IBM Global Business Services Newsletter Aufsichtsrecht – Ausgabe 01

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IBM Global Business Services Financial & Risk Management

Newsletter Aufsichtsrecht – Ausgabe 01/2016 Januar 2016

© 2016 IBM Corporation

IBM Global Business Services – Financial and Risk Management

Gliederung Editorial 1. Thematische Übersicht

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2. Kurzmeldungen

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3. Fokus-Thema – Update AnaCredit

9

4. Fokus-Thema – IFRS 9

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5. Fokus- Thema – Quo Vadis BCBS 239 Risk Data Aggregation ?

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6. Impressum

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7. Quellenangaben

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8. Abkürzungsverzeichnis

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Disclaimer: Der vorliegende Newsletter wurde mir größtmöglicher Sorgfalt unter Verwendung der angegebenen Quellen erstellt. Der Ersteller dieses Newsletters übernimmt keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte und Informationen.

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IBM Global Business Services – Financial and Risk Management

Editorial Sehr geehrte Damen und Herren, in dieser Ausgabe widmen wir uns drei regulatorischen Anforderungen, die für die meisten Banken signifikant in Bezug auf Relevanz und Umsetzungsaufwand sind. Nach unserer Auffassung sind das die Einführung von IFRS 9 als Nachfolger der IAS 39, sowie AnaCredit und das Dauerthema BCBS 239 Risk Data Aggregation. Das Thema AnaCredit wurde bereits vorgestellt, aber es haben sich in der Zwischenzeit einige Konkretisierungen ergeben, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten. Zu der BCBS 239 haben wir ein paar weiterführende Überlegungen angestellt, die wir Ihnen im dritten Fokusthema vorstellen. Darüber hinaus haben wir wie gewohnt die uns am wichtigsten erscheinenden Reformvorhaben und Erkenntnisse der Aufsicht kurz zusammengefasst, um einen effizienten Überblick über neueste Entwicklungen zu ermöglichen. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre und stehen für Anregungen und Feedback gerne zur Verfügung. Herzlichst, Jean-Henrik Zitterbart

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Dr. Bernhard Napiontek

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1. Thematische Zuordnung der Beiträge in diesem Newsletter

K Anti-zyklischer Kapitalpuffer bei 0% K LCR Anrechnung von liquider Reserve bei der Zentralbank K Meldung und Offenlegung der Leverage-Ratio

Basel, EBA, BaFin...

Weitere Themen

4

K Prüfungsberichtsverordnung:Regeln für die Prüfung der

Jahres-abschlüsse von Kredit- & Finanzdienstleistungsinstituten K Bundesbank: Ergebnisse der Basel III-Auswirkungsstudie für deutsche Institute zum Stichtag 31. Dezember 2014 K Produkt-intervention: Neues Instrument der BaFin

F Update AnaCredit F IFRS 9 F Quo Vadis BCBS 239 Risk Data Aggregation

K

Kurzmitteilung

F

Fokus-Thema © 2016 IBM Corporation

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2. Kurzmeldungen (1/4)

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Antizyklischer Kapitalpuffer Bei 0%

Der antizyklische Kapitalpuffer wird in Deutschland erstmalig zum 1. Januar 2016, und vierteljährlich durch die BaFin festgelegt. In anderen Ländern wurde er schon in Höhe von 0% eingeführt, auch in Deutschland sieht die BaFin keinen Anlass für eine andere Quote. Die Festlegung basiert auf einer Vielzahl ökonomischer Indikatoren (Kreditentwicklung, Bruttoinlandsprodukt, Trend), der Analyserahmen wird derzeit von der Deutschen Bundesbank vorbereitet und im Spätherbst 2015 veröffentlicht. In der Sitzung des Ausschusses für Finanzstabilität am 15. September 2015 wurde die aktuelle Risikolage im deutschen Finanzsystem, vor allem das niedrige Zinsniveau besprochen. Die Höhe des Puffers kann zwischen 0 und 2,5% betragen, falls erforderlich mehr. In der Einführungsphase (2016-2019) gelten Obergrenzen (zum 01.01.2016 max. 0,625 %, zum 1.01.2017 max. 1,25%, zum 1.01.2018 max. 1,875 %.

