sachen im Spind, der sich im Waschraum befand, zu verstauen. Da kam der Gebhard aus Liechtenstein, ein grosser Kerl, und fragte mich unvermittelt: „Kannscht au tschutte?“ Ich verstand kein Wort. „Ich meine: Fussball spielen!“ Meine Antwort: „Vielleicht besser als du!“ Und bevor ich meinen Koffer ganz ausgepackt hatte, war ich schon auf dem Fussballplatz. So hatte ich in der ersten Stunde, die ich in der Unteren Waid verbrachte, Kameraden gefunden. Nun galt es, am Ball zu bleiben, das richtige Zuspiel zu geben, die Mannschaft zum Erfolg zu führen. Am Ball bleiben heisst ja nicht, allein zu glänzen und eigensinnig den Ball nicht weiter zu spielen. Am Ball bleiben muss die Mannschaft und nicht nur der einzelne Spieler. Am Ball bleiben heisst auch, ein Zuspiel sorgfältig anzunehmen und den Ball gezielt zum Kameraden weiterzuspielen. Das ist auch so in der Gemeinschaft, die eine Schule bildet. In der Gemeinschaft, im Zusammenhalt erreicht die Schule ihre Ziele. Der Torjubel heisst Maturaausweis. Wer den Mitspieler vergisst, übersieht, der schadet der ganzen Mannschaft. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten und Talenten eingesetzt werden, sei es als Torhüter, Verteidiger, Mittelfeldspieler oder Stürmer. Die verschiedenen Charaktere sollen im Gemeinwesen der Schulgemeinschaft ihren Platz haben und anerkannt sein.

6

Wir haben damals noch mit Lederbällen gespielt, die man aufpumpen musste. Wenn einem Ball die Luft ausging, konnten wir ihm wieder neue Luft einpumpen. Wenn einem Kameraden die Luft und die Lust verging, war auch jemand da, der versuchte, neuen Mut, neue Luft zu geben. Meistens waren es die Kameraden oder ein Lehrer oder gar der gestrenge Rektor. Wenn heute ein Ball kaputt geht, wird er weggeworfen. Und der heutige Mitschüler oder die Mitschülerin? Die Schulgemeinschaft der Unteren Waid ist am Ball geblieben, hat immer wieder einen neuen Spielrhythmus angenommen, sich der Witterung und den Gegebenheiten geöffnet. Aus den „Zöglingen“ wurden Schüler und dann Gymnasiasten. Aus dem Bubeninternat wurde eine offene Schule für Mädchen und Buben, aus der rein katholischen Schule wurde eine Schule, die allen Konfessionen offensteht. Die Wurzeln aber bleiben die gleichen, die bis in den Glauben reichen. Wir dürfen den Schiedsrichter nicht vergessen. Er leitet das Spiel und er hat sicher keine Freude daran, wenn er viele Fouls pfeifen, gelbe oder gar rote Karten zücken muss. Er will ein faires Spiel. Gott will, dass die Spieler kameradschaftlich miteinander umgehen. Mit Eigensinn und Egoismus ist kein Blumentopf zu gewinnen. Die Schulgemeinschaft braucht Solidarität, ja Nächstenliebe – die Liebe zum Nächsten. Uns wurde ein Ziel vor Augen gestellt: Gehe den Spuren Jesu nach. Werde Priester! Gemeinschaftssinn wurde eingeübt und gelebt. Auch den jungen Menschen von heute hat die Untere Waid ein Ziel vor Augen zu stellen. Gute Noten sind das Eine, die Pflege der Kräfte des Herzen sind das Andere. Menschen

soll die Schule heranbilden, die den Nächsten nicht übersehen, überhören, übergehen. Die menschliche Gesellschaft braucht euch, um besser zu werden und Hass und Krieg zu überwinden. Das Glück und die Freude liegen schlussendlich im guten Zuspiel und der gekonnten Ballannahme. Die Untere Waid ist neunzig Jahre am Ball geblieben. Sie feiert neunzig Jahre ihres Bestehens. Zum 25. Jahrestag schrieb ein Schüler: „Mir gefällt es hier sehr gut. Die Lehrer tragen alle lange, schwarze Röcke wie der Pfarrer daheim. Es sind Patres. Die nach Afrika gehen, bekommen einen langen, weissen Rock und lassen den Bart wachsen. Ich werde auch ein Missionar. Aber das geht noch lange, weil ich noch keinen Bart habe und noch viel Latein, Griechisch und Englisch lernen muss.“ Zum 50. Jahrestag der Unteren Waid tönt es so: „Die Schule verfügt über ein Internat, ein Tagesinternat und ein Externat. Sie umfasst die ersten fünf Gymnasialklassen nach Typus B. Wer sie mit Erfolg besteht, hat die Möglichkeit, am Lyzeum Friedberg die kantonal und eidgenössisch anerkannte Matura zu machen. Wir bemühen uns, die Schüler zu einer bewusst christlichen Grundhaltung anzuleiten und sie einsatzbereit für den Dienst an Kirche und Welt zu machen.“

Und die Schule blieb am Ball, denn 1999 zum 75. Jahrestag tönt es so: „Just zu Beginn des 75-sten Schuljahres sind die ersten Maturitätsprüfungen am Gymnasium erfolgreich durchgeführt und die Waid kantonal und eidgenössisch als Maturitätsschule anerkannt worden. Vom Kommen und Gehen sind auch die 75 Jahre Untere Waid geprägt. Generationen von Schülern und – seit 20 Jahren – auch Schülerinnen, Patres und Lehrpersonen haben einander abgewechselt. Manches musste Neuem weichen: alte Gebäude, die sog. Missionsschule, das reine Bubeninternat. Immer wieder wurde zur gegebenen Zeit ein Schritt in die Zukunft getan. Voll Vertrauen auf Gott und mit viel Elan können wir eine vitale und jung gebliebene Schule dem nächsten Jubeljahr entgegenführen.“ Ja, die Untere Waid ist am Ball geblieben und deshalb ist der 90. Geburtstag nicht das Schliessen eines Kreises, er ist ein Schreiten in die Zukunft. Nach 39 Jahren als Lehrer an dieser Schule habe ich folgendes Aufsatzthema gegeben: „Es geht uns vieles auf den Geist, weil uns so wenig zu Herzen geht.“ Aber genau darin besteht auch heute das Besondere an unserer kleinen katholischen Schule: Mitspielerinnen und Mitspieler, Mitschülerinnen und Mitschüler werden nicht links liegen gelassen, wenn ihnen mal die Puste ausgeht. Jede/r einzelne geht uns hier zu Herzen. Und wir freuen uns über ein hervorragendes Zusammenspiel mit genauen Pässen, mit Zu- und Rückspielen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, so dass die Waid auch in Zukunft am Ball bleibt.

7

Theaterspielen an der Unteren Waid Mona Tasman, Lehrerin am Gymnasium

Fördert Theaterspielen die Lebenskunst? Wie wirkt diese zeitintensive Freizeitaktivität auf die Persönlichkeit eines Spielers, einer Spielerin? Trägt sie (mit) dazu bei, ein gutes, gelingendes, erfülltes, selbstbestimmtes, selbstbewusstes, sinngeleitetes, eigen- und sozialverantwortliches Leben zu führen?

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Friedrich Schiller, 1795. Über die ästhetische Erziehung des Menschen, 15. Brief Der junge Mensch erfährt und erkennt sich im Spiel. Die Aufführung streben wir an als besonderes Ereignis, als Momentaufnahme, einen Augenblick ästhetischer Wahrnehmung im Sinne Schillers des eigenen Ichs, das sich neu erfährt, bildet und entfaltet. Darin sehen wir unser Ziel und behaupten zudem, im Theaterspiel, als Ergänzung zum Unterricht, lernten die Schülerin und der Schüler in der Begegnung und Auseinandersetzung mit der zu spielenden Rolle sich selbst zu kennen und über sich selbst hinauszuwachsen. Eine Utopie, ein Wunschdenken, das zu Zeiten Schillers galt, aber in unserer heutigen postmodernen, selfie-generierten Welt nichts mehr zu suchen hat? Seit mehreren Jahren begleite ich Schülerinnen und Schüler im Prozess ihrer künstlerischen Entwicklung beim Theaterspielen. Gelingt es ihnen, ihr eigenes Ich schärfer zu konturieren, erfahren sie sich neu, blicken sie tiefer in ihr eignes 8

