Dachau-Ost

Dachau-Ost

2. Jahrgang, Nr. 3, September 2011 ... für jeden Haushalt Dachau-Ost Aus dem Inhalt n n n n n »Baustelle« Soziale Stadt Sie können mitmachen ! »...

4MB Sizes 0 Downloads 3 Views

Recommend Documents

No documents
2. Jahrgang, Nr. 3, September 2011

... für jeden Haushalt

Dachau-Ost Aus dem Inhalt n n n n n

»Baustelle« Soziale Stadt Sie können mitmachen ! »... sie beschließen in Dachau zu bleiben« Straßen-Namen Grundschule und Mittelschule an der Anton-Günther-Straße Die Würm ...

»Baustelle« Soziale Stadt Dachau-Ost

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Dachau-Ost, mit der Veranstaltung »Treff am Platz« am 8. Juli ist nun die Umsetzungsphase für das Programm Soziale Stadt eingeleitet. Bei schönem Wetter haben viele von Ihnen die Gelegenheit genutzt, sich über die vorgesehenen Maßnahmen zu informieren, engagiert vor den Stellwänden der Arbeitsgruppen zu diskutieren - oder einfach auch nur die Musik, das gute Essen, die gesellige Stimmung zu genießen. Mit den Projekten aus dem Integrierten Handlungskonzept geht es aber nun weiter in der Diskussion, Planung und Umsetzung. Nutzen Sie diese Veränderungen in Dachau-Ost und gestalten Sie sie mit – Ihr Stadtteil lebt von jeder und jedem, die oder der sich mit Idee und Taten einbringt. Aktuelle Informationen zum Soziale Stadt-Prozess finden Sie unter www.dachau.de/sozialestadt oder Sie schauen einfach im Quartiersbüro am Ernst-Reuter-Platz vorbei. Ich freue mich über den guten Start des Programms.

Peter Bürgel, Oberbürgermeister 2 QuM 3 /2011

Quartiers-Beirat und Arbeitsgruppen stellen sich vor Ganze vier Stunden hörte es am 8. Juli Die Mitglieder des Quartiers-Beirates auf zu regnen. Dieses Glück nutzten und die sechs Arbeitsgruppen (AG) über 200 Bürger/innen, um zum »Treff stellten sich und ihre Ideen für Dachauam Platz« auf den Ernst-Reuter-Platz zu Ost beim Treff am Platz auf großen kommen. Ab 19 Uhr wurde dort der Auf- Stellwänden vor. Es war beeindruckend takt für die Projekte der Sozialen Stadt zu sehen, dass die Besucher/innen den Dachau-Ost gemeinsam gefeiert. ganzen Abend vor den Stellwänden OB Peter Bürgel, Frau Wieczorek von diskutierten, eigene Vorschläge einder Regierung von Oberbayern und brachten und sich über das Integrierte Stadtbaurat Michael Simon eröffneten Handlungskonzept informierten. mit ihren Reden das Auftaktfest. Sie erhalten es im Quartiers-Büro.

»Treff am Platz« im Glück!

Sie können auch mitmachen

Die Bürger/innen feierten den ganzen Abend - begleitet von der Kapelle De Dachauer und den Jugendbands Six in the City und Thoughtless von der Blunote Musicschool. Verpflegt wurden sie vom Restaurant Beim Griechen und von der Metzgerei Wagner.

Für alle Arbeitsgruppen werden noch Bürger/innen gesucht, die mitarbeiten wollen. Wenn Sie mitarbeiten, bedeutet das natürlich einen zusätzlichen ehrenamtlichen Aufwand für Sie. Dafür gestalten Sie Ihren Stadtteil mit, lernen interessante Leute kennen und können vielleicht auch Dinge verwirklichen, die Sie schon immer mal tun wollten. Wenn Sie sich für eine der sechs AG‘s interessieren, melden Sie sich bitte im Quartiers-Büro.

»Baustelle« Soziale Stadt Dachau-Ost

weg gegenüber von Kaufland besser ausgeschildert.

Was kommt als Erstes?

Beirates die Plätze angeschaut, diskutiert und viele Ideen gesammelt. Alle Ideen werden nun überprüft und fließen Einige Projekte sollen noch in diesem in einen Gesamtplan ein. Dieser wird Herbst begonnen oder sogar fertig werden. dann wieder mit allen Interessierten Alles hängt natürlich davon ab, wieviel diskutiert, verändert und im Laufe des Fachleute, Bürger/innen und Finanzen nächsten Jahres umgesetzt. jeweils zur Verfügung stehen.

