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Text 1: Jules Ferry vor der französischen Abgeordnetenkammer am 28. Juli 1885 Meine Herren, wenn wir nur noch eine Kontinentalmacht sein dürfen, dann lassen Sie uns unsere Seemacht einschränken; lassen Sie uns unsere Küsten und Häfen durch Torpedoboote sichern; lassen Sie uns unsere Geschwader einmotten ... Aber wenn niemand diese Auffassung vertritt, wenn niemand diese logische Folgerung aus den genannten Prämissen ziehen will, dann hören sie auf, die Kolonialpolitik zu entstellen und zu verunglimpfen, denn die Kolonien sind auch Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de begründet, um unserer Marine dienstbar zu sein. Ich behaupte, dass die Kolonialpolitik Frankreichs, dass die Politik der kolonialen Expansion, welche uns unter dem Empire nach Saigon, nach Kochinchina hat aufbrechen lassen, welche uns nach Tunesien, nach Madagaskar geführt hat - ich behaupte, dass diese Politik der kolonialen Expansion sich von einer Wahrheit hat leiten lassen, auf die ich trotz allem Ihre Aufmerksamkeit für einen Augenblick lenken muss: eine Marine nämlich wie die Unsrige kann auf den Meeren nicht ohne feste Unterkünfte, Verteidigungsanlagen und Versorgungsstützpunkte auskommen ... Copyright www.park-koerner.de

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(Alter, S. 23) Copyright www.park-koerner.de

Text 2: Aus einem 1883 erschienenen, einflussreichen Buch des Cambridger Historikers J.R. Seeley (1834-1895) Bei objektiver Betrachtung der Fortschritte des englischen Staates, der großen einheitlich www.park-koerner.de wird unsCopyright eine andere Veränderung weit mehr auffallen, die nicht nur dauernder, sondern auch leichter erkennbar ist ... Ich denke an die einfache, klar vor Augen liegende Tatsache der Ausbreitung des englischen Namens über andere Länder des Erdballs, die Begründung eines Größeren Britanniens. Recht charakteristisch ist die Gleichgültigkeit, mit der wir dieser gewaltigen Erscheinung des Hinausströmens unserer Rasse und der Ausdehnung unseres Staates gegenüberstehen. Fast macht es den Eindruck, als hätten wir die halbe Welt in einem Zustand von Geistesabwesenheit erobert und bevölkert. Alles dies trug sich während des 18. Jahrhunderts zu ohne jeden Einfluss auf Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de unsere Vorstellungen und auf unsere Denkweise; und noch jetzt empfinden wir uns als ein Volk, das seine Insel gegenüber der Nordküste des europäischen Kontinents bewohnt. Schon unsere Ausdrucksweise zeigt, dass wir unsere Kolonien nicht eigentlich als einen Teil von uns selber ansehen; bei einer Frage nach der Zahl der englischen Bevölkerung fällt es uns gar nicht ein, die Bewohner von Kanada und Australien mitzurechnen ... Das, was wir unser Imperium nennen, ist kein künstliches Gebilde; es ist, wenn wir von Indien absehen, überhaupt kein Imperium im eigentlichen Sinn. Es ist die Lebensform des großen englischen Volkes, welches über so weite Räume zerstreut ist, dass vor dem Zeitalter des Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Dampfes und der Elektrizität die Entfernung die starken Bande des Blutes und der Religion zu sprengen drohte. Heute, wo die Entfernung überwunden ist und das Beispiel der Vereinigten Staaten und Russlands die Möglichkeit politischer Vereinigung über so weite Flächen erwiesen hat, erhebt sich auch das Größere Britannien als eine Wirklichkeit, und zwar als eine sehr lebenskräftige. Es wird eine starke politische Vereinigung werden, wenn auch nicht stärker als die Vereinigten Staaten, aber, wie wir zuversichtlich hoffen dürfen, weit stärker als die große Völkermischung ..., die sich Russland nennt ...

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Text 3: Aus einem Schreiben von Jules Ferry Der zweimalige Ministerpräsident (1880/81 und 1883-1895) Jules Ferry (1832-1885) gehörte seit 1880 zu den entschiedensten Befürwortern einer französischen Kolonialpolitik. 1882 schrieb er: www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de undCopyright Verteidigung des nationalen Patrimoniums, so wie es von Natur und Geschichte geschaffen worden ist. Die Kolonien sind der am teuersten erworbene und nicht der unwichtigste Teil dieses Erbes. Wenn die Republik nicht darauf verzichten kann, in Europa, im Orient und im Mittelmeerraum politisch wirksam zu sein, dann bedarf sie auch - aus analogen Gründen - einer Kolonialpolitik: Dies bedeutet, dass man in dieser Hinsicht weder vergesslich noch unaufmerksam sein darf, sei es aus Geringschätzung oder aus Trägheit; man muss wachsam, aktiv und dazu bereit sein, alle notwendigen Opfer für die Bewahrung alter oder neuer Besitzungen zu bringen, welche in Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de unterschiedlichem Maße und in den verschiedensten Teilen der Erde dazu beitragen, den Namen Frankreichs in der Welt zu verbreiten. Diese Opfer haben nicht immer das Glück, den lebenden Generationen zu gefallen: Die Zukunft wird ihre Zweckmäßigkeit und Wohltat besser erkennen lassen. Kolonialpolitik ist ihrem Wesen nach eine langfristige Politik. Eine vor kurzem erworbene und kostspielige Besitzung, ein weitabgelegener Rest des von Ludwig XV. verlorenen und von Napoleon verachteten überseeischen Imperiums, mag ungeduldigen Rechnern als nicht bewahrenswerter Luxusgegenstand erscheinen. Aber dies ist kleinliches Kalkulieren und kurzsichtige Politik. Niemand in Copyright unserem www.park-koerner.de Umkreis betreibt eine solcheCopyright Politik. Sollte www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de beispielsweise die französische Flagge in Tongking [Anm.: der Norden Vietnams] eingeholt werden, wie es verschiedentlich vorgeschlagen wird, so würden Deutschland oder Spanien dort unverzüglich an unsere Stelle treten. Die Konkurrenz zwischen den europäischen Nationen wird immer heftiger im Streit um diese weit entfernten Absatzmärkte, diese Niederlassungen an den Toren zur Barbarei, welche ein sicherer Instinkt dem alten Europa als Brückenköpfe der Zivilisation und als Weg in die Zukunft anweist. Die Bedürfnisse einer ständig wachsenden industriellen Produktion, die zur Vergrößerung gezwungen ist, will sie nicht zum Tode verurteilt sein;www.park-koerner.de die Suche nach unerschlossenen Märkten; der Vorteil (den Stuart Copyright Mill [Anm.: John Stuart Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright Mill (1806-73 war englischer Philosoph und Nationalökonom] so treffend definiert hat), den "die alten und reichen Länder durch die Verlagerung von Arbeitern oder Kapitalien in die neuen Länder" erhalten; die durch das moderne Leben so rasch entwickelten Tendenzen, die einzelne Völker veranlassen, ihren Blick über ihre Heimat hinaus zu richten; die Wissenschaft, welche die äußersten Enden der Erde in wenige Stunden Entfernung von London, Berlin oder Paris rückt; die sichtbaren Fortschritte der europäischen Gesellschaft und der Friedensidee; all dies drängt die zivilisierten Nationen dazu, ihre alten Rivalitäten auf das ausgedehntere und fruchtbarere Feld www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright weitwww.park-koerner.de entfernter Unternehmungen Copyright zu verlagern. Ist dies der Augenblick, Copyright an dem Frankreich heimkehren, sich in sich selbst zurückziehen, sich auf eine Politik der Sesshaftigkeit, auf den häuslichen Herd beschränken kann - eine Politik, die im nächsten Jahrhundert für die zur Unterlegenheit verurteilten oder vom Niedergang bedrohten Völker kennzeichnend sein wird? Wir ersehnen für Frankreich eine andere Bestimmung. An unserem Kolonialbesitz darf nichts beschnitten und von ihm nichts verschleudert werden, nichts dürfen wir brachliegen lassen. Man Copyright www.park-koerner.de Es geht um die Ausgestaltung