Wesen, schärft es ihre Sinne, sich und ihre Umwelt klarer zu erfassen und zu durchschauen? Das Theaterspiel ahmt die Welt nach; aber der Begriff der Mimesis darf nicht nur mit Platon und Aristoteles im „Nachahmen“ der einen Wirklichkeit interpretiert werden. Die Wirklichkeiten unserer heutigen Welt zeigen unzählige Gestaltungsnuancen, in ihrer bunten Mannigfaltigkeit liegt die Herausforderung des Theaterspielens: Die Schülerinnen und Schüler wachsen über sich hinaus, entwickeln neue Vorstellungswelten, entwerfen Bilder menschlicher Beziehungen, verkörpern ihnen fremde Charaktere, blicken in Abgründe, Abschaum und Abwege; verletzen Tabus, reizen und regen zum Widerspruch an. Sie wollen Betroffenheit erzeugen, Sehnsüchte wecken, Mitleid provozieren und so ekelerregende Momente schaffen, dass Selbstreflexion und Selbstreflexivität von allein Hand in Hand gehen und manche Proben zum Balanceakt der Belastbarkeit werden. Zum Auftakt des 90jährigen Jubiläums spielte die Theatergruppe des Gymnasiums Untere Waid DEMÜTIGUNGEN. EIN REIGEN IN NEUN EPISODEN von Melanie Haux und Tilman Sack. Neun Episoden erzählen aus unserer alltäglichen Welt: Dialoge als abgeschlossene Einakter, in denen jede Figur zwei Facetten ihrer Persönlichkeit preisgibt, die gute und die „verkehrte“ Seite: die gute wird verletzt und die andere „verkehrte“ verletzt, knallhart, bewusst unbewusst, der Täter wird Opfer oder der Peiniger zum Gepeinigten. Der Kreis schliesst sich, wenn die Geliebte des letzten Bildes wieder auf ihre Mutter aus dem ersten Bild trifft.

In Anlehnung an Arthur Schnitzlers „Reigen“ erarbeitete die Theaterproduktion Hochstand 166 aus Stuttgart 2012 dieses Szenenspiel, um alltägliche Konflikte von Liebe, Freundschaft, Macht, Karriere und Beruf raum- und zeitlos zu interpretieren. Die jungen Talente erweiterten die Bilder menschlicher Schwächen und Unzulänglichkeiten, erzählten von häuslicher Gewalt, Freundschaftsmissbrauch, Unehrlichkeit, Selbstverliebtheit bis zur Blindheit und vertieften mit selbst- oder umgeschriebenen Songs die seelischen Verletzungen. Eingetaucht in ein schlichtes, bestechendes Bühnenbild in wechselnder Farbe vom ehemaligen Schüler und Techniker der Produktion Samuel Näf, vertonte der Musiklehrer Gianni Pede den Reigen der Demütigungen auf besondere Art: Die selbstgeschriebenen Texte wurden mit Musicalmelodien unterlegt und von Chor oder/ mit Sologesang dargeboten. Frau Klöti erarbeitete mit zwei Schülerinnen eine Choreographie zu Tanzeinlagen, die auf berührende und sehr anmutige Weise die dargestellten Szenen ergänzen und untermalen. In einem solchen arbeitsintensiven fächerübergreifenden Projekt wächst in jedem Spieler und in jeder Spielerin das Selbstvertrauen, erweitert sich Imagination, Selbstreflexion, und kommunikative Kompetenz und der positive gruppendynamische Prozess beflügelt auf eine wunderbare Art. Wenn der Vorhang fällt, verabschieden sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur von ihrem Publikum und einer wertvollen Erfahrung, sondern auch manchmal wehmütig von ihren Rollen, die sie sich auf einzigartige Weise zu eigen machten. Und die Lehrerin bedankt sich bei ihren Schülerinnen und Schülern und ihrem Kolleginnen und Kollegen für bezaubernde und unvergessliche Augenblicke beim Illusionieren und Imaginieren einer nuancenreichen, bunten, vielfältigen, echten und trügerischen Welt.

„Ich kann das nicht, wenn ich weiss, dass du verliebt bist. Ich will dich doch nicht verletzen.“ „Weisst du, wie spät es ist?“ „… mit wem hast du dich da rumgetrieben?“ …“Du sollst mich nicht anlügen! „Dann müssen Sie eben mal zwei Tage durcharbeiten. Notfalls haben Sie ja noch das Wochenende. Ich bin mir sicher, das schaffen Sie.“ „Gut. Dann warte ich eben hier auf dich.“

9

Schulqualität Interview mit Manfred Pfiffner, Mitglied Schulkommission

Seit dem vergangenen Schuljahr ist am Gymnasium Untere Waid ein neues Organisationsreglement in Kraft. Sie arbeiten seit einem Jahr als externe Fachperson in der neu gegründeten Schulkommission mit. Was war Ihre Motivation für die Mitarbeit in dieser Kommission? Schule und Unterricht sind für mich faszinierende und dynamische Arbeitsfelder. Als Erziehungswissenschaftler und langjähriger Berufsfachschullehrer bietet mir das Gymnasium Untere Waid einen vertieften Einblick in eine Schulstufe, die ich bisher leider eher aus der Distanz beobachten konnte. Dank der Möglichkeit, in der Schulkommission mitzuarbeiten, erhalte ich nun die Gelegenheit, vor Ort dabei sein zu dürfen und freue mich auf die interessanten Diskussionen und Entwicklungen. Welchen Eindruck haben Sie als Aussenstehender vom Gymnasium Untere Waid bezüglich Schulentwicklung und Schulqualität? Ich bin äusserst positiv überrascht, habe ich doch bereits verschiedenste Konzepte und Projekte gesehen und engagierte Gespräche über Schulentwicklung und -qualität miterlebt. Viele Überlegungen und Bestrebungen der Schule sind innovativ und bewegen sich auf einem qualitativ hohen Level. Besonders freut mich, dass dabei der Blick stets auf die Lernenden gerichtet ist. Sie stehen am Gymnasium Untere Waid klar im Zentrum. Das schulinterne Weiterbildungskonzept für die Lehrpersonen überzeugt mich im Besonderen. Es ist weitsichtig, zielgerichtet, wissenschaftlich fundiert und kann in der Praxis umgesetzt werden. Die engagierte und umsichtige Schulleitung kann auf ein motiviertes Lehrergremium zählen; dieses spürt man als Gast schon beim ersten Besuch der Unteren Waid. 10

Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken des Gymnasiums Untere Waid? Im Gymnasium Untere Waid kennt „man“ sich. Die Schule ist übersichtlich, sehr gut geführt, die Lernenden werden als Persönlichkeiten wahrgenommen und betreut. Es werden Werthaltungen vermittelt, welche den Jugendlichen Halt geben und von denen sie auf dem weiteren Lern- und Lebensweg profitieren können. Die überblickbare Grösse der Schule mit ihren Strukturen lassen in der Schulentwicklung Flexibilität, Innovation und rasches Handeln zu.

Worin sehen Sie allfällige Schwächen bzw. Risiken des Gymnasiums Untere Waid? Das Gymnasium steht – wie jede Privatschule – natürlich im Schaufenster des Bildungsmarkts. Und der Bildungsmarkt ist hart umkämpft. Es gilt, weiterhin qualitativ hochstehenden Unterricht zu vermitteln, „à jour“ zu bleiben und sich umsichtig-innovativ weiter zu entwickeln. Dabei sollen aber keine pädagogischen Modetrends aufgegriffen, sondern es muss sachlich und mit Weitblick abgeklärt werden, wie die Ausrichtung des Gymnasiums ausgestaltet werden soll. Gerade hier sehe ich aber eine grosse Stärke des Gymnasiums Untere Waid, ist es doch personell wie strukturell sehr gut aufgestellt. Wie ist der Unterricht in Ihrer Traum-Schule gestaltet? Der Unterricht an meiner Traumschule zeichnet sich durch eine möglichst druckfreie Lernsituation aus, in der es den Lernenden wie den Lehrenden wohl ist. Die Schülerinnen und Schüler lernen aus Interesse, sind neugierig, stellen kritische Fragen und kommen gerne zur Schule. Auf der anderen Seite

finden sich Lehrpersonen, die mit Überzeugung, Freude und Lust die Jugendlichen begleiten und unterstützen. Sowohl Lernende wie Lehrende lernen voneinander, bringen sich gegenseitig weiter. Eigentlich – so merke ich beim Beantworten dieser Frage – habe ich in den vergangenen Jahren während meiner vielen Unterrichtsbesuche immer wieder „Traumsequenzen“ miterleben dürfen – ein schönes Gefühl!

Sie verfügen über eine jahrelange Berufserfahrung im Unterrichten von Jugendlichen. Was fasziniert Sie im Umgang mit Jugendlichen? Jugendliche halten uns stets auf Trab und halten uns auch jung. Sie fordern, sind kreativ, manchmal auch anstrengend, oft offen und lebensfroh. Junge Menschen zu unterrichten, stellt mich als Lehrperson jeden Tag vor neue Herausforderungen und – letztlich kann ich jeden Tag von ihnen etwas Neues, Spannendes oder oft auch etwas Lustiges lernen. … und was ich noch sagen möchte: Ich wünsche den Lehrpersonen und der Schulleitung des Gymnasiums Untere Waid weiterhin viel Freude und Schwung bei den vielfältigen, wertvollen, aber auch herausfordernden Tätigkeiten rund ums Unterrichten von jungen Menschen.

