Forstliche Studienreise - Deutscher Forstverein e.V.

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Forstliche Studienreise von vierzehn Forstvereinsmitgliedern nach Polen in den Bereich der Regionaldirektion Allenstein (RDLP Olsztyn) vom 27. Augus...

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Forstliche Studienreise von vierzehn Forstvereinsmitgliedern

nach Polen in den Bereich der Regionaldirektion Allenstein

(RDLP Olsztyn) vom 27. August bis 2. September 2006

Exkursionsgruppe am letzten Abend mit „unserem“ Professor Modrzynski, dem ChefOrganisator Tadeusz Pampuch sowie unserer unermüdlichen Dolmetscherin Anna Mikitiuk.

auf Einladung der Polnischen Forstgesellschaft (PTL) durchgeführt von Brandenburgischer Forstverein Forstverein für Nordrhein-Westfalen Nordwestdeutscher Forstverein im Rahmen des Kooperationsvertrages von 1988

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Das Programm des Besuches der deutschen Förster vom Sonntag, 27. August, bis Samstag, 2. September 2006 in der RDLP Olsztyn 27. 8. 2006 – Sonntag – Anreise nach Olsztyn, 20.50 Uhr – Bahnhof Olsztyn Główny – Abendbrot und Uebernachtung in Olsztyn

28. 8. 2006 – Montag – Universität (Uniwersytet Warmińsko-Mazurski) – Besichtigung und Treffen mit Vertretung der Universität – Regionalna Dyrekcja Lasów Państwowych in Olsztyn – Treffen mit der Direktion der RDLP – Gietrzwałd (Dietrichswalde) – Heiligtum – touristische- und Erholungsnutzung des Waldes, Arboretum – feierliches Abendbrot

29. 8. 2006 – Dienstag – – – – –

Oberförstereien: Olsztynek (Hohenstein) und Jagiełek Krankenhaus für Kinder in Ameryka Freilichtmuseum in Olsztynek Aufforstung der Agrarflächen Schlachtfeld in Grunwald (Gruenfelde) Góra Dylewska (Berg Dylewska) Umbau der Bestände Reservat Jezioro Francuskie (Französischer See)

30. 8. 2006 – Mittwoch – – – – –

Oberförstereien: Nowe Ramuki und Jedwabno (Gedwangen) Bewirtschaftung der 140-jährigen und älteren Bestände Naturreservat „Las Warmiński“ – Thematik der Natur- und Flaechenschutz Natura 2000 Saatgutklenge und Forstedukation für die Öffentlichkeit Kirche in Napiwoda, Beobachtungsturm Złota Góra Aufenthaltsort des Birkwildes

31. 8. 2006 – Donnerstag – – – – – –

Oberförstereien: Strzałowo (Pfeilswalde) und Mrągowo (Sensburg) Forstlehrweg in Sorkwity Barockkirche „Heilige Linde“ (Święta Lipka) Maßnahmen in Sumpfstandorten Forstedukation der Bevölkerung (Borowo) Museum von Ernst Wiechert Oberf. Strzałowo (Pfeilswalde) – in Lipowo (Lindendorf) Treffen mit Fam. Hofman

1. 9. 2006 – Freitag – – – – – –

Oberförsterei Wipsowo (Wieps) Bewirtschaftung der Sturmflächen Friedhof vom 1. Weltkrieg Baumschule Forstlehrweg Eibe – Naturverjüngung Aufforstung der Agrarflächen

2. 9. 2006 – Samstag Oberförstereien: Stare Jabłonki (Alt-Jablonken) und Miłomłyn (Liebemuehl) – Taberbrücker Kiefer, Umbau der Bestände – Kanalfahrt – Olsztyn – Besichtigung

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Die Teilnehmer

Dr. Ingrid Beitzen-Heineke Klaus Benning

Heinz-Hermann Bruns

Uwe Frerk

Axel Gerlach

Ulrich Heine

Wanda Kramer

Hanno Müller-Bothen

Barbara Piesker

Eva Monika Schloßmacher Michael Thonig

Matthias Völker

Julia-Kristina Wagner

Carsten Verch

„Unser“ Prof. J. Modrzynski

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Sonntag, 28. August Samstag, 2. September

Heinz-Hermann BRUNS

An- bzw. Abreise Masuren-Exkursion nach Olsztyn (Allenstein) Das „Rack-tack-tack“ der Räder des Nachtzuges auf der Rückreise von Allenstein über Danzig nach Stettin wird vielen von uns in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Bis wir diese Rückreise im extra georderten Liegewagen aufgrund des engagierten Einsatzes der Familie Hofmann erleben durften, lagen Vorfreude, Spannung auf das Kommende, Erwartung, Anreise sowie eine Woche polnische Gastfreundschaft mit einem wahrhaft tollen Forstprogramm vor uns. Da unser „Präsident und Organisator“ Hanno Müller-Bothen seine „Generalsekretärin“ Barbara Piesker davon überzeugen konnte, kurzfristig einzuspringen, wurden beide selbstverständlich auch mit einem Shuttle-Verkehr via Bahnhof Alfeld chauffiert. Erste wichtige Insider-Tipps gab es hier in Alfeld als seine „regionalen Untertanen“ zur Exkursionsgruppe stießen. Auf dem Hauptbahnhof Hannover strömten dann aus Nord, Süd und West weitere Teilnehmer hinzu. Wichtige Aufgaben wurden verteilt, erste Kontakte mit bis dahin vielfach fremden Kollegen/Innen geknüpft. Mit dem ICE ging es schnell und bequem Richtung Berlin, wo „Ostseeurlauber“ bzw. die Kollegen/Innen aus Brandenburg die Gruppe auf insgesamt 14 Personen anwachsen ließen. So traf man sich auf Bahnsteig 1 des Berliner Ostbahnhofs und Thies Völker – charmant wie „frau“ ihn kennt – beförderte natürlich für einige Kolleginnen die Koffer Richtung Schnellzug Berlin – Warschau. Der EC 45 Berlin-Warszawa-Express brachte uns bis Poznan. Hier hieß es umsteigen. Erste Erfahrungen wurden mit der Marktwirtschaft auf dem Bahnhofsgelände (beim kleinen Geschäft) sowie mit der polnischen Sprache (Präsident Hanno auf Erkundungstour – Zugweiterfahrt Richtung Allenstein) gesammelt. Schnell und doch „zug leich“ langsam verging die Zeit im D-Zug über Torun, Ostroda Richtung Allenstein. Endlose Weiten, riesige (z. T. noch nicht abgeerntete) Getreidefelder, verstreute Dörfer und Gehöfte sowie Wälder und einige wenige Seen „rauschten“ links und rechts während der Zugfahrt an uns vorbei, bis wir schließlich um 20.50 Uhr Olsztyn Glowny (Allenstein Hauptbahnhof) erreichten. Dobry wieczor – Guten Abend – mit einem Lächeln begrüßte uns eine charmante Mitarbeiterin auf Polnisch und in perfektem Deutsch auf dem Bahnsteig in Allenstein. Der örtliche Organisator und unser Ansprechpartner während der gesamten Exkursion aus der Forstdirektion Allenstein – Herr Tadeusz Pampuch – seine Mitarbeiterin Anna Mikitiuk (im Jagdbetrieb der Direktion tätig) und ebenso Prof. Jerzy Modrzynski (von der Forstuni aus Poznan) empfingen uns zu später Stunde, führten uns zum Quartier und aßen mit uns zu Abend. „Unser Professor“ begleitete uns die gesamte Zeit, war ein überaus netter Partner, Fachkollege, Vermittler, Dolmetscher. Als einziger der Truppe beherrschte er während einer Kutschfahrt mit perfektem Ton und in perfektem Deutsch alle Strophen von „Hoch auf dem gelben Wagen“. Wie sich in einem Gespräch herausstellte, hat er seit Jahren freundschaftliche Kontakte zu einer Familie Leupold aus Alfeld-Hörsum. Auch Tadeusz Pampuch – der die Exkursion mit Liebe und viel Mühe organisiert hatte – war während der gesamten Woche als unserer Ansprechpartner immer greifbar, immer für uns da und erfüllte sogar Extrawünsche. Herr Pampuch und Prof. Modrzynski begleiteten uns auch am Abfahrtsabend zum „Nachtzug“ nach Stettin. Alle waren wirklich bis zur letzten Minute gespannt, manche Wette wurde gar gehalten, ob der extra georderte Liegewagen aus Danzig in Allenstein angekoppelt würde. Erste Hoffnung gab es, als an unserem Bahnsteig zusätzliches Bahnpersonal „gesichtet“ wurde. Der Nachtzug von Bialystok kommend lief gegen 21 Uhr in Allenstein ein. Hanno Müller-Bothen hatte zuvor seit April alle Hebel, Mächte und Kräfte auf deutscher und dann schließlich polnischer Seite in Bewegung gesetzt, um für diesen Zug eine Buchung oder Reservierung zu bekommen. Vergebliche Mühe, (da angeblich völlig ausgebucht) war keine Reservierung für diesen Zug möglich. In Allenstein lief dann abends aber ein nahezu unbesetzter Zug ein.

Seite 6 Die Spannung ob des extra georderten Liegewagens wuchs weiter und weiter. Schließlich aus der Ferne zwei Lichter, die sich auf selbigem Gleis langsam näherten. Es war „unser“ Liegewagen, der schließlich am Ende des Zuges angekoppelt wurde. Mit eigenem Liegewagenschaffner, abgeschlossen und nach außen gesichert, eigener „Küche“, zwei Toiletten nebst Dusche sowie separater „Offiziersmesse“ als Aufenthaltsraum. Enge, „geräuscharme“ 6-Betten-Abteile auf drei Ebenen machten diesen Traum auf Schienen zu einem wahren Erlebnis. Das Alter sah man dem Waggon und auch dem Schaffner nicht an. Beide hatten seit langen Jahren viele gemeinsame Erfahrungen gesammelt, perfekt im Service bei Kaffee oder Tee aus der eigenen Küche – alles im Preis inbegriffen. Bei der Weite eines gesamten Waggons fanden sich alle Teilnehmer dennoch in der „Offiziersmesse“ ein. Jeder „plünderte“ seine letzten aufgesparten Vorräte und so lag auf dem Tisch ein Sammelsurium aus diversen Süßigkeiten, Lakritzen und Keksen. Diese Erfahrungen des gemeinsamen Reisens auf der Bahnstrecke entlang der „Ostseeküste“, die im Scheinwerferlicht um Mitternacht angestrahlte Marienburg, das behutsame, halbstündige Bremsen und Anfahren des Nachtzuges sowie das „Racktack-tack“ seiner Räder bleiben mir noch lange in Erinnerung und sind auch Teil einer absolut gelungenen forstlichen Studienreise nach Masuren – dem Land der „dunklen Wälder und kristallenen Seen“. Vermisst hatten wir in Masuren die Kraniche. Nur fünf hatten wir am Himmel ziehen sehen, einige wenige wohl an einem Exkursionstag gehört. Avisiert waren uns seitens einiger Polnischer Förster mögliche Kranichbiotope mit einigen hunderten Kranichen. Auf die Frage ob man diese Kraniche dort auch wirklich zu Gesicht bekäme, die oft zitierte Antwort „man kann – aber man muss nicht“. Unserer Ingrid hatten wir doch wenigstens 100 Kraniche während der Masurenzeit versprochen, sie im Laufe der Woche auf 20 Kraniche heruntergehandelt, letztendlich jeden Tage neu „verhandelt“ und gegen andere, seltene Tiere getauscht. Insgesamt aber hatten wir in keinem Fall Wort halten können. Alles in allem eine „Schlappe“ für uns Kollegen, da wir unserer Ingrid in ganz Polen nur den erwähnten „Gesang“ einiger Kraniche präsentieren konnten. Unser ganzes Vertrauen galt daher am Rückreisetag nun den Aussagen des „alten“ Schwedter Grenzgängers Michael Thonig, der auf dem Stettiner Bahnhof versprach: „In der Oderniederung bei mir zu Hause, da stehen die Kraniche“. Er sollte Recht behalten. Auf der Rückfahrt von Stettin nach Berlin beim Frühstück im Bistro des IC sahen wir schließlich direkt an der Bahn die versprochenen 20 Kraniche (gegen die aufgehende Sonne zumindest 15), so dass wir auch bei Ingrid dieses Versprechen einlösen konnten. Herzlichen Dank den polnischen Kollegen und Kolleginnen für die wundervolle Woche in Masuren und Ermland.