Barrierefreier Umbau von Bushaltestellen Viele Bürger/innen wünschen sich eine Verbesserung des ÖPNV in Dachau-Ost. Dazu gehört auch der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen. Es hat bereits eine erste gemeinsame Begehung von der AG Verkehr zusammen mit Mitarbeitern von Stadtwerke, Tiefbau und Stadtgrün stattgefunden. Sieben Bushaltestellen wurden besichtigt, die evtl. schon ab nächstem Jahr im Rahmen der Aufwertung der Grünflächen rund Sozialen Stadt barrierefrei umgebaut um den Ernst-Reuter-Platz, insbewerden könnten. Bis Ende des Jahres sondere der Kinderspielplatz an der werden Vermessungen und erste Planungen Fünfkirchner Straße. abgeschlossen sein – diese können Sie Im September fand mit reger Anteilnahme dann mit den Fachleuten diskutieren. der Bevölkerung eine erste Ideenwerkstatt für die Umgestaltung des Spielplatzes Leichter über die großen Straßen an der Fünfkirchner Straße statt. Kinder Noch dieses Jahr wird es im Verlauf der / Jugendliche und Erwachsene bewerte- Würm leichter, die Sudetenlandstraße ten die bisherigen Anlagen und sammel- und die Schleißheimerstraße zu überten Ideen für Veränderungen. In kleinen queren. In beide Straßen werden auf Gruppen wurden unter der Leitung der Höhe der Würm sog. Querungshilfen Fachleute von Stadtgrün und den Mitglie- (d.h. Verkehrsinseln in der Mitte) eingedern der AG Grünflächen des Quartiers- baut. Gleichzeitig wird der WürmradDraußen zu Hause am JUZ Schon lange wünschen sich Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit, sich auch vor dem JUZ geschützt zu treffen – wenn es regnet oder wenn das JUZ geschlossen hat. Mit den Kindern / Jugendlichen und den Fachleuten der Stadtverwaltung wurde nun ein Unterstand geplant, der noch vor dem Winter in der Nähe des JUZ gebaut werden soll.

3 QuM 3 /2011

Modellprojekt Mietergärten Die AG Wohnen bemüht sich derzeit darum – zusammen mit der Stadtbau Dachau – an einer Stelle in den großen Wohnanlagen Mietergärten zu planen. Jetzt gilt es herauszufinden, wieviel Mieter/innen ein ernsthaftes langfristiges Interesse haben und wie alles geregelt werden soll.

Kunstausstellungen in Dachau-Ost Am So. 2. Okt. 11 Uhr wird die erste Kunstausstellung in der Stadtteil-Bücherei eröffnet. Ruben Sykora, Gast aus Paraguay zeigt Aquarelle unter dem Titel Mond-Blumen. Noch in diesem Jahr folgt eine Ausstellung mit Fotos aus Dachau-Ost.

Auf dem Laufenden bleiben Wann was stattfindet erfahren Sie im Quartiers-Büro, im Schaufenster der Stadtteilbücherei und im Internet unter www.dachau.de/sozialestadt oder www.dachau-ost.blogspot.com. Horst Willems

»Hier sind sie die Fremden

...sie beschließen Weit bin ich nicht gekommen

ihnen zugeteilt. Die Not ist groß in dieser Zeit, im Lager lebt ein buntes VölkerZumindest nicht, was meinen Wohnort, gemisch aus allen Ecken des untergemeine Wohnung betrifft. Ich bin in Dachau- gangenen dritten Reiches. Meine Eltern Ost geboren und lebe heute nur ein paar wollen hier nur vorübergehend wohnen, bis sie wieder »nach Hause« können. hundert Meter von meinem Geburtsort Doch dann ist es anders gekommen. entfernt. Mit 18 bin ich nach Amerika ausgewandert. Ich komme schnell wieder Meine Mutter ist 29, mein Vater 36 Jahre. zurück. Gut, der Grund ist ein Mann. Sie wollen noch etwas vom Leben. Sie Er ist weg, ich bin hier geblieben. mischen sich ein - sozial und politisch. Mit Nachbarn und Freunden singen sie im Chor, spielen Theater, mit Flüchtlingen aus der Heimat gründen sie Landsmannschaften und mit Genossen einen SPD-Ortsverband. Die Kirche ist ein wichtiger Bestandteil im Alltagsleben. Pater Roth und Pfarrer Daum gehen bei uns ein und aus und fehlen bei keiner Feier. Mein Vater ist Mitbegründer einer Wohnbau Genossenschaft, doch weil es am Geld fehlt, gehören die Weigerts nicht zu denen, die sich ein kleines Häuschen in der Friedlandsiedlung bauen können. Meine Eltern und Geschwister sind Flüchtlinge aus Südmähren. Die Nachkriegs Ereignisse haben sie 1949 nach 10 Jahre nach Kriegsende ... Dachau-Ost gespült – hier sind sie die Fremden. Ungeliebt und nirgends gern Meine Geburt 1953 und 3 Jahre später gesehen. Mein Vater arbeitet schon 2 Jahre die meines Bruders, ändern die Pläne als Leiter der Wache im Dulag, als meine meiner Eltern. Die älteren Kinder haben Eltern endlich im April 1949 die Zuzugs- die Schule abgeschlossen, sind in der genehmigung nach Dachau bekommen. Ausbildung. 10 Jahre nach Kriegsende findet das Leben, die Heimat jetzt in 3 Zimmer in einer Baracke werden Dachau-Ost statt. 4 QuM 3 /2011

