Abschlussbericht und Abrechnungsunterlagen - weltweiterdenken eV

Abschlussbericht und Abrechnungsunterlagen - weltweiterdenken eV

Vereinssitz: Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst Referat Inlandsförderung Caroline‐M...

775KB Sizes 2 Downloads 13 Views

Recommend Documents

Abschlussbericht Android App.indd - SOZIALHELDEN eV
Die Android App sollte sich in Funktionsumfang und Design ganz nach der iPhone App Version 2.0 richten, welche hohe Stan

Abschlussbericht-Stand 15-08-08 - GEOMV eV
Goethe-Gymnasium Demmin, An der Mühle 7, 17109 Demmin. • IGS "Walter Karbe", Lessingstrasse 27, 17237 Neustrelitz. â€

Abschlussbericht DAAD - Go East Generationen eV
Zum Thema Toiletten und Russland lässt sich eh nur eines sagen. Entweder man ... Ein Jahr zuvor machte ich während ein

Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben ReduFix ambulant - PEA eV
15.01.2013 - Durchführende Institutionen: Evangelische Hochschule Freiburg. Fachhochschule Frankfurt. AGP Sozialforschu

abschlussbericht: bewertung der praxistauglichkeit und
bis 10 km pro Tag bzw. Jahreslaufleistungen .... erhalten die Hersteller von Fahrzeugen und Komponenten erhalten eine um

Abschlussbericht
Im Bereich der ausgewählten ION-Station ... wand. Erschwerend kommt hinzu, dass jede OBH-Station die Einsätze von alle

Abschlussbericht Entwicklung von Latentspeichern und
Speicher steht aber erst am Anfang und bis zum Einsatz in der Praxis ist noch ...... werden im Stundenschritt kontinuier

Abschlussbericht
Kamperfehn. D. 400. 91. Rhaude. D. 700. 92. Jemgum-Leer. D. 450. 93. Bunde. D. 200. 94. Emden-Süd. D. 800. Anlage 14: P

Abschlussbericht - Institut für Aerodynamik und Gasdynamik
Die NACA 6er- respekti- ve 6A-Serie eignen sich gut als Vergleichsprofile für ein Laminarprofil. Quelle: www.airliners.

Abschlussbericht - Umweltinnovationsprogramm
28.11.2016 - Abbildung 1 – Foto CE Kennzeichnung Wasserrohrkessel mit Rostfeuerung. Im Rahmen des BMU- Umweltinnovatio

Vereinssitz:

Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst Referat Inlandsförderung Caroline‐Michaelis‐Str. 1 10115 Berlin

Kontaktpersonen: Philipp Backhaus

weltweiterdenken e.V. c/o Backhaus

Jessica Bajinski

Internet: www.weltweiterdenken.de

27.11.2014

Abschlussbericht und Abrechnungsunterlagen zur Weltweiterwerkstatt 2014 (Bewilligungsnummer: 20143361) Sehr geehrte Damen und Herren, Liebes Brot für die Welt/eed – Team, im Folgenden erhalten Sie unseren Abschlussunterlagen zur „Weltweiterwerkstatt 2014“ (w3 2014). Das Seminar fand vom 17. bis 24. August auf dem Schloss Tempelhof und ein abschließendes Evaluationstreffen vom 17. bis 19. Oktober in Köln statt. Gemäß Ihrem Bewilligungsschreiben vom 14.07.2014 reichen wir einen inhaltlichen Bericht, den Kosten‐ und Finanzierungsplan sowie weitere Projektunterlagen ein. Alle Belege liegen vor und können auf Wunsch jederzeit eingesehen werden. Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Am besten sind wir per E‐Mail unter xx und xx zu erreichen. Für telefonische Rücksprachen können Sie sich an Jessica Bajinski unter xx (meistens freitags ganztägig erreichbar) wenden. Haben Sie besten Dank für die bisher sehr gute Zusammenarbeit und Ihre Unterstützung unserer Maßnahmen.

Jessica Bajinski i.A. des Orga‐Teams der Weltweiterwerkstatt 2014 Anlagen (per Post & Mail) o o o o o o o o o

Inhaltlicher Abschlussbericht Kosten‐ und Finanzierungsplan Einladung zur w3‐2014 Programm (umgesetzte Version) Teilnehmendenliste Feedback‐Auswertung Abschluss‐Rundschreiben an Teilenehmende und Referierende Präsentation von Referenten Malo Vidal Anzeige im lokalen Tageblatt (Hohenloher Tageblatt vom 23.08.14)

-1`

Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst Referat Inlandsförderung Caroline-Michaelis-Str. 1 10115 Berlin

Bericht an Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst Der Bericht soll den Zuschussgeber über den Projektverlauf von der Vorbereitung bis zur Auswertung informieren und Anhaltspunkte liefern über die Wirkung seiner Fördertätigkeit. Gleichzeitig soll der Bericht den antragstellenden Gruppen und Organisationen helfen, auf strukturierte Weise ihr Projekt zu reflektieren. Bitte beantworten Sie dazu die nachfolgenden Fragen. Weitere Ihnen wichtige Aspekte können Sie unter dem Punkt 10 ‚weitere Anmerkungen’ einfügen. Wenn Sie Rückfragen haben, können Sie sich gern an uns wenden. Allgemeine Angaben Projekt / Titel / Aktenzeichen

Weltweiterwerkstatt 2014 (w3 2014) Bewilligungsnummer: 20143361

Antragsteller (Rechtsträger)

Weltweiterdenken e.V. www.weltweiterdenken.de

Ansprechpartner/in

Jessica Bajinski Philipp Backhaus

Anschrift (Rechtsträger)

Korrespondenzanschrift: Weltweiterdenken e.V. c/o Leonie Fischer Hermülheimerstr.37 50969 Köln

-2Vereinssitz Weltweiterdenken e.V. c/o Backhaus Löwenstr. 54 70597 Stuttgart Telefon

Jessica Bajinski: xx Philipp Backhaus: xx

E-Mail

Jessica Bajinski: xx Philipp Backhaus: xx

Projektzeitraum

Beginn: 17.08.2014 Ende: 31.12.2014 (Seminar: 17.-24.8.2014) (inkl. Nachbereitung)

Gesamtkosten

6739,51 €

Von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst bewilligter Zuschuss

3960,00 €

1. Situationsbeschreibung / Problembeschreibung Wie hat Ihr Projekt zum Verständnis der Ungerechtigkeit im Verhältnis von Nord und Süd oder von Fehlentwicklungen in den Ländern des Südens („Entwicklungsländer“) beigetragen? Eines der Hauptanliegen der Weltweiterwerkstatt ist der Erfahrungs- und Ideenaustausch der verschiedenen Teilnehmenden und Referierenden. Ein großer Teil der Seminargruppe besteht aus ehemaligen Freiwilligendienstleistenden in Mittel- und Südamerika, Südafrika und Israel/Palästina. Deren Erfahrungen – die Orientierung in globalen (wirtschaftspolitischen & sozioökonomischen) Zusammenhängen sowie die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Dynamiken und globalen Prozessen und der eigenen Rolle dabei – bilden die Basis für tiefgründige und übergreifende Diskussionen und daraus erwachsende Projektideen. Die Intensität und Art der kritischen Haltung unter den Teilnehmenden gegenüber den Ungerechtigkeiten und ausbeuterischen Verhältnissen zwischen sogenannten Industriestaaten und wirtschaftlich schwächeren Ländern, hier „Entwicklungsländer“ genannt, weitet sich merklich aus und nimmt auch in konkreten Projekten und Initiativen Form an. So sind viele der Anwesenden in verschiedenen Projekten und Organisationen aktiv, die sich für gerechtere und ausgeglichene Beziehungen zwischen „Nord“ und „Süd“ einsetzen. Im täglichen Programmpunkt „Open Space“ sowie in gelegentlichen Diskussionen wurde Raum gegeben, um sich mit den Projekten und Aktivitäten der anderen Teilnehmenden auseinanderzusetzen und voneinander zu lernen. Einige der meist diskutierten Projekte waren: − Umsonstladen in Würzburg „Luftschloss“ − Augenhöhe e.V. (der einen beidseitigen Freiwilligenaustausch zwischen Deutschland, Palästina, Osttürkei organisiert) − Arbeitskreis (AK) Postwachstum und Transition − AK Lebensformen

-3Im Feedback der Teilnehmenden wird deutlich, dass fast alle die Weltweiterwerkstatt als Antrieb und Ideengeber wertschätzen, die ihnen hilft an ihren eigenen Projekten mit neuer Energie weiterzumachen oder Neues zu beginnen. In dem Sinne trug die Seminarwoche dazu bei, dass die Ungerechtigkeiten und das Verhältnis zwischen „Nord und Süd“ nicht nur thematisiert, sondern auch aktiv hinterfragt und konstruktiv diskutiert wurden.