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Im Original veränderbare Word-Dateien muss unsere Kolonien bewahren und fruchtbar machen, man muss sie überall dort weiter ausdehnen, wo Ausdehnung offensichtlich das einzige Mittel ihrer Bewahrung ist. Copyright www.park-koerner.de

(Paul Robiquet (Hrsg.), Discours et Opinions de Jules Ferry, Bd. 5, Paris 1897, S. 524 f.; Copyright www.park-koerner.de Copyright zit. www.park-koerner.de nach Alter, S. 21/22)

Text 4: Der Historiker Heinrich von Treitschke (1834-1896) um 1890 Legen wir den Maßstab der Autarkie an, so ist zu beobachten, wie in der Staatengesellschaft www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de einCopyright immer bedeutenderes Übergewicht gewinnen, wie unser Staatensystem einen immer mehr aristokratischen Charakter angenommen hat. Die Zeit ist noch gar nicht fern, wo Staaten wie Piemont-Savoyen bei einer Koalition durch Zutritt oder Abfall geradezu die Entscheidung geben konnten. Das wird heute niemand mehr für möglich halten ... Die ganze Entwicklung unserer Staatengesellschaft geht also unverkennbar darauf aus, die Staaten zweiten Ranges zurückzudrängen. Und da eröffnen sich, wenn wir die nichteuropäische Welt mit in Betracht ziehen, unendlich ernste Aussichten auch für uns. Bei der Verteilung dieser nichteuropäischen Welt unter die europäischen Mächte ist Deutschland bisher immer zu kurz Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de gekommen, und es handelt sich doch um unser Dasein als Großstaat beiCopyright der Frage, ob wir auch jenseits der Meere eine Macht werden können. Sonst eröffnet sich die grässliche Aussicht, dass England und Russland sich in die Welt teilen, und da weiß man wirklich nicht, was unsittlicher und entsetzlicher wäre, die russische Knute oder der englische Geldbeutel. Sehen wir näher hin, so ist doch deutlich, dass, wenn der Staat Macht ist, eben nur der Staat, der wirklich mächtig ist, seiner Idee entspricht. Daher das unzweifelhaft Lächerliche, das im Wesen eines Kleinstaates liegt.

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(Heinrich von Treitschke, Politik. Vorlesungen, gehalten an der Universität zu Berlin, hrsg. von Max Cornicelius, Bd. 1, 5. Aufl., Leipzig 1922, S. 42 f.; zit. nach Alter, S. 30/31)

Text 5: Rede des Premierministers Benjamin Disraeli (1804-1881) vor Vertretern der Wahlkreisorganisationen der Konservativen Partei Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de im Londoner Kristallpalast am 24. Juni 1872 Meine Herren, es gibt noch ein anderes, zweites großes Ziel der Tory-Partei [Anm.: die britische Konservative Partei]. Wenn es das erste Ziel ist, die Institutionen des Landes aufrechtzuerhalten, so ist es meiner Meinung nach das zweite, das englische Imperium ... zu stützen. Wenn Sie auf die Geschichte dieses Landes seit dem Erscheinen des Liberalismus ... blicken, so werden Sie finden, dass keine Bemühung so anhaltend und so subtil gewesen, von so viel Energie unterstützt und mit so viel Fähigkeit und Scharfsinn worden ist, wie die Versuche des Copyrightvorangetrieben www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Liberalismus, die Desintegration des Englischen Empire zu erreichen. ... Staatsmänner von höchstem Ansehen, Schriftsteller von hervorragendster Fähigkeit, die organisiertesten und wirksamsten Mittel sind bei diesem Bemühen angewendet worden. Es ist uns allen bewiesen worden, dass wir durch unsere Kolonien Geld verloren haben. Es ist mit mathematischer Genauigkeit nachgewiesen worden, dass es noch nie ein Juwel in der Krone Englands gegeben hat, das so wahrhaft teuer gewesen ist, wie der Besitz Indiens. Wie oft ist uns nicht geraten

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Im Original veränderbare Word-Dateien worden, wir sollten uns auf der Stelle von diesem Alpdruck befreien. Nun, dies wurde nahezu bewerkstelligt. Als das Land sich jene klug berechneten Ansichten unter dem einleuchtenden Vorwand zu eigen machte, den Kolonien Selbstverwaltung zu gewähren, da dachte ich ..., dass das Band zerrissen sei ... Als die Selbstverwaltung zugestanden wurde, hätte sie meiner Meinung Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de nach als Teil einer großen Politik imperialer Konsolidierung zugestanden werden müssen. Sie hätte zusammen mit einem Reichszoll, mit Sicherheiten für das englische Volk hinsichtlich der Nutznießung der nicht appropriierten Länder erfolgen müssen, die dem Herrscher als ihrem Treuhänder gehörten, und mit einem Militärgesetz, das die Mittel und die Verantwortlichkeiten genau hätte festlegen müssen, mit denen die Kolonien verteidigt werden sollten und durch die dieses Land, wenn nötig, Hilfe seitens der Kolonien selbst anfordern sollte. Ferner hätte gleichzeitig die Einrichtung eines Kolonialrats in der Hauptstadt getroffen werden müssen, der die Kolonien in feste und dauernde Beziehung zur Regierung des Mutterlandes gebracht hätte. Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Alles dieses wurde jedoch unterlassen, weil diejenigen, die diese Politik empfahlen - und ich glaube, ihre Überzeugungen waren ehrlich -, die englischen Kolonien, sogar unsere Beziehungen zu Indien, als eine Belastung dieses Landes ansahen, alles unter finanziellem Gesichtspunkt betrachteten und dabei völlig jene moralischen und politischen Betrachtungen außer acht ließen, die die Nationen groß machen und durch deren Einfluss allein die Menschen sich von Tieren unterscheiden. Nun, was war das Ergebnis dieses Versuchs während der Herrschaft des Liberalismus für die Desintegration des Empire? Er ist gänzlich gescheitert. Aber wie ist er gescheitert? Wegen der Sympathien der Kolonien mit dem Mutterland.Copyright Sie haben entschieden, Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de dass das Empire nicht zerstört werden soll, und meiner Meinung nach wird kein Minister in diesem Lande seine Pflicht tun, der eine Gelegenheit versäumt, so weit wie möglich unser koloniales Weltreich wiederaufzubauen und jenen Sympathiebekundungen aus der Ferne zu entsprechen, die die Quelle unabschätzbarer Stärke und Beglückung für dieses Land werden können. Deshalb, meine Herren, erscheint mir im Hinblick auf das zweite große Ziel der ToryPartei - die Erhaltung des Empire - die öffentliche Meinung unsere Prinzipien zu begünstigen jene öffentliche Meinung, die ... vor dreißig Jahren unseren Prinzipien nicht günstig gesonnen warwww.park-koerner.de und die, während einer langen Zwischenzeit der Auseinandersetzungen, in jener Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright Zwischenzeit unentschieden gewesen war ... Es geht darum, ob Sie damit zufrieden sein wollen, ein bequemes England zu sein, das nach dem Vorbild kontinentaler Prinzipien geformt ist und in absehbarer Zeit sein unvermeidliches Schicksal erfährt, oder ob Sie ein großes Land sein wollen - ein imperiales Land - ein Land, in dem Ihre Söhne, wenn sie aufsteigen, zu höchsten Stellungen aufsteigen und nicht nur die Wertschätzung ihrer Landsleute, sondern die Achtung der ganzen Welt erringen. Copyright www.park-koerner.de

(Helmut Viebrock (Hrsg.), Disraeli. Rede im Copyright Kristallpalast am 24. Juni 1872, Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Wiesbaden 1968, S. 13 ff. und S. 17; zit. nach Alter, S. 12/13)

Text 6: Joseph Chamberlain (1836-1914), britischer Kolonialminister 1895-1903, vor dem Royal Colonial Institute am 31. März 1897 über das wahre Konzept des Empire Copyright www.park-koerner.de

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Welches ist dieses Konzept? Was die sich selbstregierenden Kolonien anbelangt, so reden wir von ihnen nicht länger als von abhängigen Gebieten. Das Besitzgefühl hat dem Verwandtschaftsgefühl Platz gemacht. Wir denken und sprechen von ihnen, als wären es Teile von uns selbst, Teile des Britischen Reiches, mit uns vereint, wenn auch über die Welt verstreut, durch Bande der Verwandtschaft, der Religion, der Geschichte und der Sprache ...