Mitte der 50er Jahre heiratet meine Schwester Gerlinde einen GI und wandert nach Amerika aus. Damit begründet sie eine neue Tradition: alle Geschwister wandern erst mal mit 18 nach Amerika aus. Meine Mutter wird 1960 für die SPD in den Stadtrat gewählt. Das ist die Zeit, als die Stadt Dachau die Auflösung des Lagers plant. Der neue Stadtteil soll zwischen Sudentenlandstraße und Schleißheimerstraße, zwischen Alte Römer- und Bayernstraße entstehen. Dieses gigantische Vorhaben lässt nicht viel Spielraum. Deswegen haben die meisten Wohnungen in unserem Viertel auch den gleichen Grundriss. Diese Entscheidung verändert auch das Leben meiner Familie. Nicht nur, weil eine neue Wohmung beziehen sollen. Bis es so weit ist, sprechen unzählige

... als erzählte ich von einem Film«

in Dachau zu bleiben Mitbewohner des Lagers meine Mutter an – wollen eine Wohnung in einem der neuen Blöcke. Da kann meine Mutter nichts tun. Sie kommen aber auch und bitten, kann nicht eine der neuen Straßen den Namen der alten Heimatstadt oder einer wichtigen Persönlichkeit bekommen? Da lässt sich eher ein gutes Wort einlegen. So kommen die Straßen in Dachau-Ost zu ihren Namen – auf Initiative der zukünftigen Bewohner.

Meine Mutter verabschiedet sich nach 18 Jahren aus dem Stadtrat. Ihr aufregendstes Erlebnis als Stadträtin in dieser Zeit ist der Besuch des späteren Bundeskanzlers Willi Brandt, den sie dabei einen Tag lang begleitet.

Ich engagiere mich

Ich engagiere mich. In der Kirche, für ein Jugendzentrum, gegen weitere Hochhäuser. Ich lerne, mich mit GleichgeEin neuer Abschnitt beginnt sinnten für eine Sache einzusetzen und Dachau-Ost aus anderen Blickwinkeln 1962 ziehen wir in den ersten fertigge- kennen. Mit Unterstützung der Bewohner dieses Stadtteils trete ich in die Fußstellten Wohnblock in der Troppauer Straße, vom neuen Stadtteil ist kaum was stapfen meiner Mutter - werde Mitte der zu sehen. Gegenüber steht die Fabrik des 80er in den Stadtrat gewählt. Eine WahlSPD Stadtrats Fichtelscherer. Die Häuser periode setze ich mich für die Interessen in der Friedlandsiedlung, das Kino an der Bewohner von Dachau-Ost ein. der Sudetenlandstraße, die neue Schule und dahinter der Block an der Franzensbader-Straße. Weit hinten stehen vereinzelt kleine Häuser. Ein paar Feldwege, Felder, sumpfige Wiesen, mehr gibt's nicht. Es wird unaufhörlich gebaut, Häuser, Geschäfte, Straßen, die Kirchen. Der Stadtteil Dachau-Ost wächst rasend schnell – und mir kommt es so vor, ich mit ihm. Meine Großmutter, die immer mit uns gelebt hat, stirbt 1976 und 1979 auch mein Vater, plötzlich und viel zu früh. Jetzt haben wir ein Grab in Dachau. 5 QuM 3 /2011