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Montag, 28. August (Vormittag)

Carsten VERCH

Der Vormittag unseres ersten Aufenthaltstages stand zunächst ganz im Zeichen von Wissenschaft und Bildung. Von unserer Unterkunft, einem Gästehaus der Universität WarminskoMazurski, begaben wir uns zunächst zum Rektorat, wo uns der Rektor, Herr Prof. Jankowski, herzlich begrüßte. Mit Stolz wurde uns in einer PowerPoint-Präsentatin die Entwicklung der mit 7 Jahren sehr jungen Universität vorgestellt. Hervorgegangen aus drei kleineren Hochschulen hat sie heute 14 Fakultäten mit rund 38.000 Studenten, darunter 10.000 Fernstudenten. Die Universität beschäftigt ca. 3.000 Mitarbeiter, darunter ca. 2.000 Lehrkräfte, von denen wiederum 480 Professoren sind. Sie besitzt 4 Versuchsstationen mit ca. 6.800 ha Fläche, 9 Seen und Wälder. Im Umfeld der Universität arbeiten diverse Firmen im Auftrag dieser. Für die 170.000 Einwohner zählende Stadt Olsztyn ist sie der größte Arbeitgeber und wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Eine forstliche Ausbildung erfolgt an der Universität nicht, da mit den bestehenden Hochschulen in Poznan, Krakow und Warschau bereits ausreichende Kapazitäten vorhanden sind. Ein Schwerpunkt von Wissenschaft und Lehre liegt im landwirtschaftlichen, veterinärmedizinischen und biotechnologischen Bereich. Hier ist eine technische Fakultät angesiedelt, an der auch Techniker / Technologen mit forstwirtschaftlicher Ausrichtung ausgebildet werden. Der Ansturm junger Menschen auf höhere Bildung ist auch in Polen ungebrochen, was nicht immer im Einklang mit den Erfordernissen steht. So haben es Juristen, Ökonomen und Pädagogen derzeit z. T. schon schwer, Arbeit entsprechend ihrer Ausbildung zu finden. Um diesem Problem künftig besser gerecht zu werden, setzt die Universität auf Vielseitigkeit der Ausbildung und hält an der Vielfalt der von ihr belegten Disziplinen fest. Im Anschluss an die Ausführungen und Diskussion im Rektorat zeigte uns Herr Prof. Bieniaszewski einige Lehrgebäude auf dem ca. 260 ha großen Campus der Universität, der übrigens zu den schönsten seiner Art überhaupt zählen soll. Auch hier war allenthalben die Aufbruchstimmung zu spüren. An vielen Orten wird renoviert und modernisiert. Für Forschung und Lehre stehen moderne Hörsäle und Labore sowie für Tagungen und besondere Anlässe ein mit modernster Multimediatechnik ausgerüstetes Konferenzzentrum zur Verfügung.

Seite 8 Der zweite Teil des Vormittags war der Einführung in unser forstliches Exkursionsziel gewidmet. Dazu begaben wir uns in die Forstdirektion Olsztyn, wo uns Herr Forstdirektor Ziemblicki und Kollegen herzlich begrüßten. Der Forstdirektion Olsztyn sind 33 Oberförstereien mit 469 Revieren nachgeordnet, von denen wir in den folgenden Tagen einige besuchen konnten. Insgesamt werden im Einzugbereich der Forstdirektion ca. 580.000 ha staatliche Wälder bewirtschaftet. Darüber hinaus gibt es ca. 100.000 ha Privatwald. Der Waldanteil der Region konnte nach 1945 von 20 % auf derzeit ca. 28 % gesteigert werden. Insbesondere in den 1990-er Jahren, nach der politischen Wende in Polen, war die Erstaufforstung ein wesentlicher Aspekt der Arbeit in der Forstdirektion. Hauptbaumart im Exkursionsgebiet ist mit 72,8 % die Kiefer, wobei Bestände der III. und IV. Altersklasse überwiegen. Mit einem durchschnittlichen Vorrat von 247 m3 nimmt die Forstdirektion den 3. Platz unter den 17 Forstdirektionen Polens ein. Der landesweite Durchschnittsvorrat liegt bei 229 m3. Jährlich werden in der Forstdirektion ca. 2,5 Mio m3 Holz eingeschlagen, wobei ca. 50 % davon auf die Vornutzung entfallen. Große Bedeutung wird dem Schutz der Wälder beigemessen. Auf ca. 70 % der Fläche sind bis zu 3 verschiedene Schutzkategorien anzutreffen. Reine Wirtschaftswälder nehmen 30 % der Fläche ein. Auch dem Tourismus und der Waldpädagogik wird von den Forstbehörden große Aufmerksamkeit geschenkt. So wird u. a. auf die Unterhaltung von 44 Zeltplätzen, 200 Parkplätzen, 46 Wanderrouten mit insgesamt 411 km Länge und 53 Radwege mit einer Gesamtlänge von 1135 km sowie diverse Waldschulen und Lehrpfade verwiesen. In den von der Kiefer dominierten Wäldern spielt der Forstschutz eine große Rolle. Hier gilt es den zyklisch auftretenden Gradationen der Kiefernschädlinge effektiv zu begegnen. Zunehmende Probleme sind bei Eichenbeständen zu verzeichnen. Waldbrandüberwachung und -bekämpfung sind ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in den Oberförstereien. Insgesamt gibt es in der Forstdirektion 29 Feuerwachtürme. Das Netz soll weiter ausgebaut werden. In den Oberförstereien sind für die Bekämpfung von Waldbränden speziell ausgerüstete Geländefahrzeuge stationiert. Von den insgesamt in der Forstdirektion ausgeschiedenen 375 Jagdbezirken werden lediglich 25 als Eigenjagden bewirtschaftet. 350 Jagdbezirke sind verpachtet. Insgesamt 230 ha Baumschulfläche gibt es in den Oberförstereien der Forstdirektion. In ihnen werden jährlich ca. 100 Mio. Pflanzen erzeugt, die den Eigenbedarf vollständig abdecken und z. T. nach Skandinavien und in die baltischen Republiken exportiert werden. Das Saatgut für die Pflanzenerzeugung wird aus rund 39.000 ha Saatgutbeständen und -plantagen gewonnen. Interessante Ausführungen wurden zur Finanzierung des zuvor genannten Aufgabenspektrums gemacht. Gemäß den Vorgaben des Waldgesetzes Polens sind die Forstbetriebe zur Selbstfinanzierung verpflichtet. In der Forstdirektion Olsztyn werden die Einnahmen zu 88,8 % aus Holzverkäufen realisiert. Zuweisungen aus dem Staatshaushalt machen nur 2,4 % des Gesamtbudgets der Forstdirektion aus. Sie sind darüber hinaus mit konkreten staatlichen Aufgaben verbunden. Die Frage, wie es dennoch möglich ist, die vielen waldbaulichen, Forstschutz- und Gemeinwohlaufgaben zu finanzieren, wurde dahingehend beantwortet, dass das Holz zu Weltmarktpreisen verkauft wird, die Gestehungskosten jedoch noch weit unter europäischem Niveau liegen. So belaufen sich die Erntekosten einschließlich Rückung im Durchschnitt auf ca. 10 2/m3. Die Waldarbeit ist vollständig privatisiert. Gab es 1986 im Bereich der Forstdirektion ca. 11.500 Beschäftigte, darunter ca. 2.500 Angestellte, so sind es heute nur noch ca. 1.900 Beschäftigte, darunter ca. 1.500 Angestellte. In der Region gibt es zurzeit ca. 200 Forstdienstleistungsunternehmen mit 2 bis 50 Mitarbeitern. Insgesamt sind in diesem Sektor ca. 5.000 Menschen beschäftigt. Mit einem schmackhaften Essen in der Forstdirektion klang der sehr informative Vormittag unseres ersten Besuchstages aus.

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Montag, 28. August (Nachmittag)

Ingrid BEITZEN-HEINEKE

Oberförsterei Kudypy / Heiligtum Gietrzwald / Arboretum Am Montagnachmittag fuhren wir zu unserem ersten Waldtermin in die Oberförsterei Kudypy, wenige Kilometer westlich von Olsztyn. Den Leiter der Oberförsterei, Herrn Alfred Szlaski, lernten wir erst am späten Nachmittag am Arboretum kennen. Er war erst wenige Wochen in seinem Amt. Geführt wurden wir von seinem Stellvertreter, Herrn Leonard Kostka, der hier bereits viele Jahre die Oberförsterei geleitet hatte. Als Dolmetscherin und Führerin in Gietrzwald betreute uns eine Referendarin der Oberförsterei, Frau Maigorzata Mozarska. Der Nachmittag brachte uns eine bunte und interessante Mischung aus Waldbildern, Kultur und Naturschutz, ganz spontan und flexibel wurde auf unsere Wünsche eingegangen. Die Forstamtsflächen liegen nördlich und westlich von Olsztyn. Das Forstamt ist 17.000 ha groß, Hauptholzart ist die Kiefer mit 70 %. Die restlichen 30 % verteilen sich auf Buche, Eiche und Fichte. Unser erster Bestand war ein vor dem Krieg 40 Jahre alter Kiefern-Bestand, der stark vom Wind durchbrochen war. Der Bestand wurde mit Buche unterbaut. Jetzt wird die Kiefer unter Schonung der Buche einzelstammweise genutzt. Die Forsteinrichtung sieht für diesen Bestand allerdings das sonst übliche Verfahren, nämlich Kahlschlag, also gleichzeitige Nutzung auch der Buche, vor. In diesem Fall hatte die Buche aber so hervorragende Qualität, dass die gesamte Gruppe sich der Meinung des Forstamtes anschloss, diesen Bestand über eine langsame Entnahme der Kiefer in Richtung Buche weiter entwickeln zu wollen. Ein gegenüberliegender 90-jähriger Kiefernbestand gab uns einen ersten Eindruck von der beeindruckenden Qualität der masurischen Kiefern, vor denen wir in den nächsten Tagen noch häufiger staunend stehen sollten. Wir lernten, dass für solche Bestände in den nächsten Jahren Kahlschläge in einer Größenordnung von 3–4 ha vorgesehen sind, um dann wieder auf die Hauptholzart Kiefer zu verjüngen. Die verschiedenen Verfahren werden dann Thema der nächsten Tage werden. Die nächste Station war das Heiligtum in Gietrzwald. Gietrzwald liegt auf halber Strecke zwischen Olsztyn und Ostroda. Das Dorf wurde ein Jahr vor Olsztyn gegründet. Bereits im 15.Jahrhundert wurde die Holzkirche des Dorfes durch eine einschiffige Kirche aus Feldsteinen ersetzt, die der Maria geweiht wurde. Die Kirche wurde in den folgenden Jahren und Jahrhunderten häufiger um- und ausgebaut. Im Jahre 1568 wurde zum ersten Mal das Madonnenbild der Gottesmutter von Dietrichswalde erwähnt, eine Madonna mit dem Jesuskind auf dem Arm in einem silbernen Gewand. Der Überlieferung nach ist im Jahre 1877 zwei Mädchen, 12 und 13 Jahre alt, die aus armen polnischen Verhältnissen stammten, die Mutter Gottes in einem Ahornbaum erschienen. Sie haben sie zwischen dem 27. Juni und dem 16. September des Jahres 1877 fast täglich gesehen und mit ihr gesprochen. An dieser Stelle wurde später eine Marienfigur errichtet. Die Gottesmutter erwiderte auf die Fragen der Mädchen immer wieder, sie wünsche sich, dass sie den Rosenkranz beten. Sie sprach Polnisch mit den beiden Mädchen.