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Im Original veränderbare Word-Dateien Aber das Britische Reich besteht nicht nur aus den sich selbstregierenden Kolonien und dem Vereinigten Königreich. Es umfasst ein viel größeres Gebiet und eine viel größere Menschenzahl in tropischen Regionen, wo europäische Ansiedlung nicht möglich ist und die eingeborene Bevölkerung den Weißen an Zahl weit überlegen ist. Doch auch hier hat sich die Reichsidee Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de gewandelt. Das Besitzgefühl ist vom Pflichtgefühl abgelöst worden. Wir fühlen nun, dass unsere Herrschaft über diese Gebiete nur durch den Nachweis gerechtfertigt werden kann, dass sie zum Glück und Wohlergehen der Völker beiträgt. Ich behaupte, dass unsere Herrschaft in der Tat Sicherheit, Frieden und bescheidenen wirtschaftlichen Wohlstand für Länder gebracht hat und bringt, die solche Segnungen bislang nie gekannt haben. Indem wir diese Zivilisationsarbeit ausführen, erfüllen wir das, was nach meiner Meinung unsere nationale Mission ist. Wir haben Raum gefunden für die Entfaltung jener Fähigkeiten und Qualitäten, die uns zu einer großen Herrschaftsrasse haben werden lassen. Ich sage nicht, dass Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de unser Erfolg in jedem Fall vollkommen war, und ich sage auch nicht, dass unsere Methoden immer einwandfrei waren. Doch ich sage, dass in jedem Fall, in dem die Herrschaft der Königin und die Pax Britannica durchgesetzt wurden, größere Sicherheit für Leben und Eigentum und eine materielle Verbesserung der Lebensbedingungen für die Masse der Bevölkerung die Folge waren. Zweifellos wurde im Anfangsstadium der Eroberungen Blut vergossen, gab es Opfer unter der eingeborenen Bevölkerung und, mehr noch, Opfer unter denen, die ausgesandt wurden, um diese Länder in eine disziplinierte Ordnung zu bringen. Doch man muss immer daran denken, dass das zu den Bedingungen derCopyright uns auferlegten Mission gehört ... Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de (Alter, S. 18/19)

Text 7: Aus einem Schreiben von Ferdinando Martini Copyright www.park-koerner.de

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Die Hoffnung, in den Kolonien Siedlungsgebiete für Auswanderer finden zu können, spielte in der italienischen Kolonialpolitik eine große Rolle. Der liberale Politiker und spätere Kolonialminister (1914-16) Ferdinando Martini (1894-1928) schrieb 1896:

Italien hat 108 Einwohner pro Quadratkilometer; in Frankreich sind es nur 73. Im Verhältnis zum Staatsgebiet übertreffen nur drei andere europäische Staaten Italien an Bevölkerungsdichte: Belgien, Holland und Großbritannien. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird Italien bald vonwww.park-koerner.de keinem Staat mehr übertroffen: in demwww.park-koerner.de Jahrzehnt zwischen 1871 und 1881 überstiegen die Copyright Copyright www.park-koerner.de Copyright Geburten die Todesfälle um sieben Prozent und in den folgenden zehn Jahren sogar um elf Prozent. Jährlich wandern Hunderttausende Bauern und Landarbeiter aus Italien aus (1). Ungeachtet dieses ungeheuren Aderlasses sieht sich das Land der Tatsache gegenüber, dass sein Platz unter den zivilisierten Völkern zum Nachteil seiner politischen und wirtschaftlichen Zukunft immer unbedeutender wird. In den letzten achtzig Jahren stieg die Zahl der englisch sprechenden Völker von 22 auf 90 Millionen, die Zahl der russisch sprechenden Völker von 50 auf 70 Millionen usw. bis hin zu den spanisch sprechenden Völkern, die 18 Millionen zählten Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright undwww.park-koerner.de jetzt 39 Millionen. Die italienisch sprechenden Völker haben sich andererseits nur von 20 auf 31 Millionen vermehrt, und diese Vergrößerung der Volkszahl vollzog sich fast ausschließlich in den geografischen Grenzen Italiens. Das überrascht nicht. Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als würden unsere Auswanderer den Namen, die Sprache und das Ansehen Italiens in fremden Ländern verbreiten, da alle oder fast alle in kulturell fortgeschrittene Gebiete gehen, vergessen spätestens ihre Söhne oder Enkel die Sprache ihrer Väter und Vorfahren, denn sie werden durch die kraftvollen Gastvölker angezogen und schließlich

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Im Original veränderbare Word-Dateien aufgesogen. Sie vergrößern nur die Bevölkerungszahl anderer Nationen. ... Deshalb müssen wir nach Afrika gehen und dort bleiben. So können wir unsere Auswanderer in unsere Kolonien senden, damit sie auch außerhalb Italiens Italiener bleiben und die Sprache und Lebensart Italiens bewahren. Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de ____________________ (1) Zahl der italienischen Auswanderer:

1881 1895 1890 1895

135.832 157.193 217.244 293.181

Personen " " "

(Ferdinando Martini, Cose Africane, Mailand 1896, S. 122 f.; zit. nach Alter, S. 36/37) Copyright www.park-koerner.de

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Text 8: Der Historiker und Politiker (Außenminister 1894-1898) Gabriel Hanotaux (1853-1944) in einem öffentlichen Vortrag im Institut de France am 25. Oktober 1901 In weniger als einem halben Jahrhundert wird die Welt aufgeteilt sein; die noch freien Länder Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de werden okkupiert und die neuen Grenzen definitiv gezogen sein. Für neue Expansionen wird kein Platz mehr sein, es sei denn, um den Preis schrecklicher Erschütterungen. Haben wir nicht gesehen, wie in weniger als einer Generation Afrika, das bis dahin jahrhundertelang vergessen und unwirtlich vor den Toren Europas lag, plötzlich ins allgemeine Blickfeld trat, sich Europa öffnete und sich den Gesetzen und Kalkülen des weltweiten Fortschritts unterwarf? ... Man möge mich recht verstehen: Es geht nicht allein um eine gewaltige Zurschaustellung von Eroberungen; es geht auch nicht um die Vergrößerung des öffentlichen und privaten Reichtums; es geht darum, über die Meere hinweg in gestern noch unzivilisierten Ländern Prinzipien Copyrightdie www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de einer Zivilisation auszubreiten, deren sich eine der ältesten Nationen der Erde sehr zu Recht rühmen kann; es geht darum, in unserem Umkreis und in weiter Ferne so viele neue Frankreichs zu schaffen wie möglich; es geht darum, inmitten der stürmischen Konkurrenz der anderen Rassen, die sich alle auf denselben Weg begeben haben, unsere Sprache, unsere Sitten, unser Ideal, den Ruf Frankreichs und des Romanentums zu bewahren. Copyright www.park-koerner.de

(Gabriel Hanotaux, L'Energie Française, Paris 1902, S. 361-365; zit. nach Alter, S. 25/26) Copyright www.park-koerner.de

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Text 9: Aufruf der Gesellschaft für deutsche Kolonisation vom April 1884 Seit 1980 begann sich die imperialistische Bewegung in den europäischen Staaten in Verbänden zu organisieren. Bekannte Beispiele sind die Primrose League (gegr. 1884) in England und das www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Comité de l'Afrique (gegr. 1891) Copyright in Frankreich. Die Gesellschaft für deutsche Kolonisation war Copyright www.park-koerner.de am 28. März 1884 gegründet worden. Im April 1884 wendet sie sich mit einem Aufruf, den der Afrikaforscher Carl Peters (1856-1918) verfasst hatte, an die Öffentlichkeit: Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, ist in Berlin eine Gesellschaft zusammengetreten, welche die praktische Inangriffnahme solchen Handelns als ihr Ziel sich gestellt hat. Die Gesellschaft für deutsche Kolonisation will in entschlossener und durchgreifender Weise die