LCR Anrechnung von liquider Reserve bei der Zentralbank

Als hochliquide Aktiva der Stufe 1 sind nur die am jeweiligen Betrachtungstag über dem Periodendurchschnitt liegende Reserven bei der Zentralbank anrechnungsfähig. Diese Regelung ist gültig ab dem 01.10.2015 bis zu ihrer Überprüfung in 2016.

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2. Kurzmeldungen (2/4)

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Meldung und Offenlegung der LeverageRatio

In den Anforderungen zur Berechnung der Leverage Ratio gelten derzeit zwei abweichende Standards: der der Delegierten Verordnung und der aktuell gültige Durchführungsstandard zum Meldewesen. Die Auflösung des Widerspruchs ist, dass bis die Veränderung durch die EBA in 2016 in Kraft tritt, weiterhin die alte Fassung gilt. In den Anforderungen zur Offenlegung gilt ausschließlich die neue Definition. Als Formblätter werden mangels EBA Entwurf die des Baseler Ausschusses empfohlen.

Prüfungsberichtsverordnung: Regeln für die Prüfung der Jahresabschlüsse von Kredit- & Finanzdienstleistungsinstituten

Prüfinhalte des BaFin Prüfers: Wie werden Mängel aus früheren Prüfungen beseitigt? IT Systeme und IT Projekte, deren Änderungen und Vorkehrungen zur IT Sicherheit Einhaltung der BaFin Anordnungen gem. WPHG (z.B. Leerverkaufsverbot) Urteil über Nachhaltigkeit der Strategie, Ermittlung der Risikotragfähigkeit, IKS und Innenrevision wirksam und angemessen Ist die Geschäftsorganisation i.S. des Rundschreibens? Bedingt wird geprüft ob die Begrenzung der Mandate der Organe und ob die Pflichten der Geschäftsleitung entsprechend der Gesamtverantwortung und Organisation gemäß KWG eingehalten werden und dass die Organe ihre Aufgabe mithilfe geeigneter Strukturen wahrnehmen, insb. Ausschüsse (für Risiko, Prüfung, Vergütung usw.) Vergütungssysteme angemessen, transparent, nachhaltig, Strategiekonform insbesondere bei Schlüsselpersonen (Risk-taker) in bedeutenden Instituten Beurteilung des Sanierungplans inkl. Umsetzbarkeit, Alternativen, Wirksamkeit, Kommunikation Ermittlung der CRD-IV Anforderungen an Kapitalpuffer angemessen sämtliche Organkredite (vorbehaltlich Wesentlichkeit) Regeln und Verfahren über Risiken von Verbriefungen nach CRR

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2. Kurzmeldungen (3/4)

Bundesbank: Ergebnisse der Basel IIIAuswirkungs studie für deutsche Institute zum Stichtag 31. Dezember 2014

Kriterien zur Zuordnung der Institute zu Gruppe 1 oder Gruppe 2 (8 bzw. 85 deutsche Institute): Kernkapital mindestens 3 Mrd. € und Institut ist international aktiv Übererfüllung der mittleren harten Kernkapitalquote (und Leverage Ratio): Gruppe 1 10,8% (3,5%), Gruppe 2 13,0% (4,4%) Bedarf an höherer Kernkapitalausstattung: Gruppe 1 aufgrund Leverage Ratio, Gruppe 2 aufgrund Kernkapitalquote Leverage Ratio setzt Anreize, Ergänzungskapital durch Kernkapital zu ersetzen. Übererfüllung der Mindestanforderung an stressbasierte LCR von 100% (ab 2018 bindend): Gruppe 1 110,4%, Gruppe 2 153,5% Teilweise Erfüllung der Mindestquote der strukturellen Liquiditätsquote (NSFR) von 100% (ab 2018 bindend): Gruppe 1 93,1% Gruppe 2 106,6 % Gruppe 1 Institute benötigen zusammen noch 117,0 Mrd. € an stabilen Finanzierungsmitteln. Institute mit Liquiditätsbedarf könnten bei entsprechender Aktivaverlängerung aufgrund steigender Engagementmessgröße höheren Kapitalbedarf haben. Wechselwirkungen zwischen den Kapital- & Liquiditätskennzahlen: Aufnahme von Kernkapital keine negative Auswirkungen auf die regulatorischen Liquiditätsquoten