Zu meiner Person: Manfred Pfiffner ist seit 30 Jahren im Feld von Schule, Aus- und Weiterbildung sowie Praxisberatung tätig und absolvierte vor seiner Habilitation und dem Doktorat sein Studium in Fribourg. Er liess sich zum Berufsfachschul-, Realund Primarlehrer ausbilden. Ab November 2014 hat er eine neu geschaffene „Professur für Fachdidaktik der beruflichen Bildung“ an der Pädagogischen Hochschule Zürich inne. Zuvor war er Co-Studienleiter und Dozent am Diplomstudiengang allgemeinbildender Unterricht an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Davor arbeitete er am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung in Zollikofen. Manfred Pfiffner unterrichtete zudem jahrelang auf der Real- und Berufsschulstufe in St. Gallen, Herisau und Bern.

11

Fussball Margot Wittmer, Lehrerin am Gymnasium

„Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen“. Vor dem Fussballspiel des Schülerteams der Unteren Waid gegen den FC Kantonsrat hielt ich es mit dem englischen Fussballtrainer und -experten Ron Atkinson. Ich war nämlich bis zum Tag des Matches bekennender Fussballmuffel und dem Fussballevent anlässlich der Feierlichkeiten „90 Jahre Gymnasium Untere Waid“ sah ich gelassen-gleichgültig entgegen. Meine Fussballerfahrungen waren bis anhin sehr beschränkt: Als Kind verbrachte ich zwar etliche Sonntagnachmittage auf dem heimischen Fussballplatz, wo die Spieler der Regionalliga dem runden Leder nachjagten. Mein Vater nahm mich damals jedoch einzig und allein deshalb mit, um meiner Mutter ein paar geruhsame Stunden zu ermöglichen. Es war nämlich schon damals klar, dass es chancenlos ist, mich mit dem Fussballvirus infizieren zu wollen. Als Teenager absolvierte ich einige Stadienbesuche, die eher aus Gründen der Bewunderung der männlichen Anatomie erfolgten als aus wahrer Begeisterung für den Fussball an sich. In den letzten 15 Jahren blieb ich von der immer wieder aufkommenden Fussballeuphorie relativ unberührt. Als der Tag des Matches gegen den FC Kantonsrat gekommen war, packte ich meine zwei Vorschulkinder ein und freute mich vor allem auf das Zusammensein mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kolleginnen und Kollegen bei blauem Himmel und Sonnenschein, und – ich gebe es zu – auf die Goodies aus der Festwirtschaft. Gleich bei Ankunft auf dem Fussballplatz unseres Gym-

12

nasiums erfasste mich aber der positive Schulgeist und mit ihm ein Vibe, den ich bis anhin von Fussballevents nicht kannte: Der Stolz auf ein Team, dem ich mich zugehörig fühle. Die eigens für den Anlass zusammengestellte Elf aus Schülerinnen und Schülern und Lehrern der Unteren Waid beeindruckte mich mit ihrem Elan und ihrem Einsatz. Ich bewunderte die vielschichtigen Talente unserer Schülerinnen und Schüler, die nicht nur im Unterricht, beim Theaterspielen und Musizieren, sondern offenbar auch im sportlichen Bereich liegen. Als unser Team das erste Tor schoss, hörte ich mich laut jubeln. Staunen, Fragen, Zweifel und Betroffenheit sind die Initialzündung allen philosophischen Denkens. So kamen mir zwischen Begeisterungstürmen, Bratwurst und einem stets wachen Auge auf meine zwei Kinder, die angesichts der ausgelassenen Stimmung ebenfalls schon halb ausser Rand und Band geraten waren, Gedanken, die nahe legten, dass dieser Sport in Wirklichkeit durchaus philosophisches Potenzial hat: • Es geht beim Fussball erstaunlicherweise darum, einen ziemlich eigensinnigen Gegenstand (den Ball) mit einem Körperteil, der dafür eigentlich völlig ungeeignet ist (dem Fuss) auf ein bestimmtes Ziel (das Tor) zu lenken.

• Das Team besteht aus einem Trainer, einem Captain, einem Libero, einem Mittelfeldspieler, einem Stürmer/Angreifer, einem Verteidiger, einem Torhüter, einem Schiedsrichter … Welche Rolle kommt mir in unserem Schul-Team zu, und wie flexibel bin ich in der Lage, Positionswechsel zu akzeptieren oder vorzunehmen? Der Sportler setzt sich einer Situation aus, die er häufig nicht kontrollieren kann. Im Fussball wird das gefeiert, was man in der Philosophie Kontingenz oder Zufall nennt. Und der Zufall, ist er gleichzusetzen mit schicksalhafter Bestimmung oder Vorsehung? Wie determiniert bin ich eigentlich in meinem Alltag, in meinem Leben? • Gegen Ende des Spiels, ganz aufgegangen in der Rolle des mitfiebernden Fans, bin ich bei den wirklich tiefsinnigen Fragen angelangt: Gibt es einen Gott? Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit? Der Fussballgott ist wohl ein Zufallsgott, denke ich mir im Moment des Penaltyschiessens, er hat nichts mit dem allmächtigen, allgütigen Gott zu tun … • Dennoch: „Eine stolz getragene Niederlage ist auch ein Sieg“. Mir gefällt diese Aussage von Marie von Ebner-Eschenbach, sie lässt mich daran zweifeln, dass der Sieg zwingendermassen die oberste Handlungsmaxime sein muss und erinnert mich daran, dass die Ausrichtung auf ein Ziel zwar notwendig und hilfreich ist, dass manchmal aber auch der Weg das Ziel sein kann.

Und jetzt, einige Zeit nach dem Match, kann ich diese Aufzählung noch um eine weitere Erkenntnis ergänzen: • Junge Menschen schaffen es immer wieder, dass mein Geist sich lockert und ich offen werde für Neues, sie bringen mitunter das Unmögliche zu Stande: Bei der kurz nach dem Match stattfindenden Fussballweltmeisterschaft habe ich ganze zwei Fussballspiele mit Hingabe geschaut, und wer weiss, jetzt, wo unser Waid-Team mich zum Fussball gebracht hat, liegt vielleicht sogar der eine oder andere Besuch eines Stadions drin!? Am Ende des Anlasses sammelte ich meine zufriedenen, aber erschöpften und vor Dreck stehenden Kinder ein, klemmte mir den erstandenen Fussball mit dem Logo des Gymnasiums Untere Waid unter den Arm und machte mich ausgestattet mit neuem philosophischem Denk-Material auf den Heimweg.

13

Amici

Nachwuchs für die ETH

Ronny Blechenbacher, Präsident Amici

Interview mit Nora El Dieb und Benedikt Gerlach

Eigentlich fing mein Engagement für die Untere Waid bereits 2008 an. Damals besuchte unsere Tochter die sechste Primarschulklasse in unserer Wohngemeinde. Immer wieder stand für uns als Familie zur Diskussion, dass für sie ein Wechsel an die staatliche Oberstufe nicht das Richtige sein wird. Wir haben im Familienrat mehrmals verschiedene Schulmodelle besprochen, viele Gespräche mit Fachleuten geführt und uns auch an Besuchstagen nach einer passenden Schule umgesehen.

Für unsere Tochter war aber nach dem Besuchsmorgen an der Unteren Waid sofort klar, dass sie hier zur Schule gehen möchte. Dass es sich dabei um eine Privatschule handelt, an der das Schulgeld entsprechend selber zu bezahlen ist, stellte uns Eltern vor eine grosse Herausforderung. Dank günstiger Rahmenbedingungen, die im Volksschulgesetz verankert sind einerseits, und einer Schulgeldtafel, die auf unsere finanziellen Möglichkeiten Rücksicht nahm andererseits, konnten wir zum Glück unserer Tochter den Wunsch erfüllen.

Nach einer bestandenen Aufnahmeprüfung stand der Beschulung an der „Waid“ also nichts mehr im Wege. Drei Jahre später stellte sich mit unserem zweiten Kind jedoch eine ähnliche Herausforderung. Unser Sohn hatte sich vom Geist der Unteren Waid ebenfalls begeistern lassen und sich zur Aufnahmeprüfung an dieses Untergymnasium entschieden. Da wir auch ihm diese Chance nicht vorenthalten wollten, mussten wir mit verschiedenen Stellen 14

wiederum eine für alle Seiten tragbare Lösung finden. Dies gelang in vorbildlicher Weise und hat uns Eltern darin bestärkt, dass es sich bei dieser Schule um mehr als ein reines Bildungsinstitut handelt. Es werden Werte gelebt, die uns als Eltern in der Erziehung als sehr wichtig erscheinen.

