Besuch in Niederschlesien - Der Riesengebirgsverein

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Anlage 1 - Sommer 2012

Besuch in Niederschlesien

Reisebericht von Klaus und Helga Dietrich, Nürnberg Im Frühjahr 2011 erreichte uns eine Einladung zur Goldenen Hochzeit unserer Cousine in Görlitz. Wir freuten uns sehr darüber, denn bestimmt könnten wir einen Besuch unserer schlesischen Heimat verbinden. Als ob die „Sächsische Zeitung“ es geahnt hätte finden wir einen Artikel, der sich mit dem Tourismus in Schlesien befasste. Es wurde darin bedauert, dass die „Heimwehtouristen“ ausbleiben würden. Es müsse versucht werden, neue Touristengruppen zu interessieren. Die jungen polnischen Touristen hätten nur bedingt Interesse am Baudenzauber und Abenden am Kaminfeuer. Sie würden eher nach der Türkei oder anderen „orientalischen Ländern“ fahren. Im Riesengebirge sollen deswegen schon 100 Pensionen geschlossen worden sein In diesem Bericht kam auch Frau v. Küster zu Wort, die Schlossherrin von „Schloss Lomnitz“. Sie versucht mit dem „Verein zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur e. V“ den neuen Ansatz zu fördern. Wir hatten bereits einen Beitrag des Bayerischen Rundfunks gesehen, in welchem über den Anfang des Wiederaufbaues des „Schloss Lomnitz“ berichtet wurde, mit allen „Freuden und Leiden“. Unsere Verwandten wussten außer-dem eine ganze Menge über den Fort-schritt des Wiederaufbaus zu berichten. Das machte uns neugierig. Als wir uns wünschen konnten, wohin Besuch in Niederschlesien führen sollte, suchten wir uns „Schloss Lomnitz“ aus. So fuhren wir am 28. Juli los. Es ist noch immer ein ganz eigenartiges Gefühl ohne Kontrollen und stundenlange Wartezeiten die Grenze passieren zu können. Aber so sollte es ja sein! Man merkt, dass man einander näher gekommen ist und sich nicht mehr von dem Anderen fürchtet. So erreichten wir rasch Lomnitz. Aus der Ferne grüßte die Schneekoppe, wie nicht anders zu erwarten „mit einer Haube“ auf dem Kopf. Wir stellten unser Auto vor dem „Witwenhaus“ des Schlosses Lomnitz ab und gingen durch den Schlosspark zum Schloss.

Schloss Lomnitz,

Foto: K.Dietrich

Freundlich wurden wir empfangen und in einen kleinen Kinisaal geleitet. Wir sahen einen sehr schönen Film über „Schloss Lomnitz“, dessen Zu-stand bei Übernahme durch die Familie von Küster und den steten Fortschritt des Wiederaufbaus zeigte. Es wurde deutlich, dass die Familie es alleine nicht hätte schaffen können alles so aufzubauen, wie es heute schon zu sehen ist. Ihr gelang es Geldquellen zu erschließen, die beim Aufbau sehr hilfreich waren. Es bleibt zu wünschen, dass auch weiterhin sich Freunde und Förderer finden. Im 1.Stock des Schlosses, dessen Räume noch nicht endgültig fertiggestellt sind, befindet sich z. Zt. eine sehr schöne Ausstellung über die „Schlösser im Hirschberger Tal“. Sehr interessant und aufschlussreich. Mir war nicht mehr in Erinnerung, dass es dort so viele Schlösser gibt. Im Erdgeschoß fanden wir noch eine Ausstellung von „Waldenburger Porzellan“. Da Waldenburg meine Heimatstadt ist, freute mich das besonders. Leider fanden wir zum Mittagessen im Wirtshaus keinen Platz und mussten in den „Gutshof“ ausweichen. „Bekocht“ wird das Selbstbedienungsrestaurant von der Küche des Witwenhauses. Das Essen war gut und schmackhaft. Nach der Mittagspause machten wir noch rasch einen Abstecher zum „Schloss Schildau“ welches nur wenige hundert Meter neben Schloss Lomnitz steht. Auch dieses ist wieder restauriert worden und steht in alter Pracht da. Es wurde ein Fortbildungszentrum mit modernster Einrichtung. Schwimmbad und großem Wellnesbereich. Hoffentlich finden sich genügend Interessenten, damit das Schloss auch immer ausgelastet ist. Unser Cousin fuhr dann mit uns in den Miniaturen-Park Schmiedeberg. In ihm

132. Jahrgang sollen einmal alle wichtigen Baudenkmäler Niederschlesiens in Miniatur versammelt sein. Unser Parkführer, der über ein ausgezeichnetes Wissen über jedes der Denkmäler verfügte und sehr gut deutsch sprach, geleitete uns von Miniatur zu Miniatur. In kürzester Zeit „bestiegen“ wir die Schneekoppe drei mal. Eine tolle Leistung! Ich bat meine Frau von Schloss Fürstenstein eine Fotografie zu machen, weil es einmalig schön war. Als wir die Bilder zu Hause uns ansahen meinte sie: „Sag mal in welchem Schloss waren wir denn hier ?“ So naturgetreu ist die Miniatur. Sollte jemand nach Schmiedeberg kommen, ist die Besichtigung des Miniaturenparks zu empfehlen. Unsere Fahrt ging weiter über Landstraßen, die teilweise in einem sehr schlechten Zustand waren, über Löwenberg in Richtung Bunzlau. Mein Cousin sagte mir, dass viele Gemeinden so arm sind, dass sie kein Geld für den Straßenunterhalt haben. Daher der schlechte Zustand der Gemeindestraßen. In den Dörfern würden auch immer mehr nur alte Menschen leben, die Jugend zieht es in die großen Städte und Metropolregionen. Diese Entwicklung wird in Polen mit großen Sorge betrachtet. Als wir in Bunzlau ankamen erlebten wir eine große Überraschung, die Manufaktur war bereits geschlossen. Der Geschäftsschluss war bereits um 17Uhr. So konnten wir leider nur die Schaufenster betrachten. Wir sahen Geschirr im traditionellen „Pfauenaugen-Muster“, aber auch sehr moderne, schöne Stücke. Wäre das Geschäft nicht geschlossen gewesen, wäre bestimmt ein Frühstücksgeschirr gekauft worden. So leider, Pech gehabt! Wir setzten unsere Reise nun Richtung Görlitz fort und erlebten noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Erfüllt von dem Erlebten und Gesehenen kehrten wir nach Görlitz zurück und dankten unseren Verwandten, die diese schöne Fahrt uns ermöglichten. Wir wünschen uns, dass die nachbarschaftlichen Beziehungen sich weiter verbessern zu Gunsten Polens und Deutschlands. <>