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2. Kurzmeldungen (4/4)

Produktintervention: Neues Instrument der BaFin

8

Im Kleinanlegerschutzgesetz als §4b in das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) wurde das Produktinterventionsrecht und der kollektive Verbraucherschutz explizit als Aufsichtsziel eingeführt. Damit greift man der europäische Finanzmarktverordnung (MiFIR) vor. Die BaFin kann Finanzinstrumente oder Finanztätigkeiten beschränken oder verbieten, wenn sie erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz verursachen oder eine Gefahr für die Stabilität oder Integrität des Finanzsystems oder des Finanzmarkts darstellen. Zusätzlich zu den Verhaltens-, Organisations- und Transparenzvorschriften im Vertrieb können nun einzelne Emittenten, Finanzinstrumente, Einzelpersonen, Unternehmen, freie Finanzvermittler, Direktvertrieb oder per Allgemeinverfügung ein unbestimmter Adressatenkreis betroffen sein. Eingriffsmöglichkeiten der BaFin sind Verbote, Beschränkungen oder Bedingungen für Vermarktung, Vertrieb, Verkauf oder Formen der Finanztätigkeit oder -praxis (Verhaltensintervention), auch vor Beginn der Vermarktung. Voraussetzungen sind vorliegende Interventionsgründe und Eignung für den konkreten Fall und Einhaltung des Verhältnismäßigkeitsprinzips. Die BaFin hat also die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen, zum Beispiel die Risiken, das Kenntnisniveau der betroffenen Marktteilnehmer und die erwarteten Auswirkungen der Maßnahme. Mögliche Interventionsgründe sind erhebliche Bedenken für Anlegerschutz, Gefahr für Funktionieren und Integrität der Finanz- und Warenmärkte, wie z.b. Preisbildungsmechanismus bei Derivaten, oder für Stabilität (eines Teils) des Finanzsystems eines EU Staates durch das Produkt oder Verhalten. Die BaFin nutzt dafür Marktbeobachtungen aus der laufenden Aufsicht, Kundenbeschwerden, den jährlichen Institutsprüfungen und Vor-Ort Besuchen, Presse- & Fachartikel, Datenbanken und Marktstudien. Gemeinsam mit Bundesbank, EZB und weiteren Aufsichtsbehörden (insb. ESMA). Es wird auch der Finanzmarktwächter der Verbraucherzentralen genutzt werden.

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3. Update: AnaCredit – Analytical Credit Datasets (1/3) Da wir das Projekt AnaCredit bereits im letzten Newsletter als Fokus-Thema vorgestellt haben, beschränken wir uns im Folgenden auf die Konkretisierungen in 2015.

Anacredit Datensatz Anacredit Templates und Tabellen: Template 1

Template 2

9

1. Counterparty reference data 2. Instrument 3. Financial 4. Counterparty-instrument 5. Joint liabilities 6. Accounting 7.Protection received data 8.Instrument-protection received data 9. Counterparty risk data 10. Counterparty default data

Im aktuellen Entwurf (November 2015) umfasst der AnaCredit Datensatz nach einigen Anpassungen nunmehr 94 Attribute und 7 Identifikatoren, wobei der AnaCredit Datensatz auf Einzelkreditebene zu melden ist. Neben Angaben zum Kreditgeber / Kreditnehmer sind Informationen zu Krediten, deren Bewertung, sowie zu Risiko- und Verlustpositionen und Bilanzangaben zu übermitteln. Die Attributetabellen sind in den abgebildeten beiden Templates aufgeführt.

