AP 131 Studienreise nach Usedom

AP 131 Studienreise nach Usedom

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began evangelizing the Standing Rock Reservation. (Hunkpapa). 1877-1878. Benedictines established and staffed an Indian

Unsere Studienfahrt nach Usedom Am Montag, den 20. April 2015 ging es nach langer Zeit endlich los nach Usedom. Die Klasse war voller Vorfreude und sehr aufgeregt, wir hatten eine witzige und unterhaltsame Busfahrt. Angekommen in der Jugendherberge „Strandgut“ in Trassenheide auf Usedom, mussten wir zunächst einmal unsere Unterkunft begutachten. Von den ersten Eindrücken waren die meisten ziemlich zufrieden; es ging jetzt an das Koffer auspacken und einleben. Viele hatten großen Hunger und konnten das erste Abendessen kaum erwarten. Das Essen hat der Klasse insgesamt sehr gut geschmeckt. Jeden Tag nach dem Frühstück haben wir eine gemeinsame Unternehmung gemacht. Mit einem Stadtführer sind wir auf den Spuren des 2. Weltkriegs von Ahlbeck über die polnische Grenze nach Swinemünde gelaufen, haben an einem Projekttag im Technischen Museum in Peenemünde, der ehemaligen Heeresversuchsanstalt der Deutschen Wehrmacht im Nationalsozialismus, teilgenommen und haben eine Fahrradtour nach Wolgast und Zinnowitz unternommen. Nach den gemeinsamen Unternehmungen hatten wir auch Freizeit, sodass wir uns häufig abends am Strand getroffen und den Sonnuntergang genossen haben.

Ausflug nach Swinemünde Am Dienstag sind wir gemeinsam mit der Usedomer Bäderbahn nach Swinemünde (Polen) gefahren.

Unser Stadtführer Herr Abraham holte uns an der Station Ahlbeck Grenze ab und wir gingen entlang der deutsch-polnischen Grenze durch den Wald.

Dort waren noch die Spuren des ehemaligen Wehrmachtsstützpunktes zu erkennen – nicht beseitigte Trümmer eingestürzter Gebäude und Bombenkrater. Weiter ging es an der alten Grenztrasse Richtung Ostsee zur Europapromenade. Laut Herrn Abrahams Aussagen wurde die Grenze zwischen Polen und Deutschland noch bis 2007 (Schengen-Abkommen) vom Grenzschutz bewacht. Heute ist die Grenze unbewacht und man kann an jeder Stelle von

Deutschland nach Polen laufen und umgekehrt. Dennoch wird auch heute noch ein Grenzstreifen von Sträuchern und Bäumen frei gehalten – zur Sicherheit …für den Fall, dass Verteidigung und Bewachung eines Tages wieder notwendig sein sollte.

Über die Europapromenade gelangten wir nach Swinemünde und kamen vorbei an dem ehemaligen jüdischen Friedhof und dem früheren Standort der Synagoge. Sie wurde in der Reichskristallnacht von den Nationalsozialisten angezündet und brannte nieder, während die Feuerwehr ausschließlich damit beschäftigt war, die benachbarten Häuser vor dem Feuer zu schützen. Für einen Besucher ohne kundigen Stadtführer gibt es in Swinemünde keinerlei Hinweise mehr auf ehemaliges jüdisches Leben – weder auf die Synagoge oder den ehemaligen jüdischen Friedhof noch auf die Verfolgten.

Weiter ging es Richtung Altstadt. Auf dem Marktplatz verabschiedeten wir uns von Herrn Abraham. Wir tauschten Geld, teilten uns auf und gingen in Grüppchen weiter. Man konnte die polnische Küche für wenig Geld genießen. Anschließend wurde auf dem Grenzmarkt für zu Hause eingekauft: Taschen, Souvenirs, Zigaretten, Geschenke für die Familie. Man muss schon sagen, dass die Verkäufer teilweise ziemlich unhöflich waren; trotzdem konnte dieser Umstand uns von den großen Einkäufen nicht aufhalten. Zum Schluss trafen wir uns am Bahnhof Swinemünde und fuhren voller Begeisterung nach Hause. Obwohl wir eine schöne Zeit in Swinemünde hatten, müssen wir nicht noch einmal dahin fahren.

Projekttag in Peenemünde Am Mittwoch fuhren wir gegen 9.00 Uhr mit der Usedomer Bäderbahn nach Peenemünde. Dort befand sich im Dritten Reich die Heeresversuchsanstalt. Heute ist das gesamte Gelände Museum. Wir haben das Technische Museum besucht und viel über die Umstände der Raketenentwicklung im 2. Weltkrieg erfahren. Es begann mit einem kleinen Vortrag über Peenemünde, das damals noch ein kleines Fischerdorf war, das kleinste Dorf Usedoms. 1936 wurde es zum Sperrgebiet und musste Forschungsprojekten für die Waffenentwicklung weichen. Unter der Leitung von Wernher v. Braun. arbeiteten bis zu 15.000 Menschen in Peenemünde, darunter eine hohe Zahl an Zwangsarbeitern aus Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagern, die unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten mussten.