Anregungen und ein wichtiger Teil zu konkreten Handlungsideen kamen durch den Input der eingeladenen Referierenden zu Themen der Globalisierungs- und Wachstumskritik. So wurde im Workshop mit Malo Vidal vom Netzwerk Wachstumswende (NEWW) zum Thema „Postwachstumsgesellschaft und Entwicklungskritik“ der Zusammenhang zwischen den sogenannten „Fehlentwicklungen im Süden“ und den Lebensverhältnissen im Norden aufgezeigt und theoretisch abgehandelt.

Der Vortrag von Roman Huber zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP gab den theoretischen Überlegungen vom Vortag konkrete Namen und Formen. Durch die Fülle an Informationen und die Begeisterungsfähigkeit des Referenten konnte die gesamte Seminargruppe eine

-4neue Form von Betroffenheit und Verbundenheit kennenlernen. Diese Erkenntnisse zu Hintergründen und Auswirkungen von TTIP und CEPA eröffneten die Möglichkeit, das Ungleichgewicht zwischen „Nord und Süd“ konkret aus einer wirtschaftlichen und politischen Perspektive zu beleuchten. Auch in diesem Programmpunkt standen zum Ende Handlungsalternativen und konkrete Lösungsansätze im Fokus (siehe 4). Das zeigt wiederum, wie sich die W³ von der theoretischen Auseinandersetzung mit Ungerechtigkeiten und ausbeuterischen Verhältnissen der Länder des globalen Nordens gegenüber Ländern des globalen Südens hin zu einem praktischen Denken und Handeln entwickelt hat.

2. Zielgruppen Welche Zielgruppe/n sollte/n mit dem Projekt erreicht werden? Ist das gelungen? Gab es Veränderungen bei der/den Zielgruppe/n? Wie sahen diese aus und welche Gründe gab es für die Abweichungen von der Planung? Zunächst richtet sich das Angebot der W³ an die rund 370 Menschen, welche bereits in irgendeiner Form Teil des Netzwerkes von Weltweiterdenken e.V. sind (Arbeitskreise, Regionalgruppen, Rezipient_innen der Vereins-Rundschreiben). Weltweiterdenken e.V. hat sich aus ehemaligen Freiwilligendienstleistenden der Trägerorganisation Weltweite Initiative e.V. (WI e.V) formiert, war aber nie auf diesen Personenkreis beschränkt. Es ist das Ziel der Weltweiterwerkstatt, dass von Jahr zu Jahr durch Multiplikator_innen, Interaktion mit anderen Netzwerken, persönliche Anwerbung und „Mundpropaganda“ mehr Personen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zu uns stoßen. Dies ist uns auch dieses Mal gelungen. Gleichwohl stellen die ehemaligen Freiwilligendienstleistenden der Weltweiten Initiative immer noch mit Abstand die größte Gruppe. Verständlicherweise hat auch die geographische Lage des jeweiligen Seminarorts Auswirkungen auf die Zielgruppe. Durch die Nähe zu Würzburg und aufgrund der Tatsache, dass eine Mitorganisatorin dort kräftig die Werbetrommel gerührt hatte, konnten wir in diesem Jahr eine große Gruppe von Teilnehmer_innen von dort begrüßen. Gerade unter dieser Gruppe fand sich ein hoher Anteil von Nicht-WI-Assoziierten. Das weist darauf hin, dass WI-assoziierte Teilnehmende, die schon seit mehreren Jahren dabei sind, tendenziell größere Wege auf sich nehmen, um an der Weltweiterwerkstatt teilzunehmen; die Nicht-WI-Assoziierten, die emoti-

-5onal weniger an die Veranstaltung gebunden sind, stammen tendenziell vorwiegend aus der näheren Umgebung des Veranstaltungsortes. Die nächste Gruppe, die programmatisch erreicht werden sollte, sind die Bewohner_innen von Schloss Tempelhof. Eigentlich ist es umgekehrt: Wir wollten uns von ihnen erreichen lassen. Schließlich war der Seminarort genau unter diesem Gesichtspunkt ausgewählt worden. Wir hatten nach einem Ort gesucht, der uns als Beispiel für eine nachhaltigere Lebensweise dienen sollte. Die Auseinandersetzung mit Schloss Tempelhof, der Philosophie und Wirtschaftsweise des Ortes war daher integraler Bestandteil des Programms. Nichtsdestoweniger hatten wir den Eindruck, dass auch die Tempelhofer Gewinn von unserem Aufenthalt hatten, der sich in vielen Gesprächen, in der tatkräftigen Mitarbeit in Küche und Landwirtschaft, der Gestaltung eines Abschiedsfestes und in einigen persönlichen Bekanntschaften, die dort geschlossen wurden, zeigte. Nicht gerechnet hatten wir mit dem Kontakt mit anderen Seminargruppen und Übernachtungsgästen, die zeitgleich auf Schloss Tempelhof zugegen waren. Die Kontakte waren unterhaltsam und inspirierend. Sie gaben Gelegenheit zum Austausch und wirkten Horizont erweiternd. Nicht erreicht haben wir die umliegenden Gemeinden, die mit Schloss Tempelhof weniger zu tun haben (vgl. Kommentar unten). Wie viele Personen haben Sie mit der/den Maßnahme/n erreicht? Gemessen an den Einträgen auf unserer Teilnehmendenliste konnten wir in diesem Jahr so viele Menschen anziehen wie bisher noch nie. Insgesamt finden sich dort 55 Einträge (inklusive Orga-Team und Referierenden), im Vorjahr waren es 52. Von diesen Personen waren 19 Teilnehmer_innen über die volle Dauer des Programms anwesend. 36 Personen blieben 6 oder weniger Tage. Im Durchschnitt blieben die Teilnehmenden 5,5 Tage.

Nicht messbar und nur sehr schwer einzuschätzen ist die Wirkung, die das Seminar auf die Mitglieder_innen von Schloss Tempelhof hatte. Die Gemeinschaft hat einige Erfahrung mit Seminargruppen, da selbst ausgerichtete Seminare verschiedener Art dort Teil des Öffentlichkeitskonzeptes sind. Selbstversorgergruppen wie wir gab es hingegen bisher nur einmal. Die Gemeinschaftsmitglieder_innen öffneten sich zunächst nur zögerlich, begegneten uns im Laufe der Woche jedoch mit viel Wohlwollen und Sympathie. Nach Abschluss unseres Seminares

-6wurden wir von allen herzlich eingeladen nächstes Jahr wiederzukommen. Zum Ende der Woche gab es einen regen Austausch zwischen Bewohner_innen und Seminarteilnehmer_innen. Es wurde gemeinsam Fußball gespielt, Vorträge besucht und am letzten Abend haben die Tempelhofer_innen mit den Seminarteilnehmer_innen ein großes Fest veranstaltet. Leider kaum erreicht haben wir die Bewohnerinnen und Bewohner der Anrainergemeinden Kreßberg und Crailsheim. Auch wenn es uns schon seit langem ein Anliegen ist, gerade Menschen zu erreichen, die in ihrem Alltag nicht oder nur sehr wenig mit den von uns behandelten Themen in Berührung kommen, so ist auch in diesem Jahr die Öffnung nach außen wieder nicht auf zufriedenstellende Weise gelungen. Das lag zum einen daran, dass man einer solchen „inklusiven“ Abschlussfeier mehr Zeit zur Vorbereitung einräumen müsste - außerdem sollte es nicht nur bei einer Abschlussfeier bleiben, sondern es sollte die Bevölkerung gezielt schon im Laufe der Woche zu unseren Aktivitäten und Vorträgen eingeladen werden. Beim Rundgang in den Anrainergemeinden zur Bewerbung unserer Abschlussfeier wurde uns grundsätzlich jedoch Interesse entgegen gebracht. Viele kannten das Schloss Tempelhof und schienen der Schlossgemeinde sehr aufgeschlossen. Um den Weg aufs Schloss auf sich zu nehmen, reichte die Anbindung, die Motivation und Zeit der Nachbar_innen jedoch nicht aus. Sollten wir ein zweites Mal auf Schloss Tempelhof tagen, werden wir von den Erfahrungen aus diesem Jahr und den gewonnenen Ortskenntnissen profitieren und die Einbeziehung der Nachbarschaften noch gezielter und alltagsrealer angehen können. 3. Wirkungen / Projektziele Was hat sich für die Zielgruppe/n durch das Projekt verändert? Was haben sie gelernt? (z.B. neue Kenntnisse, Kompetenzen, Handlungsoptionen, Motivation für Engagement)