Seite 10 Dies hatte auch eine politische Dimension. Während beim polnischen Teil der Bevölkerung das nationale Bewusstsein aufgewertet wurde und z. B die Einführung der polnischen Sprache an Schulen gefordert wurde, reagierten die preußischen Behörden, die örtliche Verwaltung und die deutsche Presse kritisch. Das ging so weit, dass der Pastor Augustin Weichsel zeitweise vom Dienst suspendiert wurde. Er war fast 40 Jahre als Seelsorger in Dietrichswalde tätig, stammte aus deutscher Familie, setzte sich aber auch für Polen in ihrer Bindung an Glauben und Sprache ein. In den Folgejahren nach den Marienerscheinungen reisten jedes Jahr größere Pilgerströme nach Dietrichswalde. Dies erforderte weitere Ausbauten der Kirche und des gesamten Wallfahrtsortes. Eine Hainbuchenallee führt zu einer heiligen Quelle, die von der Gottesmutter am 8. September 1877 gesegnet wurde. Dort holen sich die Pilger Wasser, um Linderung und Heilung von ihren Leiden zu erfahren. In der Allee sind noch einige geschnitzte Bildstöcke zu finden. Ein neuer, sehr aufwändig gestalteter Kreuzweg ist im Bau. Dem Strom der Gläubigen und Touristen will das Forstamt im Waldgebiet nahe der Kirche in Zukunft einen Waldlehrpfad anbieten. Auf Anregung von Herrn Kostka fuhren wir anschließend in ein Biberschutzgebiet. Vor 40 Jahren war hier ein Waldstück von 700 ha Größe für den Biber unter Schutz gestellt worden. Der Totarm eines Flusses, lange trokken gefallen, führt, seit die Biber hier einen Damm gebaut haben, seit kurzer Zeit wieder Wasser. Trotz zeitlicher Enge fuhren wir noch zu einem weiteren Waldbild. Unter dem Schirm von Altkiefern war hier eine Bodenbearbeitung für die Einleitung von Kiefernnaturverjüngung gemacht worden. Uns bot sich ein Bild, das wir alle nicht verstanden und jeder, der sich schon einmal um Eichennaturverjüngung bemüht hat, schaute sich neidvoll um. Es gab eine dichte Naturverjüngung von Eiche, Buche, Kiefer, Linde und anderem mehr, beneidenswert! Und dieses Bild trotz – so wurde es beschrieben – relativ hoher Wildbestände! Es wurde diskutiert, ob dieses verschwenderische Angebot der Natur, auch wenn es nicht der menschlichen Planung entsprach, nun angenommen werden kann, weil es nicht den Planungsvorhaben entspricht. In jedem Fall wird es notwendig sein, diese Änderung der waldbaulichen Planung auch mit dem Naturschutz abzusprechen. Nun kehrten wir zurück zum eigentlich geplanten Programm des Nachmittags, zur Besichtigung des Arboretums. Hier begrüßte uns nun auch der neue Chef des Forstamtes, Herr Szlaski. Die Führung machte der zuständige Forstingenieur. Das Arboretum ist in einem 7,5 ha großen Waldstück 1992 angelegt worden. Es soll für wissenschaftliche Zwecke und die Ausbildung von Forstleuten genutzt werden, aber auch für die Öffentlichkeit zugängig sein. Es ist aufgeteilt in zwei Bereiche, einen nur mit polnischen Arten und einem weiteren Teil mit ausländischen Arten. Auf dem ersten Teil findet man 500 verschiedene Krautund Straucharten sowie 250 Bäume, im zweiten Teil findet man über 600 verschiedene Pflanzenarten. Die Anlage ist sehr ansprechend angelegt und überaus gepflegt. Am Eingang steht ein kleines Häuschen, wo man sich mit Informationsmaterial ausstatten kann und wo die Geräte untergebracht wurden. Dann ging es weiter auf verschlungenen Pfaden vorbei an kleinen Teichen, über kleine Hügel, besonders schön war ein Brückenweg über sumpfiges Gelände und einen Teich mit zum teil sehr seltenen Salix- und Ledumarten. Man kam dann in einen sehr hübsch gestalteten Steingarten, mit den verschiedensten blühenden Stauden, Astern, Glockenblumen, Küchenschelle (blühte natürlich nicht mehr!) u.v.a.m.

Seite 11 Eine große Überraschung erwartete uns auf dem nächsten kleinen Hügel. Die polnische und die deutsche Fahne kennzeichneten eine Stelle, an der unsere Reisegruppe zum Andenken an diesen Besuch eine Buche pflanzen durfte. Das war für uns ein ganz besonderer Moment und eine besondere Geste der Gastfreundschaft unserer polnischen Gastgeber und Kollegen. Natürlich mussten wir hier ein Gruppenfoto machen, selbstverständlich haben wir zugesagt in 100 Jahren wieder zu kommen und das Gedeihen des Baumes zu begutachten. (Vielleicht wäre ja doch ein früherer Zwischenbesuch empfehlenswert.) Eine weitere Besonderheit, die wir hier das erste Mal sahen und die sich noch einige Male wiederholte, war eine „Papst-Eiche“. Im Jahre 2004 war eine forstliche Delegation in Rom beim Papst. Sie ließen eine Tüte mit Eicheln segnen, diese wurden ausgesät, mit dem Ziel, dass jede Oberförsterei eine solche Eiche pflanzen sollte. Das ist wohl auch ziemlich flächendeckend in ganz Polen umgesetzt worden. Schließlich landeten wir bei einer Hütte, wo uns bereits ein flackerndes Feuer empfing, auf dem die herrlichsten Köstlichkeiten gebraten wurden. Es war die erste Begegnung mit einer solchen Fülle von gebratenem Fleisch, Würsten und Fischen, dass mindestens die doppelte Anzahl an Menschen auch noch satt geworden wäre. Bis tief in die Nacht saßen wir noch bei bester Versorgung mit Bier und Wodka unter einem herrlichen Sternenhimmel zusammen. Der Tag war ein viel versprechender Auftakt für die kommende Woche.

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Dienstag, 29. August (Vormittag)

Julia-Kristina WAGNER

Nach dem intensiven, feucht-fröhlichen Vorabend wollte sich nicht einmal ein kränkelnder Mitreisender den Tag entgehen lassen. Obwohl die Sonne hinter leichter Bewölkung lockte, traute sich keiner auf die Mitnahme einer Regenjacke zu verzichten. Empfangen wurden wir herzlich bei der Oberförsterei Jagielek von Frau Oberförsterin Bozena Przeszaw und ihrer deutschsprachigen Freundin Frau Jagoda Lubowiecka, (Frau ‚Blaubeere’, wie sie ihren Namen – uns zur Erleichterung – übersetzte), die beruflich als Lehrerin im Kinderkrankenhaus ‚Ameryka’ tätig ist. Es folgte eine kurze Beschreibung des Forstreviers, das im Dreieck zwischen Allenstein, Osterode und Hohenstein liegt, aus acht Forstwesen besteht und eine Fläche von ca. 11.000 Hektar Wald bewirtschaftet. Die Flüsse Drweca und Pasleka bilden zwei wichtige Naturreservate. Innerhalb des Forstrevieres sind zahlreiche Wildtiere beheimate, zum Beispiel Seeadler, Fischadler, Weißkopfadler und verschiedene Biberbehausungen. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 40.000 Festmeter Holz eingeschlagen und vermarktet. In den letzten zehn Jahren hat man ca. 300 Hektar ehemaliger Agrarflächen aufgeforstet. Nach der Wende in Polen sind viele große Kolchosen nicht weiter bewirtschaftet worden, so dass eine Aufforstung möglich war. Selbstverständlich hat die Wende auch ihre wirtschaftlichen Spuren im Forstamt hinterlassen. Durch Umorganisation wurden viele im Wald tätige Mitarbeiter freigesetzt, die nun privatwirtschaftlich ihre Arbeitskraft den Forstämtern anbieten müssen. Außerdem gehört eine Baumschule zur Oberförsterei. Großen Wert wird auf die wichtige Zusammenarbeit mit dem Kinder-Rehabilitationkrankenhaus im Ort ‚Ameryka’ gelegt. „Waldedukation“ nimmt offensichtlich einen außergewöhnlich hohen Stellenwert für jede Försterei ein. Frau Dolmetscherin Jagoda Lubowiecka führte uns mit einer fachkundigen Führerin durch das Freilichtmuseum Olsztynek, das bereits 1938 von Königsberg an diesen Ort überbracht, aber erst nach dem Krieg ausgebaut und fertig gestellt wurde. Ursprünglich geplant war eine Anlage im Zusammenhang mit dem nahegelegenen Hindenburgdenkmal (das kurz nach dem Krieg gesprengt wurde). Die zu besichtigenden 60 Häuser sind aus Ermland und Masuren zusammengetragen worden. Die alten Häuser, gebaut aus Kiefernholz, sind ohne Eisen zusammengesetzt worden. Typisch ist ein Dach aus Stroh. Das Vorhaus, das seinen Nutzen als „Besuchergarage“ fand, (aus dem Dach ragende Gaube), ist charakteristisch für Masurenhäuser. Die nur 1,50 m hohe Tür zwang jeden Besucher beim Eintritt sich vor dem Hausherrn zur Begrüßung zu verbeugen. Je mehr an den Häusern „blau“ gemalt ist, desto reicher waren seine Bewohner. Die Größe der am Fenster stehenden Wäschetruhe bedeutete den interessierten Jünglingen den Reichtum der unverheirateten Tochter des Hauses. War dieser im Hause nicht willkommen, klappte man die in der Küche stehende Bank um, damit er sich nicht lange aufhielt. Auch ein ganzjährig zu bewohnender Zigeunerwagen, der noch bis in die 60er Jahre benutzt wurde, war zu sehen. Verschiedene handwerkliche Tätigkeiten wurden vorgestellt und ein kleiner Einblick gegeben, welche maschinelle Hilfe der Landbevölkerung zur Verfügung stand. Dabei trafen wir auch auf Namen wie ‚Miele’.