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Im Original veränderbare Word-Dateien Ausführung von sorgfältig erwogenen Kolonisationsprojekten selbst in die Hand nehmen und somit ergänzend den Bestrebungen von Vereinigungen ähnlicher Tendenzen zur Seite treten. Als ihre Aufgabe stellt sie sich im Besonderem: 1. Beschaffung eines entsprechenden Kolonisationskapitals. Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de 2. Auffindung und Erwerbung geeigneter Kolonisationsdistrikte. 3. Hinlenkung der deutschen Auswanderung in diese Gebiete. Durchdrungen von der Überzeugung, dass mit der energischen Inangriffnahme dieser großen nationalen Aufgabe nicht länger gezögert werden darf, wagen wir es, mit der Bitte vor das deutsche Volk zu treten, die Bestrebungen unserer Gesellschaft tatkräftig zu fördern! Die deutsche Nation hat wiederholt bewiesen, dass sie bereit ist, für allgemein-patriotische Unternehmungen Opfer zu bringen: sie möge auch der Lösung dieser großen geschichtlichen Aufgabe ihre Beteiligung in tatkräftiger Weise zuwenden. Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Jeder Deutsche, dem ein Herz für die Größe und die Ehre unserer Nation schlägt, ist aufgefordert, unserer Gesellschaft beizutreten. Es gilt, das Versäumnis von Jahrhunderten gutzumachen; der Welt zu beweisen, dass das Volk mit der alten Reichsherrlichkeit auch den alten deutsch-nationalen Geist der Väter übernommen hat! (Abgedruckt in: Hermann Krätschell, Carl Peters 1856-1918. Ein Beitrag zur Publizistik des imperialistischen Nationalismus in Deutschland, Berlin 1959, S. 16 f.; zit. nach Alter, S. 27/28) Copyright www.park-koerner.de

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Text 10: Der Ministerpräsident Francesco Crispi (1819-1901) in der italienischen Abgeordnetenkammer am 12. Mai 1885 Meine Herren, Italien ist sehr spät in die Familie der großen Staaten eingetreten. Es hatte die Ehre, Amerika zu entdecken [Anm.: Anspielung auf den Geburtsort vonCopyright Christopher Kolumbus: www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Genua], doch es hatte nicht die Macht, dort auch seine Herrschaft zu errichten. Unsere alten Republiken [Anm.: Venedig, Genua] dehnten sich über die entfernten Meere Europas, Afrikas und Asiens aus, aber von ihren Eroberungen ist dort nicht mehr geblieben als Erinnerungen. Das neue Italien muss also alles von vorn beginnen; es muss sich im Innern festigen, und es muss seine Stellung gegenüber den anderen Völkern wiederaufbauen. Die Kolonien sind eine Notwendigkeit des modernen Lebens. Wir können nicht untätig bleiben, während die anderen Mächte alle noch unerforschten Teile der Welt besetzen. Bleiben wir untätig, machen wir uns eines großen Versäumnisses gegenüber unserem Vaterland schuldig, Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de denn wir würden für immer die Wege für unsere Schiffe, Märkte und Produkte versperren. Italien ... erlebt einen ständigen wirtschaftlichen Fortschritt. Es kann der Tag kommen, an dem wir leicht zugängliche und konkurrenzlose Märkte benötigen. Wir können uns nur behaupten, wenn wir unsere Fahne auf allen Weltmeeren zeigen ... Meine Herren, in den Staatsangelegenheiten zählen die Verdienste nicht nach Mark und Pfennigen. Die großen Nationen müssen sich in den verschiedenen Teilen der Welt zur Geltung bringen. Dies geschieht durch den Schutz ihres Handels und die Ausbreitung jener Kultur, an Copyright beteiligt www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de deren Triumph in der Welt wir unbedingt sein müssen. Copyright www.park-koerner.de (Francesco Crispi, Discorsi di Politica Estera, Rom 1888, S. 93; zit. nach Alter, S. 35/36)

Text 11:

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Im Original veränderbare Word-Dateien Gründungsaufruf des Allgemeinen Deutschen Verbandes (später Alldeutscher Verband) vom April 1891 In der Mitte von Europa gestellt und an seinen Grenzen bedroht von fremden und feindlichen Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Nationalitäten, bedarf das deutsche Volk mehr als alle anderen Völker der vollen und einheitlichen Zusammenfassung seiner Kräfte, um seine Unabhängigkeit nach außen und die Entfaltung seiner Eigenart im Innern zu sichern. Durch eig'ne Fehler und eine Reihe von weltgeschichtlichen äußeren Umständen ist Deutschland in dieser Zusammenfassung seiner nationalen Kraft um Jahrhunderte zurückgehalten und von fremden Völkern im Westen und Osten weit überholt worden. Erst die großen Kämpfe von 1866 und 1870 [Anm.: Gemeint sind der deutsch-österreichische und der deutsch-französische Krieg.] errangen die Schaffung des deutschen Einheitsstaates und Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de damit die Grundlage, auf welcher unser Volk den Wettbewerb mit anderen Nationen aufzunehmen vermag. Auf dieser Grundlage weiter zu bauen und unserm Volk die Weltstellung zu gewinnen, wie sie seinem Rang als europäischer Großmacht entspricht, das ist sowohl Aufgabe der Regierungen wie der Nation als solcher. Es würde falsch sein, anzunehmen, dass durch die Errungenschaften der letzten Kriege die politische Entwicklung Deutschlands bereits ihren endgültigen Abschluss erreicht hätte. Noch ist der Ausbau des nationalen deutschen Reiches nicht beendet, und über See genießt unsere Flagge noch nicht Copyright das Ansehen, wie es der ersten Kriegsmacht Europas zukommt. www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Noch immer taucht alljährlich der große Strom unserer Auswanderung in fremden Nationalitäten unter, um daselbst dauernd zu verschwinden, und ein unter allen Umständen sicheres Absatzgebiet für unsere Industrie fehlt uns, weil uns eig'ne aufnahmefähige Kolonien in angemessenem Umfange fehlen. In einem Zeitalter, wo alle Staatswesen mehr und mehr darauf bedacht sind, sich nach außen hin wirtschaftlich abzuschließen, birgt dieser Umstand eine ernste Gefahr für unsere gesamte Volkswirtschaft in sich! Wenn die praktische Lösung der angedeuteten Aufgaben in erster Linie der deutschen Politik anheimfällt, so vermag doch auchCopyright das Volk selbst in diesen Entwicklungsgang mit Copyrightbestimmend www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de einzugreifen ... Wenn ein ganzes Volk sich mit der Anschauung seiner großen geschichtlichen Aufgaben erfüllt und solche zum Gegenstand seines nationalen Wollens macht, findet es auch die Mittel und Wege, den Inhalt seiner Ideale zu verwirklichen. In solcher Überzeugung hat sich der "Allgemeine Deutsche Verband" begründet, welcher beabsichtigt, die Anschauungen unseres Volkes im Sinne seiner großen Weltaufgaben zu gestalten und darauf hinzuwirken, dass der weitere Gang der deutschen Entwicklung sich in der Richtung dieser Gesichtspunkte vollzieht. Der Zweck des Allgemeinen Deutschen Verbandes ist: www.park-koerner.de Copyright aller www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de 1. Belebung des vaterländischen Copyright Bewusstseins in der Heimat und Bekämpfung der nationalen Entwicklung entgegengesetzten Richtungen. 2. Pflege und Unterstützung deutsch-nationaler Bestrebungen in allen Ländern, wo Angehörige unseres Volkes um die Behauptung ihrer Eigenart zu kämpfen haben, und Zusammenfassung aller deutschen Elemente auf der Erde für diese Ziele. 3. Förderung einer tatkräftigen deutschen Interessenpolitik in Europa und über See. Insbesondere auch Fortführung der deutschen Kolonial-Bewegung zu praktischen Ergebnissen. Copyright www.park-koerner.de

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Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de (Abgedruckt in: Otto Bonhard, Geschichte des Alldeutschen Verbandes,

Leipzig/Berlin 1920, S. 248 f.; zit. nach Alter, S. 31/32)

Text 12: Aus dem Werk "Russland und Europa" von Nikolay Danilewskij

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Im Original veränderbare Word-Dateien Von großer programmatischer Bedeutung für den russischen Nationalismus war das 1869 erschienene Werk "Russland und Europa" des Biologen Nikolaj Danilewskij (1822-1885): Copyright www.park-koerner.de