Ich erfahre, dass Dachau-Ost ein gern vergessener Stadtteil ist. In diesen Jahren bemerke ich eine Veränderung des Viertels. Die ehemaligen Flüchtlinge sind weggezogen oder verstorben. Es kommen neue Bewohner. Aus allen Himmelsrichtungen dieser Erde – und werden von den »Alteingesessenen« argwöhnisch begutachtet. Durch die Erlebnisse im Leben meiner Eltern weiß ich, es gibt wichtige Gründe, seine Heimat zu verlassen. Meine Eltern haben mir Respekt gegenüber anderen und anders denkenden vorgelebt. Ich habe gelernt, Fremdes als Bereicherung anzunehmen. Das macht mein Leben bunter. Gerade deswegen wohne ich immer noch hier. Meine Mutter wird krank, zieht aus der Troppauer-Straße in das FriedrichMeinzolt-Haus. Als sie 2008 stirbt, trauern nicht nur 5 Kinder, 10 Enkel und 13 Urenkel um sie. Von Dachau-Ost aus hat sich unsere Familie inzwischen über die ganze Welt verstreut – Europa, Amerika, Asien, Afrika. 50 Jahre sind ganz schön lange, für eine Familie oder für einen Stadtteil.

Ich könnte noch so viel erzählen Sibylle Weigert

Grundschule Dachau-Ost

GS-Ost So viel Verschiedenes unter einem Dach – und doch ein Haus für alle

Mitten im Viertel Dachau-Ost und voller Leben – so zeigt sich unsere Schule. Alle Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, die im Nordosten Dachaus wohnen, sind Schüler der staatlichen Grundschule Dachau-Ost an der AntonGünther-Straße; im Schuljahr 2010/11 waren es 384. Die Grundschule hat im letzten Jahr ihr 50jähriges Bestehen gefeiert. Diese Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. In diesem Schuljahr wurde mit der Sanierung begonnen, die sich auch noch die nächsten zwei Jahre hinziehen wird. So wird durch verschiedene Umbaumaßnahmen wie Lärmschutzdecken, neue Fenster, neue Toilettenanlagen, Lehrerzimmer und neuer Bürotrakt die Lern- und Arbeitsumgebung für SchülerInnen und für das 35-köpfige Kollegium wieder viel angenehmer. Kinder aus über 15 verschiedenen Nationen finden sich unter diesem Schuldach, weshalb das interkulturelle Lernen – d. h. das Lernen von und miteinander – einen großen Stellenwert einnimmt.

6 QuM 3 / 011

Soziale Werte, gegenseitiger Respekt und Toleranz werden neben den Lehrplaninhalten täglich vermittelt. Um den individuellen Bedürfnissen und der Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Schülers gerecht zu werden, ist der Unterricht stark differenziert und Förderkurse werden angeboten. Da Lesen die Grundlage erfolgreichen Lernens ist, ist unsere Schule seit dem Schuljahr 2010/11 – nach einem Modell der LMU München – »Leseschule«. Dabei werden die Kinder drei Stunden in der Woche in leistungshomogenen

Gruppen auf ihrem Lesestand abgeholt und entsprechend gefördert oder gefordert. Im Rahmen dieses Projekts fanden heuer verschiedene Leseaktionen statt, die die Lesefreude der Kinder steigern sollten. Diese waren z.B. Autorenlesungen, Theaterstücke, Lesewettbewerbe und Leseolympiaden, ein

Bücherflohmarkt und Ende Mai eine Leseprojektwoche »Märchen«. Da man Leben und Lernen nicht trennen kann, finden jedes Jahr viele Schulveranstaltungen im sportlichen, musikalischen und kreativen Bereich statt. Dies kann nur stattfinden, wenn Schüler, Lehrerkollegium und Eltern Hand in Hand zusammenarbeiten – und das klappt an der Grundschule Dachau – Ost, dank einer engagierten Elternschaft und dank eines hoch motivierten Kollegiums, hervorragend. Gabriele Dörfler

Mittelschule an der Anton-Günther-Straße

MAG

24 Nationen – 12 Klassen 1 Schule – unsere MAG

Übergangsklassen mit intensivem Deutschunterricht unterstützt werden. Aus der Hauptschule Dachau-Ost wurde Aus einer katholischen Bekenntnisschule, im Jahr 2010 die Mittelschule an der Anton-Günther-Straße (MAG), die mit die 1968 nach einjähriger Bauzeit mit ihrem Unterricht beginnen konnte, ent- den beiden anderen Dachauer Hauptwickelte sich eine Schule, die allen Natio- schulen und den Hauptschulen in Bergnalitäten und Glaubensrichtungen offen- kirchen und Odelzhausen einen Verbund bildet. steht. Da im Laufe der Zeit besonders viele türkische Familien in unserem Heute lernen, leben und arbeiten 240 Stadtviertel eine neue Heimat fanden, Jugendliche aus 24 Nationen in der war es für die Hauptschule selbstverMAG, denen eine Vielzahl von schulischen und sozialpädagogischen Angeboten zur Verfügung stehen. Ein großer Gewinn ist die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS, AWO), deren Mitarbeiter unsere Jugendlichen in vielfacher Hinsicht unterstützend begleiten.