Seite 13 Die kleine rekonstruierte Kirche des Museums stellte ein besonderes Unikum dar. Die eigentlich evangelische Kirche, mit einer katholischen Innenraumbemalung ausgestattet, evangelischem Altar und so manch anderem katholischen Interieur bestückt, beherbergt ein konfessionelles Sammelsurium. Der Verwaltungsleiter des Kinderkrankenhaus führte uns anschließend durch das Kinder-Rehabilitationskrankenhaus. Ca. 200 Kinder werden gleichzeitig für eine Zeit von 6 Wochen bis 6 Monaten hier behandelt. Offensichtlich gut ausgestattete Stationen für verschiedenartige Erkrankungen der Atemwege oder des Bewegungsapparates wurden uns gezeigt. Ein Naturlehrpfad verbindet das Kinderkrankenhaus mit dem Forstgarten in Jagielek. Ursprünglich gebaut wurde die Klinik von einem nach Amerika ausgewanderten Masuren, der seiner Heimat etwas Gutes tun wollte. Bereits 1903 gebaut, beherbergte es TB-kranke Frauen, im Ersten Weltkrieg Soldaten der Luftwaffe, danach russische Soldaten und zuletzt Kinder. Das besondere Mikroklima unterstützt den Heilungsprozess der Kranken. Nach so vielen Eindrücken lud uns die Oberförsterei Jagielek zum guten und wie immer mehr als reichlichen Mittagessen ein. Begleitet von der Oberförsterin, der Dolmetscherin und dem Verwaltungsleiter des Kinderkrankenhauses gab es noch ein wenig Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen.

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Dienstag, 29. August (Nachmittag)

Matthias VÖLKER

Oberförsterei Olsztynek Von „Ameryka“ über ein historisches ermländisch-masurisches Museumsdorf zu den Schlachtfeldern von Grunwald und Tannenberg. Ein Spannungsbogen, den nur die polnischen Kollegen bewältigen können und uns dabei physisch wie mental mitnahmen. Zwischendurch dann noch in der Oberförsterei Olsztynek (Hohenstein) die Aufforstung von Agrarflächen und endlich und lange ersehnt: ein Kahlschlag!!! Aber der Reihe nach. Der Nachmittag in der Oberförsterei begann ganz entspannt, nachdem der Oberförster Kazimierz Baniak gestand, er spräche nach dem dritten Bier ganz gut Deutsch. Sein Stellvertreter, Dariusz Krzyanowski, gestand, dass er dafür ungefähr fünf Gläser benötige. Die Sprachkenntnisse würden regelmäßig bei einem Besuch im Partnerforstamt Wittlich in der Eifel erweitert. Dann aber der übliche Vortrag zu den Naturaldaten: 18.000 ha Wald mit ca. 30 Waldkomplexen, gegliedert in leistungsstärkere Standorte mit führendem Laubholz und die schwächere Gruppe dem Nadelholz vorbehalten. Die Flächen werden von 22 Revierförstern in 14 Förstereien betreut; insgesamt besteht die „Truppe“ der Oberförsterei aus 32 Forstleuten, 10 Mitarbeitern in der Verwaltung und 10 Forstwirten. Eine große Zahl privatisierter Forstwirte hat sich in zwei Dienstleistungsunternehmen zusammengefunden, die den ganz wesentlichen Teil der Betriebsarbeiten ausführen. Unter anderem den Holzeinschlag von ca. 70.000 Fm, der je zur Hälfte aus Kahlschlägen und Durchforstungen stammt. Dabei würden auch Harvester eingesetzt, was uns fundamental neu war! Allerdings beschränkt sich der Harvestereinsatz auf 10 % des Holzeinschlages, 50 % wären harvesterfähig. Die Oberförsterei bedient etwa 30 Holzkäufer bis nach Köslin; die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot. Auch dadurch bilden sich Holzpreise auf unserem deutschen Niveau. Die Buche wird bei sofortiger Abfuhr fast das ganze Jahr eingeschlagen (20 % der Masse im Sommer!), die Kiefer wird gerade auf den leistungsschwächeren Standorten im Kahlschlag von 100–120-jährigen Beständen geerntet. Als Besonderheit sind ca. 2.000 ha Ackererstaufforstungen der letzten Jahre im Staats- und Privatwald zu nennen. Die Arbeiten wurden ausschließlich von Dienstleistern durchgeführt. Die Oberförsterei betreut einen 8.000 ha großen Naturpark mit Buchenreservaten, dem Französischen See, einem Schildkrötenvorkommen und Horstarealen von See-, Fisch- und Schreiadlern, Schwarzstorch und den beiden Milanen. Deswegen erfordert die touristische Erschließung mit den Einrichtungen für Waldedukation, den Lehrpfaden, der „grünen Schule“ und der Tierpflegestation hohe Sensibilität hinsichtlich Schutz und andererseits Erholungsnutzung. Das mit der „Tierpflegestation“ stellte sich am Abend etwas anders dar. Dann tat sich die Tür des Beratungszimmers auf und mit etwas grimmigem Gesicht betrat der Direktor der Regionalforstdirektion, Herr Jan Karetko, den Saal. Wir waren natürlich hoch geehrt und lauschten dessen Ausführungen. Zunächst unsere Überraschung, dass der Chef aus Olzstyn erst seit April 2006 in dieser Funktion Dienst tat, vorher als Oberförster eingesetzt war. Seine wichtigsten Themen seien hier erwähnt: • Das Programm Natura 2000 sei ohne Einbindung der Forstverwaltung beschlossen worden, insbesondere die Zielerreichung bis 2004. Davon sei man natürlich noch weit entfernt. (Wir waren wohl alle an die FFH-Diskussion bei uns erinnert. In Niedersachsen gibt es sogar einen „Höflichkeitserlass“ des MU, der dafür sorgen soll, dass sich die FFH-Spione vor Beginn ihrer Außenaufnahmen bei den Grundstückseigentümern anmelden sollen.) • Einführung eines neuen IT-gestützten Holzverkaufssystems, das dem „PC“ die Verkaufsentscheidung überlässt. Der Herr Direktor war der Meinung, dieses System sei so umfänglich, dass eine Erläuterung sich in diesem Kreise verbiete, es würde ca. 5 Stunden dauern. In späteren Gesprächen stellte sich das System als internetbasierte Holzbörse heraus, deren eines Ziel u. a. sein soll, die Forstverwaltung von evtl. Vorwürfen der Vorteilsnahme beim Holzverkauf zu befreien. • Mechanisierung der Holzernte als riesige Herausforderung für die Betriebsleitung. Nach Öffnung der EUGrenzen sei es zu einem Exodus von qualifizierten Arbeitskräften in die westlichen EU-Staaten gekommen. Man bediene sich jetzt der Arbeitssuchenden aus der Ukraine und Belorussland. • Der Chef selber habe seine forstliche Ausbildung vor 38 Jahren in Deutschland und Österreich begonnen (wo auch sonst?!!! Anm. d. Verf.). Inzwischen habe die forstliche Ausbildung in Polen ein Niveau erreicht, das zu hoher Selbständigkeit geführt habe; weitere „Anleihen“ im Ausland seien somit nicht mehr erforderlich. Man stelle sich aber gerne einer kritischen Beurteilung.

Schlachtfeld in Grunwald Er bedauerte, nicht auch den Rest des Tages bei uns bleiben zu können. Das war aber auch nach dieser „Druckbetankung“ im Saale der Startschuss für die Schlachtfeldbesichtigung bei Grunwald. Grunwald und Tannenberg – 1410 und 1914 – König Wladyslaw II. Jagiello und der Deutsche Ritterorden – Samsonow/Rennenkampf und Hindenburg/Ludendorff – Sieg und Niederlage. Namen und Jahreszahlen beschreiben zwei Ereignisse, von denen die Schlacht bei Grunwald auch für das heutige Polen von vehementer Bedeutung ist. Das wird angesichts des Denkmals auf weitem Felde, der Erläuterungen, der Ausstellung und des Historien-

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films im Museum überdeutlich. Der polnisch-litauische Sieg bei Grunwald definiert den Anfang vom Ende des Deutschen Ritterordens in Polen; dessen militärische Macht war gebrochen. Für mich war erstaunlich, ein wie weit zurückreichendes historisches Gedächtnis die Polen entwickelt haben. Die Befreiung vom Ritterorden scheint auch für das heutige Bewusstsein von großer Tragkraft für das Nationalgefühl zu sein. Die Schlacht von Tannenberg 1914 war der erste Sieg des Deutschen Reiches im I. Weltkrieg. Sowohl Kaiserreich als auch das Dritte Reich schlachteten diesen Sieg propagandistisch aus. Auf den Ausgang des I. Weltkrieges hatte die Tannenbergschlacht hingegen keine Auswirkungen.

Waldexkursion Und dann ging´s endlich in den Wald, bzw. dorthin, wo Wald in Zukunft die Landschaft prägen soll. Die Ackererstaufforstungen erfolgten nach Aufgabe der Landwirtschaft auch auf privaten Flächen. Da die Staatsforstverwaltung den Privatwald „betreut“ und die Fördermittel vergibt, finden Waldbau/Baumartenwahl/Aufforstungsverfahren nach einheitlichen Grundsätzen statt. Die Standortkartierung, vor allem aber deren Interpretation hat vor allem die Kiefer u. Lärche zur Folge. Gerne werden die Flächen mit Birke (auf der späteren Erschließung?) durchstellt. Die Douglasie findet wohl nach wie vor nur geringen Raum. Schon in der Oberförsterei wurde unser Wunsch laut, aktuellen Holzeinschlag zu besichtigen. Der Ruf wurde erhört und nach dem „jungen Gemüse“ sahen wir das erste Mal einen (Klein-)Kahlschlag. Leider war das Holz bereits abgefahren!! Die Kahlfläche in einem Kiefernaltholz war bereits mit dem Mulcher befahren worden und erwartete jetzt die Wiederaufforstung mit Laubholz. Es handelt sich wohl um ein übliches Verfahren, größere, ältere Waldkomplexe im Kleinkahlschlagsverfahren zu verjüngen. Die Wüchsigkeit des Laubholzes auf diesen ehem. Kiefernstandorten war beeindruckend! Die Leistungskraft der Böden scheint mir den Spruch zu rechtfertigen: mit vollen Hosen ist gut Stinken! Will sagen, dass auf diesen Standorten fast alle Baumarten „gehen“. Wie schön für die polnischen Kollegen!

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Der Abend Mit nicht unerheblicher Verspätung erreichten wir dann die „Tierpflegestation“, wo am Lagerfeuer das Abendbrot zelebriert werden sollte. Zunächst aber waren selbst alte Recken wie Hanno Müller-Bothen von den Ausmaßen dreier Sauen in einem Kleingatter dermaßen angetan, dass sich spontan Jagdgelüste Bahn brachen. Die „Pflegestation“ entpuppte sich eher als Maststation. Denn auch das benachbarte Damwildgatter schien den Begriff „Pflege“ sehr ernst zu nehmen. Alles in formidablem Zustande. So auch das Lagerfeuer, das nicht schnöde unter freiem Himmel loderte, sondern zu sinnvollem Zwecke in einen gemauerten Grill gesperrt war. Das Ganze wiederum in einer super Jagdhütte, deren filigrane Herrichtung uns auch im Detail begeisterte. Und dann das Essen: le grande bouffe! Von Exzellenz, Ideenreichtum und Menge geprägt, ein nie enden wollender Strom von Köstlichkeiten, die mich bei meinen Dankesworten zur Verleihung von ***** an die Organisatoren und die Küche veranlasste. Ob der stellvertretende Oberförster mir die Feststellung seiner frappierenden Ähnlichkeit mit Bill Gates ab- oder gar übelgenommen hat, war glücklicherweise am Ende des Abends auf Grund exzessiven Alkoholgenusses nicht mehr feststellbar.

