Einflussfaktoren und Möglichkeiten zur Optimierung der

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Einflussfaktoren und Möglichkeiten zur Optimierung der Konzernsteuerquote - Ein internationaler Vergleich - 58. Deutscher Betriebswirtschafter-Tag Be...

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Einflussfaktoren und Möglichkeiten zur Optimierung der Konzernsteuerquote - Ein internationaler Vergleich -

58. Deutscher Betriebswirtschafter-Tag Berlin 28. September 2004 Christoph Spengel Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW http://wiwi.uni-giessen.de/home/steuerlehre/ Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

1

Konzernsteuerquote !

IAS 12: Entwicklung einer Konzernsteuerquote in nach internationalen Grundsätzen aufgestellten Konzernabschlüssen earnings per share

Konzernsteuerquote ETR !

Reingewinn nach Steuern Ausstehend e Aktien

Relevanz " " " " "

!

=

Nachweis eines Zusammenhangs zwischen (hohem) KGV und (niedriger) Konzernsteuerquote in den USA Kapitalmarktteilnehmer: Effizienz der unternehmerischen Steuerpolitik Unternehmensleitung: Beurteilung des Erfolgs der Steuerabteilung Steuerabteilung: Kontroll- und Steuergröße im Rahmen der Steuerplanung EU-Verordnung zur Anwendung von IAS/IFRS im Konzernabschluss ab 2005

Konsequenz "

Senkung der Konzernsteuerquote im Interesse der Kapitalmarktteilnehmer, der Unternehmensleitung und der Steuerabteilung (kein Zielkonflikt) Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

2

Einflussfaktoren und Möglichkeiten zur Optimierung der Konzernsteuerquote - Gliederung 1. Fragestellung und Zielsetzung 2. Ermittlung, Determinanten und Aussagefähigkeit der Konzernsteuerquote 3. Entwicklung der Konzernsteuerquoten und Ertragsteuersätze im internationalen Vergleich (1988-2002) 4. Analyse ausgewählter nichtsteuerlicher Einflussfaktoren 5. Thesen Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

3

2 Ermittlung, Determinanten und Aussagefähigkeit der Konzernsteuerquote ETR =

Tatsächlicher + latenter Steueraufwand des Konzerns . 100 Konzernergebnis vor Steuern

Steuerliche Determinanten (tax drivers) ! ! ! !

Steuerarten: Nur Ertragsteuern, keine Substanz- und Verkehrsteuern Ertragsteuersätze: Tarifbelastung (z.B. KSt, SolZ und GewSt) Körperschaftsteuersystem: Nur soweit Tarifbelastung mit Ausschüttung variiert (Systeme mit gespaltenem Satz, Dividendenabzugsverfahren, Anrechnungsverfahren mit Ausschüttungsbelastung) Bemessungsgrundlagen: Kompensatorische Wirkung latenter Steuern, da undiskontierte Steuerabgrenzung zeitlich begrenzter Differenzen (temporary differences) zwischen handelsrechtlichem und steuerlichem Ergebnis " "

temporary differences: Irrelevanz von Unterschieden im Rahmen der laufenden Gewinnermittlung (Abschreibungen, Rückstellungen etc.) Keine Abgrenzung von „permanent differences“: U.a. Relevanz von steuerfreien Erträgen und nichtabzugsfähigen Betriebsausgaben Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

4

2 Ermittlung, Determinanten und Aussagefähigkeit der Konzernsteuerquote Aussagefähigkeit und Implikationen !

Vergangenheitsorientierte Kennzahl, die Konzernsteuern ins Verhältnis zum Konzernergebnis setzt (weltweit) " "

!

Unvollständige Erfassung steuerlicher Einflussfaktoren " "

!

Keine Aussagen über standortabhängige Steuerbelastungen Keine „perfekte“ Maßgröße zur Beurteilung der effektiven Steuerbelastung Zentraler Steuertreiber: Nominale Ertragsteuersätze (Mischsteuersätze) Problematisch: Zwischenstaatliche und zwischenbetriebliche Vergleiche

Implikationen: "

Faktische Relevanz für Kapitalmarktteilnehmer, Unternehmensleitung sowie Steuerabteilung (s.o.)

"

Paradigmenwechsel bei betrieblicher Steuerplanung: Minimierung der Konzernsteuerquote an Stelle des Steuerbarwerts

"

Interdependenzen zwischen Steuerabteilung, Rechnungswesen und operativen Einheiten des Konzerns Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

5

3 Entwicklung der Konzernsteuerquoten und Ertragsteuersätze im internationalen Vergleich (1988-2002) Datenbasis Konzernsteuerquote !