Aus einer gewissen Dankbarkeit, dass es die Untere Waid in dieser Form gibt, wollte ich mich auch persönlich mehr für die Schule engagieren. Es war dann Pater Zaba, der mich eines Tages anfragte, ob ich Lust hätte, beim Verein der Amici im Vorstand mitzuwirken. Es war die Zeit der grossen Turbulenzen an der Schule, und von daher musste ich mir genau überlegen, welches die Spielregeln für dieses Amt sind. Rasch wurde mir klar, dass es bei den Freunden der Unteren Waid um einen Neuaufbau der Vereinsarbeit ging. Da ich mich mit gutem Gewissen hinter die Schulleitung und deren eingeschlagenen Kurs stellen konnte, nahm ich die Aufgabe an. Mittlerweile hat mich der Verein auch zu seinem Präsidenten gewählt. Die Arbeit mit meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen und die dadurch erzielten Ergebnisse machen mir grosse Freude. Die Amici werden stärker wahrgenommen als zuvor und helfen damit, Schülerinnen und Schülern, sowie der Schule ihre Ziele besser zu erreichen. Ich wünsche mir noch viele Jugendliche, die zufrieden auf die Unterstützung der Amici zählen können.

Nora El Dieb, welches Fach möchtest du studieren und warum? Architektur. Gebäude faszinieren mich. Mathematik ist klar und logisch. Im Zeichnen kann ich meine künstlerische Seite ausleben, bis hin zur Perfektion. Inwieweit hat die Schule deine Ambitionen unterstützt und gefördert? Am Anfang wurden meine Begabungen eher übersehen. Aber im letzten Jahr hat sich das komplett geändert: Ich konnte innerhalb der Studienwoche an der ETH Zürich im Bereich Architektur teilnehmen. Was hat dir daran Spass gemacht? Mich reizt die Perfektion. Bei einem winzigen Fehler fällt alles zusammen. Aus Fehlern und Erkenntnissen zu lernen und sich dabei in Frage zu stellen und immer besser zu werden, das finde ich unglaublich reizvoll. Das klingt sehr visionär. Woher nimmst du die Überzeugung, dass es der richtige Weg für dich sein könnte? Von allen Produkten von 20 Schüler/innen aus der Gesamtschweiz wurde meines mit dem ersten Preis belohnt. Im Anschluss durften wir es als gemeinsames Projekt vorstellen, worüber ich mich sehr freue. Der Besuchstag an der ETH gab mir erneut die Bestätigung, dass es mein Beruf sein wird. Wer hat dich persönlich an der Schule gefördert und unterstützt und inwiefern? Mein Zeichenlehrer hat von Anfang an mein Talent für das Zeichnen entdeckt und mich immer wieder auf neue Wege gelenkt und nie aufgehört, mich zu fördern. Ausserdem konnte ich durch die Kompetenz und Offenheit meiner Mathematiklehrerin meine mathematischen Fragen immer wieder neu aufarbeiten und vertiefen.

Benedikt Gerlach, was möchtest du später einmal studieren? Ich habe verschiedene Ideen: Ich stelle mir ein Dreieck vor, Chemie auf der linken Ecke, Physik und Mathematik zusammen an der Spitze, die dritte Ecke wäre Medizin. Glücklicherweise durften wir uns die unterschiedlichen Fachbereiche von der Schule aus anschauen und die Besuche an den Universitäten waren anregend und informativ. Worin erhieltst du den besten Einblick? Innerhalb der Technikwoche am Gymnasium konnten wir einen vertieften Einblick in die angewandten Ingenieurswissenschaften gewinnen. Für mich war es spannend zu erkennen, worin der Unterschied zwischen Universitäten und Fachhochschulen besteht. Wodurch oder worin wurde dein mathematischer Forschergeist an unserer Schule noch gefördert? Hier kann ich ein Beispiel anführen: Im Zuge des Ergänzungsfaches Anwendungen der Mathematik konnte ich mein theoretisches Wissen intensivieren und vertiefen. Wir hatten unter anderem eine Exkursion nach Rüschlikon zu IBM Research, wo wir erfahren konnten, welche Berufsbilder mit Mathematik u. a. verknüpft werden können und wir exemplarisch mit Leitfragen und deren Umsetzung in Forschung und Berufsalltag konfrontiert wurden. Ausserdem kann man behaupten, dass wir über sehr fachkompetente Lehrkräfte verfügen, z.B werden wir im Bereich der Naturwissenschaften auf individueller Basis sehr gefördert und ernst genommen, und das weiss ich sehr zu schätzen.

15

Weihnachtsfeier Rahel Leisi, Lehrerin am Untergymnasium

„Christmas night, another fight“ Als ich diese Zeile des Songs „Christmas Lights“ der britischen Rock-Pop-Band Coldplay erstmals hörte, begann ich unwillkürlich im Takt zu nicken. Nicht, dass ich Weihnachten an sich als eine Last, geschweige denn einen Kampf empfinden würde, im Gegenteil: Ich freue mich jeweils auf die besinnliche Zeit des Advents, auf die Sternenlichter der Altstadt, auf den winterlichen Geruch von Zimt und auf allfällige Schneeflocken. Auf jeden Fall bis Ende November. Und dann, selbstverschuldet oder nicht sei dahingestellt, ändert sich meine Perspektive. Kennen Sie das auch? Plötzlich steht man inmitten von unfertigen Plätzchen, hetzt durch die Strassen wie seit ziemlich genau einem Jahr nicht mehr und müht sich mit Klebestreifen ab, um die letzten Geschenke in kitschigem Papier verschwinden zu lassen, bevor es an der Türe klingelt. An unserer letztjährigen Weihnachtsfeier der Unteren Waid stellten wir diese Hektik, wie sie in der Vorweihnachtszeit erlebt werden kann, theatralisch dar. Wir, das heisst die 1. Klasse des Untergymnasiums, musikalisch und technisch unterstützt von verschiedenen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums und der Pegasusschule. Eine zeitgenössische Familie fand ihren Platz auf einem Sofa rechts auf der dreigeteilten Kapellenbühne. Die Schwierigkeiten, evident oder weniger, zeigten sich in Streitereien zwischen den Geschwistern, der Rastlosigkeit der Mutter und der Müdigkeit des Vaters. 16

In der Mitte der Bühne aber sass die weihnachtliche Familie, sprich Maria und Josef mit dem Jesuskinde auf dem Arm, verkleidet als Obdachlose. Hinter ihnen wurden einzelne Filmszenen der traditionellen Weihnachtsgeschichte über Beamer eingeblendet, welche die 1. Klasse eigenhändig gefilmt und geschnitten hatte. Im Kennenlernlager 2013 des Untergymnasiums hatten wir einen Filmworkshop angeboten. Dadurch und aufgrund persönlicher Interessen oder bereits gemachten Erfahrungen, gelang es einigen Schülerinnen und Schülern, Animationen einzufügen, sinnvolle Perspektiven für eine Szene zu wählen oder Lichtverhältnisse zu berücksichtigen. Besonders freute mich dabei die intuitiv sinnvolle Herangehensweise der Schülerinnen und Schüler, und ich staunte, wie schnell ihnen das Schneiden einer Szene gelang. An verschiedenen Drehorten in und um St. Gallen übten sich die Schülerinnen und Schüler in Geduld beim Ausharren in eisiger Kälte. Für eine Szene benötigten wir Aufnahmen der Stadtbeleuchtung, und dazu musste wohl oder übel in der abendlichen Dunkelheit gefilmt werden. Im genannten Weihnachtssong, der als roter Faden oder Schleife durch unsere Weihnachtsfeier führte, lautet eine Zeile nämlich: „Those Christmas lights, light up the street“. Kennen Sie das auch? Zur Hast und Eile gesellt sich ein weiteres Phänomen der Weihnachtszeit: Die permanente Strapazierung der Augen. Beissende Schaufensterscheinwerfer, grelle Leuchtreklamen und blinkende Lichterketten um Tannen oder nackte Bäume.

Auf der linken Bühnenseite beugte sich eine Jugendliche über ihren im Chaos versinkenden Schreibtisch und notierte: „Ist die Welt tatsächlich heller geworden? Frag ich mich.“ Sie warf Fragen in den Raum, welche einen in der Weihnachtszeit vielleicht beschäftigen. Verkommt die Lichtershow nicht zur Farce angesichts der Dunkelheit beziehungsweise Einsamkeit vieler Menschen in dieser Zeit? Und wer oder was ist oder bringt dann noch Licht? Von der Empore her erklang zum Schluss eine Stimme, welche verkündete, dass sie das Licht der Welt sei. Fragend blickten die Schauspieler hoch und zeigten mit dem Finger auf sich – „Bin ich gemeint?“ Nach einem klassischen Übergangsstück, gespielt von einem Schüler-Streichquartett, ging Pater Piotr Zaba in einer besinnlichen Ansprache darauf ein, wer oder was uns wirklich Ruhe und Licht zu Weihnachten schenken könnte. Sind es gesunde Beziehungen, der Glaube oder Lebensfreude? Nach einem „Oh du Fröhliche“, das traditionell nicht fehlen darf, wurden die Lernenden in die wohlverdienten Ferien entlassen. Während ich die Theaterkleider an die Bügel hängte, überkam mich ein Gefühl der Freude. Freude darüber, diese junge Menschen, die heute ihr Potenzial gezeigt hatten, begleiten zu dürfen. Und die Hektik schien mir, nicht wie noch eine Stunde zuvor, wieder in die Ferne gerückt.