1) Vernetzung der Teilnehmenden, gegenseitige Inspiration und Bildung von Projektgruppen: Das Ziel, die Vernetzung unter den Teilnehmenden und die gegenseitige Inspiration zu fördern, wurde laut Teilnehmendenfeedback in vollem Maß erreicht. Die Teilnehmenden fühlten sich, wie in Punkt 7 und in der Evaluation genauer erläutert, motiviert, ermutigt und angetrieben zu Veränderungen und dem Umsetzen eigener Pläne. Auf der Weltweiterwerkstatt sind, wie erwartet, Freundschaften entstanden, die auch nach dem Seminar weiterleben. Dafür war auch der Schwerpunkt auf „Kommunikationskultur“ zuträglich: einerseits die verschiedenen Workshops in unterschiedlichen Konstellationen zu „Gewaltfreier Kommunikation“ mit Tonio Schütze und andererseits die Kommunikationskultur von Malo Vidal. Die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Kommunikationsverhalten und daran geknüpfte gesellschaftliche Strukturen haben zu einer liebevollen Atmosphäre, die von Wohlwollen, Sympathie und Offenheit getragen wurde, beigetragen. Diese lernten die Teilnehmenden als Gegenpol zur anonymen und distanzierten Alltagsgesellschaft und Beispiel für eine gelebte Alternative kennen und schätzen. 2) Kritische Reflexion gesellschaftlicher Strukturen und „mentaler Infrastrukturen“ und Impulse zur Änderung der persönlichen Lebensweise und des individuellen Konsums in Richtung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit: Vor allem die Vorträge von Malo Vidal und Roman Huber, aber auch abendliche Filmvorführungen und spontane, wie angeleitete Gesprächsrunden zur Frage „Wie wollen wir leben?“ haben den Teilnehmenden theoretischen Input und gleichzeitig viel Stoff für angeregte Diskussionen gegeben. Einerseits wurden interessante Perspektiven aus der Praxis, wie bei Ro-

-7man Huber, mit beinah endlosem Wissensdurst aufgesaugt. Andererseits konnten tiefgründige Diskussionen bis in die Nacht hinein entstehen, die durch kontroversen Input angeregt wurden, wie z.B. durch den Film „Work Hard Play Hard“ von Carmen Losmann. Neben den theoretischen Erkenntnissen und Einblicken in neue Sichtweisen auf (wachstumskritische) Projekte und Ideen, war eine große Stärke der diesjährigen Weltweiterwerkstatt die Praxisnähe und Greifbarkeit konkreter Handlungsalternativen. So zeigte nicht nur Roman Huber von Mehr Demokratie e.V., wie man erfolgreich als politischer Aktivist für seine Überzeugung einstehen kann. Auch durch gegenseitige Projektvorstellungen, wie z.B. der UmsonstLaden in Würzburg („Luftsschloss“) oder die Mitarbeit in der Permakultur-Landwirtschaft auf Schloss Tempelhof verbunden mit dem Leben in der Gemeinschaft Tempelhof zeigten uns, wie konkret und unmittelbar wir von diesen Ideen betroffen sind und sie auch umsetzen können. Das „Einfach-selber-machen“ bekam durch diese Beispiele einen sehr hohen Stellenwert und machte vielen Teilnehmenden Mut eigene Projekte zu verwirklichen und selbst aktiv zu werden (vgl. Punkt 7 und Evaluation). 3) Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Teilhabe: Im Laufe des Seminars konnten wir unter den Teilnehmenden eine veränderte Atmosphäre, Denkweise und einen bewussteren Umgang mit dem eigenen Umfeld wahrnehmen. Die Teilnehmenden konnten durch das Leben innerhalb der Gemeinschaft eine ganz neue Art von Teilhabe und Zusammenhalt kennenlernen. Gemeinschaft als ein Schatz, der so viel im Leben bedeutet und durch eine zunehmend individualisierte und auf Wachstum ausgerichtete Gesellschaft mehr und mehr gefährdet ist. Wir haben sowohl die Vorzüge, als auch die Schwierigkeiten des Lebens in einer Gemeinschaft erfahren. Einführungen in Wege der Konfliktbewältigung und Kommunikationskulturen haben unsere Selbstreflexion angestoßen und gleichzeitig die Wertschätzung solcher Gruppenprozesse, wie z.B. zeitaufwändige Konsensabstimmungen, gesteigert. 4) Schaffung von Multiplikator_innen: Der in der Evaluation beschriebene Tatendrang, die Mut, Energie und Kraft, mit der die Teilnehmenden das Seminar wieder verlassen haben zeigen, dass das Ziel mit der Seminargruppe eine Multiplikator_innengruppe zu schaffen auch dieses Jahr wieder erreicht wurde. Mit dem AK Wandern hat sich bereits eine neue aktive Projektgruppe gebildet, die mit eigenen Projekten Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen mobilisieren will, um gemeinsam die Natur zu erkunden und verschiedene Wanderreisen vorzunehmen. Dadurch wollen die Mitglieder andere Kulturen kennenlernen und eine Plattform neben der Weltweiterwerkstatt bieten, die zum Treffen und Austauschen von neuen Ideen genutzt werden kann. Weitere Gruppen, in denen die Teilnehmenden außerhalb der W³ aktiv werden, sind der AK Lebensformen und der AK Postwachstum. Außerdem wurde ein E-Mail-Verteiler belebt, der dem aktiven Austausch und der weiteren Netzwerkarbeit der Teilnehmenden dienen soll. Zudem bilden sich viele der Mitglieder von wwd e.V. auch außerhalb der Weltweiterwerkstatt zu Themen weiter, die auf der diesjährigen oder der nächsten Weltweiterwerkstatt von Interesse sind und schaffen somit einen größeren Zugang zu potenziell Interessierten und Referierenden. Sei es im erweiterten Freundeskreis oder im thematisch gebundenen Austausch sind sich die Mitglieder stets ihrer Verantwortung, aber auch ihrer Rolle als Multiplikator_innen bewusst und setzen ihre Fähigkeiten gezielt ein.

-8Nun bleibt nur gespannt darauf zu sein, was aus den vielen Ideen und Wünschen der Teilnehmenden innerhalb des nächsten Jahres entsteht. Sicherlich wird es auf der Weltweiterwerkstatt 2015 wieder viel Neues über junge Projekte und neue Initiativen, die aus den Kreisen der Seminargruppe kommen, zu berichten geben. Welche Ziele haben Sie nicht oder nur teilweise erreicht? Welche Gründe sehen Sie dafür? Trotz eines starken Zuwachses an „externen“ Seminarteilnehmenden, also nicht mit der Weltweiten Initiative e.V. assoziierten Menschen, konnten wir unser Ziel mehr Außenstehende zu erreichen nicht zur vollen Zufriedenheit erfüllen. Besonders auf unserer Abschlussfeier, zu der wir auch die umliegenden Gemeinden eingeladen hatten, konnten wir nicht die gewünschte Außenwirkung erzielen. Somit blieben unsere Erkenntnisse und Eindrücke aus der Seminarwoche den Tempelhofer_innen und deren Gästen vorbehalten. Dies könnte einerseits daran liegen, dass wir uns für die Vorbereitung und Werbung für das Fest nicht genügend Vorlauf und Zeit gegeben hatten, andererseits jedoch auch an der Abgelegenheit des Seminarortes. Im folgenden Jahr wäre daher besonders auf eine längerfristige Planung und Einladung zu achten. 4. Beschreibung und Erläuterung der Projektaktivitäten Beschreiben Sie bitte die durchgeführte/n Maßnahme/n. Mit welchen Methoden wurde gearbeitet? Waren diese geeignet, um die Ziele und Zielgruppen zu erreichen? Gab es Veränderungen gegenüber der Planung? Wie kam es dazu? Was war an der Vorbereitung der Maßnahme gut, was war schwierig? Welche Kooperationspartner waren an der Umsetzung beteiligt? Im Folgenden werden „durchgeführte Maßnahmen“ mit den einzelnen Programmpunkten unserer Seminarwoche gleichgesetzt. Bezogen auf das nachgereichte, aktualisierte Programm (Stand Anfang Juli) gab es organisatorisch bedingte Veränderungen im Ablauf. Einige Punkte konnten nicht durchgeführt werden (Filmvorführungen in Anwesenheit der Filmemachenden), dafür kamen andere hinzu (Workshops zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ mit Tonio Schütze, Vortrag von Roman Huber über TTIP, Vorstellung des Würzburger Umsonstladens „Luftschloss“). Nachdem das Organisationsteam sowie einige Teilnehmer_innen am Samstag angereist waren, konnte Sonntag ein Großteil der Teilnehmenden des Seminars begrüßt werden. Einige sollten erst im Lauf der Woche anreisen; die größte Teilnehmerzahl wurde am Mittwochmittag mit etwa 50 gleichzeitig anwesenden Personen erreicht. Der programmfreie Sonntag diente der Entschleunigung und Orientierung. Der Montag (18.8.) war dem Kennenlernen des Seminarorts Schloss Tempelhof gewidmet. Nach Frühstück, Bewegungs-Warmup und einer Begrüßung mit Ausblick auf Woche und Programm erhielten wir von Agnes Schuster eine Führung über das Gelände des Hofes. Agnes Schuster ist Gründungsmitglied und Vordenkerin von Schloss Tempelhof und Ansprechpartnerin für Interessenten, Gäste und Gastgruppen: das „Tor zum Tempelhof“, wie sie sich selbst nennt. Der ausführliche Rundgang weihte uns in die junge Geschichte des Wohnprojekts ein und brachte uns die wesentlichen Gebäude und Betriebe nahe. Nach dem Mittagessen fanden wir uns mit Agnes Schuster zu einer Infoveranstaltung ein, wo wir in die Organisationsstruktur und die Philosophie von Tempelhof eingeführt wurden. Beeindruckend war vor allem die Konsenskultur bei Entscheidungsfindungen im Plenum (siehe auch www.schlosstempelhof.de). Nach einer Pause gingen wir vom Seminarort zu uns selbst über. Es wurde reflektiert, was weltweiterdenken e.V. als Verein sein kann und soll; ob der bisherige Vereinszweck als Platt-