ständlich, auf deren Bedürfnisse einzugehen. So wurden ab dem Schuljahr 1981/ 82 zweisprachige Klassen für türkische Schülerinnen und Schüler eingerichtet. Anfang der 90er-Jahre konnten auch Kinder anderer Nationalitäten in 7 QuM 3 / 011

Seit dem Schuljahr 2007/ 08 gibt es die offene Ganztagsbetreuung (AWO), die ein Mittagessen anbietet und den Schülerinnen und Schülern bei der Bewältigung ihrer Hausaufgaben hilft. Weiterhin bietet die MAG gebundene Ganztagsklassen an, in denen auf rhythmisierten Unterricht, soziales Lernen und gemeinsames Mittagessen mit anschließender Freizeit (vhs-workshops) besonderer Wert gelegt wird. Ein ganz besonderes Highlight ist – neben vielen anderen Veranstaltungen – der einmal im Jahr stattfindende »Tag der Nationen«, an dem alle Mitglieder der Schulfamilie in die MAG kommen und ein buntes Fest feiern. Renate Polansky

Trampelpfade, Wege, Plätze, Straßen ...

Straßen

Wohngebiet am Neufeld

Straße der KZ-Opfer: Diese gab es schon vor der Einrichtung des Neufelds auf dem BePo-Gelände. Damals war es eine repräsentative, durch Grünstreifen getrennte Paradestraße. Kurioserweise ist sie heute der Länge nach durch den BePo-Zaun geteilt, ist aber die wichtigste Zufahrt ins Neufeld. 8 QuM 3/ 2011

1 l 2 l 3 l 4 l 5 l

Julius-Kohn-Weg Neumeyerweg Karl-Leisner-Weg Otto-Kohlhofer-Weg Kreuzplatz

6 Aussiger Str. l 7 Duxer Str. l 8 Saazer Str. l 9 Brüxer Str. l

Weg des Erinnerns 1 l

Straße der KZ-Opfer

2 l

3 l

4 l

5 l

Pat er-R oth-

Pastor-Niem öller-Weg 7 l

8 l

Sud eten land str.

9 l

Egerer Str. Gablon zer S

6 l

Ege rer Str.

Das »Neufeld« als jüngstes Wohngebiet von Dachau-Ost liegt etwas isoliert am nordöstlichen Ortsrand von Dachau und ist nur über die schmale Pater-Roth-Str. und die Verlängerung der Reichenberger Str. als einzige Verbindung zum Kerngebiet von Dachau-Ost zugänglich. Dies erklärt sich aus dem Umstand, dass es sich um ehemaliges SS-Kasernengelände handelt, das zuletzt zur Bayerischen Bereitschaftspolizei gehörte. Erst seit Ende der 1980er Jahre wurde das Gebiet ab der Straße de KZ-Opfer Zug um Zug der Stadt Dachau überlassen. Umso wichtiger ist das Wohngebiet für die Stadt Dachau, da sich hier noch größere Flächen befinden, die zeitnah für den Wohnungsbau genutzt werden können. Der Bebauungsplan kann über die Homepage der Stadt Dachau eingesehen werden. Zwischen 2000 und 2004 sind bereits umfangreiche Baumaßnahmen erfolgt. Schon jetzt befinden sich auf dem Gelände mehrere Wohnblocks, 2 Kindergärten, ein Bolzplatz und ein Auenwäldchen. Die dortigen Straßen haben alle einen Bezug zur NS-Vergangenheit von Dachau:

Weg des Erinnerns Dieser ist keine eigentliche Straße, sondern soll den Weg veranschaulichen, den der Großteil der Häftlinge vom Dachauer Bahnhof zum Haupteingang des KZ nehmen musste. Er führt vom Bahnhof über die Friedensstraße, z.T. Isar-Amperwerke-Str., dann parallel zur Straße der KZ-Opfer, am Zaun der BePO entlang zum Eingang der KZ-Gedenkstätte.