17

Büchel Jessica, Burri Cara, Büsser Sebastian, Carlucci Stephania, Gangl Jael, Gangl Noemi, Hering Antonia, Huwiler Dominic, Jochum Ulf, Klingler Leon, Lampe Cedric, Link Janis, Millius Andrej, Niederer Felix, Popp Janine, Roelli Aïcha, Rüegg Fabio, Stürm Nick, Weber Nigg, Weil Alicia

Stellwerk Anna Germann, Lehrerin am Untergymnasium

1. Klasse Schuljahr 2013/14

Wo stehen wir? Als kleine Privatschule ist eine leistungsbezogene Standortbestimmung für uns sehr wichtig. Wir möchten, dass unsere Untergymnasiasten im Vergleich mit den Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschülern des Kantons St. Gallen „gut dastehen“. Aus diesem Grund nehmen auch wir an den jährlichen Stellwerktests für das 8. Schuljahr statt. Diese Tests sind für die Volksschule im 8. Schuljahr obligatorisch, sie werden online an Computern der Schule gelöst, geprüft werden dabei Mathematik, Deutsch, Französisch, Englisch und Naturlehre. Es handelt sich um einen adaptiven Test, das bedeutet, dass den Schülerinnen und Schülern Aufgaben vorgelegt werden, die ihrem momentanen Leistungsstand entsprechen. Als Resultat erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Leistungsprofil, das Stärken und Schwächen aufzeigt. Diese Stellwerk-Leistungsprofile gewinnen bei der Bewerbung um eine Lehrstelle immer mehr an Bedeutung. Für unsere Schülerinnen und Schüler, die eine Matura anstreben, ist das Leistungsprofil ein Instrument, das eine Aussage über einen beträchtlichen Teil der erlangten Sachkompetenz in den wichtigsten Schulfächern ermöglicht. Die Prüfungen finden jährlich im Mai statt und wir sind jeweils gespannt auf die Resultate, die mit Punkten und nicht mit Noten ausgedrückt werden. Auch 2014 waren wir mit den Ergebnissen unserer Schülerinnen und Schüler sehr zufrieden und wir durften uns wieder über einige herausragende Spitzenresultate freuen. 18

Zu den Zeichnungen der Schülerinnen und Schüler aus dem Untergymnasium Thema: Tierzeichnen Unterthema: Fabeltier Zur Verfügung stehen verschiedene, in Kunststoff gegossene Spielzeugtiere. Aus diesen Vorlagen soll ein Fabelwesen erfunden und in Tusche gezeichnet werden. Die einzelnen Körperteile müssen so genau wie möglich abgebildet werden. Die Binnenstrukturen dürfen vom Original übernommen oder selbst erfunden werden. 19

Bleichenbacher Gian, Clausnitzer Viktoria, Haag Karan, Hänni Nicolas, Hering Sebastian, Kälin Simon, Kesselring Marc, Kobler Raffael, Krasniqi Artan, Mathis Ninian, Millarg Niklas, Palamar Semin, Popp Fabian, Raile Alicia, Rudolph Jakob, Sander Johanna, Saha Atoshi, Sieber Julia, Siercks Kaya, Späth Lorena, Stieger Patrick, Tockenbürger Sarah, von Manitius Florina, von Wyss Anna, Wiesner Alexander

Der Skitag aus Sicht eines Schlittlers Giger. Lehrer am Untergymnasium und Gymnasium Michael Giger,

2. Klasse Schuljahr 2013/14

Einen Skitag aus der Sicht eines bekennenden Nicht-Skifahrers oder Schlittlers zu schreiben, hat zwangsläufig etwas Aussenseiterisches an sich, ja läuft sogar Gefahr, zu einer Karikatur des Anlasses zu werden. In meinem Fall erlaube ich mir, die Gründe für meine Entscheidung, seit Jahren an dieser beliebten Veranstaltung als Vertreter der kleinen Gruppe der Schlittlerinnen und Schlittler teilzunehmen, aus meiner Lebensgeschichte heraus zu erzählen. Dies einerseits in grossem Respekt vor allen Schülerinnen und Schülern sowie der Lehrkräfte, welche sich auf die für mich doch eher bedrohlich wirkenden dünnen Bretter wagen, andererseits auch als kleine Rechtfertigung derer, die lieber auf dünneren, aber dafür umso festeren Kufen mit stabilem Holzaufbau talwärts rauschen! Als Bündner bin ich regelmässig mit der Aussage konfrontiert, wie schön es doch sein müsse, so viele wunderbare Skigebiete fast vor der Haustüre zu haben. Auf die Frage, ob ich ein guter Skifahrer sei, erstaune ich die Leute dann immer wieder mit der Antwort, dass ich seit 1978 nicht mehr zur stetig wachsenden Gruppe dieser Sportler gehöre aufgrund eines unglücklichen Zwischenfalls. Seit meiner Kindergartenzeit ging ich fast jedes Wochenende mit meinen Eltern skifahren, was mir sehr viel Spass bereitete, da wir nahezu alle Skigebiete in der näheren und weiteren Umgebung des Churer Rheintals, wo ich aufwuchs, besuchten. Es war in der Tat eine wunderbare Aussicht, die sich von manchen Bergstationen aus bot, und rückblickend denke ich oft mit sehr schönen Erinnerungen an die zwar noch ungelenken, aber dennoch schönen Talfahrten und die gesunde Erschöpfung am Ende eines Skiwochenendes!

20

Zwei Dinge jedoch trüben diese Erinnerungen, eines davon als eine Konstante, welche gewissermassen eine ‚condicio sine qua non‘ einer jeden Talfahrt war (und sogar heute gelegentlich noch ist), das andere ein unglücklicher Zwischenfall, der letztlich aber dazu geführt hat, dass ich dem Skifahren definitiv abgeschworen habe. Es ist wohl kaum erstaunlich, dass einer jeden mehr oder weniger rassigen Talfahrt ein Aufstieg vorangehen muss, der glücklicherweise schon seit geraumer Zeit mit technischer Hilfe enorm viel leichter vonstatten geht als in der Urzeit des Skifahrens. Die angenehmen Sessellifte waren aber leider in den späten Siebzigerjahren noch nicht überall Standard, so dass ich noch sehr unangenehme Bekanntschaft mit den Teller- oder Bügelliften machen musste. Da ich zu den eher mässig sportlichen Zeitgenossen gehöre, war dies für mich immer der schlimmste Teil des ganzen Skierlebnisses, und die Szenen am Lift gehören zu den Kapiteln, die ich lieber aus der Erinnerung streichen möchte. Mit dieser ersten Hürde hatte ich mich aber im Laufe der Zeit arrangiert, und so wäre ich wohl heute noch ein zumindest gelegentlicher Skifahrer, wäre da nicht der Zwischenfall im ersten Jahr meiner Schulpflicht gewesen. Die genauen Umstände sind mir nicht mehr in Erinnerung, doch in aller Kürze berichtet geschah Folgendes: Kurz nach der Fahrt auf den Scalottas wollte ich mich für die Abfahrt bereitmachen, stürzte ungelenk – und brach gewissermassen im Stand das Bein. Rückwirkend kann ich darüber lachen, damals aber war es ganz einfach schmerzhaft, frustrierend und für mich ein Zeichen dafür, dass ich nie wieder auf Skiern talwärts fahren würde!