-9form zur Vernetzung für bereits Engagierte und Interessierte fortgeführt werden soll; ob alte Arbeitskreise (AK) durch neue, bisher nicht involvierte Interessenten verstärkt werden können. Die alten Vereinsziele wurden bestätigt: wwd e.V. soll weiterhin das alljährliche Treffen „weltweiterwerkstatt“ organisieren, eine Plattform für Austausch und Vernetzung sein, als Dach für die Regionalgruppen fungieren und im Einzelfall administrative Rückenstärkung für die Förderung und Organisation von Projekten bieten (z.B. über die Beantragung von Fördergeldern als gemeinnütziger Verein). Allerdings empfanden viele Teilnehmende diesen Programmpunkt als zu früh angesetzt, da es für viele die erste W³ und der erste Kontakt mit wwd e.V. als Verein war. Aufgrund dessen und weil viele sich noch nicht genug ausgetauscht und in die Thematik eingefühlt hatte, blieben die Teilnehmenden noch reserviert in Bezug auf die Bildung neuer Arbeitskreise und konkreten Ideen. Die Eigeninitiative und Ideenfindung nahm dann im Laufe der Woche aber noch zu. Die Diskussion wurde (im Übrigen in Übereinstimmung mit unserem Vorhaben, einen Prozess in den Teilnehmer_innen anzustoßen) auf die „Ideenwerkstatt“ am Freitag vertagt. Da es sich erst nach Fertigstellung des Programms ergeben hatte, dass kein anwesendes Vorstandsmitglied bis zur auf Samstag terminierten Mitgliederversammlung bleiben konnte, musste die Mitgliederversammlung auf Montagabend vorgezogen werden. Der Abend klang mit geselligem Beisammensein am Lagerfeuer aus. Am Dienstag (19.8.) wurden nach dem Frühstück zwei Gruppen beispielhaften bürgerschaftlichen Engagements vorgestellt. Zunächst sprach Kristina Utz (ihrerseits langjähriges Vorstandsmitglied bei wwd e.V.) über die Arbeit des AK Postwachstum, der im April ein groß angelegtes Seminar „Transition erleben“ in Berlin abgehalten hatte (www.transitionerleben.wwd-ev.de). Anschließend berichteten Uta Forstat und Jessica Bajinski von der Arbeit des Augenhöhe e.V. (http://augenhoehe-ev.de), der einen gegenseitigen Freiwilligenaustausch zwischen Deutschland, Palästina und Ost-Türkei organisiert. Den restlichen Vormittag bestritt Tonio Schütze mit einem längeren Einführungsvortrag über Gewaltfreie Kommunikation (GfK), der nach dem Mittagessen mit dem praktischen Teil fortgesetzt wurde. Im Anschluss erlebten wir Cornelia Leisch als Lachyoga-Trainerin, die einen bunten Blumenstrauß an Übungen zur Selbstüberwindung, Energetisierung und Lockerung mitgebracht hatte. Ein wenig enttäuschend war der Beitrag (in Film-Form) zur „Avatar-Technik“, einer bestimmten Bewusstseinsübung, bei der wir uns mehr Praxis gewünscht hätten. Dennoch waren die Lachübungen, auch wenn sie bei dem oder der einen oder anderen zunächst auf Skepsis stießen, eine Bereicherung für die Woche, zumal die Übungen bei Bedarf immer wiederholt werden konnten – als Running Gag sozusagen. Wiedermal zeigte sich, dass Programmpunkte, die von der Gruppe durchaus kontrovers diskutiert werden, Veränderungspotenzial aufzeigen, die eigene Kreativität und Selbstreflexion anstoßen. Am Abend erprobten wir die kostenlos zur Verfügung gestellte Turnhalle, in der wir unsere Abschlussfeier am Samstag abhalten wollten, mit einem spontanen Tanzabend. Am Mittwoch (20.8.) begann unsere aktive Mitarbeit in einigen Betrieben von Schloss Tempelhof. Wir erhielten eine Führung durch die wesentlichen landwirtschaftlichen Bereiche. Dort sahen wir Gewächshäuser mit großen Tomaten“feldern“, kleinere Setzlinge in Anzucht, Gemüsefelder und Permakultur-Hügel. Die Verantwortlichen erklärten uns die naturnahe Wirtschaftsweise und die Konsequenzen des Verzichts auf Dünger und Pestizide; so kann beispielsweise die wuchernde Distel nur durch kontinuierliches Hacken im Zaum gehalten werden. Hierfür fehlen oft die Arbeitskräfte. Ein anderes, naturnahes Verfahren ist das Besetzen ökologischer Nischen mit Pflanzen, die der Ernte nicht schädlich oder sogar nützlich sind. Die Teilnehmer_innen arbeiteten an diesem und den beiden folgenden Vormittagen sowohl bei der Zwiebel- und Bohnenernte als auch als Helferinnen und Helfer in der Großküche. Am