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Das russische Volk sendet nicht wie die Bienenstöcke aus seiner Mitte Schwärme aus, die Zentren neuer politischer Gesellschaften bilden, wie die Griechen im Altertum und die Engländer in der Neuzeit. Russland hat nicht das, was "Besitzungen" genannt wird, wie Rom und wiederum England. Der russische Staat ist schon von den Zeiten der ersten russischen Fürsten an Russland selber, das sich allmählich und unaufhaltsam nach allen Seiten ausdehnt, in dem es die an es angrenzenden unbewohnten Flächen besiedelt und sich die in seine Staatsgrenzen eingeschlossenen fremdstämmigen Einwohner anpasst ... Gerade aus diesem Grunde hatte auch Russland niemals Kolonien, die von Dauer waren, und es Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de ist durchaus ein Irrtum, Sibirien für eine solche zu halten, wie das viele tun. Kolonisten, die aus dem Vaterlande auswandern, sogar freiwillig, nicht aus Zwang, verlieren rasch das enge Band mit ihm, erhalten rasch ihren besonderen Schwerpunkt, ihre besonderen Interessen, die häufig den Interessen des Mutterlandes entgegengesetzt oder sogar feindlich sind ... Bei den Ansiedlungen des russischen Volkes sehen wir nichts dergleichen. Wohin sich auch die Russen wandten ..., das Zentrum ihres völkischen Lebens bleibt gleichwohl das alte russische Moskau, die höchste Macht verkörpert sich nach wie vor in ihrer Vorstellung in der Person des russischen Zaren. Sie beeilen sich, ihm denwww.park-koerner.de Eid zu leisten, ihm die neuen Länderwww.park-koerner.de darzubringen, Copyright Copyright Copyright www.park-koerner.de die sie in Besitz nahmen, und in unmittelbare Verbindung mit dem russischen Reich zu treten ... Mit einem Wort: sie bilden nicht neue Zentren des russischen Lebens, sie erweitern vielmehr lediglich seinen unteilbaren Kreis. Deshalb geschehen auch neue Niederlassungen bloß an den Grenzen der Länder, die schon zum alten wirklichen Russland wurden ... Niederlassungen jenseits des Meeres oder durch beträchtliche Zwischenräume vom Mutterland getrennt, gelingen nicht, wenn sie auch die Regierung unter ihren Schutz nahm. Es glückte uns nicht mit den Kolonien in Amerika, und es glückte uns auch nicht ganz mit dem Amur. Einen solchen Charakter der Ansiedlung russischen Volkes, der in höchstem Maße der Copyright www.park-koerner.de Copyrightdes www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Einsicht und Ganzheit des russischen Reiches zugute kommt, entspricht auch die Anpassungskraft des russischen Volkes, welche in sein Fleisch und seinen Körper alle Fremdstämmigen verwandelt, mit denen es in Berührung kommt oder zusammenstößt - natürlich, wenn dem kein Hindernis entgegengestellt wird durch fehlerhafte Maßnahmen der Regierung. (Nikolaj Danilewskij, Russland und Europa. Eine Untersuchung über die kulturellen und politischen Beziehungen der slawischen zur germanisch-romanischen Welt, dt. Übers. von K. Nötzel, Stuttgart und Berlin 1920, S. 297 ff.; zit. nach Alter, S. 40/41)

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Text 13: J.R. Seeley, 1883 (siehe auch Text 2) Copyright www.park-koerner.de

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Das alte Kolonialsystem ist verschwunden, aber kein klar durchdachtes System ist an seine Stelle getreten. Die alte falsche Theorie hat sich überlebt, aber welches ist nun das Richtige? Es gibt nur eine Möglichkeit: wenn unsere Kolonien nicht, wie es früher hieß, englischer Besitz sind, dann müssen sie ein Teil von England sein, und nach dieser Anschauung müssen wir handeln. Wir müssen es uns ernstlich abgewöhnen, England als eine Insel an der Nordwestküste Europas zu betrachten ... Es darf nicht mehr heißen, dass Auswanderer, die in die Kolonien gehen,

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Im Original veränderbare Word-Dateien England verlassen und ihm verloren sind ... Lernen wir nur erst, das ganze Imperium als Einheit aufzufassen und England zu nennen, dann haben wir hier auch "Vereinigte Staaten". Auch hier ist ja ein großes einheitliches Volk, eins durch Blut, Sprache, Religion und Gesetz, aber über ein grenzenloses Gebiet zerstreut. Es ist wohl durch starke ethische Bande zusammengehalten, aber Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de ihm fehlt eine eigentliche Verfassung, die wirklich schweren Erschütterungen standhalten kann. Wenn uns aber Zweifel kommen, ob es überhaupt ein Mittel geben kann, das so weit voneinander entfernte Gemeinwesen zusammenhält, dann müssen wir uns nur die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika vor Augen halten. Dort hat man dies Mittel gefunden und die Aufgabe gelöst. (John Robert Seeley, Die Ausbreitung Englands, dt. Übers. Berlin und Frankfurt/M. 1954, S. 16 f., S. 81, S. 158; zit. nach Alter, S. 16) Copyright www.park-koerner.de

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Text 14: Carl Peters, 1884 (siehe auch Text 9) Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de bei der Verteilung der Erde, wie sie vom Ausgang des 15. Jahrhunderts bis auf unsere Tage hin stattgefunden hat, leer ausgegangen. Alle übrigen Kulturvölker Europas besitzen auch außerhalb unseres Erdteils Stätten, wo ihre Sprache und Art feste Wurzel fassen und sich entfalten kann. Der deutsche Auswanderer, sobald er die Grenzen des Reiches hinter sich gelassen hat, ist ein Fremdling auf ausländischem Grund und Boden. Das Deutsche Reich, groß und stark durch die mit Blut errungene Einheit, steht da als die führende Macht auf dem Kontinent von Europa: seine Söhne in der Fremde müssen sich überall Nationen einfügen, welche der unsrigen entweder gleichgültig oder geradezu feindlich gegenüberstehen. Der große Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Strom deutscher Auswanderung taucht seit Jahrhunderten in fremde Rassen ein, um in ihnen zu verschwinden. Das Deutschtum außerhalb Europas verfällt fortdauernd nationalem Untergang. In dieser, für den Nationalstolz so schmerzlichen Tatsache liegt ein ungeheurer wirtschaftlicher Nachteil für unser Volk! Alljährlich geht die Kraft von etwa 200.000 Deutschen unserem Vaterland verloren! Diese Kraftmasse strömt meistens unmittelbar in das Lager unserer wirtschaftlichen Konkurrenten ab und vermehrt die Stärke unserer Gegner. Der deutsche Import von Produkten tropischer Zonen geht von ausländischen Niederlassungen aus, wodurch jährlich vielewww.park-koerner.de Millionen deutschen Kapitals an fremde Nationen verlorengehen!Copyright Der deutsche Export ist Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright abhängig von der Willkür fremdländischer Zollpolitik. Ein unter allen Umständen sicherer Absatzmarkt fehlt unserer Industrie, weil eigene Kolonien unserem Volke fehlen. Copyright Die www.park-koerner.de deutsche Nation ist

(Alter, S. 27)

Textwww.park-koerner.de 15: Copyright

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Cecil Rhodes, 1877 Der Kolonialpolitiker und spätere Ministerpräsident der Kapkolonie Cecil Rhodes (1853-1902) schrieb 1877:

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Im Original veränderbare Word-Dateien Ich behaupte, dass wir die erste Rasse in der Welt sind und es für die Menschheit um so besser ist, je größere Teile der Welt wir bewohnen. Ich behaupte, dass jedes Stück Land, das unserem Gebiet hinzugefügt wird, die Geburt von mehr Angehörigen der englischen Rasse bedeutet, die sonst nicht ins Dasein gerufen worden wären. Darüber hinaus bedeutet es einfach das Ende aller Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Kriege, wenn der größere Teil der Welt in unserer Herrschaft aufgeht ... Die Förderung des Britischen Empire, mit dem Ziel, die ganze zivilisierte Welt unter britische Herrschaft zu bringen, die Wiedergewinnung der Vereinigten Staaten, um die angelsächsische Rasse zu einem einzigen Weltreich zu machen: Was für ein Traum! Aber dennoch ist er wahrscheinlich. Er ist realisierbar ... Da (Gott) sich die englisch sprechende Rasse offensichtlich zu seinem auserwählten Werkzeug geformt hat, durch welches er einen auf Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden gegründeten Zustand der Gesellschaft hervorbringen will, muss es auch seinem Wunsch entsprechen, dass ich alles in Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de meiner Macht Stehende tue, um jener Rasse so viel Spielraum und Macht wie möglich zu verschaffen. Wenn es einen Gott gibt, denke ich, so will er daher eines gern von mir getan haben: nämlich so viel von der Karte Afrikas britisch-rot zu malen wie möglich und anderswo zu tun, was ich kann, um die Einheit der englischsprechenden Rasse zu fördern und ihren Einflussbereich auszudehnen. (The Last Will und Testament of Cecil J. Rhodes, hrsg. von William T. Stead, London 1902, S. 58 f. und S. 98; zit. nach Alter, S. 14) Copyright www.park-koerner.de