Worldscope Disclosure Datenbank (Stand: Juli 2003)

!

Auswahl: Je 310 Konzernabschlüsse börsennotierter Unternehmen in den Jahren 1988 bis 2002 "

Deutschland: DAX 30

"

Frankreich: CAC 40

"

Großbritannien: FTSE 100

"

Niederlande: AEX 25

"

USA: DJ Composite 65

"

EU Blue Chips: DJ STOXX 50

!

Unternehmen, die am Ende des Kalenderjahrs im Index enthalten waren

!

Mediane eines Landes Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

6

3.1 Konzernsteuerquoten im internationalen Vergleich (1988-2002) 55

Konzernsteuerquote (v.H.)

50 45 40 35 30 25 20 1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

Deutschland (DAX 30)

Frankreich (CAC 40)

Niederlande (AEX 25)

USA (DJ Comp 65)

Großbritannien (FTSE 100)

EU (DJ STOXX 50)

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

7

2002

3.2 Nominale Ertragsteuersätze im Sitzstaat der Muttergesellschaft (1988-2002) !

!

Ertragsteuersatz im Sitzstaat der Konzernmutter "

Determiniert Konzernsteuerquote, soweit Inlandsgeschäft betroffen

"

Potenzielle Steuerersparnisse durch Gewinnverlagerung ins Ausland

Folgen sinkender Ertragsteuersätze im Sitzstaat der Konzernmutter "

Vermindert Konzernsteuerquote hinsichtlich Inlandsgeschäft

"

Aber: Kompensatorische Effekte "

" !

Neubewertung latenter Steuern "

IAS 12.48: voraussichtlicher Steuersatz im Zeitpunkt der Auflösung latenter Steuern

"

Abwertung aktiver latenter Steuern (= Steueraufwand) und passiver latenter Steuern (= Steuerertrag)

Reduzierte Steuerersparnisse durch Nutzung des internationalen Steuergefälles

Konzernsteuerquote hat neben Ertragsteuersätzen weitere nichtsteuerliche Einflussfaktoren Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

8

3.2 Nominale Ertragsteuersätze im Sitzstaat der Muttergesellschaft (1988-2002)

Tarifbelastung Konzernmutter (v.H.)

60 55 50 45 40 35 30 25 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 Deutschland

Frankreich

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

Niederlande

USA

Großbritannien 9

4 Analyse ausgewählter nichtsteuerlicher Einflussfaktoren 1. Überblick (Tax Reconciliation IAS 12.79 ff.) 2. Verbesserungen des Konzernaufbaus (Holdingstrukturen) 3. Internationalisierung und Verrechnungspreisgestaltung 4. Finanzierungsstrategien (einfach und komplex)

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

10

4.1 Überblick (Tax Reconciliation IAS 12.79 ff.) Ausgangspunkt: Erwarteter Steueraufwand in v.H. im Sitzstaat der Konzernmutter (homebased-Ansatz) Modifikation I: + / ./. Strukturelle Einflussfaktoren ./. Steuerersparnisse durch Verbesserungen im Konzernaufbau ./. Steuerersparnisse durch Internationalisierung und Verrechnungspreisgestaltungen ./. Steuerersparnisse durch Finanzierungsstrategien

Modifikation II: + / ./. Kurz- und mittelfristige Effekte + / ./. Einflüsse von Steuerreformen (insbesondere Steuersenkungsgesetz 2001 in Deutschland)

Konzernsteuerquote: Effektiver Steueraufwand in v.H. Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

11

4.2 Konzernaufbau (Holdingstrukturen) Vorher

Japan

NL

Veräußerungsgewinn 2%

5%

Dividende 0

Di

de n e vid

% 10

AG

Nachher

Ukraine

5%

Di vid en de

de n de i v Di

AG

NL

Japan !

Ukraine

Treaty/Directive und Exemption Shopping "

"

!

VeräußerungsDiv ide nd gewinn 0 e0

Quellensteuervorteile im Hinblick auf Dividendenausschüttungen durch "

Doppelbesteuerungsabkommen (Treaty Shopping)

"

EU (Mutter-Tochter)-Richtlinien (Directive Shopping)

Steuerfreiheit von Anteilsveräußerungen (Exemption Shopping)

Indikator: Anteil des über Holdinggesellschaften gehaltenen Direktinvestitionsvermögens Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

12

Anteil Holdinggesellschaften am Direktinvestitionsvermögen (v.H.