- 10 Ende hatten wir 1,5 Tonnen Zwiebeln geerntet, die teilweise in dutzende Bleche Zwiebelkuchen verarbeitet wurden. Unsere Helfer wurden von allen Seiten für ihre Tatkraft und ihr interessiertes Nachfragen gelobt, sodass manche in den Betrieben unsere Abreise bedauerten. Der Mittag begann mit einer längeren Pause und optionalem Lachyoga. Anschließend lud unser Hauptreferent Malo Vidal vom Netzwerk Wachstumswende (NEWW) zu einem interaktiven Vortrag zum Thema „Postwachstumsgesellschaft und Entwicklungskritik: Wie sieht eine zukunftsfähige Gesellschaft aus und was heißt gutes Leben“ ein, mit dem er in die Grundannahmen und -begriffe der Wachstumskritik einführte (PowerPoint-Präsentation im Anhang).1 Vidal berief sich vor allem auf den Vordenker der französischen Décroissance-Bewegung Serge Latouche. Der Beitrag stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmer_innen, weil er einerseits für die „Neuen“ Grundbegriffe einführte und andererseits eine beachtliche theoretische Tiefe erreichte, was denjenigen zugutekam, die bereits tiefer in den Postwachstums-Diskurs eingedrungen waren. Am Abend wurde der Dokumentationsfilm von Carmen Losmann „Work Hard Play Hard“ gezeigt (einen kurzen inhaltlichen Abriss hatten wir unseren Antragsunterlagen beigefügt), der sehr kontrovers aufgenommen wurde. Einige empfanden ihn als maßlose Übertreibung und Dramatisierung der Umstände; es wurde dagegen argumentiert, dass genau das die provokative Intention der Regisseurin gewesen sein könnte. Der Donnerstag (21.8.) begann mit vormittäglicher Mitarbeit auf Schloss Tempelhof. Nach einer gemütlichen Mittagspause mit optionalem Lachyoga empfingen wir Roman Huber, der sich am Vortag spontan mit einem Vortrag über das in Planung befindliche Freihandelsabkommen TTIP angekündigt hatte. Roman Huber ist Gründungsmitglied von Schloss Tempelhof und Geschäftsführender Bundesvorstand von „Mehr Demokratie!“. Der geplante Workshop von Malo Vidal, der an den Vortag anschließen sollte, wurde zugunsten Hubers nach hinten verlegt. Dieser unerwartete Gast war eine wahre Bereicherung, der mit seinem Vortrag viele der Themen und auch Sorgen, die die meisten Teilnehmer_innen beschäftigten, bündelte und thematisierte. Vordergründig war sein Beitrag ein flammendes Plädoyer gegen TTIP. Am Ende seiner langen Rede und Konversation mit den Anwesenden waren aber auch ganz andere Themen gestreift worden. Da ging es zum Beispiel um die Frage nach der Gestaltung unserer individuellen Biografien, die für junge Erwachsene, die im Studium oder an der Schwelle zum Berufsleben stehen, besonders interessant waren – überspitzt formuliert: Jetzt einsteigen in den Kreislauf aus Arbeitsdruck, Selbstoptimierung und Konformismus und zielgenau auf den Burnout zusteuern wie die Elterngeneration, oder jetzt umdenken und sich fragen, ob man sich wirklich der materialistisch gedachten Arbeitsmarkt- und Produktivitätslogik unterwerfen muss, die Wohlstand nur monetär begreift und nicht etwa in Kategorien wie Gestaltungsfreiheit, Spiritualität, soziales Leben. Ob es nicht Mittelwege und Alternativen gibt? Vor der Kulisse von Schloss Tempelhof, die genau eine solche alternative Lebensform darstellt, war diese Perspektive besonders reizvoll. Mit Roman Hubers Erscheinen auf unserem Seminar war die Stimmung vom Allgemein-Distanzierten hin zur persönlichen Betroffenheit jedes und jeder Einzelnen endgültig gekippt. Huber verstand es, eindrucksvoll auf die Gefahren hinzuweisen, die unsere Zukunft bedrohen. Andererseits gelang es ihm auch, einen ungebrochenen Optimismus zu vermitteln – unter Verweis auf die Gemeinschaft, in der man stark sein kann, und auf junge, engagierte Leute, die sich gesellschaftspolitische Themen zueigen machen und sich gegen und für etwas engagieren. Malo Vidals Workshop im Anschluss nahm diese Stimmung auf. In Kleingruppen wurden Fragen diskutiert. Besonders erwähnenswert ist, dass Vidal sich viel Zeit nahm, um unter der Dieser und andere Programmpunkte waren übrigens „öffentlich“, das heißt für die Gemeinschaft Schloss Tempelhof und ihre Besucher, ausgeschrieben.

1

- 11 Überschrift der „Achtsamkeit“ eine angenehme, respektvolle und dadurch produktivere Gesprächskultur zu etablieren. Hierzu gehörten einerseits das gegenseitige Ausredenlassen und das möglichst offene und vorurteilsfreie Zuhören, andererseits aber auch das Vermeiden von Dialogen zwischen zwei Personen innerhalb einer Gruppe und das Bewusstsein, dass sich einzelne in Gruppensituationen dominant, andere zurückhaltend verhalten. Es war erfreulich zu sehen, dass sich dieser Geist nicht nur auf die Gespräche innerhalb der Workshops beschränkte, sondern von vielen auch weiterhin praktiziert wurde. Der Abend gehörte dem Open Space, den wir als losen Austausch über das am Tag gehörte begriffen. Nach einem solchen Tag war das durchaus willkommen. Der Chor fand sich zusammen, um eine erste Probe für das Abschlussfest am Samstag abzuhalten. Wie jeden Abend klang der Tag in der großen Jurte aus. Der Freitag (22.8.) brachte den letzten Vormittag der Mitarbeit auf Schloss Tempelhof. Nach einer Mittagspause fanden wir uns zur so genannten „Ideenwerkstatt“ zusammen, wo der bei der Selbstverortung am Montag angestoßene Prozess wieder aufgenommen wurde. Es bildeten sich temporär kleinere „AKs“ in Form von Diskussionsgruppen, die die Themen der Woche und ihre Gedanken und Empfindungen dazu noch einmal durcharbeiteten. Es wurden folgende Diskussionsgruppen vorgeschlagen: Der „AK Erwachsenwerden/Berufsfindung“ unter Eindruck von Roman Hubers Beitrag und der allgemeinen Skepsis gegenüber den „klassischen“ Berufsbildern und Karrieren, der „AK Lebensformen/Gemeinschaft“, der sich mit der Möglichkeit auseinandersetzte, künftig in einer Lebensgemeinschaft wie Schloss Tempelhof zu leben oder gar eine solche Gemeinschaft selbst zu gründen, und drittens der „AK Postwachstum II“, der denjenigen, die sich noch nicht ausreichend mit den Grundbegriffen der Wachstumskritik-Debatte vertraut fühlten, Abhilfe verschaffen sollte. Der Abend stand zur freien Verfügung, allerdings gab es zwei (Tempelhof-weit ausgeschriebene) Angebote, die einige Zuschauer_innen anlockten. Zum einen war dies die Vorstellung des Umsonstladens „Luftschloss“ in Würzburg. Umsonstläden sind keine karitativen Einrichtungen, sondern versuchen einen Diskurs und ein Umdenken in Bezug auf den Wert von Dingen und Tauschmentalität in Richtung einer Ökonomie des Schenkens zu bewirken. Im Anschluss an den Vortrag mit Bilderstrecke eines der Hauptverantwortlichen schauten wir den dritten Teil der BBC-Dokumentation „The century of the self“ von Adam Curtis, der sich insbesondere um die populärkulturelle Entstehung und sukzessive Massenproduktion des „individuellen, authentischen Selbst“ drehte; dieses Selbst, so der Film, war zunehmend unpolitisch und nur durch den Konsum von kulturindustriellen Gütern in der Lage, sein „wahres Inneres“ auszudrücken. Der Samstag (23.8.) war dem Feedback und der Evaluation gewidmet. Die Teilnehmenden bekamen viel Zeit, sich in Kleingruppen über Lobens- wie Tadelnswertes auszutauschen und Verbesserungsvorschläge für die nächste Weltweiterwerkstatt auszuarbeiten. Außerdem wurden Vorschläge für den nächsten Seminarort diskutiert. Auch wenn wir auf Tempelhof jederzeit wieder willkommen wären und dort einen für uns optimalen Seminarort gefunden haben, möchten wir auch neuen interessanten Orte gegenüber offen bleiben, von denen es noch viele gibt. Am Nachmittag begannen die Vorbereitungen für die große Abschlussfeier am Abend, zu der wir auch in den Nachbargemeinden eingeladen hatten. Als die Feier, die mit Musik (Band und Chor) und Sketchen eingeleitet wurde, begann, hatte sich die Halle gut gefüllt. Die Feierlichkeiten dauerten bis lang in die Nacht, was dank der hervorragend schallisolierten Turnhalle problemlos ablief. Der Sonntag (24.8.) diente dem Abbau und der Abreise.