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Mittwoch, 30. August (Vormittag)

Uwe FRERK

Forstdirektion Olsztyn (Allenstein) / Oberförsterei Nowe Ramuki (Neu Ramucken) Bei strömendem Regen ging es am Mittwochmorgen in die ca. 15 km von Olsztyn (Allenstein) entfernt gelegene Oberförsterei Nowe Ramuki (Neu Ramucken). Im Wald empfingen uns der zuständige Oberförster Herr Janusz Jèznach, der Leiter der Försterei Pryszkop Herr Joachim Cymerman und als Dolmetscherin die Tochter des Oberförsters. Sie konnte ihre in Deutschland erworbenen Deutschkenntnisse gut verwenden, auch wenn bei einigen forstlichen Fachbegriffen „Herr Professor“ aushelfen musste.

Erster Besichtigungspunkt: 180 jährige Kiefer im Waldreservat „Ermländischer Wald“ Schon während der Fahrt zum ersten Besichtigungspunkt begeisterte uns der strukturreiche Waldaufbau, der auf gute standörtliche Gegebenheiten hinwies. Das erste besichtigte Waldbild bestand aus ca. 180 jährigen Kiefern innerhalb des Wald-reservates „Ermländischer Wald“, eines der größten Waldreservate Polens mit 1.804 ha. Das gesamte Waldreservat liegt in der Oberförsterei Nowe Ramuki. Der zuständige Revierförster Herr Cymermann erklärte in gutem Deutsch, dass die Kiefern überaltert seien, aber aufgrund des Schutzstatus des Gebietes nur durch Sanitärhiebe genutzt werden dürfen. Hierzu sei vorher eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Woiwodschaft (Bezirksregierung) einzuholen. Ein scheinbar sehr bürokratisches Verfahren, welches bei unseren polnischen Kollegen nicht auf volle Zustimmung stößt. Durch den hohen Rotwildbestand ist eine Verjüngung der Kiefer nur im Zaun möglich. Als im Schutzgebiet vorkommende geschützte Vogelarten wurden insbesondere der See-, Fisch- und Schreiadler erwähnt, deren Nistplätze als besondere Schutzzonen abgesteckt werden. Bis 1986 war das Gebiet der Oberförsterei Nowe Ramuki Staatsjagdrevier und nicht selten jagten neben der polnischen Staatsregierung hohe ausländische Politiker in den zusammenhängenden Waldkomplexen. Zur Zeit wird die Jagd hauptsächlich durch Vergabe von Abschüssen an ausländische Jagdgäste ausgeübt. Der Wolf ist inzwischen als Standwild zurückgekehrt und verursacht vor allem bei Rehwild und Schwarzwild hohe Verluste. Eine Bejagung des Wolfes findet (noch) nicht statt, da er ganzjährig geschont ist.

Zweiter Besichtigungspunkt: „Motzfeld’sches Loch“ Trotz des nicht aufhörenden Regens führten uns unsere Gastgeber als zweiten Besichtigungspunkt zu einem „Motzfeld’schen Loch“. Bei diesem Bestandestyp handelt es sich um eine Art Löcherhieb von ca. 0,2 ha Größe (hier in einem reinen Kiefernbestand), der mit verschiedenen Baumarten z. B. TEi, WTa oder Dou ausgepflanzt wird. Bei dem uns gezeigten Waldbild war das Motzfeld’sche Loch mit WTa ausgepflanzt worden, das Bestandesalter betrug ca. 140 Jahre. Auffällig war, dass trotz des hohen Rotwildbestandes eine WTa-Naturverjüngung (wenn auch verbissen) vorhanden war.

Die Oberförsterei Nowe Ramuki Zu unser aller Bedauern musste die Exkursion als „Trockenkurs“ in die Oberförsterei verlegt werden. Bei der heutigen Oberförsterei Nowe Ramuki handelt es sich um eine der ältesten ehemals preußischen Oberförstereien.

Seite 18 Beeindruckend waren der gute Gebäudezustand und die gute technische Ausstattung der Oberförsterei. Aus unserer stets mitgeführten „grünen Bibel“ (Forstl. Adressbuch von Fm Otto Müller, 1926) konnten wir unseren Gastgebern zur allgemeinen Erheiterung den Gebäudezustand und sonstige die Oberförsterei betreffenden Gegebenheiten der damaligen Zeit vor Augen führen.

Revierverhältnisse Für alle interessant waren die Ausführungen zum Vorrat von 355 Fm/ha, der deutlich über dem durchschnittlichen Vorrat der Forstdirektion Olsztyn liegt. Das durchschnittliche Alter der Bestände beträgt in der Oberförsterei immerhin 83 Jahre, während es in der Forstdirektion Olsztyn insgesamt bei 43 Jahren und in Polen insgesamt bei 51 Jahren liegt. Begründet wurden der hohe Vorrat und das hohe Durchschnittsalter damit, dass in der Zeit von 1950-1986 die Oberförsterei Staatsjagdrevier war und somit in dieser Zeit aus jagdlichen Gründen der Einschlag gedrosselt wurde. Die Standorte in Polen sind in IV Standortklassen eingeteilt, wobei die Klasse I die ärmsten Standorte bezeichnet. In der Oberförsterei Nowe Ramuki entfallen auf die Standortklasse I 14 % II 42 % III 39 % IV 5 % der Waldfläche. Die Umtriebszeit für die Kiefer beträgt 140 Jahre, die Umtriebszeit der Eiche wurde mit >150 Jahre angegeben. Die Oberförsterei bewirtschaftet 350 ha anerkannte Samenbestände, wovon 342 ha auf die Kiefer und 8 ha auf die Traubeneiche entfallen. 60 % der Samenernte werden in der Oberförsterei selbst und 40 % in anderen Ober-förstereien der Forstdirektion verwendet. Die Jagd spielt auch heute noch eine große Rolle in der Oberförsterei, was dadurch zum Ausdruck kommt, dass die gesamte Waldfläche als Verwaltungsjagd von der Ober-försterei und nicht im Rahmen einer Jagdgesellschaft bewirtschaftet wird. Der Rotwildbestand wurde mit 25–27 Stück pro1.000 ha angegeben, wobei im Jahr ca. 40 Hirsche und 100 Stück Kahlwild erlegt werden. Die Schwarzwildstrecke beträgt 140–150 Stück pro Jahr, die Rehwildstrecke wurde mit ca. 150 Stück pro Jahr angegeben. Nach diesen interessanten Ausführungen des Oberförsters erfolgte das gemeinsame Mittagessen, welches eigentlich im Wald erfolgen sollte, aufgrund des Regens aber in die Oberförsterei verlegt werden musste. Unsere Gastgeber hatten sich jedoch auf diesen „Stellungswechsel“ vorbereitet und uns schmeckte es auch im Sitzungszimmer der Oberförsterei. Mit herzlichem Dank verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern, wobei ich für mich sagen kann, dass ich diese nicht nur waldbaulich interessante Oberförsterei gerne noch einmal bei „trockenem“ Wetter besuchen würde.

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Mittwoch, 30. August (Nachmittag)

Axel GERLACH

Spannende Kutschfahrt durch den Wald in der Oberförsterei Jedwabno Gegen 14 Uhr trafen wir in der Oberförsterei Jedwabno (Gedwangen) ein. Der Regen blieb uns auch weiterhin treu. Daher schlug uns der Oberförster Marek Tredowski vor, aufgrund des Wetters auf die geplante Kutschfahrt zu verzichten. Glücklicherweise hatte Prof. Modrzynski die richtige Intuition und in uns die notwendigen Sympathisanten, so dass die Kutschfahrt doch noch organisiert und zum Highlight des Nachmittags werden konnte. Die Darstellung der Oberförsterei war sehr kurzweilig mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation gestaltet. Ausdrucksstarke Bilder aus der Oberförsterei, die der Hilfsförster und sehr gute Dolmetscher – Herr Stanislaw Kozlowski – aufgenommen hatte, lockerten den Vortrag geschickt auf. Zum einfachen Nachlesen erhielt jeder eine CD-Rom, ein toller Service! Mir fiel besonders die große Fläche zum Erhalt des Ökotyps der Napiwoda-Ramuki-Kiefer auf. In der Oberförsterei befinden sich dazu 10 Plussamenbestände, 282 ha Nachkommenschaftskulturen und 50 Plusbäume. Direkt daran schloss eine Führung durch die Samenklenge an. Während deutschlandweit nur insgesamt 8 Samendarren existieren, sind anscheinend in sehr vielen Oberförstereien Klengen anzutreffen. Die Führung durch die seit 1992 arbeitende Anlage war sehr informativ und gab einen guten Überblick. So wurden uns z. B. Kühlräume zum Lagern von Bucheckern auch noch in Betrieb befindliche deutsche Maschinen (VEB Landmaschinenbau Fortschritt) gezeigt, die Hainbuchen entflügelten und säuberten. Danach ging es ganz unterschiedlich weiter: Während Eva Schlossmacher im gesundheitlichen Abseits dazu bewegt werden konnte, dass sie im Bett in Olsztyn am besten aufgehoben wäre, bewegte sich Hanno MüllerBothen samt seinem Sekretariat auf familienhistorischen Abwegen. Sein Großvater führte in den 20-er Jahren die Oberförsterei Corpellen. Von daher war seine Freude verständlicherweise sehr groß, als ein Bus aus der Regionaldirektion zusammen mit Herrn Pampuch und der Dolmetscherin Anna eine Reise ins Damals ermöglichte; auch wenn die Abwesenheit von anderen Teilnehmern deutlich registriert wurde – so wurde es mir jedenfalls zu Protokoll gegeben. So zahlenmäßig reduziert fuhren wir aus dem Mercedesbus auch mal zusammen mit Mitfahrern aus dem „Streberbus“ in einem Gefährt. Da traten die Unterschiede bald deutlich hervor ... Die Reise führte uns durch die Weiten der Oberförsterei. Unterwegs boten Pilzsucher ihre Ware an – selbst an wenig befahrenen Straßen, irgendwo fernab von Siedlungen. Die Pilzsaison war im vollen Gange, die Bedingungen günstig. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, soll dies eine Haupteinnahmequelle für einige Polen sein. Nach ungefähr einer halbstündigen Fahrt bogen wir nach „Kot“ ab – zu einem 1994 geschlossenen Truppenübungsplatz. Durch den Protest der Mitarbeiter der Oberförsterei wurde erreicht, dass von den insgesamt ca. 1.500 ha geschützter Fläche nur ca. 300 ha zur Abrundung bepflanzt wurden. So konnte sich ein bedeutendes Gebiet mit einer ca. 100 Vögel umfassenden Birkwildpopulation entwickeln. Mittlerweile nehmen jedoch die „Populationsschädlinge“ weiter zu, zumal aus dieser Gruppe (z. B. Fuchs, Raubvögel, Wolf) nur der Marderhund bejagt werden darf. So bleibt als weitere Schutzmaßnahme nur das Entkusseln der offenen Flächen übrig. Leider konnten wir von unserem Besichtigungspunkt aus kein Birkwild ausmachen, nur einen teilweise überwucherten Kirchturm – als einziges Bauwerk – aus einem 1953 für den Übungsplatz ausgesiedelten Dorf. Das wirkte in der ansonsten grünen Umgebung bizarr. Endlich war die Kutschfahrt dran!!! Dazu mussten wir jedoch wieder die ganze Strecke mit dem Bus zurückfahren. Glücklicherweise hatte es auch aufgehört zu regnen, so dass wir so beschwingt aus vollem Herzen „Hoch auf dem gelben Wagen“ schmettern konnten. Dabei