Man könnte es somit als Ironie des Schicksals bezeichnen, dass der Skitag 2014 mich wieder in dieses Gebiet führen sollte; aber ganz ohne Groll und Bedenken schloss ich mich als Schlittler der Schneesport-Gruppe Untere Waid an und freute mich auf einen angenehmen Tag unter gar nicht so wenigen Schlittelgenossinnen und -genossen! Aus den Erfahrungen des Vorjahres hatte ich zwei wichtige Lektionen gelernt: Erstens: Jeans eignen sich nicht als Ersatz für Skihosen – sie sind spätestens nach der zweiten Abfahrt derart nass und klamm, dass der Rest der Veranstaltung sich auf das Bergrestaurant verlegt. Zweitens: Halbschuhe bieten nur mässigen Schutz vor eindringendem Schnee und sehen nach wenigen Kurven der Schlittelbahn nicht schöner aus als Moon-Boots! Somit trat ich den diesjährigen Wintersporttag als geradezu professionell gerüsteter Schlittler an und konnte erleben, wie schön und beglückend es sein kann, bei sonnigem Wetter gemächlich aber sicher ins Tal zu kurven. Zu einem gemütlichen Skitag gehört aber selbstverständlich auch der Aufenthalt im Bergrestaurant, den ich mit meinen schlittelnden Kolleginnen und Kollegen genossen habe. Ich will an dieser Stelle nicht verraten, in welchem Verhältnis genau die Zeit der eigentlichen Schlittel-Abfahrten zum Verweilen im gut geheizten Restaurant standen – nur soviel: ich hatte am Ende des Tages das gute Gefühl wieder, für meine Verhältnisse doch eine ansehnliche Dosis Wintersport bekommen zu haben.

21

Babic Marko, Bollhalder Alain, Büsser Isabelle, Egger Samuel, Germann Martina, Gjaka Berna, Hernandez Sandro, Hirs Isabelle, Hoang Nguyen, Jovanovic Sofija, Mascetti Joya, Mattiello Raffael, Radivojevic Mihajlo, Rieger Henrietta, Rüegg Sina, Seidl Sebastian, Tanner Bénédict, Thurnheer Anja

Die Wirtschaft geht uns alle an Michaela Bosshart, Yvonne Lüscher, Lehrerinnen am Gymnasium

3. Klasse Schuljahr 2013/14

„Die Phönizier haben das Geld erfunden; aber warum so wenig?“ Über diese Frage des Wiener Satirikers Johann Nepomuk Nestroy dürfte sich schon manch einer den Kopf zerbrochen haben. Staaten mögen darauf eine andere Antwort haben als Unternehmungen oder Private, denn die beiden Letzteren besitzen keine Lizenz zum Gelddrucken. Sie müssen ihre finanzielle Lage auf andere Art und Weise bewältigen. Zum Beispiel – als Arbeiter – mit Hilfe eines Jobs. Egal, welchen Beruf die Schülerinnen und Schüler der Unteren Waid einmal wählen – Anwalt, Unternehmerin, Informatiker, Arzt, Richter, Meeresbiologin, Musiker, Ingenieur, Profisportlerin oder gar Lehrer – überall spielen wirtschaftliche und rechtliche Überlegungen eine grosse Rolle. Schon heute sind die Schülerinnen und Schüler häufig mit Wirtschaft und Recht in Kontakt: bei der Busfahrt zur Schule, beim Kauf eines Znünis beim Pausenkiosk oder beim Schwimmbadbesuch. Und mit zunehmendem Alter nehmen auch die Rechte (Politische Rechte) und Pflichten (Dienstpflicht, Steuerpflicht, Versicherungspflicht) gegenüber den Mitschülerinnen und -schülern, den Freunden, den Eltern, dem Staat – kurz allen Menschen – zu.

In der immer vernetzter und komplexer werdenden Welt ist es zunehmend wichtig, grundlegende Vorgänge in unserem Wirtschafts- und Rechtssystem zu verstehen, sie zu ordnen, sowie Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen und beleuchten zu können. Das Gymnasium Untere Waid hat die Zeichen der Zeit bereits früh erkannt und unterrichtet seine Schüler seit vielen Jahren im Fach Wirtschaft (Grundlagenfach Wirtschaft und Recht). Mit dem Schuljahr 2012/13 führte das Gymnasium – neben den beiden bereits bestehenden Schwerpunktfächern Latein und PPP – Wirtschaft und Recht als neues Schwerpunktfach ein. Im Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht werden bedeutsame Themenbereiche wie zum Beispiel: • das Rechnungswesen, • das öffentliche und Privatrecht, mit Vertiefung der Menschenrechte, • das neue St. Galler Managementmodell, • die Schweizer Volkswirtschaft,

Hinweis: „Geld“ in der Form von „Tauschware“ gibt es seit dem Aufkommen des Tauschhandels. Die ersten Münzen wurden rund 700 Jahre v.Chr. hergestellt. Das Papiergeld wurde ca. im 10 Jh. in China erfunden. Doch das erste „Falschgeld“ soll es schon 2000 v. Chr. gegeben haben. Als Muscheln das erste Zahlungsmittel in China waren, gab es offenbar Fälle, in denen sie aus anderen Materialien nachgeahmt wurden. Man formte sie aus Knochen oder Stein.

unterrichtet. Aktuelle wirtschaftspolitische und ethische Fragestellungen kommen dabei im Unterricht nicht zu kurz: „Angenommen, die Phönizier hätten genügend Geld erfunden, wäre es dann gerechter verteilt?“ Das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht bietet eine gute Vorbereitung für alle Studienrichtungen (also nicht nur für Wirtschaft oder Recht) an den Universitäten und Hochschulen, sowie für Übertritte an Fachhochschulen.

22

23

Albers Frank, Balmelli Bias, Bärlocher Lynn, Brändle Noëlle, Bronwasser Alexia, Carlucci Nils, Dora Véronique, Faé Dario, Hangartner Lisa, Kobler Seline, Köppel Stefanie, Kunz Dominik, Lutz Samuel, Mao Felix, Nett Alvaro, Nouroozian Kyana, Radivojevic Ivana, Rüegg Nanina, Sepoyan Melissa, Wieser Cédric

Stockholm Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse

4. Klasse Schuljahr 2013/14

Ankunft im Hotel oder „Room 313 behind this door“ – Anna Bleichenbacher Es war gegen 18 Uhr, als wir im Hotel ankamen. Erschöpft von der Reise wollte sich jeder frisch machen und die ersten Dinge aus seinem Koffer fischen. Doch der Herr an der Rezeption sah dies nicht gleich wie wir. Jeder sollte einzeln einchecken, was in der vier Quadratmeter grossen Anmeldung wohl gar keine schlechte Idee war. Es verging viel Zeit, bis ich dran kam. Ich erhielt dann flott meinen Zimmerschlüssel mit der Nummer 313. Darin sah ich kein Problem und schätzte meine Geographiekenntnisse für ein solches Unterfangen als genügend ein. Ich habe mich getäuscht. Als ich mit meinem Rollköfferchen den Gang einmal hin- und wieder hergedackelt war, wurde mir anhand der Zimmernummern um 100 herum klar, hier nicht am richtigen Ort sein zu können. Zwei Stockwerke hoch. Eine enge Wendeltreppe. Ein müdes Mädchen, das einfach nur seinen Deodorant auspacken wollte und den schweren Koffer treppauf, treppab hinter sich herzog. Ich begab mich auf den Weg nach oben. Die Tür zu den Zimmern im dritten Stockwerk war erreicht, aber nein, glauben Sie nun nicht, dass ich schon am Ziel wäre. Es ging weiter in einem höhlenartigen Gang ins Innere des Gebäudes. Zwei Treppen hoch, dann wieder drei runter. Hätte ich weniger einpacken sollen? Ein Computerzimmer, Duschen auf dem Gang. Eine nächste Tür mit der Aufschrift „Rooms 313-308“. Geöffnet standen wir nun vor einer nächsten Treppe hinunter und die gleichen fünf Stufen am Ende des Flurs wieder hoch. Ich wurde mit einer weiteren Botschaft konfrontiert: „Room 313 behind this door“. Erwartungsvoll öffnete ich die Tür und stand ... vor einer weiteren Tür. War ich im falschen Film? Ich steckte meine Schlüsselkarte in den Schlitz, kämpfte noch einige Minuten mit der Tür, ruckelte, drückte, 24

stemmte mich dagegen, die sich dann plötzlich mit voller Wucht öffnete, und ich stand in einem süssen kleinen Zimmer, dessen Einrichtungsmaterial man im Katalog eines berühmten schwedischen Möbelhauses wiederfinden konnte. Hop on Hop off – Nora El Dieb Dienstagmorgen, alle noch erschöpft von der Anreise, schlichen wir nach dem Frühstück die Treppe des Hotels runter zum Eingang. Treffpunkt: 9.30 Uhr vor dem Eingang. Unsere Lehrpersonen standen schon bereit, fit und munter. Naja, wenigstens zwei sind aus dem Halbschlaf erwacht. Zusammen trödelten wir über die Strasse zum Trottoir den Meeresstrassen entlang. Hoppla, jetzt musste man aufpassen, denn neben dem Trottoir gab es einen Fahrradweg, der schon um diese Zeit rege befahren war. An der Bushaltestelle angekommen, warteten wir neugierig, aber doch noch verträumt auf das Kommende. Ein doppelstöckiger roter Bus fuhr auf uns zu. Das ist er, der Hop on Hop off Bus. Kaum stehen geblieben, stürmten wir vom Schlaf erwacht in den Bus. Alle wollten im oberen Bereich des Busses Platz nehmen. Dort stöpselten wir alle Kopfhörer ins Ohr, unser persönlicher auditiver Reisebegleiter übernahm die Regie. Und schon fuhr der rote Bus los. Alle gemeinsam mit den Köpfen im Rhythmus mal nach rechts, mal nach links sich neigend, um einen Blick auf die berühmten Gebäude zu werfen, Momente zu erhaschen. Kaum ertönte die Stimme, schaute man sich um und betrachtete das Beschriebene aufmerksam, Geschichte wurde erläutert, Stockholm erschien uns in einem anderen Licht. Nach etwa 50 Minuten war die kleine Geschichts- und Stadtreise vorbei, und alle wurden wieder vom Dämmerschlaf eingeholt.