- 12 5. Gender Auf der Ebene der Beteiligten Wo und wie waren Frauen und Männer an der Bildungs- und Informationsarbeit beteiligt (Teilnehmende, Leitung, Referenten/innen…)? Der Anteil von Frauen und Männern war sowohl unter den Teilnehmenden, der Leitung als auch den Referent_innen ausgeglichen. Wir waren eine heterogene Gruppe in jeder Hinsicht. Unser Leitungsteam bestand aus 4 Frauen und 3 Männern. Als Referentin war Cornelia Leisch vertreten und als geplante Referenten Malo Vidal und Tonio Schütze. Die 55 Teilnehmenden waren gut durchmischt. Etwas mehr als die Hälfte unter ihnen waren Frauen. Dabei war der prozentuale Unterschied deutlich kleiner, als bei den Seminaren der Jahre zuvor. Es wurden keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Arbeitsaufteilung gemacht. Alle beteiligten sich gleichermaßen bei Aufgaben wie Küchendienst, Putzen oder Aufräumen. Verschiedene Beiträge der Teilnehmer_innen und die Aktionen der Bewohner_innen von Schloss Tempelhof, wie die Vorstellung des AKs Postwachstum, die Führung und den Vortrag auf Schloss Tempelhof und die Einführung in die Landwirtschaft wurde ebenfalls gut zwischen den Geschlechtern aufgeteilt. Anmerkung: Entsprechend der Fragestellung haben wir die Teilnehmenden und Referierenden gemäß der phänotypischen Erscheinung in weibliche und männliche Personen eingeteilt, ungeachtet dessen, dass sich einige selbst vielleicht gar nicht in eine oder zwei Geschlechterkategorien stecken lassen wollen und sich vielmehr als Mann*, Frau*, inter- oder transsexuell verstehen. Auf der Ebene der Inhalte Frauen und Männer können von Unter- oder Fehlentwicklung unterschiedlich betroffen sein; wie haben Sie dafür gesorgt, dass dies für die Zielgruppe/n Ihres Projektes verständlich wurde? Das Gender-Thema wurde nicht direkt als Themenblock auf dem Seminar präsentiert. Um die Inhalte genauer zu beleuchten, hätten wir eine_n weitere_n Referent_in einladen müssen, welche_r sich explizit mit diesem Thema auseinandersetzt. Stattdessen haben wir immer wieder indirekt das Thema in verschiedenen Formen angesprochen. Beispielsweise im Rahmen der Gewaltfreien Kommunikation. Hier wurde unter anderem über „weibliche“ und „männliche“ Formen der Kommunikation diskutiert. Ein weiteres Beispiel ist die Vorstellung von Schloss Tempelhof. Hier wurde uns ein Einblick in das System und Lebensform der Gemeinschaft, ihrer Schule und Philosophie gewährt. Auch hier wurde das Thema Gender angeschnitten. 6. Kosten- und Finanzierungsplan Bitte füllen Sie das bei der Antragstellung eingereichte Formular im IST-Bereich aus. Sollten sich die Ausgabepositionen nicht von selbst erklären, fügen Sie bitte eine Erklärung auf einem Beiblatt hinzu. War der Kosten- und Finanzierungsplan realistisch? Wodurch entstanden ggf. Änderungen bei den Ausgaben/Einnahmen? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Kosten- und Finanzierungsplan aufgegangen ist. Die Gesamtausgaben für die Weltweiterwerkstatt 2014 belaufen sich auf 6.739,51 Euro und liegen somit 690,49 Euro unter dem vorher kalkulierten Wert in Höhe von 7.430,00 Euro. Abweichungen zwischen den Plan- und Ist-Werten, die mehr als 20% betragen, werden im Folgenden näher erklärt: Die Kosten für den allgemeinen Seminarbedarf (z.B. Anmietung von Seminarzelten) waren um knapp die Hälfte günstiger als ursprünglich geplant. Wir konnten spontan das Küchenzelt ei-

- 13 ner Seminargruppe, die vor uns auf Schloss Tempelhof tagte, übernehmen, wofür deutlich geringere Kosten als bei einer externen Vermietung in Rechnung gestellt wurden. Von extern wurden folglich nur noch zwei statt drei Seminarzelte bzw. Jurten gemietet. Das Küchenzelt unserer Vorgängergruppe beinhaltete auch einige Bierzeltgarnituren, die wir ebenfalls nicht mehr separat anmieten mussten. Die Ausgaben für die Honorare der Referierenden und für die Lizenzgebühren der gezeigten Filmdokumentationen waren insgesamt knapp 250 Euro (rund 30%) höher als veranschlagt. Es kamen wie geplant drei externe Referierende, deren Honorare zwischen 150 und 500 Euro lagen. Das 500 Euro-Honorar konnte nicht weiter heruntergehandelt werden, was aus unserer Sicht auch gerechtfertigt war, da der Referent über zwei Tage lang Vorträge und Workshops hielt, selbständig ist und von seinen Vorträgen lebt. Gleichzeitig fielen um die Hälfte weniger Reisekosten für die Referierenden an (rund 375 Euro), so dass die Mehrkosten für die Honorare wieder ausgeglichen werden konnten. Die Reisekosten für das Orga-Team sowie Fahrtkosten vor Ort (z.B. für die Abholung der Referierenden und Transportkosten für die gemieteten Zelte) waren um gut 215 Euro (60%) teurer als geplant. Das lag vor allem an der begrenzten Infrastruktur und Mietmöglichkeiten für Seminarzelte in der nahen Umgebung. Dadurch verlängerte sich insbesondere die Transportstrecke für die Seminarzelte deutlich. Durch die oben erwähnten Einsparungen beim Seminarbedarf konnten die hier angefallenen Mehrkosten wieder ausgeglichen werden. Die eingenommenen Teilnahmegebühren lagen mit 2.495,00 Euro etwas unter den zuvor geschätzten Einnahmen in Höhe von 2.700 Euro. Kalkuliert hatten wir mit einer Teilnehmer Zahl von 45, die im Schnitt 60 Euro bezahlen. Es nahmen mit insgesamt 52 zahlenden Teilnehmenden zwar mehr Personen an der Weltweiterwerkstatt teil, von denen viele allerdings nur 3-4 Tage an Stelle der vollen 7 Tage blieben. Für diese „Tagesgäste“ haben wir eine Teilnahmegebühr in Höhe von 10,00 Euro je Nacht vereinbart. Die Plan- und Ist-Werte der jeweiligen Einzelposten können dem beiliegenden Finanzierungsplan entnommen werden. 7. Auswertung Wie wurde das Projekt/die Maßnahme ausgewertet? Gab es eine Evaluation? Was waren die Ergebnisse? Welche Rückmeldung haben Sie von der/den Zielgruppe/n bekommen? Die Evaluation der Weltweiterwerkstatt ist stets ein fester Bestandteil des Programms – die ausgewertete Evaluation der Weltweiterwerkstatt 2014 ist im Anhang beigefügt. Diese wird über die Vereinswebsite (www.wwd-ev.de) sowie dem Blog der Weltweiterwerkstatt veröffentlicht (www.w3-blog.wwd-ev.de). Die Evaluation der W³ folgte mit Hilfe von drei unterschiedlichen Methoden: Erstens wurde am Ende des Seminars, am Samstag den 23.08, eine allgemeine FeedbackRunde mit allen anwesenden Teilnehmern veranstaltet. Diese hatten die Möglichkeit die W³ anhand eines Kreuzes bei 13 unterschiedlichen Plakaten mit zweidimensionalen Graphen zu bewerten. Die ersten zehn Plakate evaluieren zehn verschiedene Programmpunkte: o o o o

Ankommen & Kennenlernen: Sonntag- und Montagmorgen Führung über Schloss Tempelhof mit Agnes Schuster: Montagmorgen und -nachmittag Wwd e.V. + Ich: Montagnachmittag Abendgestaltung und Open Space: jeweils Dienstag-, Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagabend, sowie Samstagmorgen

- 14 o Gewaltfreie Kommunikation mit Tonio Schütz: Dienstag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag o Lachyoga mit Cornelia Leisch: Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagnachmittag o Führung in der Landwirtschaft: Mittwochmorgen o Mitarbeit auf Schloss Tempelhof: Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagmorgen o Postwachstumsgesellschaft mit Malo Vidal: Mittwoch- und Donnerstagnachmittag o Ideenwerkstatt und Markt der Fähigkeiten: Dienstagmorgen und Freitagnachmittag Das elfte Plakat evaluiert die (von den Teilnehmern selbst zubereitete) Verpflegung, das zwölfte Plakat fragt nach der Stimmung und dem Wohlbefinden der Teilnehmer und mit Hilfe des dreizehnten Plakates wird der Ort Schloss Tempelhof evaluiert. Auf jedem einzelnen Plakat ist im oberen Bereich ein Graph mit zwei Achsen aufgemalt. Eine Achse evaluiert beispielsweise die Wichtigkeit des Themas (über was wurde referiert?), die andere Achse die Umsetzung des Programmpunktes (wie wurde das Thema vermittelt?). Bei jedem Graph ist der Ursprung die schlechteste Bewertungsmöglichkeit, was der Zahl 1 entspricht und das Ende der Achse die beste Bewertungsmöglichkeit, was der Zahl 10 entspricht. Jeder Teilnehmer konnte ein Kreuz in diesem Graph platzieren (siehe auch untenstehendes Foto). Außerdem hatten die Teilnehmer auf jedem Plakat die Möglichkeit unter dem Punkt "Kommentare" weitere Ergänzungen, wie Lob, Kritik, oder Wünsche, niederzuschreiben.