1 Julius-Kohn-Weg: J. Kohn war ein l jüdischer Bürger von Dachau, er ist im KZ Auschwitz ermordet worden. Vor der Hermann-Stockmann-Str. 10 ist ein sog. Stolperstein gesetzt, der auf seinen früheren Wohnsitz hinweist.

2 Neumeyerweg: Auch Hans und l Vera Neumeyer waren jüdische Bürger von Dachau, die im KZ Theresienstadt ermordet wurden. Für sie sind ebenfalls 2 Stolpersteine vor der HermannStockmann.-Str. 10 gesetzt. 3 Karl-Leisner-Weg: Karl Leisner l ist ein katholischer Geistlicher und Märtyrer, der im KZ Dachau inhaftiert war und an den Folgen seiner Haft verstorben ist.

4 Otto-Kohlhofer-Weg: O. Kohlhofer. l war Häftling im KZ Dachau und war der erste Vorsitzende der Lagergemeinschaft. Er war Mitinitiator zur Einrichtung der KZ-Gedenkstätte.

5 Kreuzplatz: Dieser Platz ist in manl chen Stadtplänen an der Einmündung Reichenberger Str. / Pater-Roth-Str. verzeichnet. Tatsächlich ist er nicht mehr existent! Zu NS-Zeiten befand sich an dieser Stelle ein großzügiger Platz namens Eicke-Platz. Dieser war nach dem SS-Offizier Theodor Eicke benannt, der von Juni 1933 bis 1934 Kommandant des KZ Dachau war. Eicke verfasste eine grausame Lagerordnung, die das Ziel hatte, die Häftlinge zu demoralisieren und terrorisieren. Auch ordnete er die Verwaltung des Lagers neu. Beide Vorschriften wurden nach dem Vorbild des KZ Dachau auf sämtliche Konzen-

Namen

Orte der Begegnungen – der verschiedenen Art.

trationslager übertragen. Eicke wurde im Februar 1942 in Russland in einem Aufklärungsflugzeug getötet. Der Platz wurde noch 1945 vom Dachauer Stadtrat in Kreuzplatz unbenannt und später offenbar wie die umliegende Gebäude dem Erdboden gleich gemacht.

Das Projekt war 1954 im Wesentlichen abgeschlossen. Man hatte jedoch bald erkannt, dass angesichts des nicht abreißenden Stroms von Vertriebenen ein weiterer Ausbau des Gartenprojekts nicht sinnvoll war. Man ging daher zum sog. Geschosswohnungsbau, also dem Bau von Wohnblocks und später HochPastor-Niemöller-Weg: Pastor häusern über, welche heute das Bild Niemöller war ein Geistlicher, der von von Dachau-Ost bestimmen. Aber auch 1941-45 im KZ Dachau inhaftiert war. die meisten der ursprünglichen Doppelhäuser sind heute verschwunden und durch größere Neubauten ersetzt worden. Friedlandsiedlung Die Straßennamen erinnern an die alte Die Gartensiedlung Friedland oder Fried- Heimat der größtenteils aus dem Egerland und anderen Teilen des Sudetenlandsiedlung entstand Anfang der 1950er Jahre nach Gründung der »Sozi- lands Vertriebenen. alen Baugenossenschaft Dachau-Ost«. Maßgeblich daran beteiligt waren Egon Herrmann, der damalige Sprecher des Wohnlagers Dachau-Ost, welches sich damals im ehemaligen KZ Dachau befand, und der bekannte Lagerseelsorger Pater Roth. Man wollte die Flüchtlinge endlich aus den KZ-Baracken heraus in menschenwürdige und bezahlbare Wonungen bringen. Das Konzept war, die Familien in Doppelspäter Reihenhäusern mit großen Grundstücken zur Selbstversorgung unterzubringen. Die Wohnungen wurden zunächst vermietet, später gab es die Möglichkeit, sie käuflich zu erwerben. 9 QuM 3 / 2011

6 Aussiger Straße: Aussig, heute l

Ustinad Labem (Tschechien), ist eine bedeutende Industriestadt in Nordböhmen mit 95.000 Einwohnern. 7 Duxer Straße: Dux, heute Duchcov, l ist eine 9000-Einwohner-Stadt in Nordböhmen am Fuße des Erzgebirges. Vor der Vertreibung war sie mehrheitlich deutsch.

8 Saazer Straße: Saaz, heute Zatec, l ist eine 23000-Einwohner-Stadt in Nordböhmen und bekannt für seinen traditionellen Hopfenanbau.