Führung Schatzkammer – Sabrina Knechtle Nach einem Spaziergang im Viertel „Gamla Stan“ ging um 10 Uhr die Führung in der Schatzkammer im Königspalast los. Der freundliche und begeisterungsfähige Kunsthistoriker erwartete uns bereits. In der ersten Nische führte er uns in die lange und turbulente Geschichte des Palastes ein: Königin Christina, die erste Königin in der Geschichte Schwedens, empfand den Palast für die damalige Zeit als altmodisch und wollte ihn restaurieren lassen. Doch der von ihr beauftragte Architekt entgegnete ihr, dass eine Restauration des ganzen Palasts mehrere Jahrzehnte dauern würde und zu kostspielig sei. So wurde anstelle der Restauration ein neuer Teil an den Palast gebaut. Mit Begeisterung liess uns unser Kunsthistoriker schmunzelnd Einblick in den missglückten Versuch der Modernisierung gewähren: Türme an verwinkelten Stellen, ein Durcheinander unterschiedlichster Stile und Bauten. Wie üblich in einem Palast waren zur Sicherheit Wächter verteilt. Welch Zufall, eines Tages verletzten zwei Wächter und ein Koch ihre Aufsichtspflicht und hatten Besseres zu tun. Dann geschah das Missgeschick: Im oberen Stock des Palastes brach Feuer aus, und da in dem verwinkelten Anbau niemand Wache stand, konnte sich das Feuer immer schneller ausbreiten. Bei diesem Feuer brannte bis auf den neuen Teil fast der ganze Palast nieder. Die Wächter und der Koch wurden indessen gefoltert. Die Wächter überlebten, und so war der Koch das zweite Opfer des Palastbrandes. Doch was passierte mit dem Palast? Nun wählte man sich den besten Architekten aller Zeiten aus – Nicodemus Tessin, den Jüngeren – und beauftragte ihn, nach römischem Vorbild einen neuen Pa-

last zu bauen. Die Vollendung dieses Baus liess dann aufgrund von Zahlungsnotständen auf sich warten, und als der Palast erstrahlte, war der Baustil wieder unmodern. Nach dieser spannenden Geschichte wurden wir weiter durch die Schatzkammer geführt: Das Leben der königlichen Familie wurde uns bunt geschildert, mit einem Bezug zur Gegenwart durch Fotos der Hochzeit von Victoria und Daniel ergänzt, Schwerter und Kronen fanden ihre Geschichten, erweitert durch Anekdoten der schwedischen Heldentaten. Wer wusste von uns, dass Schwerter in Deutschland gefertigt, mit gewonnenen Schlachten verziert wurden und nun golden glänzend die Schatzkammer im kungslottet schmücken? Danach ging es weiter mit verschiedenen Kronen und wie sie sich im Laufe der Zeit veränderten. Zuerst waren die Kronen geschlossen und sehr schwer, später wurde eine Kronenreform durchgeführt, und die Kronen für Frauen wurden kleiner und leichter gefertigt. Später wurden die Kronen geöffnet und dies sollte darstellen, dass sie zu Gott gehörten. Zepter, Reichsapfel und Reichsschlüssel waren weitere Indizien dafür, dass die Könige von Gott gewählt waren. Früher war auch klar, dass immer der männliche Nachkomme die Thronfolge antreten werde, doch heute ist es so, dass die Erstgeborene die Thronfolge antritt, d.h. Victoria. Die letzte Krönung hat vor 1905 stattgefunden, denn dann hat George V. seinen Regierungsantritt bekanntgegeben, und er und alle Nachfolger haben die Krönung abgelehnt. Dies bedeutet, dass in Schweden höchstwahrscheinlich keine Krönung mehr stattfinden wird.

25

Andrighetto Ramon, Aouami Sophie, Bleichenbacher Anna, Brücker Tamara, Brunner Adonia, El Dieb Nora, Fässler Markus, Gasparotto Marvin, Gasser Nasrina, Gerlach Benedikt, Germann Melanie, Göldi Nikolai, Kisija Adis, Knechtle Sabrina, Kunz Fiona, Lindemann Michael, Mahmood Amtul, Munaretto Matteo, Niederer Christina, Raebel Ramon, Rudolphi Moira, Spira Melanie, Stieger Thomas, Vogt Myriam, Winterhalter Benedikt

Das etwas andere Mitarbeiteressen Rolf Oehler, Verwalter

5. Klasse Schuljahr 2013/14

Wie kommt man/frau auf eine solche verrückte Idee? Wer macht mit? Motivierte und interessierte Schüler und Schülerinnen aus allen Klassen übernehmen die Aufgabe, einen schönen, unterhaltsamen Abend für alle Mitarbeitenden zu organisieren. Sie entwerfen einen Plan, zeigen Kreativität, möchten dekorieren, kochen, servieren und gut unterhalten. Warum? Vielleicht sind es gerade diese Momente, in denen unseren Schülerinnen und Schülern bewusst wird, dass sie sich gerne für all die vielen Kleinigkeiten, den unermüdlichen Einsatz und das grosse Engagement bei allen Mitarbeitenden des Gymnasiums bedanken möchten. Die Aufgabe von mir bestand in der moralischen Unterstützung der Schülerinnen und Schüler.

Wer lernt von wem? Es soll mir niemand erzählen, dass Schülerinnen und Schüler keine Phantasie besässen: Das Thema war in den ersten Minuten gefunden „Die Untere Waid im Stile der 20er Jahre“. Als Verwalter organisiere ich gerne und zielstrebig, aber dieses Vorgehen glich einem Businessplan. Auf die Risikoanalyse wurde zwar verzichtet, schliesslich hatte ich zumindest in diesem Punkt noch ein Wörtchen mitzureden, aber die Schülerinnen und Schüler standen sofort in den Startlöchern und los ging`s, das nächste Treffen anvisiert, Menupläne entworfen, Dekorationsideen gesammelt und so brüten sie bereits über einem adäquaten Unterhaltungsprogramm mit neuen Visionen. In der nächsten Phase wird es konkreter. 26

Die schlummernden oder versteckten Talente kommen nun zum Einsatz: Probekochen zu Hause, Verfeinern der Deko und erste Unterhaltungsszenarien entwerfen. Phase drei läuft an; die Einladungen werden geschrieben, und das Endspurttraining kann beginnen. Das Fine Tuning in der Küche erfolgt unter humorvoller Mitwirkung unseres Kochs Giovanni.

Der Tag X Wir treffen uns um 11.00 Uhr, von Aufregung noch keine Spur. Check-up, kleine Variationen und Improvisation einkalkulieren und das Einkaufsteam startet. La Mise-en-place fordert die ganze Konzentration der restlichen Gruppe. Wurde an alles gedacht? Stimmen die Abläufe? Kennen alle ihren Einsatz? Die Anspannung wächst spürbar: In vier Stunden werden wir mehr als dreissig verschiedene Gerichte für fünfzig Personen kochen. Blicke kreuzen sich, der Startschuss erkling: An die Arbeit. Konzentration im emsigen Treiben, ein Blick auf die Uhr verrät, dass die Zeit heute schneller vergeht. Kurze Hektik kommt auf, die Perfektionisten und Künstler scheinen sich im Ästhetischen zu verlieren, Pragmatiker und Planer treiben mit Tipps und Tricks zur Vollendung. Lacher und Witze platzen zwischendurch in die Harmonie stillschweigenden Agierens, leise und hochkonzentriert vermeiden gegenseitige Ratschläge das herannahende Chaos. „Pass‘ doch auf, du Dubbel“. Das gemeinsame Ziel beflügelt. Gestylt, frisiert, verkleidet, ungeduldig stehen sie Spalier. Die erste Vorspeise servierbereit in den Händen, und es folgt der grosse Moment: wir öffnen die Tür. Giovanni lächelt.