Dieser erste Teil der Evaluation sollte den Zündfunken für eine persönliche Reflektion der Teilnehmenden über die Seminarwoche legen. Sie hatten die Möglichkeit für sich selbst die verschiedenen Aktivitäten und das ganze Seminar an sich geistig Revue passieren zu lassen und daraus Folgerungen und Konsequenzen für sich, die Gruppe und dem wwd e.V. zu ziehen. Beim zweiten Teil der Evaluation, sammelten und diskutierten die Teilnehmer in Kleingruppen konstruktive Kritik und arbeiteten Ideen sowie Verbesserungsvorschläge für die nächste Weltweiterwerkstatt aus. Anschließend kamen die verschiedenen Kleingruppen wieder im großen Plenum zusammen, um über das Besprochenen zu diskutieren. Hierbei wurden unter anderen folgenden drei Themengebiete diskutiert: o o o

Wurden meine Erwartungen erfüllt? Was nehme ich mit? Ideen für 2015

Die Ideen dieser Plenumsdiskussion wurden auf Karten zusammengefasst und auf einem DIN A0 Poster gesammelt und anschließend digitalisiert (siehe Evaluation im Anhang). Drittens fand eine Evaluation der W³ durch Feedback-Karten statt. Dies war vor allem für Teilnehmer der W³ gedacht, die bereits vor der allgemeinen Feedback-Runde am 23.08 abgereist sind. In der Tabelle auf der folgenden Seite sind die Auswertungen der 13 Plakate aufgelistet. Die Bewertung ist jeweils von einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) unterteilt.

- 15 Das Hauptthema der Weltweiterwerkstatt 2014, die Postwachstumsgesellschaft, wurde durch Malo Vidal mit einem Vortrag und einem Workshop vertreten. Dieser Vortrag kam durchwegs sehr gut bei den Teilnehmenden an und war der beliebteste Programmpunkt. Die Umsetzung und das Thema wurden jeweils mit 10 Punkten bewertet. Auch die Wahl des Ortes Schloss Tempelhof hat sich als große Bereicherung für das Programm herausgestellt. Vorallem die Führung über die Anlage und die Ausführungen hierzu von Agnes Schuster waren sehr beliebt bei den Teilnehmern, was sich mit jeweils 9 Punkten bei der Umsetzung und Thema wiederspiegelt. Auch die Führung (Umsetzung 9 und Thema 10 Punkte) und Mitarbeit in der Landwirtschaft (Umsetzung und Thema jeweils 9 Punkte) waren sehr beliebt. Nur bei der Umsetzung wären noch leichte Verbesserungen möglich. Der polarisierenste Programmpunkt war der Workshop zum Lachyoga mit Cornelia Leisch. Das Thema und die Umsetzung wurden jeweils mit den Punkten von 10 bis 4 bewertet. Der Mittelwert für Umsetzung und Thema ist mit 8 Punkten trotzdem sehr hoch. Die schlechteste Umsetzung mit 4 Punkten wurde dem Workshop zur Gewaltfreien Kommunikation (GFK) mit Tonio Schütze attestiert. Nichts desto trotz fanden die Teilnehmer die GFK als ein sehr wichtiges Thema (8 Punkte). Die vom wwd e.V. angebotenen Programmpunkte halten die Teilnehmer für wichtig, zum Beispiel die Themen "Ankommen & Kennenlernen", "wwd e.V. + Ich", "Abendgestaltung und Open Space" und "Ideenwerkstatt und Markt der Fähigkeiten" mit jeweils 9, 7, 8 und 9 Punkten. Allerdings ist die Umsetzung der ersten beiden genannten Themen nur mittelmäßig gelungen, was sich in der Bewertung von 5 Punkten wiederspiegelt. Die beiden letzten erhielten mit 8 und 9 Punkten eine bessere Punktezahl bei der Umsetzung. Die Mehrheit der Teilnehmer fühlte sich sehr gut (9 Punkte), was unter anderem durch das Programm gefördert (8 Punkte) wurde, wahrscheinlich aber auch durch das Wiedersehen von alten Bekannten, das gute Essen (9 und 10 Punkte) und die inspirierende Örtlichkeit Schloss Tempelhof. Der Input und die Anregungen von der Lokalität wurden mit 10 Punkten als sehr gut bewertet, wobei es bei der Logistik- und Seminartauglichkeit Abzüge gab (7 Punkte).

Dazu gibt es noch zahlreihe Kommentare der einzelne Teilnehmer, welche alle in der ausgewertete Evaluation im Anhang zu finden sind. Die Kommentare und die Bewertung der diesjährigen W³ wurden bei einem Nachtreffen in Köln vom 17.09 bis 19.09.2014 analysiert und erörtert. Die Ergebnisse fließen aktuell in die Planung der nächstjährigen W³ ein.

- 16 8. Abschließende Bewertung Wie schätzen Sie das Projekt insgesamt ein? Die diesjährige Weltweiterwerkstatt hat erneut auf eindrückliche Weise bestätigt, welche Energien und Synergien dieses Treffen freisetzt. Es ist für viele der Teilnehmenden bereits zu einem festen Termin im Jahresablauf geworden und wird von ihnen seit der Gründung des wwd e.V. frequentiert. Mit 55 Einträgen auf der Teilnehmerliste (inklusive der drei Referierenden, die mind. zwei Tage anwesend waren) konnten wir dieses Jahr den bisher größten Zulauf verbuchen. Im Hinblick auf die Zusammensetzung dieser Menschen ist nicht nur erfreulich, dass einige von ihnen immer wieder kommen und ihre über die Jahre anwachsende Lebenserfahrung und berufliche Expertise bereichernd einbringen, sondern dass auch ein konstanter Zustrom immer neuer Menschen zu beobachten ist, die entweder erstmalig „angeworben“ und eingeladen wurden oder die bereits seit Jahren vorhaben an der Weltweiterwerkstatt teilzunehmen. Die ansteigende herkunftsmäßige Durchmischung, die wir sehr begrüßen, wurde in diesem Jahr durch unseren Gastgeber, die Gemeinschaft Schloss Tempelhof, noch erheblich gesteigert und bereichert. Zwar war kein Bewohner von Tempelhof Seminarteilnehmer oder Seminarteilnehmerin im engeren Sinne, allerdings entstanden im Lauf der Woche – wie in unserer Programmkonzipierung auch vorgesehen – einige Kontakte und Bekanntschaften mit den Tempelhofern und anderen Tempelhof-Gästen, die beidseitig inspirierend waren und sind. Besonders beim Abschlussfest wurde deutlich, mit welcher Sympathie und welchem Wohlwollen sich die Gruppen gegenseitig begegneten. In ausgelassener Stimmung und stiller lächelnder Übereinkunft tanzten Menschen unterschiedlichster Herkunft und aus allen Generationen neben- und miteinander, die Großmutter neben dem Grundschulkind, die Seminarteilnehmerin mit ihrer zweijährigen Tochter auf den Schultern, Referent_innen und Seminarteilnehmer_innen. Wir haben im Laufe des Seminars einen Eindruck erhalten, den wir natürlich nicht empirisch belegen können. Er besagt jedoch, dass das Gefühl für die Dringlichkeit und ganz reale Relevanz der behandelten Themen, die im Laufe der Jahre auf unseren Seminaren immer wiederkehren (Wachstums- und Konsumkritik, Globale Gerechtigkeit, Nord-Süd-Gefälle), sich mehr und mehr bei den Teilnehmenden durchsetzt, und dass auch die „Neulinge“, die zum ersten Mal in diesem Rahmen davon hören, mitgerissen werden. In diesem Jahr brach das besonders bei dem aufrüttelnden und engagierten Beitrag von Roman Huber das geplante Freihandelsabkommen TTIP durch. Am Ende des Tages war eine deutlich gestiegene Spannung und Erregung der Teilnehmenden spürbar. Aber auch die sanfte und zugleich eindringliche persönliche Präsenz von Malo Vidal, der einige Tage bei uns weilte, trug ihren Teil dazu bei, bei einigen Teilnehmenden innere Türen aufzustoßen. Zusammengefasst könnte man dieses neue, dringliche Gefühl mit folgendem Satz beschreiben: Ja, unsere Zukunft ist höchst gefährdet aber eine andere Welt ist möglich. Der oft so entmutigende Eindruck, es gebe keine Alternative zum Status quo und zum als übermächtig empfundenen dominanten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist ein Trugschluss. Die Alternativen sind nur deshalb nicht zu sehen, weil es an uns ist, sie überhaupt erst zu (er)finden. Das erfordert Mut und Kraft, ist aber möglich, und es kann sogar große Freude machen und das so häufig vermisste Sinngefühl erzeugen, alle Kreativität in die Suche nach diesen Alternativen zu investieren. Diese ermutigende Botschaft haben die Teilnehmenden mitgenommen. Damit wurde in unseren Augen eine neue Qualität der persönlichen Betroffenheit der Einzelnen erreicht, die so noch auf keiner Weltweiterwerkstatt vorhanden war.