Seite 20 überraschte uns der Prof. Modrzynski nicht nur mit seiner Stimme – sondern auch mit der zweiten und sogar dritten Strophe. Respekt! Die Fahrt führte uns an zum Teil bekannten Bildern vorbei – so z. B. den sehr stammzahlreichen, beneidenswert wipfelschäftigen Kiefernbeständen, die vermehrt mit Buche unterbaut waren. Auch wenn die Buche an der Grenze ihrer Verbreitung war, wuchs sie doch sehr ordentlich (viele wipfelschäftige Bäume). Von daher waren wir schon verwundert, dass die Buche ausschließlich als ökologische Beimischung zur Aufbesserung des Bodens diente und zusammen mit der Kiefer im Kahlschlagverfahren – als Brennholz – geerntet wurde. Aufgrund der Wuchskraft und des Erscheinungsbildes hätten wir in Deutschland diese Buche sicher als starke Mischbaumart übernommen. Unterwegs fielen ferner die einfachen Holzkreuze für die gefallenen Soldaten auf, die von den örtlichen Förstern als Denkmal gepflegt und ggf. auch ersetzt werden. Und dann etwas Ungewöhnliches: mit weißer Farbe markierte ZBäume. Der mitgefahrene Hilfsförster erklärte dazu, dass die Regionaldirektion eine Z-Baum-Auswahl angeordnet hätte. Da der Hilfsförster jedoch feststellte, dass dies schrecklich aussähe, wurde auf eine weitere Markierung verzichtet. Leider war der Oberförster bei der Kutschfahrt nicht dabei, denn wir hätten uns gerne noch mehr Informationen zu einzelnen Waldbildern – Historie o. ä. gewünscht. Glücklicherweise beantwortete Herr Koslowski die Fragen bereitwillig. Schließlich erreichten wir einen See mit wunderbarem Ausblick, wo wir schon zum Essen erwartet wurden. Der frühe Abend klang gemütlich aus, wobei sich erst sehr spät der verschmitzte Humor des Hilfsförsters zeigte. Als kleine Anekdote sei nur der Ausspruch: „Polen ist das einzige Land, dass sich eine Kopie des Präsidenten leistet“ erwähnt. Dabei trat schließlich eine gewisse Ähnlichkeit zu dem englischen Komiker Mr. Bean hervor. Wir waren an diesem Abend so ungewöhnlich früh wieder in Olstyn, dass wir sogar das Nachtleben kennen lernen konnten. Insgesamt hatten wir mit einer größeren und aktiveren Innenstadt gerechnet bei einer Einwohnerzahl von über 150.000. Nach einigen Fehlversuchen landeten wir in einer urigen Kneipe, wo wir alle an einer großen Tafel saßen. Gemütlich klang der Abend bei polnischem Bier und guter Stimmung aus. Michael Thonig sorgte wohl für den Spruch, der am längsten in Erinnerung bleiben wird: [Wahlen in Berlin, hat Herr Wowereit als Schwuler Vorteile?] „Hört auf zu lachen, in 5 Jahren ist das Pflicht . . .“

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Donnerstag, 31. August (Vormittag)

Wanda KRAMER

An diesem Tag nahmen wir eine längere Fahrt ostwärts auf uns, um in die Oberförsterei Mrągowo (Sensburg) zu gelangen. Die Ortschaft Święta Lipka, mit der Barockkirche „Heilige Linde“ lag zwar nicht direkt auf dem Weg, ist aber ein Muss, wenn man in der Gegend ist. Die Heilige Linde – auch als Perle des Barock Nordpolens bekannt – wird alljährlich von Tausenden von Touristen besucht. Erbaut wurde sie im Jahre 1687/93. Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden die wundervollen Wandmalereien sowie die noch prächtigere Orgel. Wir hatten die Möglichkeit, in der vollbesetzten Kirche ein Orgelkonzert zu erleben; sogar die kleinen Holztrompeter bewegten sich. An der Decke wurden uns Bildausschnitte der Illusionsmalerei gezeigt, die Figuren verändern ihre Position jenachdem ob man sich ihnen nähert oder entfernt. Anschließend besuchten wir die Oberförsterei Mrągowo. Hier führten uns der Oberförster, Herr Jarosław Błyskun, der Stellv. Oberförster, Herr Stanisław Warpechowski, sowie der Stellv. Direktionsleiter zu den nächsten Exkursionspunkten. Uns wurde ein interessantes Renaturierungs-Großprojekt vorgestellt, an dem mehrere Oberförstereien beteiligt sind. In der Vergangenheit wurden im LKP „Masurische Wälder“ zahlreiche Meliorationsmaßnahmen zur Wasserregulierung durchgeführt mit der Folge einer Grundwasserabsenkung in der Landschaft. Etliche Gewässer und Moore wurden entwässert, demzufolge auch der natürliche Zustand von Flora und Fauna stark beeinträchtigt. Laichgewässer mit deren Ufervegetation für zahlreiche Amphibienarten sowie Torfmoore degradierten. Die umliegenden Waldbestände sind an den niedrigen Grundwasserspiegel nicht angepasst und verschlechterten sich durch Stress in ihrer Vitalität. Es wurden Maßnahmen eingeleitet, um den Grundwasserspiegel wieder zu heben. So baut man beispielsweise Wasserabflussrinnen um mit dem Ziel, eine Stauwirkung am alten Gewässer oder Moor zu erreichen. Auf einer Halbinsel, an dem wunderschönen See Lampackie gelegen, befindet sich der Forstlehrpfad zu Sorkwity. Die Überreste einer historischen Weingartenanlage (aus dem Jahre 1852) dienen heute als Schutzraum u. a. für Fledermäuse. Die Buche verjüngt sich hier natürlich – auch außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes. Hier können Schul- und Touristengruppen einen sehr natürlichen Wald erleben und an einem Spaziergang zahlreiche Baum- und Straucharten wie Stiel-Eiche, Hainbuche, Esche, Ulme, Weißdorn sowie Lärche kennenlernen.

Seite 22 In der Forstverwaltung hat die Öffentlichkeitsarbeit einen hohen Stellenwert. Somit besuchten wir nach dem Mittagessen eine forstliche Bildungseinrichtung in der Revierförsterei Borowo. In den Seminarräumen werden Fachvorträge aus Forst- und Landwirtschaft sowie Fortbildungskurse im Rahmen Natur- und Umweltschutz für Schüler und Erwachsene angeboten. Durch alte Forstwerkzeuge, Maschinen sowie Tier-Exponate werden Natur und Waldarbeit, vor allem für die Jugend, greifbar gemacht.

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Donnerstag, 31. August (Nachmittag)

Klaus BENNING

Oberförsterei Strzalowo Nach der Beeendigung des Besuchs in der Revierförsterei Borowo kamen wir am „fortgeschrittenen“ Nachmittag in der Revierförsterei Pierslawek (Kleinort) der Oberförsterei Strzalowo (Pfeilswalde) an und wurden mit „großem Bahnhof“ empfangen – die Begrüssung mit Jagdsignalen an dem Förstereigehöft durch eine junge Bläsergruppe der Oberförsterei war eine stimmungsvolle Überraschung. Die stellvertretende Leiterin der Oberförsterei, Frau Malgorzata Blyskun, begrüsste uns nach dieser musikalischen Ouvertüre mit einer kurzen Einführung in Aufgaben und Strukturen der Oberförsterei, die Teil des LKP (Lesny Kompleks Promocyjny) „Lazy Mazurskie“ (Masurische Wälder) in der „Puscza Piska“ (Johannisburger Heide) ist. Das Revierförstereigehöft Pierslawek – gleichzeitig Start- und Endpunkt eines 8,8 km langen Waldlehrpfads – ist das Geburtshaus des masurischen Schriftstellers und Dichters Ernst Wiechert, der hier am 17. Mai 1887 als Sohn des Revierförsters Martin Wiechert geboren wurde und seine Kindheit hier verbrachte. Mit 11 Jahren kam er nach Königsberg, wo er nach Gymnasialzeit und Studium bis 1930 als Lehrer arbeitete. Seine in Masuren verbrachte Kindheit und Jugend prägte das Leben und Schaffen E. Wiecherts, so z. B. seine Kindheitserinnerungen „Wälder und Menschen“, „Das einfache Leben“, etc. Die Hauptpersonen seiner Werke waren oft durch Kriegserlebnisse traumatisierte Menschen, die sich in der Einsamkeit und Stille Masurens mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzten. Wegen seiner Kritik am Nationalsozialismus wurde er 1938 für 4 Monate im KZ Buchenwald inhaftiert; diese Erlebnisse verarbeitete er in seinem Roman „Der Totenwald“. 1948 ging er in die Schweiz, wo er am 24. August 1950 starb. Sein Lebenswerk umfasst 13 Romane, 4 Theaterstücke, 50 Erzählungen, 40 Märchen und zahlreiche sonstige Publikationen. 1995 wurde mit der Renovierung des Geburtshauses Wiecherts auf Betreiben und mit finanzieller Unterstützung der Oberförsterei in Zusammenarbeit mit dem Museum für Ermland und Masuren in Olsztyn begonnen, welches die Einrichtung einer Gedenkstube mit Exponaten aus dem Museumsfundus unterstützt. Bei einem Rundgang durch das Museum, begleitet von der heutigen Leiterin des Museums, Anna Sadownikow, zeigte sich das gesamte Gebäudeensemble in einem sehr liebevoll restaurierten, repräsentativen Zustand. In einem Nebengebäude (ehem. Scheune) wird z. Zt. die Einrichtung eines kleinen Cafés und eine kleine Ausstellung von forstlichen Kleingeräten realisiert. Dort ist z. B. ein „Henning’scher Dreiflügelpflanzstichel der Fa. W. Göhler’s Witwe/Freiberg Sachsen“ zu sehen. Die Gedenkstube Ernst Wiecherts wird von Mai bis Oktober von ca. 10.000 Besuchern aufgesucht.

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Von der Revierförsterei Pierslawek aus ging es in einer kurzen Fahrt zur Oberförsterei Strzalowo, wo wir abermals von der Bläsergruppe auf dem Innenhof der Oberförsterei vor der sehr gemütlich für Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeitszwecke eingerichteten Scheune („Izba Lesna“) begrüsst wurden, wo bereits ein hervorragender Imbiss – ein Highlight war der tolle Salat – auf uns wartete. Nach dem Imbiss, zu dem zwischenzeitlich auch Herr und Frau Hofman aus Lipowo (Lindendorf) hinzugestossen waren, wurden wir von Frau Barbara Kruczyk, die sich als Spezialistin für forstliche Edukation mit dem Aufgabenschwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung befasst, bei einem Rundgang über das Gelände der 1870 erbauten Oberförsterei über die Umweltbildungsarbeit im Zusammenhang mit dem LKP „Masurische Wälder“ informiert, der, vergleichbar mit der Arbeit der Naturparke in Deutschland, im Jahr 2002 eingerichtet wurde. Jährlich werden etwa 8.000 Besucher (vorwiegend Kinder und Jugendliche) betreut. Die Finanzierung der Umweltbildungsausgaben erfolgt fast ausschließlich aus dem Budget der Oberförsterei. Beeindruckend war auch ein ca. 130 Jahre alter Lebensbaum auf dem Oberförstereigelände, der mittlerweile als Naturdenkmal anerkannt ist. Nach gemütlicher Runde bei Bier und Grillwurst am Lagerfeuer mit einiger Fachsimpelei machten wir zum Abschluß des Tages noch einen Abstecher zum Domizil der Familie Hofman in Lipowo, wo wir beim Bier in angenehmer Atmosphäre noch die liebevolle Gestaltung des Hauses bewundern konnten.