Rückblick Können Schülerinnen und Schüler an der Waid verantwortungsbewusst und selbständig arbeiten? Gelingt es ihnen ihre Schüchternheit zu überwinden, ihre Kreativität, ihren Ideenreichtum und ihr Engagement umzusetzen? Funktioniert die Arbeit im Team? Geben sie sich gegenseitig den notwenigen Raum zur freien Entfaltung und notwendigen Unterstützung? Rhetorische Fragen benötigen keine Antwort. Wenn ich ehrlich bin, bräuchten die Schülerinnen und Schüler mich auch nicht wirklich an einer solchen Veranstaltung. Die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler beeindruckt mich jedes Mal wieder aufs Neue. Sie ist so ansteckend, dass ich keinen Augenblick dieses Projekt bereue und ich die Anfrage mit dem vertrauensvollen Blick, ob man das nächste Jahr wieder dabei sein dürfe, gerne bejahe.

27

Balmelli Anna-Valeria, Boos Pia, Bronwasser Nadja, Enderle Christian, Engler Nina, Engler Sandra, Fässler Isabella, Gloor Mirjam, Gmünder Elias, Grassi Eveline, Kälin Nadine, Landolt Cédric, Müller Brian, Palmer Jazz, Radivojevic Tamara, Reichmuth Jacqueline, Ruhe Johannes, Schmuckli Pascal, Strittmatter David, Troi Samuel, Vogt Lea

Pegasusschule Kerstin Schubert, Leiterin Pegasusschule

6. Klasse Schuljahr 2013/14

Das eigene Lernen in die Hand nehmen Wenn die Schülerinnen und Schüler in die Pegasusschule eintreten, sind sie in einem Alter, in dem ihnen ein wichtiger Übergang in ihrer schulischen Laufbahn bevorsteht: Schrittweise lernen Sie, ihr eigenes Lernen in die Hand zu nehmen. Sich selbst kennen, sich selbst organisieren und einschätzen können, Erfolge und Misserfolge wahrnehmen – keine leichte Aufgabe. Nicht für die Lernenden, nicht für ihre Begleiter, die Lehrer und Lehrerinnen. Denn so vieles wirkt von Aussen wie ein Konstrukt, auf das man als Lernender keinen Einfluss hat: Lehrpläne, Stundenpläne, Lernziele, Prüfungen, Lernräume, Hausaufgaben ... Aber ist das wirklich so? In einem Projekt wollten wir den Lernenden die Chance geben, ihren eigenen Lernprozess bewusst mitzugestalten und sich Gedanken zu machen, wie sie gut lernen können. Schnell wurde klar, dass Lernen stark an eine Lernumgebung gebunden ist. Wenn man also sein Lernen bewusst gestalten möchte, muss man auch die Umgebung oder den Raum bewusst anschauen. Geleitet durch diese Überlegung bauten die Lernenden kleine, masstabsgetreue Raummodelle. Schnell merkten die Lernenden, dass umso konkreter, detailreicher und liebevoller sie ihre Ideen präsentierten, sie vielleicht auch die Chance hätten, diese Wirklichkeit werden zu lassen. So folgten zu den Raummodellen auch Möbelvorschläge, Skizzen und Budgetrechnungen.

28

Das Schöne an Projekten ist zum einen, dass man nicht mit Sicherheit sagen kann, wie und wo sie enden, zum anderen wird Wissen mit konkreten Erfahrungen verknüpft: Plötzlich war Mathematik nichts Abstraktes mehr sondern etwas Konkretes. Seitenlängen mussten im richtigen Massstab abgemessen werden, Quadratmeterzahlen waren wichtig für die Berechnung der Farbkübel und Kuben, Quader und Würfel wurden zu Möbeln. Zeichnen war kein „schönes Extra“ mehr, Geometrie erleichterte das Basteln und chemische Prozesse flossen in Form von Heissleim, Farbtheorie verwandelte sich in Farbpraxis, und Gruppenarbeit war kein gemeinsames Diskutieren mehr, sondern bedeutete schweisstreibende Arbeit. Kurzum: Es war ein interdisziplinäres Projekt. Ideen gemeinsam in die Tat umsetzen Im Rahmen der Projektwoche wurden dann die zwei Lernräume umgestaltet. Dabei waren nicht nur die Pegasusschüler, sondern auch die Lernenden der Unteren Waid tatkräftig bei der Sache: In verschiedenen Gruppen wurden die vielfältigen Arbeiten erledigt. Man musste einkaufen, abkleben, Möbel rücken und Möbel zusammenbauen, Wände streichen, nageln, bohren, schleifen. Man musste gemeinsam eine Lösung finden, die vielen Arbeitsschritte planen und einander unterstützen. Man musste sich gegenseitig erklären, ermutigen und kontrollieren – man musste selbstständig arbeiten und dabei lernen.

Da es Lernräume sind, die die Lernenden der Unteren Waid und der Pegasusschule benutzen sollen, war es besonders schön, dass von beiden Schulen auch Jugendliche bei der Umsetzung mitgeholfen haben. Denn mit der Gestaltung ihrer eigenen Räume haben sie auch ein Stück ihres eigenen Lernens mitgestaltet. Dafür wurden die Modelle und die Stücklisten wieder hervorgeholt, und gemeinsam versuchten wir, die Ideen umzusetzen. Wie mit allen guten Ideen funktionierte vieles ganz wunderbar, und anderes musste abgeändert werden. Es ist klar, dass bei so vielen Lernenden nicht alle von der Planung bis zum Reindrehen der letzten Schraube mit dabei sein können. Aber es ist schön, wenn die Prozesse möglichst viele miterleben können, als Beobachter, als Ideensucher, als Handwerker, als Planer. Denn Räume Leben davon, dass man sie benutzt, sich mit ihnen beschäftigt, in ihnen gute Stunden erlebt und sie mit Ideen füllt. Hoffentlich werden viele schöne, lehrreiche Stunden in den neuen Räumen stattfinden. 29

Die Schulleitung …

begrüsst Silas Kutschmann, Lehrer für Musik am Untergymnasium und wünscht ihm einen erfolgreichen Start und wertvolle Erfahrungen in seiner Tätigkeit am Gymnasium Untere Waid.

Lehrerinnen und Lehrer Schuljahr 2013/14

dankt Kerstin und Karlheinz Schubert für 10 Jahre Leitung der Pegasusschule, Giovanni Pede für 25 Jahre Lehrtätigkeit, Heidi Signer für 35 Jahre Mitarbeit im Hausdienst, allen Lehrpersonen für ihren Einsatz, allen Schülerinnen und Schülern, den Mitgliedern des Stiftungs- und Schulrats, den Mitarbeiterinnen im Schulsekretariat und der Buchhaltung, dem Küchenchef und seinem Küchenteam, den guten Geistern der Raum- und Umgebungspflege, dem Regierungsrat und dem Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen für die jährliche Beitragsleistung, dem Katholischen Administrationsrat des Kantons St. Gallen für die Beitragsleistung und die finanzielle Unterstützung des Katholischen Konfessionsteils, dem Schweizer Distrikt der Salettiner, dem Missionshaus Untere Waid, den vielen Wohltäter/innen und den Amici für die Unterstützung.

Untergymnasium Egli Eliane, Englisch, Naturlehre; Germann Anna, Mathematik; Giger Michael, Latein; Haas Felix, Sport; Leisi Rahel, Deutsch, Geografie, Musik, Tastaturschreiben; Spickers Birgit, Deutsch, Französisch; Zaba Piotr, Religion; Zähndler Eva, Geschichte; Zellweger Heinz, Bildnerisches Gestalten Gymnasium Bosshart Michaela, Wirtschaft und Recht; Eitel Astrid, Freifach Griechisch; Feuerstein Christiane, Biologie, Geographie; Girke-Hemm Caren, Mathematik; Giger Martha Luisa, Freifach Spanisch; Giger Michael, Latein; Girke Caren, Mathematik; Haas Felix, Sport; Lenz Philipp, Englisch; Lüdi Peter, Geografie; Lüscher Yvonne, Wirtschaft und Recht; Pede Giovanni, Musik; Regli Ivo, Deutsch, Französisch; Schatz Wolfgang, Chemie; Scherrer Michael, Physik; Tasman Mona, Deutsch, Französisch; Wick Jeannette, Pädagogik und Psychologie; Wittmer Margot, Pädagogik und Psychologie, Philosophie; Zaba Piotr, Religion; Zähndler Eva, Geschichte; Zellweger Heinz, Bildnerisches Gestalten

Ferienplan, schulfreie Tage

August 2014 September 2014

19.9. Hausfeiertag, 27. - 30. Herbstferien

Oktober 2014

1. -  19. Herbstferien

November 2014 Dezember 2014

19. -  31. Weihnachtsferien

Januar 2015

1. -  4. Weihnachtsferien, 24. -  31. Winterferien

Februar 2015

1. Winterferien

März 2015

19. Hausfeiertag

April 2015

3. -  19. Frühlingsferien

Mai 2015

14. - 15. Auffahrtsbrücke, 25. Pfingstmontag

Juni 2015 Juli 2015

30

3. -  31. Sommerferien

31