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Text 16: Der Premierminister Lord Salisbury (1830-1903) in der Londoner Albert Hall im Mai 1898 Man kann die Nationen der Welt Copyright verallgemeinernd in lebende und sterbende Völker einteilen. Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Einerseits gibt es große Länder mit enormer Macht, deren Einfluss, Reichtum, Herrschaftsgebiet und Perfektion ihrer staatlichen Organisation immer noch zunehmen. Die Eisenbahnen haben sie in die Lage versetzt, ihre ganze militärische Kraft an jedem beliebigen Punkt konzentrieren und Armeen von einer Größe und Macht aufstellen zu können, von der frühere Generationen niemals geträumt haben. Die Wissenschaft hat diesen Armeen Waffen in die Hände gegeben, die in ihrer Zerstörungskraft immer furchtbarer werden ... Doch neben diesen großen Ländern gibt es Gesellschaften, die ich nur als sterbend charakterisieren kann ... Es sind meist nichtchristliche Gesellschaften ... In diesen Staaten schreiten Auflösung und Verfall fastCopyright so schnell voran wie das Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Anwachsen der Macht bei den lebenden Nationen neben ihnen ... Die schwachen Staaten werden schwächer, die starken Staaten werden noch stärker. Man braucht kein Prophet zu sein, um den unvermeidlichen Ausgang dieses gegenläufigen Prozesses vorherzusagen ...: Die lebenden Nationen werden das Gebiet der sterbenden Nationen allmählich in Besitz nehmen, und die Konflikte, die unter den zivilisierten Nationen bestehen, werden binnen kurzem auch dort ausgetragen werden.

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(The Times, 5. Mai 1898; zit. nach Alter, S. 18) Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de

Text 17: Joseph Chamberlain, 1897

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Im Original veränderbare Word-Dateien (siehe auch Text 6) Wir haben eine gigantische Aufgabe übernommen, als wir uns entschlossen, das Zepter des Imperiums in die Hand zu nehmen. Groß ist die Aufgabe, groß ist die Verantwortung, aber groß Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de ist auch die Ehre; und ich bin davon überzeugt, dass das Gewissen und der Geist des Landes den Verpflichtungen voll gerecht werden und wir die Kraft haben werden, die Mission zu erfüllen, die unsere Geschichte und unser Nationalcharakter uns auferlegt haben ... Wir wollen eine engere und stärkere Einigung unter allen Gliedern der großen britischen Rasse fördern, und in dieser Hinsicht haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht ... Es scheint mir ein Zeichen unserer Zeit zu sein, dass sich die Macht in den Händen der größeren Reiche konzentriert und die kleineren Königreiche - jene, die nicht expandieren - in eine zweitrangige Rolle zurückfallen. Wenn jedoch das Größere Britannien geeint bleibt, wird es von Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de keinem anderen Reich der Welt an Fläche, Bevölkerung, Reichtum und der Mannigfaltigkeit seiner Hilfsquellen übertroffen werden können. (Charles W. Boyd (Hrsg.), Mr. Chamberlain's Speeches, Bd. 2, London 1914, S. 2-5; zit nach Alter, S. 19)

Copyright Textwww.park-koerner.de 18:

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Aus einer Rede des Earl of Carnarvon (1831-1890) nach seinem Ausscheiden aus der Regierung Disraeli, der er von 1874-1878 als Kolonialminister angehörte, gehalten am 5. November 1878 in Edinburgh Wenn wir die Blicke auf unser bei weitem größeres Reich in Übersee und seine Bewohner richten ..., erweitern sich die Grenzen und die Maßstäbe. Es entsteht ein weites und edles Bild; der Geist verliert sich im Nachsinnen über das, was unter der wohltätigen Herrschaft Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Großbritanniens steht ... Da sehen wir Völker, die um die Errichtung einer höheren Kulturstufe ringen, für die die Überwindung von Sklaverei nur der Vorgeschmack auf die weit höheren Werte von Freiheit und Fortschritt ist, die sie vielleicht einmal gewinnen werden. Wir sehen große Völkerschaften wie diejenigen Indiens, die wie Kinder im Schatten von Unwissen, Armut und Leiden sitzen und von uns Führung und Hilfe erwarten. Uns ist die Aufgabe zugefallen, ihnen weise Gesetze, gute Regierung und ein geordnetes Finanzwesen zu geben, die erst das Fundament eines gedeihlichen menschlichen Zusammenlebens schaffen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen ein politisches System zu geben, in dem der Geringste wie der Höchste aufwww.park-koerner.de der Copyright www.park-koerner.de Copyright Copyright www.park-koerner.de gesellschaftlichen Stufenleiter frei von Unterdrückung und Benachteiligung leben kann, in dem religiöse und moralische Erleuchtung bis in die dunkelsten Hütten dringen kann. Das ist die wahrhaftige Erfüllung unserer Pflichten; das - und ich wiederhole es - ist die wahre Stärke und Bedeutung des Imperialismus. (Abgedruckt in: C.C. Eldridge, Englands's Mission, The Imperial Idea in the Age of Gladstone and Disraeli 1868-80, London 1973, S. 240 f.; zit. nach Alter, S. 14/15) Copyright www.park-koerner.de

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Text 19: Die Zirkulardepesche

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Im Original veränderbare Word-Dateien Die Motive der russischen Expansion in Asien hat der Außenminister A.M. Gortschakow (17981883) in einer berühmten Zirkulardepesche vom 3. Dezember 1864 an die Großmächte in klassischer Weise dargestellt: Copyright www.park-koerner.de

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Die Situation Russlands in Zentralasien ist die aller zivilisierter Staaten, welche sich in Kontakt mit nomadisierenden, halbwilden Völkerschaften ohne feste Organisation befinden. Die Sicherheit der Grenzen und des Handels verlangt in solchem Falle, dass der zivilisierte Staat ein gewisses Übergewicht über seine Nachbarn ausübe. Zunächst sind die Einfälle und Plünderungen zurückzuweisen. Um denselben ein Ende zu machen, ist man genötigt, die Grenzbevölkerung zu einer mehr oder minder direkten Unterwerfung zu zwingen. Ist dies Resultat erreicht, so nehmen die Grenzbewohner ruhigere und sesshaftere Gewohnheiten an, dafür werden sie aber nunmehr von ferner lebenden Stämmen beunruhigt. Der Staat ist verpflichtet, jene zu schützen, diese zu Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de züchtigen. Daraus entspringt die Notwendigkeit entfernter, kostspieliger, sich stets wiederholender Expeditionen gegen einen Feind, den seine Organisation eigentlich unangreifbar macht. Jeder Schritt vorwärts führt zu neuen Schritten, jede überwundene Schwierigkeit zu neuen Schwierigkeiten. Ein Rückschreiten aber gibt es nicht, weil die Asiaten das für Schwäche ansehen würden. Sie achten nur die fühlbare und greifbare Gewalt ... Das war das Los aller Staaten, die den gleichen Bedingungen unterlagen. Die Vereinigten Staaten in Amerika, Frankreich in Afrika, Holland in seinen Kolonien, England in Ostindien - alle ließen sich weniger aus Ehrgeiz als aus unbedingter Notwendigkeit unaufhörlich vorwärts reißen aufwww.park-koerner.de diesem Wege, Copyright www.park-koerner.de Copyright Copyright www.park-koerner.de wo die größte Schwierigkeit in der Fähigkeit besteht, stehen zu bleiben. (Auszugsweise abgedruckt in: Otto Hoetzsch, Russland in Asien, Geschichte einer Expansion, Stuttgart 1966, S. 27; zit. nach Alter, S. 39/40)