9 Brüxer Straße: Brüx, heute Most, l

ist eine Stadt mit 67000 Einwohnern in Nordböhmen. Der Name bedeutet auf Deutsch wie auch auf Tschechisch »Brücke«. Bemerkenswert ist, dass ab 1964 die gesamte Stadt wegen des Kohlebergbaus zerstört und 2 km südlich als Plattenbausiedlung wieder aufgebaut wurde.

Egerer Straße: Eger, das heutige Cheb, ist eine Grenzstadt an der tschechischdeutschen Grenze. Die Tradition der Egerländer wird in Dachau noch heute von der »Egalanda Gmoi« gepflegt. Gablonzer Straße: Gablonz, heute Jablonec nad Nisou (Gablonz an der Neiße) war eine bedeutende Industriestadt in Nordböhmen, aus der sehr viele Bewohner vertrieben wurden, die dann mit ihrem Knowhow in Österreich und Westdeutschland neue Betriebe zur Glasund Schmuckherstellung gründeten. Als Beispiel sei der Stadtteil Neugablonz, der zu Kaufbeuren gehört, genannt. Michael Volkmann

Für Dachau-Ost gesucht ...

...Lesepaten

betreuung für die Erstklässler und wollen aber dem Lesen noch mehr Zeit und Raum geben.

Die Fakten Stellen Sie sich vor, Sie sind 6 Jahre alt, kommen in die Schule und Sie verstehen die Sprache nicht, in der der Unterricht stattfindet. Sie sind klein, wissbegierig, neugierig und motiviert, aber ihre Muttersprache ist nicht Deutsch.

Wir suchen Menschen, die ab Oktober eine Stunde Zeit pro Woche in dieses Projekt investieren wollen, die Lust auf andere Kulturen haben, die den Umgang mit Kindern mögen, die über gute Deutschkenntnisse verfügen und die einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten wollen. Das Lesen wird montags

Lesen lernen ... ... ist für Erstklässler der Einstieg in die Schulkarriere und die Voraussetzung für alle anderen Fächer. Nun gibt es hier in Dachau-Ost Kinder, die mit geringen Deutschkenntnissen in die Schule kommen und deshalb große Schwierigkeiten haben beim Lesen. Deshalb wollen wir uns pro Tag eine Stunde Zeit nehmen und im 1:1-Kontakt zusammen lesen und über das Gelesene sprechen. Dabei kann individuell auf jedes Kind eingegangen werden. Wir haben derzeit schon eine Hausaufgaben-

10 QuM 3 /011

bis donnerstags in der Grundschule Dachau-Ost stattfinden, in der Zeit von 14 bis 15.30 h. Wir sind in engem Kontakt mit den Lehrern, der Schule und werden in gemeinsamen Treffen Erfahrungen austauschen und uns gegenseitig unterstützen. Als Ansprechpartner und Verantwortliche für das Projekt und alle weiteren Fragen stehen wir Ihnen zur Verfügung: Uwe Lehmann: 08131- 20792 und Karin Ulrich: 08131- 61 50 127 [email protected] Mehrgenerationenhaus der AWO

demnächst auch so ?

+Würm?

Die Würm in Dachau-Ost ...

Straße neu gedacht werden soll. Aktuell wird dort nur alle paar Jahre der Uferbewuchs radikal gekürzt, was jedes mal bei den Bürgern auf Unverständnis stößt. Der recht breite Grünstreifen, der dort vorhanden ist, würde jedoch die Umsetzung vieler Wünsche ermöglichen. Denkbar wäre beispielsweise, dass sich Zugänge zum Wasser mit wildwachsenden Gebüschen und blühenden Wiesen Die Würm könnte eine Lebensader von abwechseln. Dachau-Ost sein. Kinder könnten direkt Auch ein paar Meter südlich der PaterRoth-Straße gibt es ein wenig Freiraum am Wasser spielen. Die Natur könnte entlang der Würm, der sich nutzen ließe. sich in manchen Bereichen frei entfalten und wir könnten viele interessante Pflanzen und Tiere beobachten. Hundebesitzer könnten ihren Spaziergang in anregender Umgebung absolvieren. Und Senioren könnten sich auf eine Bank setzen und den Fluss beobachten. Doch leider ist die Würm in Dachau-Ost restlos kanalisiert, kaum ein Zugang führt zum Wasser, der Bewuchs ist monoton und selbst die Bänke wenden sich von der Würm ab. Doch warum ist das so? Warum ändert dort niemand etwas? Zwei aufgelassene Tennisplätze böten Diese Fragen hat sich auch die AG Platz, der Würm etwas Freiraum zu geben, Würm des Quartiers-Beirats gestellt und einen Seitenarm auszuleiten und diearbeitet gerade an zwei Projekten. sen für Kinder erreichbar zu machen. Priorität geniest gerade ein Projekt, in Einige Meter südlich dieser Stelle gibt dem die Ufergestaltung zwischen es außerdem eine Holzbrücke, die an Sudetenlandstraße und von Eichendorff- einem verschlossenen Tor endet. 11 QuM 3 /011