4.2 Konzernaufbau (Holdingstrukturen) 80

70

60

50

40

30

20 1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

Outbound Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

1996

1997

1998

1999

2000

2001

Inbound 13

2002

4.3 Internationalisierung und Verrechnungspreise !

Nutzung des internationalen Steuergefälles "

Verlagerung von Wertschöpfungsfaktoren (Funktionen, Risiken, Vermögen) " " " "

!

Produktion Immaterielle Wirtschaftsgüter (Intellectual Property) Forschung und Entwicklung Konzerninterne Dienstleistungen (Shared Service Centers)

"

Zusätzliche Gewinnverlagerungen durch Ausnutzung der Bandbreiten bei der Festsetzung von Verrechnungspreisen

"

Standortverlegung ? (Realisierung stiller Reserven, Beibehaltung steuerlicher Anknüpfungspunkte im Inland)

Voraussetzungen " " "

Verhältnis Ertragsteuerniveau Inland - Ausland Gewinnrepatriierungsstrategie und Besteuerung von Auslandsgewinnen im Sitzstaat der Konzernmutter Finanzierung von Auslandsinvestitionen (siehe nachfolgend Punkt 4.4) Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

14

4.3 Internationalisierung und Verrechnungspreise !

Steuervorteile durch Gewinnverlagerung "

Ertragsteuerniveau im Ausland geringer als im Inland

" "

Thesaurierung im Ausland (Trennungsprinzip): Dauerhafter Vorteil Repatriierung von Gewinnen an Muttergesellschaft: Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Dividenden " "

!

Fazit " "

!

Freistellung: Abgesehen von Repatriierungskosten (z.B. § 8b Abs. 5 KStG) bleibt Vorteil niedriger Auslandssteuern erhalten Indirekte Anrechnung: Hochschleusung auf inländisches Steuerniveau kompensiert Vorteil niedriger Auslandssteuern

Niedrige Auslandssteuern begünstigen Konzernmütter aus Freistellungsländern (Deutschland, Frankreich, Niederlande) gegenüber Konzernmüttern aus Anrechnungsländern (Großbritannien, USA) Ausgeprägte Steuervorteile aus deutscher Sicht aufgrund hohen Steuergefälles zum Ausland

Indikator für Internationalisierung: Anteil des ausländischen Vermögens am gesamten Betriebsvermögen (foreign assets / total assets) Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

15

Ausländisches Vermögen / Gesamtvermögen (v.H.)

4.3 Internationalisierung und Verrechnungspreise 75

60

45

30

15

0 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002

Deutschland

Frankreich

Niederlande

USA

Großbritannien

EU

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

16

4.4 Finanzierungsstrategien (einfach) Grenze Finanzierungsmöglichkeiten Eigenkapital

Inländische MutterKapG

Gewinnthesaurierungsfall Ausschüttungsfall Dividenden

Ausländische TochterKapG

Fremdkapital Zinsen •eigenes Steuerrechtssubjekt

•eigenes Steuerrechtssubjekt

•Inländische Besteuerung

•Ausländische Besteuerung

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

17

4.4 Finanzierungsstrategien (einfach) !

Vorteilhaftigkeit der Finanzierungsform " "

!

!

Ausländisches geringer als inländisches Ertragsteuerniveau "

Freistellung: Konzerninterne EK-Finanzierung (ausl. Steuerniveau) vorteilhafter als konzerninterne FK-Finanzierung (inl. Steuerniveau)

"

Indirekte Anrechnung: Indifferenz zwischen konzerninterner EK- und FKFinanzierung (inl. Steuerniveau)

Ausländisches höher als inländisches Ertragsteuerniveau "

!

Verhältnis Ertragsteuerniveau Inland - Ausland Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Dividenden im Sitzstaat der Muttergesellschaft

Konzerninterne FK-Finanzierung (inl. Steuerniveau) generell günstiger als konzerninterne EK-Finanzierung (ausl. Steuerniveau)

Fazit: Hohes Tarifniveau in Deutschland im internationalen Vergleich " "

EK-Finanzierung deutscher Investitionen im Ausland (Outbound-Investitionen) FK-Finanzierung ausländischer Investitionen in Deutschland (InboundInvestitionen) Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

18

4.4 Finanzierungsstrategien (einfach) EK-Anteil am Direktinvestitionsvermögen (v.H.)

85 80 75 70 65 60 55 50 45 40 1976 1985 1987 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 Outbound Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

Inbound 19

4.5 Finanzierungsstrategien (komplex) !

Komplexere Finanzierungsstrategien: Ausgangsüberlegung aus Sicht deutscher Konzernmütter "

!