Text 20: Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Rede Lord Roseberys (1847-1929), des späteren Premierministers, am 1. März 1893 im Royal Colonial Institute anlässlich seines 25-jährigen Bestehens

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Seit 1868 ist das Empire gewaltig schnell gewachsen. Das ist ein Vorgang, den vielleicht nicht jedermann mit ungeteilter Genugtuung beobachtet hat ... Wir dürfen behaupten, dass jeder Landstrich, den wir zivilisiert haben, ... zu Recht ein Teil unseres Empire geworden ist. Wir dürfen behaupten, dass wir das Empire aufgrund eines unbestreitbaren Rechtstitels besitzen. Aberwww.park-koerner.de die Ausdehnung unseres Empire wirdwww.park-koerner.de noch aus einem anderen Grund heftigwww.park-koerner.de angegriffen, Copyright Copyright Copyright und diese Angriffe kommen nicht von jenseits unserer Grenzen. Es wird gesagt, dass unser Empire bereits groß genug sei und keiner weiteren Ausdehnung mehr bedürfe. Dies wäre in der Tat richtig, wenn die Welt unbegrenzt ausdehnungsfähig wäre; doch unglücklicherweise ist sie es nicht. Wir sind im Augenblick damit beschäftigt, "Schürfrechte für die Zukunft abzustecken", wie es in der Sprache der Bergleute heißt. Was wir ins Auge zu fassen haben, ist nicht, was wir im gegenwärtigen Augenblick nötig haben, sondern was wir in Zukunft einmal nötig haben werden. Wir haben in Erwägung zu ziehen, welche Länder entweder von uns oder gegebenenfalls Copyright www.park-koerner.de Copyright vonwww.park-koerner.de einer anderen Nation entwickelt werden müssen, und wir dürfen dabei nichtwww.park-koerner.de vergessen, dass Copyright es ein Teil unserer Verantwortlichkeit und der uns überkommenen Verpflichtung ist, dafür Sorge zu tragen, dass die Welt, soweit sie von uns geprägt werden kann, angelsächsischen und nicht einen anderen Charakter erhält ... Wir müssen die Blicke ... auf die Zukunft des Volkes richten, dessen Treuhänder wir gegenwärtig sind, und meiner Meinung nach würden wir bei der Erfüllung der Aufgabe, die uns auferlegt worden ist, völlig versagen, wenn wir vor der Verantwortung zurückschrecken und den

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Im Original veränderbare Word-Dateien Anteil nicht annehmen sollten, der uns im Zuge der Aufteilung der Welt zufällt, eines Prozesses, den wir nicht unsererseits in Gang gesetzt haben, sondern der uns aufoktroyiert worden ist. (The Times, 2. März 1893; zit. nach Alter, S. 17)

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Text 21: Paul Leroy Beaulieu über Frankreichs Kolonialpolitik In der Agitation für eine Kolonialpolitik Frankreichs spielte der Publizist Paul Leroy-Beaulieu (1843-1916) eine führende Rolle. Sein 1874 erschienenes Buch "De la Colonisation Chez les Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Peuples Modernes" erlebte mehrere Auflagen. Die große Nützlichkeit der Kolonien liegt nicht allein darin, dass sie als Auffangbecken für den Bevölkerungsüberschuss der Metropole dienen, und auch nicht darin, dass sie für deren überschüssige Kapitalien ein Betätigungsfeld unter besonders rentablen Bedingungen eröffnen. Darüber hinaus wird durch sie der Handel des Mutterlandes zu dynamischer Entfaltung angeregt, wird die Industrie aktiviert und in Gang gehalten; die Bevölkerung des Vaterlandes, Industrielle, Arbeiter und Verbraucher, erlangen durch sie wachsende Profite, Löhne und Annehmlichkeiten Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de ... Die Vorteile, von denen wir bislang gesprochen haben, sind allgemein und für alle vorhanden, nicht nur für die Mutterländer, sondern für alle zivilisierten Länder ... Aber gibt es nicht für die Metropolen besondere Vorteile, welche aus ihrem besonderen Verhältnis zu den von ihnen gegründeten und unterhaltenen Kolonien resultieren? Es scheint uns unbezweifelbar zu sein, dass die Metropolen einen besonderen Nutzen aus ihren Kolonien ziehen; erstens sind es Kapitalien der Metropole, die dort arbeiten; auf diesem produktiveren Feld erzielen sie eine höhere Verzinsung. Die Lage ihrer Besitzer, von denen zweifellos eine große Anzahl imwww.park-koerner.de Mutterland Copyright Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de geblieben ist, wird auf diese Weise verbessert. Darüber hinaus gibt die Gemeinschaft von Sprache, Gewohnheiten und Traditionen selbst im freien Kolonialhandel der Metropole eine Überlegenheit über alle fremden Nationen. Die Kolonisten bewahren über eine lange Zeit hinweg die Sitten und Neigungen des Mutterlandes. Mit Vorliebe beziehen sie ihre Gebrauchsgegenstände von dort; ihre Beziehungen zu ihrem Land sind von einer Vertrautheit geprägt, die sie selten im Verhältnis zu anderen Nationen entwickeln. Selbst wenn das koloniale Band zerrissen ist, bleiben die nationalen Sitten und Neigungen bestehen ... Die www.park-koerner.de expansive Kraft eines Volkes,Copyright seine Fähigkeit zur Fortpflanzung, seine Ausweitung und www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright Vervielfachung über räumliche Grenzen hinweg, liegt in der Kolonisation. Sie ist die Unterwerfung des gesamten oder eines Teils des Universums unter seine Sprache, Sitten, Ideen und Gesetze. Ein Volk, das kolonisiert, ist ein Volk, welches das Fundament für seine Größe in der Zukunft und für seine künftige Suprematie legt. Alle lebendigen Kräfte der kolonisierenden Nation erfahren eine Intensivierung durch diese Ausbreitung ihrer überschüssigen Energien. Materiell gesehen wird die Zahl der Individuen, welche die Rasse bilden, grenzenlos vermehrt. Die Menge neuer Ressourcen, neuer Erzeugnisse, bislang unbekannter Tauschwerte, welche www.park-koerner.de Copyright Copyright www.park-koerner.de einen Anreiz für die Industrie desCopyright Mutterlandes darstellen, ist unermesslich. Daswww.park-koerner.de Betätigungsfeld für die Kapitalien der Metropole und der Raum, der sich der Aktivität ihrer Bürger eröffnet, sind unendlich ... Welchen Blickwinkel man auch einnehmen mag, ob man sich der Sphäre der Wohlfahrt und der materiellen Kräfte oder der Sphäre politischen Ansehens und Einflusses zuwendet, oder aber ob man höher zielt und die geistige Größe eines Volkes ins Auge fasst, so ist doch in jedem Fall eines unzweifelhaft wahr: Das Volk, welches am meisten kolonisiert, nimmt

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Im Original veränderbare Word-Dateien den ersten Platz ein, und wenn dies heute noch nicht so ist, so wird dies mit Sicherheit morgen der Fall sein. (Paul Leroy-Beaulieu, De la Colonisation chez les Peuples Modernes,

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Copyright www.park-koerner.de www.park-koerner.de 3. Aufl. Paris 1886, S. 644, S. 648 f., S. Copyright 748 f.; zit. nach Alter, S. 20/21)

Text 22: Schreiben von Sergey Witte an Alexander III. Der bedeutende Politiker Sergej Witte (1849-1915), Finanzminister (1892-1903) und Erbauer Copyright Zar Alexander III. www.park-koerner.de (1845-1894):

Copyright Copyright der www.park-koerner.de transsibirischen Eisenbahn, schrieb imwww.park-koerner.de Februar 1893 an