- 17 Welche Konsequenzen, Ideen, Anregungen gibt es für die Weiterarbeit? Was hat sich bewährt und was würden Sie beim nächsten Projekt/bei den nächsten Maßnahmen anders machen? Ein Ergebnis des Feedbacks der W³ 2014 (siehe Kapitel 7.) war unter anderem, dass sich die Teilnehmenden einen stärkeren Fokus auf Gruppendynamik während des Seminars wünschen, z.B. durch mehr Raum zum gegenseitigen Kennenlernen. Dies soll an den ersten Tagen des nächstjährigen Seminars durch Teambuilding-Maßnahmen, der Verortung auf dem Gelände, sowie dem Geländespiel erreicht werden. Ein weiterer Punkt der Evaluation der W³ 2014 war der Wunsch nach mehr Workshops und Vorträgen aus den Reihen der Teilnehmenden selbst, welche ihre Interessens- und Spezialgebiete präsentieren können. Hierzu wird es bei der W³ 2015 drei der bewährten Open Space Slots am Abend geben. Am zweiten Tag soll der komplette Nachmittag mit Open University und Open Space genutzt werden. Der Open Space soll eine Plattform des direkten Austausches und der Vernetzung darstellen. Die Open University hingegen soll den Wissenstransfer von einzelnen Teilnehmer_innen zu den anderen fördern – z.B. durch Workshops. 9. Vorschläge und Wünsche an Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst Wie war die Zusammenarbeit mit Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst? Welche Förderkriterien haben Sie als hilfreich empfunden? Welche Änderungsvorschläge haben Sie? Haben Sie andere Wünsche in Bezug auf Beratung und Begleitung? An dieser Stelle möchten wir uns für die stets freundliche Hilfsbereitschaft der zuständigen Mitarbeiter_Innen bedanken, die wir bei aufkommenden Fragen während des Antrags- und Abschlussprozesses kontaktiert haben. E-Mails wurden schnell, freundlich und kompetent beantwortet und auch die telefonische Erreichbarkeit war sehr gut. Allgemein würden wir uns über weitere Kooperationen sehr freuen. Zu diesem Zweck wären wir auch für eine inhaltliche sowie organisatorische Rückmeldung Ihrerseits dankbar. Im Sinne eines weitergehenden Austauschs nehmen wir gerne Vorschläge für geeignete Themen und Methoden, die bei einem unserer nächsten Seminare behandelt bzw. angewendet werden können, entgegen wie auch Anregungen und Verbesserungsideen für unser Vorgehen, Organisation, Strukturen, etc. Lassen sie uns wissen, inwiefern Möglichkeiten zu einer Intensivierung des Austausches bestehen. 10. Weitere Anmerkungen: Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn „Brot für die Welt – eed“ die Weltweiterwerkstatt im Jahr 2015 wieder fördern könnte. Diesen Bericht und das ausgefüllte Formular des Kosten- und Finanzierungsplans schicken Sie bitte elektronisch als Word- bzw. Excel-Datei an [email protected] und postalisch an Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.

________________

_________________________________________

Datum

Unterschrift

Kosten - und Finanzierungsplan Projektnummer: Antragsart: Programmkosten LESEN SIE BITTE DIE ANLEITUNG !!!

Bitte füllen Sie NUR die hellblau markierten Zellen aus. Kostenplan Programmkosten 000110 Übernachtungskosten (inkl. Toilettenwagen, Wasser und Strom) 000120 Miete Seminarbedarf (Arbeits-, Küchenzelte, Tische, Bänke) 000130 Verpflegung 000140 Verbrauchsmaterial (Bastelmaterial, Hygieneartikel, etc.) 000150 Reisekosten Referierende (3x 250,00 €) 000160 Honorare Referierende bzw. Lizenzgebühren Filmdokumentation 000170 Reisekosten Orga-Team (6x 60,00 €) (inkl. Transportkosten vor Ort 000180 000100 Programmkosten gesamt:

Soll €

Soll %-Anteil

Finanzierungsplan 000001 bfdw-eed Fördersumme:

Ist %-Anteil

2,670.00

35.94%

2,382.00

35.34%

800.00

10.77%

414.00

6.14%

1,850.00

24.90%

1,774.77

26.33%

200.00

2.69%

168.51

2.50%

750.00

10.09%

372.30

5.52%

800.00

10.77%

1,049.10

15.57%

360.00

4.85%

578.83

8.59%

7,430.00

100.00%

6,739.51

100.00%

0.00%

0.00%

000200 Sonstiges: Gesamtausgaben:

Ist €

0.00% 7,430.00

6,739.51

gepl. Einn. € %-Anteil € 3,960.00

0.00%

53.59%

Ist Einn. €

100.00%

Ist % Anteil

3,960.00

58.76%

Kofinanzierung 0.00% 0.00% 0.00%

... 000002 Kofinanzierung gesamt:

0.00% 0.00% 0.00%

0.00

0.00%

0.00

0.00%

2,700.00

36.54%

2,495.00

37.02%

Einnahmen aus Projektaktivitäten Teilnahmegebühr (45 Teilnehmende à ca. 60,00 EUR) ... ... 000003 Einnahmen Projektakt. gesamt:

0.00%

0.00%

0.00% 0.00%

0.00% 0.00%

2,700.00

36.54%

2,495.00

37.02%

730.00

9.88%

284.51

4.22%

Eigenmittel Bare Eigenmittel Ehrenamtliche Arbeit (valorisiert werden können max. 15% der tatsächl. Kosten: 1 Arbeitsst. = € 15,00) Unbare Eigenmittel (Unterkunft, Verpflegung: bis zu € 25,00 pro Tag/Person)

0.00%

0.00%

0.00%

0.00%

000004 Eigenmittel gesamt:

730.00

9.88%

284.51

4.22%

Gesamteinnahmen:

7,390.00

100.00%

6,739.51

100.00%

Gesamteinnahmen ./. Gesamtausgaben Überschuss/Verlust Abrechnungsdatum:

6739.51 6739.51 0.00 v2:06062006

weltweiterwerkstatt 2014 - Programm 17.-24. August 2014, Schloss Tempelhof, Kreßberg Di, 19.8.

Mi, 20.8.

Do, 21.8.

Fr, 22.8.

Sa, 23.8.

So, 24.8.

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Frühstück

Anreise (Teiln.)

Mittagessen Mittagessen

Anreise (Team) und Aufbau

ca. 13:30

Vorstellung des AK Postwachstum und 9.30-10.30 Führung Augenhöhe e.V. Landwirtschaftsbereich Markt der Fähigkeiten und Kenntnisse: anschließend Mitarbeit Finden von 11-13 Agnes Schuster: auf Schloss Tempelhof Interessengruppen, Führung übers Gelände evtl. Bildung neuer AK 9.30-11 Begrüßung und Wochenausblick

„Infocafé“ Geschichte, Philosophie und Ziele von Schloss Tempelhof

Verortung und Reflexion: Was kann ich/will ich? Was soll wwd sein?

ca. 19.00 AbendessenAbendessen Abendessen

Mitgliederversammlung von Lagerfeuer Weltweiterdenken e.V.

Mittagessen Workshops Cornelia Leisch: „Lachend das Leben meistern“ Lachyoga+AvatarTechnik Tonio Schütze: Einfühlsame Kommunikation (GfK) mit Tonio

Abendessen

Mittagessen

Als Warmup Lachyoga Vortrag Malo Vidal: Postwachstumsgesellschaft Workshop Tonio Schütze: GfK II

Abendessen

Mitarbeit auf Schloss Tempelhof

Mittagessen Als Warmup Lachyoga Vortrag Roman Huber: TTIP Workshop Malo Vidal: Kernelemente des Dialogs

Abendessen

Film Carmen Losmann: Work Hard Play Hard

Mittagessen Vorstellung des AK Lebensformen Ideenwerkstatt Ergebnisse: Was kann ich/will ich? Was soll wwd sein? Gründung neuer oder Erweiterung alter AK

Open Space

Feedback

Mittagessen

Vorbereitungen Abschlussfeier

Workshop Tonio Schütze: GfK III

Abendessen Vortrag Peter Ostenrieder: Luftschloß e.V.

Open Space Open Space

Mitarbeit auf Schloss Tempelhof

Open Space Film Adam Curtis: The Century of the self (Teil 3)

Abbau und Abreise

Mo, 18.8.

Anreise (Teiln.)

ca. 8.30

So, 17.8.

Abendessen

Große Abschlussfeier mit Bewohnern von Schloss Tempelhof

Abbau und Abreise

Sa, 16.8.