Bekannt wurde Peenemünde durch die Entwicklung der V2 Rakete – „Vergeltungswaffe 2“ wie sie zynischerweise genannt wurde. Sie war die erste voll funktionsfähige Großrakete und wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in großer Zahl eingesetzt. Bei der Massenproduktion der V2-Rakete und beim Beschuss belgischer, englischer und französischer Städte starben tausende Menschen.

Wernher v. Brauns eigentlicher Traum war die Raumfahrt. Um dieses zu verwirklichen, brauchte er die finanzielle Unterstützung des NS-Regimes, die sich davon militärische Überlegenheit erhofften. Die Briten waren bereits im September 1939 auf die neuartige Angriffswaffe aufmerksam geworden. Aber erst im August 1943 wurde die Heeresversuchsanstalt durch Angriffe der Alliierten zu großen Teilen zerstört. Als Hauptziel galt die Tötung aller Wissenschaftler, um weitere Produktionen von neuartigen Waffen zu verhindern. Die Raketenproduktion wurde nach Nordhausen im Harz in unterirdische Stollen verlegt. Nach dem Krieg 1945 wurden diese Stollen größtenteils zerstört. Amerikaner hatten zuvor die Raketen gefunden und machten Wernher v. Braun und anderen Wissenschaftlern das Angebot in Amerika für die NASA zu forschen und zu arbeiten, was diese gerne annahmen. Für die Verbrechen, die an den Zwangsarbeitern in der NS-Zeit verübt wurden, wurde Wernher von Braun nie belangt. Nach dem kurzen Vortrag wurden wir in Gruppen aufgeteilt um verschiedene Themen, wie z.B. Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, Wissenschaftsverantwortung und Raketenforschung selbständig im Museum zu erarbeiten. Das Besondere an diesem Museum war, dass man in die noch vorhandenen Denkmäler hineinschauen konnte, wie z.B. das riesige Kraftwerk, die Reichsbahn und die Nachbildungen der V1 und V2.

Auch befand sich im Museumsgebäude ein kleines Kino wo ein Kurzfilm über die Geschichte von Peenemünde gezeigt wurde, in dem Zeitzeugen von damals zu Wort kamen. Viele Schüler kannten die Geschichte von Peenemünde nicht, insbesondere die Forschung der neuartigen Waffen im 2. Weltkrieg. Der Besuch in Peenemünde ist empfehlenswert.

Radtour nach Wolgast und Zinnowitz Die Radtour am Donnerstag begann nach dem Frühstück um 10:00 Uhr von der Jugendherberge. Die Strecke verlief weitgehend über die Landstraße, wobei wir wenige Dörfer durchquerten. Nach etwa 8 km erreichten wir Wolgast. Die kleine Hafenstadt Wolgast zeigte sich sauber und ansehnlich, aber leider auch fremdenfeindlich (Anm.: in der darauffolgenden Schulwoche haben wir diesbezüglich einen Beschwerdebrief an den Bürgermeister von Wolgast geschrieben). Bei der Ankunft und beim Verlassen von Wolgast, fuhren wir über eine schöne, blaue Brücke mit Aussichtsplattformen, auf denen man einen guten Rundumblick auf die Umgebung hatte.

Der Weg von Wolgast nach Zinnowitz verlief dann über eine Strecke von 13 Kilometern und führte durch ein Naturschutzgebiet um einen großen See herum. Der als Radwanderweg deklarierte Weg war sehr schwer zu befahren, da ein Großteil aus Betonplatten mit eingelassenen Aussparungen bestand, durch die man unweigerlich fahren musste. Dadurch kam das Rad und man selbst in Vibration, was sich sehr negativ auf das Fahrverhalten, die Gelenke und das Gesäß auswirkten – nicht wirklich empfehlenswert. Die Landschaft und die saubere Luft waren aber die Mühe wert. In Zinnowitz angekommen, wurden wir mit einem Eis belohnt. Zinnowitz ist ein entzückender, kleiner Urlaubsort, direkt an der Ostsee, mit vielen kleinen Cafés und Souvenirläden. Von Zinnowitz ging es 2 Kilometer durch einen angrenzenden Wald, der parallel zum Meer verlief, zurück nach Trassenheide und damit zur Jugendherberge. Der Ausflug war auf jeden Fall empfehlenswert, mit Ausnahme der Fremdenfeindlichkeit in Wolgast und den gewöhnungsbedürftigen Radwanderwegen.

Fazit Im Allgemeinen war die Klasse mit der Studienreise sehr zufrieden. Vier Tage gingen schnell um; und der Spaß kam auch nicht zu kurz. Wir verließen mit einem lachenden sowie mit einen weinenden Auge die Insel. Einerseits freuten wir uns aufs eigene Bett und auf das eigene Zimmer – im Strandgut waren wir in SechsBett-Zimmer untergebracht - sowie auf ein eigenes Badezimmer.

Andererseits hatten wir als Klasse sehr viel Spaß und hätten noch ein paar Tage mehr bleiben können. Unsere Klasse wuchs zusammen; die Reise tat der Klassengemeinschaft richtig gut. Autorengemeinschaft AP 131