Von hier aus ließe sich ein Fußweg bauen, der den Pfarrer-Lechner-Weg, die Trautenauer Straße und den Rumburger Ring mit der neugestalteten Würm und dem Würmweg verbindet. So ließe sich eine Verbindung zwischen Siedlungsräumen schaffen, die bisher unverbunden und abgezäunt voneinander waren. Wenn Sie Interesse haben, Ideen und Wünsche einzubringen, kommen sie doch am 26. Okt. um 19 Uhr in das Quartiersbüro in der Stadtteilbücherei. Wir freuen uns auf Sie! Samuel Raz

Dies und das + Leserbriefe ... Wir setzen uns zusammen ... Sa. 16. Juli, ein sonniger Tag: Über die Kunst miteinander zu reden – oder auch zu schweigen. Momente zum Kennenlernen, Nachbarschaft pflegen – Bei Einstimmung mit einem Pandoneon, und zu Kaffee und Kuchen von Dieter Schulz und Liese Plisson.

Sa.18. Juni, Rauschener: Absage wegen Regen. Pater Klaus Spiegel als besonderem Gast

Themen: Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei – Wie sich verhalten gegenüber agressiven Menschen – Wie könnte die Gesallschaft vorausschend reagieren, gestalten ?

Sa. 17. September, ErasmusReismüller / Ecke Danziger Straße Herzliche Einladung zum Besuch des Treffens. In der nächsten Ausgabe des Quartiers-Magazins berichten wir dann davon.

Sa. 20. August, Pastor-Niemöller-Weg Themen: die Nähe zur KZ-Gedenkstätte KunstAktion von Dieter Navratil und war Anregung Menschen zu würdigen Bruno Schachtner in Zusammenarbeit denen die Staßennamen gewidmet sind. mit dem Quartiers-Büro Dachau-Ost.

Sa.16. Juli, Th-Heuss- Ecke Straße der KZ-Opfer mit Johann Schmid (Stellvertr. Leiter der BePo)

Sa. 20. August, Pastor-Niemöller-Weg, mit Pater Klaus Spiegel als besonderem Gast

Trauer auch in Dachau-Ost um Johanna Danke, für ein stilles Gebet, für eine stumme Umarmung, für ein tröstendes Wort, für einen Händedruck wenn Worte fehlen, für alle Zeichen der Liebe und Freundschaft. Heike, Andreas und Jakob. ... dem kommen wir gerne nach: Die Redaktion des Quartiers-Magazins Ursache ist der Unfall an der Ecke Sudetenland- / Theodor-Heuss-Straße vom 6. April 2011

Reimer Jacobs-Hansen kümmert sich mit Engagement um die Bepflanzung an der Theodor-Heuss-Straße und in Absprache mit der Stadt Dachau (Pachtabkommen). Ein Beispiel für positives und unkompliziertes Miteinander von Politik, Verwaltung und Bürgern.

Nein, nie zu alt fürs Internet! [email protected]! Ab November, PC Kurse von zu Hause aus, Grundkenntnisse und Aufbaukurse im eigenen Tempo, ohne Gruppendruck, Schritt für Schritt, immer wenn es Ihnen passt. Wenn Sie Fragen haben, dann steht Ihnen ein Tutor zur Seite, der Ihnen hilft. Sie brauchen nur einen PC und einen Internetanschluss, dann können Sie sich bei Interesse an uns wenden Mehrgenerationenhaus Dachau, Karin Ulrich,Tel. 08131-6150127 [email protected]

@

Impressum: Herausgeber/V.i.S.d.P.: Stadt Dachau, gefördert durch das Programm Soziale Stadt Texte: G. Dörfler, R. Polansky, S. Raz, K. Ulrich, M.Volkmann, S. Weigert, H.Willems Fotos + Grafiken: J. Gerstner, U. Lehmann, B. Schachtner, M.Volkmann, Privat Grafik: Bruno Schachtner Grafik-Werkstatt Druck: Reprokopie, Dachau

Emma Nadia 2 Jahre jung, neu dabei in unserem Viertel seit 22. Mai 2011 Stefan & Sandra Schiessl