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Ergänzung (von Hanno Müller-Bothen): Wir hatten hier Gelegenheit, dicht gedrängt im Wohnzimmer von Karol und Aneta uns für deren ungewöhnlichen Einsatz bei der Organisation unserer bevorstehenden Rückreise zu bedanken. Schließlich war ein Privat-Vertrag zwischen der Polnischen Bahn PKP und Frau Aneta zustande gekommen über die ‚Lehrfahrt’ eines Extra-Liegewagens von Danzig nach Allenstein, Ankoppeln desselben, Reise nach Stettin inklusive privatem Schaffner und Rückführung von Schaffner und Liegewagen nach Danzig (was alles positionsweise auf der Rechnung stand). Die Spannung blieb groß, ob das wirklich klappen würde, nachzulesen bei unserem Bahn-Berichterstatter Hauke Bruns, der es sich nicht nehmen ließ, unser mitgebrachtes Forstvereins-T-Shirt besagter Frau Aneta mit verzücktem Blick überzustreifen und den korrekten Sitz natürlich eigenhändig zu überprüfen. Leider fand dieser Besuch schon bei tiefer Dunkelheit statt, so daß wir die Umgebung dieser Privat-Pension mit nahegelegenem See usw. nur noch erahnen konnten.

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Freitag, 1. September (Vormittag)

Ulrich HEINE

Besuch der Oberförsterei Wipsowo Nach einer Fahrt durch die endlosen Wälder und an den schönen silberfarbenen Seen Masurens vorbei, kamen wir in der Oberförsterei an. Herr Stocniskow Przybylsko begrüßte uns herzlich. Im ersten Waldbild bekamen wir einen Eibenwald zu sehen, der aus einem Kahlschlag hervorgegangen war. Der örtliche Standort eignet sich sehr gut für den Eibenwuchs (Springkraut und Sauerklee als Begleitflora) und man plant dort eine Saatgutgewinnung, bzw. eine vegetative Vermehrung des Ausgangsbestandes. Ein Projekt, das ganz Polen mit Vermehrungsgut versehen soll. Die Eibe ist zweihäusig und somit immer auf das Vorhandensein eines zweiten Geschlechtspartners angewiesen. „Woran erkennt man eine männliche Eibe?“ witzelte der Oberförster, „ganz einfach, sie ist schöner!“ Neuerdings befindet sich ein Rudel Wölfe in der Region, dadurch ist das Wild heimlicher geworden und Jungwild, hauptsächlich Rehwild und Wildschweine, werden bevorzugt als Nahrung erbeutet. Beim zweiten Waldbild wurde uns der Revierförster Piotr Ksiazek vorgestellt, mit dem Hinweis , daß Revierleiter möglichst lange auf den Förstereien verbleiben sollten, um die waldbaulichen örtlichen Gegebenheiten erkennen zu können und sie dann auch zum Wohle des Waldes umzusetzen. Im zweiten Waldbild geht es um die Naturverjüngung der Kiefer. Als Mineralbodenkeimer hat man uns die Kiefer in verschiedenen Varianten der Verjüngungsmöglichkeit vorgestellt. Wo der Boden es zulässt, nur unter einem lichten Schirm. Bei stärkerem Bodenbewuchs eine Bodenbearbeitung als Pflugstreifen mit lockerem Schirm, oder mit der Belassung von Kiefern in Gruppen auf der Fläche sowie auch eine Einzelstammstellung und Varianten aus allen erwähnten Stellungen. Der Abraum aus den Hauungen verbleibt auf der Fläche, er wird in Handarbeit in Wällen abgelegt. Lohnkosten treten pro Arbeitsstunde in Höhe von ca. 3,– 2 auf. Der Oberstand soll eine ständige Nachlieferung von Samen bewirken. In der Verjüngungsphase werden alle Birken entfernt, da die Verdämmung zu hoch ist. Die Abfolge der Hauungen erfolgt von Osten nach Westen, um die räumliche Ordnung gegen den Wind zu garantieren. Im dritten Bild wurden uns Pflegemaßnahmen erläutert. In der 1. Läuterung erfolgt kontinuierlich der Aushieb der Birke (ca 30 Std./ha) , bei einer Pflanzenzahl von 12 Tsd. Stck./ha ist die Kultur gesichert. Nach dem Bestandesschluss erfolgt der zweite Eingriff. Anteile von Fichtenanflug auf den Flächen werden toleriert. Die Wildstandsbewirtschaftung muss dabei immer im Auge behalten werden.

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Freitag, 1. September (Nachmittag)

Eva-Maria SCHLOSSMACHER

Besuch der Oberförsterei Wipsowo (zweiter Teil) Nach einer kleinen Stärkung im Wald, sprich einem zweitem Frühstück, bei dem sich die Tische wieder unter den selbstgebacken Leckereien bogen, ging es weiter. Einigen der Kollegen fiel es sichtbar schwer, sich von den großzügigen zeitweiligen Verjüngungsverfahren, bei uns hieße so was Kahlschlag, zu trennen. Aber es ist wie überall eine Frage der Definition und das eiserne Gesetz des Örtlichen. Dem großen Engagement des Revierförsters Dulisch war unser nächster Exkursionspunkt zu verdanken. 1962 hat er als Versuch auf einer ehemaligen Ackerfläche (wenn ich es richtig verstanden habe, entstanden so insgesamt rund 65 ha) flächig Eichensaatgut ausgebracht, welches ursprünglich wohl zur Wildfütterung gedacht war. Dies führte im Anfang auch zu Problemen mit dem Schalenwild. Das Bild, was aber nun vor uns lag, überzeugte trotzdem durch Qualität, was wohl auch vor allem der intensiven und guten Pflege durch die polnischen Kollegen zu verdanken ist. Im Jahr 2004 wurde der inzwischen gezäunte Bestand dann auf Teilflächen (circa 3,5 ha) mit den unterschiedlichsten Baumarten als Versuchs- und Referenzfläche unterbaut. Nach leicht kontroverser Diskussion über die Auswahl der gewählten Baumarten ist dies ein Bestand, bei dem man sich wünscht, man könnte in 30 oder 40 Jahren noch mal hinschauen und sehen was sich entwickelt hat.

Mittagessen in Tumiany Und damit auch ja keiner von uns verhungert, hatten die polnischen Kollegen ein Mittagsessen in einem kleinen Restaurant direkt am See gelegen organisiert. Nach dem üppigen Fleischgang kam dann eine Riesenauswahl an Hecht, Zander, Barsch und Schleie (so habe ich mir jedenfalls sagen lassen) und führte mal wieder dazu, daß der eine oder andere Kollege mehr aß als er eigentlich wollte. Es sah auch einfach zu gut aus und schmeckte noch besser.

Nach dem Essen fuhren wir weiter in die Förstereien Leszno und Zagajnik, wo wir uns u. a. auf rund 113 ha Flächen (insgesamt sind im März 1983 wohl rund 560 ha dem Sturm zum Opfer gefallen) ansahen, die nach Sturmwurf und Brand wiederaufgeforstet wurden. Hier schlug das Herz aller Jäger ein wenig höher, gesehen haben wir aber kein Wild. Auf besonderen Wunsch haben wir uns dann noch einen gerade abgeschlossenen Hieb anschauen können und eine kurze Einführung in die Erntetechnik, die Sortierung und den Holzverkauf erhalten, der im übrigen jetzt

Seite 28 komplett über EDV zentralisiert ablaufen soll. Das heißt, alle Planungen werden ins Internet gesetzt und dort dann schließlich an den Meistbietenden versteigert. Das Zitat – nachdem gefragt wurde, ob denn das neue System besser sei –: „Man ist zum Erfolg verdammt . . .“ spricht für sich.Weiter ging es dann mit einem waldbaulichen Sahnestückchen, und zwar wurde uns das Verfahren der Eichennesterpflanzung nach Szymanski (der übrigens ein viel geschätzter Lehrer unseres Professors Modrzynski war) vorgestellt: Die Eichennesterpflanzung geht auf Ogijewski zurück. In ihrer klassischen Form bestand sie aus der Anlage von etwa 200 Pflanzplätzen pro ha. Die Plätze waren 2 qm groß. Auf jedem Platz wurden 50 bis 100 Eicheln gesät oder 25 bis 30 ein- oder zweijährige Eicheln gepflanzt. Szymanski hat die Eichennesterpflanzung in Polen weiter untersucht. Optimale Ergebnisse erzielte er unter den folgenden Bedingungen: 1. Auf exakt einem Quadratmeter wurden nach gründlicher Bodenvorbereitung (Mini-Vollumbruch) 21 nicht zu große Eichen (0 + 1 oder 0 + 2) in 25 cm Quadratverband bepflanzt. 2. Die Pflanzbeete wurden im ersten Jahr vollständig unkrautfrei gehalten. Danach erscheint i. d. R. eine weitere Pflege nicht notwendig. 3. Im Alter 16 hatte sich dann eine Eiche durchgesetzt. Sollte ein zweiter Baum zur Konkurrenz aufgewachsen sein, mußte dieser beseitigt werden. 4. Die Anzahl der Nester richtete sich nach dem waldbaulichen Ziel. Sollten im Endbestand 200 Eichen je ha stehen, mußten bei der Bestandesbegründung auch (mindestens) 200 Nester angelegt werden. Dafür war ein Verband von ungefähr 7 x 7 m notwendig. 5. Der Füllbestand zur Pflege der Eichen kam nach polnischen Erfahrungen auf allen besseren Böden natürlich meist schnell genug und ausreichend an. Falls nicht, ließ man nachpflanzen. Professor Szymanski war mit seiner Nesterpflanzung der Eiche sehr erfolgreich. Die Methode gestattete es, heranwachsende Eichenjungbestände sich weitgehend selbst zu überlassen, aufwendige Pflegemaßnahmen konnten unterbleiben. Es wurde noch ein kurzer Stopp an einer alten Wallanlage gemacht. Laut der Denkmalschutzbehörde, die diese zur Zeit wissenschaftlich untersucht, wird vermutet, daß sie aus dem 11.–12. Jahrhundert stammt und eine Festung der Urbevölkerung war. Der Verlauf außerhalb des Waldes ist aber bisher ungeklärt. Angekommen auf dem Gelände der Forstbaumschule wurde erstmal gegessen und getrunken. Das Team um den Revierförster der Forstbaumschule und die andere Forstamtsmannschaft hatte schon ein wenig auf uns gewartet. Nach dem Essen noch ein kurzer Ausflug auf das Gelände der insgesamt 5 ha großen Forstbaumschule in der Revierförsterei Borek. Diese hat sich neben der Anzucht für Forstpflanzen auch sehr erfolgreich auf die Vermarktung von Ziergehölzen für den privaten Gebrauch eingestellt. Das gesamte Areal war nicht nur für die Gäste auf’s schönste angelegt und vorbereitet worden. Für alle, die noch nicht genug gesehen und erlebt hatten, wurde dann noch von Herrn Przybylsko höchstpersönlich kurzerhand ein kleiner Ausflug zu seiner privaten Pferdezucht organisiert. Nachdem wir auch noch kurz der Mutter vorgestellt wurden, sahen wir einige wunderschöne und – wie uns erläutert wurde – auch sehr erfolgreiche Pferde. Den Abschluss bildete wie immer ein längeres geselliges Beisammensein mit dazugehörigen Geschichten und teils deftigen Anekdoten. Einmal mehr ist durch die gute Organisation und Gastfreundlichkeit des Teams der Oberförsterei Wipsowo ein sehr vielfältiger und interessanter Tag in einer wundervollen Landschaft für uns zu Ende gegangen. Stellvertretend sei hier Herrn Przybylsko, Frau Danuta Czokaka und Frau Eva Matuszak dafür sehr herzlich gedankt.