vereinfachtes Stufenmodell Anacredit Im vorliegenden Entwurf erfolgt zunächst nur die erste der drei Ausbaustufen. Phase 1 beinhaltet die Erhebung von Informationen zu Einzelkrediten von nicht-natürlichen Personen auf Einzelinstitutsebene und ist derzeit für März 2018 für die Kreditdaten geplant, während die Meldung der Stammdaten betreits im Sept. 2017 erfolgen soll. Die späteren Stufen wurden im Gegensatz zu früheren Entwürfen zurückgenommen. Die Definition und Einführung erfordern jeweils einen separaten EZB Rats-Beschluss. Die aktuell vorgesehene Meldeschwelle von EUR 25.000 für Performing Exposure und EUR 100 für Non-Performing Exposure wird in Deutschland den Umfang der zu meldenden Kredite um ein Vielfaches erhöhen. (Millionenkreditmeldewesen aktuell: EUR 1,5 Mio, zukünftig geplant (aber aufgrund von Anacredit verschoben): EUR 1 Mio).

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3. Update: AnaCredit – Analytical Credit Datasets (2/3) Erwähnenswert ist, dass der neueste Entwurf signifikant ‚entschärft‘ wurde. Neben dem vorläufigen Verzicht auf weitere Ausbaustufen, wurden die Zahl der gerforderten Attrihute deutlich von 175 auf 94 reduziert. Auch wurde auf die Erhebung von Wohnimmobilienkredite an Privatpersonen grundsätzlich verzichtet. Aber speziell hier weist die Bundesbank darauf hin, das eine Erhebung auf nationaler Ebene durch den Ausschuss für Finanzmarktstabilität – Markoprudenzielle Instrumente für erforderlich angesehen werden könnte. Bezüglich der nationalen Umsetzung in Deutschland erwägt die Bundesbank für die Kredit- und Stammdaten eine frühere Implementierung (Juni 2017), als von der EZB geplant, während sie für bestimmte Kreditrisikomerkmale eine Aufschub von einem Jahr (März 2019) gewähren könnte. Auch sind Meldeerleichterungen für kleine Institute deren gemeinsamer AnaCredit-Beitrag unter 2% des nationalen Beitrags liegt, sowie für deutsche Filialen von EWU- Auslandbanken oder Auslandfilialen deutsche Kreditinstitute in der EWU vorgesehen. Nationala Anpassungen der Meldegrenze und die Erhebung zusätzliche Attribute werden nicht angestrebt. Mittelfristig ist seitens der Bundesbank ein ‚Feedback-Loop‘ – die Rückmeldung der Gesamtverschuldung von Kreditkunden an Banken – vorgesehen. vereinfachtes Stufenmodell Anacredit: Meldepflichtige Institute / Gruppen

Meldeschwelle

Kredite

Kreditnehmer

Anonymisierung der Daten

STUFE 1: Einführung: 01.03.2018 (Kreditdaten) und 01.09.2017 (Stammdaten)

CCR Kreditinstitute

• Performing Exposure: EUR 25.000 je Kreditnehmer • Non-Performing Exposure: EUR 100 je Kreditnehmer

• Buchkredite • Einlagen des KI bei anderen KIs • „All commitments to lend embedded in the contract hosting the deposit or loan“

Juristische Person

nein

STUFE 2 und 3: Einführung noch offen, eparater EZB-RatsBeschluss + 2 Jahre

Inhalte noch offen

Inhalte noch offen

Inhalte noch offen

Inhalte noch offen

Inhalte noch offen

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3. Update: AnaCredit – Analytical Credit Datasets (3/3) Derzeitiger Stand der AnaCredit Roadmap und nächste Schritte:

2015 Nov

2016 Dez

Jan

Feb

März

Apr

Mai -August

AnaCredit EZB-Rat: Grundsatzbeschluss (Verordnung, Meldeanforderungen) Weiterer Informationsaustausch mit der Kreditwirtschaft EZB-Rat: Beschluss möglich (Verordnung, Meldeanforderungen) Nationale Anordnung (nach EZB-Beschluss) Planung der Systeme und –anforderungen (inkl. Austausch mit der Kreditwirtschaft)