Wenn Russland im Besitz der Länder zwischen den Uferns des Pazifik und des Himalaja ist, wird es nicht nur die Geschichte Asiens, sondern auch die Europas bestimmen. Russland steht am Rande dieser beiden so verschiedenen Welten und verkörpert deshalb eine Welt für sich. Sein unabhängiger Platz in der Familie der Völker und seine besondere Rolle in der Weltgeschichte ergeben sich nicht nur aus seiner geografischen Lage, sondern vor allem aus dem eigenständigen Charakter seiner politischen und kulturellen Entwicklung. Diese Entwicklung ist das Ergebnis Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright der www.park-koerner.de lebendigen gegenseitigen Beeinflussung und der harmonischen Verbindung von drei Elementen, die ihre volle schöpferische Kraft nur in Russland entfaltet haben. Diese Elemente sind: erstens, die Rechtgläubigkeit, die den wahren Geist des Christentums rein erhält und die Grundlage aller Erziehung ist; zweitens, die Autokratie als die Grundlage des staatlichen Lebens; drittens, das russische Nationalgefühl als Grundlage für den inneren Zusammenhalt des Staates, ein Nationalgefühl, das ein starkes geeintes Zentrum schafft, jedoch frei ist von nationalistischer Ausschließlichkeit und sich durch die außerordentliche Fähigkeit zu friedlicher Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Rassen und Völkern auszeichnet. Auf diesen Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Grundlagen wurde das große Gebäude russischer Macht errichtet, und es ist deshalb für Russland unmöglich, mit dem Westen verschmolzen zu werden. Gleichzeitig ist Russland bereits seit langem unter den asiatischen Völkern als der Träger christlicher Ideale aufgetreten. Es bemüht sich um die Verbreitung der Prinzipien christlicher Erleuchtung unter ihnen, und zwar nicht unter der Fahne der Europäisierung, sondern in der Befolgung seiner eigenen besonderen Mission. Mit einem Wort: Im Asiatischen Osten hat Russland seit langem die Mission kultureller Erleuchtung im Geiste jener Prinzipien auf sich genommen, die seiner eigenen Entwicklung einen besonderen Charakter gegeben haben. Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de (Abgedruckt in: Theodore H. v. Laue, Sergei Witte and the Industrialization of Russia, New York und London 1963, S. 87 f.; Alter, S. 43/44)

Text 23: Über die englische französische Kolonialpolitik Copyrightund www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de

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Durch die Entwicklung der Dampfschiffahrt ... wurden die Kontinente einander nähergerückt ... Während 1825 das erste ausschließlich mit Dampfkraft betriebene Schiff für die Fahrt von England nach Indien noch 113 Tage brauchte, genügte 75 Jahre später ein Fünftel der Zeit. Dampfschiffe von Europa nach Asien waren unabhängig von den Passatwinden und brauchten nicht wie Segelschiffe den Umweg über den Südatlantik zu fahren ... Das Dampfschiff

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Im Original veränderbare Word-Dateien revolutionierte die Struktur des Überseehandels. Die Segelschiffahrt war auf den Verkehr mit hochwertigen Gütern, wie Edelmetalle, Gewürze und Seide, beschränkt. Mit dem Dampfschiff konnten nun auch Massengüter, wie Kohle, Getreide und Erdnüsse, wirtschaftlich über große Entfernungen hinweg befördert werden. Der Welthandel expandierte in riesenhaftem Umfang. Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Mit der Durchstechung der Landenge von Suez im Jahre 1869 verlagerte sich der Handelsweg zwischen Europa und Asien von der Kap-Route ins Mittelmeer und Rote Meer sowie auf die alten Überlandwege im Nahen Osten. Der Bau des Suez-Kanals, eine damals bewunderte und gefeierte technische Großtat, steht nun schon in einem engen Zusammenhang mit imperialistischen Aktionen: mit dem Festsetzen Englands, Frankreichs und Italiens an der Ostküste Afrikas seit dem Ende der sechziger Jahre und mit der Okkupation Ägyptens durch England im Jahre 1882. Obwohl die englische Regierung unter Palmerston gegen den Bau des Kanals durch den Franzosen Ferdinand de Lesseps gearbeitet hatte, wurde die Kanalroute Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de schließlich zur wichtigsten, daher aber auch empfindlichsten Verbindungslinie Englands mit seinem indischen Empire. Während 1870 erst 486 Schiffe den Kanal benutzten, war er 1882 mit 3.000 Schiffen bereits ausgelastet. Von diesen fuhren fast vier Fünftel unter englischer Flagge ... Neben dem Suezkanal hat, was die technische Revolution betrifft, vor allem der Eisenbahnbau anstoßbildend auf den klassischen Imperialismus gewirkt. Es ist wichtig, einen Unterschied zu machen zwischen dem Eisenbahnbau als Instrument des Imperialismus, was er in der kolonialen Erschließungsphase nach der Jahrhundertwende in der Regel war, und als Antrieb, den er in der Phase der Landnahme nach 1880 Copyright darstelltewww.park-koerner.de ... Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Nach 1869 wurde allenthalben mit dem Bau ozeanverbindender Linien begonnen. In den Vereinigten Staaten verschwand die "Frontier" durch die Anlage weiterer Strecken zwischen den beiden Küsten; damit waren die Voraussetzungen für eine Belebung des Handels mit dem Fernen Osten gegeben. Kanada eröffnete 1885 seine erste Transkontinentale. Zwischen 1891 und 1905 wurde die längste Linie dieser Art, die Transsibirische Eisenbahn, gebaut. Im europäischen Russland und im westlichen Sibirien hatte sie zwar eine vorrangige wirtschaftliche Bedeutung, je weiter sie aber nach Osten vorstieß, desto stärker wurde ihr strategisch-imperialistischer Charakter. Sie wurde zum wichtigsten Instrument Russlands in der Auseinandersetzung mit Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de seinem imperialistischen Rivalen im Fernen Osten, Japan. Sie diente gleichsam als Speerspitze bei der politischen Durchdringung der Mandschurei und Nordchinas. China wurde in der Folgezeit zum wichtigsten Tummelplatz der imperialistischen Mächte im Eisenbahnbau. Dem privaten Kapital erschien es weit attraktiver als Afrika, weil seine Bevölkerungsdichte eine größere Rentabilität erhoffen ließ ... Im Nahen Osten bildete die Bagdad-Bahn die wirksamste Antriebskraft und das wichtigste Instrument des Imperialismus. Deutschland war hier die tonangebende Macht. 1869 zunächst als Copyright www.park-koerner.de Copyrightund www.park-koerner.de Copyright reinewww.park-koerner.de Finanzoperation durch den Finanzmann Baron Hirsch zwischen Sarajevo Konstantinopel begonnen, wurde sie in ihrer Fortsetzung auf asiatischem Boden sichtbarster Ausdruck der deutschen Mitteleuropa-Idee und des Gedankens eines Großraumes zwischen Berlin und Bagdad. Ihre strategische Bedeutung bestand in der tatsächlichen und imaginären Bedrohung Indiens. Daneben diente sie dem türkischen Subimperialismus dazu, die auseinanderstrebenden Teile des Osmanischen Reiches, besonders in den arabischen Gebieten, wieder zusammenzufügen und dem Reichskörper ein eisernes Rückgrat einzuschieben. Afrika war der einzige Kontinent, wo die Pläne zum Bau von Transkontinentalen in der Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Copyright www.park-koerner.de Hauptsache auf dem Papier stehen blieben. Ihr Charakter als Antriebskraft für imperialistische Aktionen, das heißt für politisch-territoriale Annexionen, lässt sich aber, gerade weil sie nicht Wirklichkeit wurden, in reinerer Form nachweisen als bei den genannten Fällen, bei denen Impulsauslösung und Instrumentalfunktion ineinander übergehen. Es handelt sich um die Pläne einer Transsahara- und Transafrika-Eisenbahn sowie einer Kap-Kairo-Verbindung. Sie sind vorzügliche Manifestationen des Großraum-Gedankens des imperialistischen Zeitalters, in der Person Cecil Rhodes', des leidenschaftlichen Förderers der Kap-Kairo-Linie (1), sogar eines

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Im Original veränderbare Word-Dateien Großraumwahnes, der in dem bekannten Wort des Imperialisten zum Ausdruck kommt: "I would annex the planets if I could." ____________________

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(1) Seit Cecil Rhodes war der Versuch, zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und Ägypten ein zusammenhängendes Kolonialreich zu schaffen, ein charakteristischer Grundzug britischer Kolonialpolitik in Afrika. (Winfried Baumgart, Der Imperialismus. Idee und Wirklichkeit der englischen und französischen Kolonialexpansion 1880-1914, Wiesbaden 1975, S. 16 und S. 18 ff.; zit. nach Alter, S. 7-9) Copyright www.park-koerner.de

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