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Samstag, 2. September (ganztägig)

Michael THONIG

Oberförsterei Milomlyn und Olstzyn Wer nach den vorangegangenen eindrucksvollen Tagen gedacht hatte, dass es kaum noch Steigerungsmöglichkeiten geben könnte, wurde mit dem Besuch der berühmten „Taberbrücker Kiefern“ und anderer Sehenswürdigkeiten auf das Angenehmste überrascht. Wir wurden durch den stellv. Oberförster, Herrn Wieslaw Stachowicz, im Reservat „Sosna Taborska“ herzlich begrüßt. Die Oberförsterei Milomlyn (Liebemühl) bewirtschaftet ca. 17,2 Tsd.ha Waldfläche und ist in zwei sehr unterschiedliche Zonen geteilt. Die eine ist ein sehr kompakter Waldkomplex, die Taberbrücker Wälder. Die andere Zone ist stark zersiedelt und sehr waldarm, was eine Folge der übermäßigen Holznutzung für eine Glashütte im 17. Jahrhundert ist. In diesem Gebiet gibt es eine Försterei namens „Hölle“, die auch noch von einer Frau geleitet wird. Das veranlasste den Herrn Oberförster zu der Bemerkung: „Wo der Teufel nicht selbst sein kann, schickt er eine Frau hin.“

Doch zurück zum Reservat. Es hat eine Fläche von 95 ha und dient ausschließlich der Dokumentierung der 250–270 jährigen Taberbrücker Kiefern. Eingerichtet wurde es 1958. Auf einem 1,5 km langen Rundweg konnten wir diese Baumriesen bestaunen. Der Musterbaum ist 268 Jahre alt, hat eine Höhe von 38 m und ein Volumen von 8 fm. Auf einen Zentimeter zählt man 5 Jahrringe. Die Zapfen sind sehr klein, haben im Durchschnitt 10 Samenkörner, die aber eine sehr gute Keimfähigkeit aufweisen. Der Vorrat pro ha wurde mit 700 fm angegeben, wovon die Kiefer 50 % beisteuert. Die Kiefer ist grundsätzlich mit Buche unterbaut, im Reservat schon in der vierten Generation. In einem nach dem Krieg gefundenen Buch von 1748 ist die Bewirtschaftung der Bestände beschrieben: nach Abtrieb des Vorbestandes landwirtschaftliche Nutzung, danach Saat. Der erste Eingriff erfolgte mit 40 Jahren! In Folge wurde die Kiefer mit Buche unterbaut, wobei diese ausschließlich der Bodenverbesserung und Schaftpflege dient. Das Umtriebsalter ist 140 Jahre, die Altersgrenze für die Nutzung liegt bei 180 Jahren. Die Exemplare im Reservat können nicht mehr verarbeitet werden, da bei der Trocknung der Kern zerfällt. Berühmt wurde die Taberbrücker Kiefer als Mastenholz für den Schiffbau. Sie gelangte als Samen in den napoleonischen Kriegen bis nach Frankreich und als Dachkonstruktion nach Norwegen hinter den Polarkreis.

Seite 30 Nach einer kurzen Fahrt standen wir vor einem beeindruckenden Holztor mit dazu gehörigen Gatter. Dieses war keineswegs ein Wildgehege, sondern beschützte einen hervorragenden Stieleichensaatgutbestand. Zunächst aber erläuterte uns der Herr Oberförster einen 7 ha großen 141-jährigen Buchen-Eichensaatgutbestand, der für die Eichennaturverjüngung vorbereitet war. Da das Schwarzwild in Konkurrenz zur Naturverjüngung auftritt, mussten die potentiellen Verjüngungsflächen gezäunt werden. Im Gatter konnten wir nach unserer Schätzung 180-jährige Eichen bestaunen, die aber nur 140 waren. Der Bestand wird ausschließlich zur Sicherung des genetischen Materials behandelt, eine Holznutzung findet nicht statt. Die Bestandespflege dient dem Kronenausbau und erfolgt sehr vorsichtig; aus den auch bei uns auftretenden Gründen des Eichensterbens sprach Herr Stachowicz sogar von Verteidigung. Der vorhandene Unterstand hatte wieder nur dienende Funktion. Dazu hatte der Herr Oberförster einen simplen „Waldbauspruch“: „Die Eiche wächst am liebsten im Pelzmantel mit dem Kopf in den Wolken.“ Gegen 11 Uhr wurden wir an einem idyllisch gelegenen Rastplatz im Wald mit leckerer Gulaschsuppe nach masurischer Art bewirtet, und als Krönung erschien gegen 11.30 Uhr die Sonne. Am nächsten Exkursionspunkt sahen wir zwei Kiefernbestände mit Buchenunterbau verschiedenen Alters. Der 67jährige Bestand wurde vor 20 Jahren mit Buche unterbaut, der andere war ca. 60 Jahre älter. Anhand von zwei Bodengruben konnten wir die bodenverbessernde Wirkung der Laubholzstreu sehen. Der jüngere Bestand hatte zwei Nonnengradationen (1983/1993) überstanden und war mit 4 TSt./ha unterbaut, der ältere nur mit 2 TSt./ha. Die Buche hatte in beiden wieder nur dienende Funktion, sie dient der Schaftpflege, der Bodenverbesserung und wird als zusätzlicher Holzertrag gern gesehen.

Die Nutzung erläuterte uns Herr Stachowicz folgendermaßen: Der erste Eingriff erfolgt mit 40 Jahren und ca. 60 fm/ha, der zweite im Alter 50 mit 60 fm/ha und der dritte im Alter von 80 Jahren mit 100 fm/ha. Im Alter 100 sollen noch 400 Kiefern/ha vorhanden sein. Der Abtrieb mit maximal 140 Jahren erfolgt entweder mit Kahlschlag (max. 4 ha-FSC-zertifiziert !) oder durch drastische Absenkung des Bestockungsgrades zur Einleitung von Naturverjüngung. Die Buche wird vor der Kiefer genutzt. Der vierte Exkursionspunkt war eine Provenienzfläche für Kiefer und Stieleiche. Diese war ein Kahlschlag, auf dem bereits im Vorfeld einzelne Horste (20 % der Fläche) im Zaun mit Stieleiche aus anerkannten Saatgutbeständen gepflanzt war. Nach Flächenräumung mit Verbrennen des Schlagreisigs erfolgt nach einem Jahr Schlagruhe die Aufforstung mit Kiefer aus hochwertigen Saatgutbeständen. Das Jahr Schlagruhe ist dem Rüsselkäfer geschuldet. Herr Stachowicz erläuterte uns an dieser Stelle eine von ihm entwickelte Methode (nach einem „Gehirngewitter“ Orginalzitat Anna) zur vorbeugenden Rüsselkäferbekämpfung schon in der Baumschule. Bei dieser handelt es sich um ein Tauchverfahren mit einem Gemisch aus Gel und Insektizid. Wir alle hoffen, dieses Verfahren bald eingehender studieren zu können. Die Pflanzung erfolgt in Pflugstreifen mit 8-10 TSt./ha. An der „Lieblingsfläche“ des Oberförsters beendeten wir unsere Exkursion. Dabei handelte es sich um eine gezäunte Kiefern-Naturverjüngungsfläche von 3,74 ha. Die 135-140 jährigen Kiefern bildeten einen lockeren Schirm, so dass der Samen auch aus den Nachbarbeständen genügend Licht zum Keimen in den Pflugstreifen hatte. Der Überhalt wird erst im Winter des vierten Jahres abgetrieben, um genügend Pflanzen auf der Fläche zu haben. Auf 25 % Freifläche waren Stieleichenhorste gepflanzt. Fehlstellen mit ca. 15 % Flächenanteil werden mit Lärche und Fichte bepflanzt. Gegen 14.30 Uhr endete die Exkursion nach einem sehr guten Mittagessen in einem wunderschön gelegenen Hotel. Nach der herzlichen Verabschiedung durch unseren Gastgeber, Herrn Oberförster Stachowicz fuhren wir zurück nach Olsztyn, wo uns noch eine Stadtbesichtigung erwartete.

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Eine hübsche deutschsprachige Stadtführerin brachte uns vom Hohen Tor aus beginnend die Altstadt von Olsztyn und ihre Geschichte nahe. Wir umrundeten die Burg, welche heute das Museum zur Geschichte des Ermlandes und Masurens beherbergt und eng mit dem Namen Kopernikus verbunden ist. Über den restaurierten Markt mit dem Rathaus ging es zur Jakobikirche, einem typischen ermländischen Kirchenbau. Hier endete nach einer herzlichen Verabschiedung unserer Führerin der Rundgang.

Nach diesem sehr schönen und eindrucksvollen Programm erlebten wir unsere ersten „Freizeit“-Minuten, bevor es letztmalig in unser Quartier Pokoje Goscinne ‚U Zakow’ zurückging. Die Koffer waren gepackt, so konnten wir in Ruhe an ‚unserem’ See von unseren Gastgebern Abschied nehmen; im schwindenden Abendlicht entstand ein letztes Gruppenfoto (Titelseite). Und dann erwartete uns die spannende Rückreise . . . (siehe Bericht von H. Bruns)

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Es war eine wunderbare Reise durch Masuren! Mit dieser übereinstimmenden Meinung unserer Exkursions-Gruppe habe ich unseren Dank per E-Mail nach unserer glücklichen Rückkehr an unsere polnischen Gastgeber zum Ausdruck gebracht. Wir sind uns einig, daß wir • eine einmalig schöne Woche • in wunderbarer Landschaft • mit vielen forstlichen Höhepunkten • und besonderen kulturellen Eindrücken • in solch überwältigender Gastfreundschaft • bei polnischen Kollegen erlebt haben, daß wir das Gefühl hatten, • von Freunden empfangen zu werden. Wir wissen, wieviel Mühen und persönliches Engagement erforderlich sind, damit solch eine Reise so erfolgreich gelingt. Dafür möchten wir auch an dieser Stelle allen unseren Gastgebern nochmals sehr herzlich danken. Stellvertretend für die einzelnen Damen und Herren möchten wir den Chef-Organisator Tadeusz Pampuch mit der hervorragenden, charmanten Dolmetscherin Frau Anna Mikitiuk erwähnen, sowie den Kollegen Tomasz Grala, der uns mehrere Tage als fachkundiger Dolmetscher und versierter Gesprächspartner begleitete. Dieser Reisebericht setzt sich aus vielen Facetten und individuellen Eindrücken zusammen, so wie jede/jeder von uns diese Tage ganz persönlich empfunden hat. Aber es gibt einen ‚roten Faden’, der sich durch diese Woche zieht. Das ist die gemeinsame Wertschätzung, mit der wir unseren ständigen Begleiter, Freund und Ratgeber in den verschiedensten Situationen während dieser Exkursion erlebt haben, nämlich ‚unseren Professor’ Jerzy Modrzynski. Wir danken ihm nochmals sehr herzlich, daß er sich die Zeit genommen und die Strapazen nicht gescheut hat, uns vom ersten bis zum letzten Tag zu betreuen. Dziekuje barolzo und Do widzenia. Hanno Müller-Bothen

Maßstab 1 : 600.000