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4. Fokus-Thema: IFRS 9 (1/2) Bestandteile An den bestehenden IFRS Rechnungslegungsstandards gemäß IAS39 wurde gerade während der Finanzkrise Kritik laut. Daher wird IFRS 9 das aktuelle IAS39 Regelwerk ersetzen und muss bis Januar 2018 umgesetzt sein. Es besteht aus folgenden drei Bestandteilen: •Phase 1: Klassifizierung & Bewertung von Finanzinstrumenten •Phase 2: Wertminderungsvorschriften (Impairment) •Phase 3: Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) Phase 1 Unter IAS39 erfolgte die Klassifizierung & Bewertung von Finanzinstrumenten anhand eines oft zu komplex erachteten Ansatzes in vier Bewertungskategorien. Dies soll nun durch die Verwendung von lediglich drei Kategorien vereinfacht werden. Dies führt natürlich dazu, dass sich die Definitionen und Merkmale zur Einordnung der Finanzinstrumente ändern. Unter IFRS 9 gibt es folgende primären Kategorien: - Amortised cost - Fair value through other comprehensive income (FVOCI) - Fair value through profit or loss (FVTPL)

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Phase 2 Das Problem am aktuellen Verlustmodell ist die Tatsache, dass Wertminderungsverluste - und daraus potenziell resultierende Abschreibungen - erst erkannt werden, wenn es einen Beweis für die Existenz eines Ausfallereignis ("Incurred Loss") gibt. Nach allgemeiner Auffassung hätte eine frühere Erkennung dieser Kreditausfallrisiken die Wellen der letzten Finanzkrise abmildern können. Im Rahmen von IFRS 9 wird ein neues Model der erwartenden Verluste (ECL - Expected Credit Loss) vorgeschlagen. Dieses nutzt mehr Informationen um zeitnäher zu erwartende Kreditverluste erkennen zu können und nicht erst bei Eintritt eines Kreditereignisses. Die Kreditinstrumente werden anhand der Wertminderungsvorschriften in folgende drei Stufen kategorisiert:

Impairment Stufenmodel •Stufe 1 Hier werden alle Instrumente bei Zugang eingeordnet und ebenso alle Kredite mit einer hohen Kreditqualität. Die Höhe der Risikovorsorge wird auf Basis der erwarteten Zahlungsausfälle innerhalb der nächsten 12 Monate ermittelt (ECL expected credit loss) . © 2016 IBM Corporation

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4. Fokus-Thema: IFRS 9 (2/2) Impairment Stufenmodel (fortgesetzt) •Stufe 2 Kommt es zu einer signifikanten Verschlechterung der Kreditqualität gegenüber des Zugangszeitpunktes, dann erfolgt eine Neueinstufung in die 2. Stufe. Die Risikovorsorge entspricht dem Barwert aller erwartenden Verluste über die Restlaufzeit des Instrumentes (lifetime expected credit loss). •Stufe 3 In der 3. Stufe sind alle bereits ausgefallenen Forderungen enthalten, analog zu den bestehenden IAS 39 Vorschriften. Die Berechnung der Risikovorsorge erfolgt genauso wie in Stufe 2.

Zugang Stufe 1 12 Monats ECL

AA+

t0

Hinweis auf Wertminderung / Ausfallereignis

Stufe 2 Lifetime ECL

Stufe 3 Lifetime ECL

BBZugang

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signifikante Verschlechterung Kreditrisiko