Verbesserung der Konzernsteuerquote " " "

!

Zwischenschaltung ausländischer Finanzierungs- und Koordinationszentren Standorte in Ländern mit niedrigerem Steuerniveau als Tochter (Steueroasen) Verlagerung von Gewinnen der Tochtergesellschaften auf Finanzierungs- und Koordinationszentren führt zu weiterer Absenkung der Konzernsteuerquote

Typische Finanzierungsströme (siehe folgende Folie) " " " "

!

EK-Finanzierung von Outbound-Investitionen: Gewinne unterliegen niedrigerem Steuerniveau im Sitzstaat der Tochter

Ausstattung des Finanzintermediärs mit EK durch Konzernmutter Weiterleitung des EK an Tochter als FK Gewinne der Tochter unterliegen in Form von Zinsen niedrigerem Steuerniveau im Sitzstaat des Finanzintermediärs Belastung unter Berücksichtigung der Hinzurechnungsbesteuerung des deutschen AStG ca. 25%

Bevorzugte Standorte für Finanzierungs- und Koordinationszentren "

Belgien, Irland, Luxemburg und Niederlande (BeNeLux und Irland) Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

20

4.4 Finanzierungsstrategien (komplex) Tochtergesellschaft (Ausland)

FK

Zins

Finanzintermediär „Base Company“ (Belgium Co-ordination Centre BCC Dutch Financing Company DFC) EK

EK

Dividende

Dividende

Muttergesellschaft (Deutschland) Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

21

Verteilung deutscher Direktinvestitionen in EU (v.H.)

4.4 Finanzierungsstrategien (komplex) 50

45

40

35

30

25

20 1989

1990

1991

1992

1993

1994

FR+UK

1995

1996

Rest EU

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

1997

1998

1999

2000

2001

2002

BeNeLux+IR 22

4.4 Finanzierungsstrategien (komplex) EURO pro Beschäftigtem in deutschen Tochtergesellschaften

450000 400000 350000 300000 250000 200000 150000 100000 50000 0 1989

1990

1991 1992

1993

FR+UK

1994

1995 1996

Rest EU

Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

1997

1998

1999 2000

2001

2002

BeNeLux+IR 23

5 Thesen !

Die Optimierung der Konzernsteuerquote bestimmt zunehmend die Steuerpolitik multinationaler Unternehmen zu Lasten traditioneller Strategien der Steuerbarwertminimierung.

!

Bei der Gestaltung der Konzernsteuerquote bestehen Interdependenzen zwischen Steuerabteilung, Rechnungswesen und den operativen Einheiten des Konzerns.

!

Zentraler steuerlicher Treiber der Konzernsteuerquote ist der tarifliche Steuersatz auf Unternehmensgewinne. Verkehr- und Substanzsteuern, Gewinnermittlungsvorschriften sowie (grundsätzlich) Körperschaftsteuersysteme haben keinen Einfluss.

!

Bedeutsame Maßnahmen zur Optimierung der Konzernsteuerquote sind Verbesserungen des Konzernaufbaus, steuereffiziente Internationalisierungs- und Verrechnungspreisgestaltungen sowie steuerminimierende Finanzierungsstrategien.

!

Allgemeingültige Strategien zur Optimierung der Konzernsteuerquote bestehen nicht. Die Maßnahmen sind abhängig vom Steuersystem im Sitzstaat der Konzernmutter und dem Verhältnis zwischen in- und ausländischem Steuerniveau.

!

Die Konzernsteuerquote deutscher Konzernmütter hat sich ausgehend von einem hohen Niveau Ende der 80er Jahre dem internationalen Durchschnitt angenähert. Unter rein steuerlichen Gesichtspunkten sind deutsche Konzerne mittlerweile international wettbewerbsfähig.

!

Ausschlaggebend für die Absenkung der Konzernsteuerquote waren aus deutscher Sicht die stetige Reduzierung der körperschaftsteuerlichen Tarifbelastung, die zunehmende Nutzung des zwischenstaatlichen Steuergefälles durch Internationalisierung der Geschäftstätigkeit sowie eine steuereffiziente Gestaltung konzerninterner Finanzierungsstrategien. Ein bedeutsamer Sondereinfluss ging vom Steuersenkungsgesetz 2001 aus. Christoph Spengel, Justus-Liebig-Universität Gießen und ZEW

24