t1

Neue Anforderung

t2

Ausgefallen Bestehendes IAS 39

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5. Fokus-Thema: Quo vadis BCBS 239 Risk Data Aggregation ?(1/3) Ausgangslage Mit der Veröffentlichung von BCBS 239 und der darin enthaltenen “Prinzipien” werden zunächst im neuen Jahr global systemrelevante Banken (GSIB) und im Weiteren sukzessive auch national systemerelevante Banken (NSIB) zur Einhaltung von grundlegenden Vorgaben im Rahmen der Risikoberichterstattung verpflichtet. Auch wenn die Vorgaben derzeit noch relativ vage gehalten sind, werden sich nach Meinung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie z.B. PWC, Deloitte, u.a. sehr bald gewisse “BestPractises” herauskristallisieren, wie die Grundsätze nach BCBS 239 umzusetzen sind. Zudem wird von den Regulierungsbehörden (wie EBA oder Bundesbank) erwartet, dass die Anforderungen an die Ausgestaltung von Prozessen zur Risikoberichtserstattung stetig steigen werden. Mit „Vereinfachungsregelungen” ist derzeit und wohl auch in Zukunft nicht zu rechnen. BCBS adressiert mit den 14 Grundsätzen, welche die Eckpfeiler des Papiers darstellen, die Ebenen bzw. Handlungsfelder wie „Prozess“, „Daten“. „Governance“ und „Organisation“ für Finanzinstitute. Häufig wird davon ausgegangen, dass BCBS 239 rein für die Dimensionen IT Landschaft und Datenintegrität schlagend und bedeutsam wird. Daher liegt der Schwerpunkt der derzeitigen Aktivitäten bei Banken und Finanzinstituten auf der Auseinandersetzung mit der Ebene „Daten”. 14

Hierbei geht es um die Bereitstellung einer konzernweiten Datensicht über alle risikorelevanten Informationen. Allerdings erfüllt dieses Vorgehen nur einen Teil der Anforderungen von BCBS 239. Die Aspekte „Prozess”, „Governance” und „Organisation“ bleiben zunächst unberücksichtigt und werden von den Finanzinstituten zunächst zurückgestellt. Die Gründe hierfür sind der Zeitdruck und mangelnde Möglichkeiten einer Systemunterstützung. Der von uns (und anderen Unternehmensberatungen wie PWC, Deloitte, BCG oder zeb/) zu erkennende Trend, dass sich eine zunehmende Anzahl von Managern in der Finanzwelt derzeit dem Motto: “Enable the bank to drive business value from regulatory investments” annähern und durchaus gewillt sind, sich der Risikosteuerung auf breiter Ebene anzunähern. Der Markt ist demnach bereit für neue, umfassendere Ansätze. Diese müssen über den Bereich “Risikoreporting” in Richtung “aktive Risikosteuerung” hinausgehen. Verfügt ein Finanzinstitut in Zukunft über dieses Fähigkeiten, wird dies nach einhelliger Meinung als mittelfristiger Wettbewerbsvorteil anerkannt.

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5. Fokus-Thema: Quo vadis BCBS 239 Risk Data Aggregation ? (2/3) Positionierung und Abgrenzung Als Konsequenz von BCBS 239 werden Banken auf dem Gebiet des integrierten Zusammenspiels von Prozessen inklusive deren kontinuierlicher Verbesserung, Governance, Daten, Inhalten und der dazu optimal passenden konzernweiten Organisationsstruktur gefordert sein – dies sind besondere Herausforderungen für Banken mit Tochterinstituten. Darüber hinaus müssen die Institute eine klare Vorstellung der Reportinginhalte haben. An dieser Stelle sei uns der Hinweis in eigener Sache gestattet, das wir in Kooperation mit unseren Businesspartnern zur Zeit eine neuartige Lösung zur innovativen und papierfreien Erstellung jeglicher Art von Risikoberichten entwickeln. Darüber hinaus werden die Kunden bei der Definition der Reportinginhalte unterstützt. Wie oben erwähnt ist die Bereitstellung eines integrierten Datenhaushalts nur die Grundvoraussetzung zur Umsetzung von BCBS 239. Deshalb kümmern wir uns um den wertschöpfenden Anteil von BCBS 239. Unter Berücksichtigung im Artikel genannten Aspekte ordnet sich der potentielle Leistungsumfang in folgende Themen- bzw. Funktionalitätskomplexe ein:

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1. Bereitstellung einer technischen Prozessunterstützung (Auslösen und kontrollieren von Berichtsprozessen in verschiedenen Situationen) 2. Unterstützung von Analysetätigkeiten innerhalb von Analyseschritten 3. Management von Wiedervorlagen und Terminen 4. Bereitstellung von Funktionalitäten für bereichsübergreifende Kollaboration wie z.B. Zulieferungen oder Rückfragen (später auch Integration in CRM-Systeme denkbar) 5. Unterstützung von Freigabe- und Überwachungsprozessen, 6. Unterstützung der Berichtserstellung (Output – Text und Grafiken) 7. Revisionssichere Archivierung und Historisierung von Nutzund Kontrollinformationen (d.h. Berichtsdaten, Berichtsbausteine sowie Prozess- und Bearbeitungsinformationen) 8. allgemeine Administrationsfunktionen (z.B. für angelieferte Datenpakete, Berichtsinhalte usw.) 9. Demonstration eines möglichen Zugriffs auf Informationen zu Einzelgeschäften über eine Kundenübersicht

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5. Fokus-Thema: Quo vadis BCBS 239 Risk Data Aggregation ? (3/3) Mehrwert Wir bieten durch die beschriebene Lösung eine Effizienzsteigerung des Risikoberichterstellungsprozesses. Das bedeutet eine Zeitersparnis von bis zu 35% und somit eine enorme Kosteneinsparung. Darüber hinaus wird durch die vollständige Dokumentation eine ganzheitliche Revisionssicherheit gewährleistet. Besonders für die national systemrelevanten (NSIB),dürfte die Adaption einer standartisierten Basislösung, wie bspw. im Meldewesen bereits üblich, von Interesse sein. Denn aufgrund ihres Geschäftsumfanges und ihrer Größe könnte eine Eigenentwicklung die Grenzen einer wirtschaftlichen Resourcenverwendung durchaus überschreiten. Bei Interesse stehen wir gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, in dem wir auch die spezifischen Belange Ihres Institues berücksichtigen werden

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6. Impressum

Verfasser: Maren Bothmer, Ronald Toporski, Alexander Kraft, André Mueller

Unsere Kontaktinformationen

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Jean-Henrik Zitterbart

Dr. Bernhard Napiontek

Executive Partner IBM Global Business Services Head of Financial & Risk Management (01 71) 2 64 80 18 [email protected]

Expert Consultant Risk Management IBM Global Business Services Financial & Risk Management (01 70) 4 54 31 05 [email protected]

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7. Quellenangaben [01]

http://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2015/meldung_150916_afs_antizyklischer_kapitalpuffer.html?nn=28192 48

[02]

http://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/BA/mb_150722_Mindestreserve_LCR_ba.html?nn=2818474

[03]

http://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2015/meldung_150730_leverage_ratio.html?nn=2819248

[04]

http://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2015/fa_bj_1507_pruefungsberichtsverordnung.html?nn=3803924

[05]

http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Bankenaufsicht/Basel3/Basel3_Monitoring/basel3_monitoring.html

[06]

http://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/BaFinJournal/2015/bj_1509.pdf?__blob=publicationFile&v=3

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8. Abkürzungsverzeichnis ABS BK BIS BISTA BVR CET1 CEBS CPMI COREP CRD CRR CVA D-SIB DSGV EBA ESMA ESRB FMI FINREP FSB G-SIB

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Asset Backed Security Baseler Komitee bzw. Baseler Ausschuss Bank for International Settlement Bilanzstatistik Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken Common Equity Tier 1 Committee of European Banking Supervisors Ausschuss für Zahlungs- und Marktinfrastrukturen Common solvency ratio reporting Capital Requirements Directive Capital Requirement Regulation Credit Valuation Adjustment Domestic systematically important banks Deutscher Sparkassen und Giroverband Europäische Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority) European Securities and Markets Authority European Systemic Risk Board Finanzmarktinfrastruktur Financial Reporting Financial Stability Board Global systematically important banks

GroMiKV G20 HQLA IOSCO ITS IRB KSA LCR LTRO MaRisk MaSan NSFR OGAW QIS RTS SSM

Groß- und Millionen Kreditverordnung Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer High-quality liquid assets Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden Implementing Technical Standards Auf internen Ratingverfahren basierender Kreditrisikoansatz Kreditrisikostandardanasatz Liquidity Coverage Ratio Long-term Refinancing-Operations Mindestanforderungen an das Risikomanagement Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen Net Stable Funding Ratio Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren Quantitative Impact Study Regulatory Technical Standards Single Supervisory Mechanism

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