KLAUS SCHNEIDER - EKU AG

KLAUS SCHNEIDER - EKU AG

AUSGABE 5 | 2012 /2013 eku.ch ideen und news aus der welt des schiebens. P E R S Ö N L I C H | K ai S tania : O f f en f ü r die W elt P E R S Ö N...

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AUSGABE 5 | 2012 /2013

eku.ch

ideen und news aus der welt des schiebens.

P E R S Ö N L I C H | K ai S tania : O f f en f ü r die W elt

P E R S Ö N L I C H | K laus S chneider : bodenst ä ndi g und ambitioniert Neues auszuprobieren reizt ihn. Rückschläge treiben ihn zu neuen Höchstleistungen. Und Auszeichnungen von gestern sind heute für ihn nichts mehr wert: Mit dieser Einstellung und der nötigen Portion Leidenschaft hat es Klaus Schneider weit gebracht. Und dennoch ist er auf der eigenen Skala erst bei knapp 30 Prozent angelangt. Mit Petra Hasler hat er über seine Arbeit gesprochen.

Herr Schneider, wenn Sie wählen müssten, würden Sie sich dann eher als Handwerker, Künstler, Tüftler oder Designer bezeichnen? Ich bin Handwerker, Designer und Tüftler. Also Künstler bin ich nicht, dafür sind wir im Schwabenland etwas zu bodenständig und meine Wurzeln sind auch zu stark handwerklich geprägt. Am Anfang stand ja die Schreinerei meiner Eltern, dann haben wir mit Möbelhandel begonnen, woraus später unser Designmöbelhaus entstanden ist. Erst danach kam das Design hinzu. In Deutschland sind Sie als «der Ideenschreiner» bekannt. Wo hat diese Bezeichnung ihren Ursprung? Wir fragten uns, was wir anders machen können als andere. Und das sind ja eigentlich vor allem unsere Ideen. So ist die Bezeichnung entstanden, die dann schnell zur Pflicht geworden ist. Wir hörten oft Aussagen wie: «Ja, Sie müssens wissen, Sie sind ja der Ideenschreiner». Letztes Jahr nun änderten wir die Bezeichnung «Der Ideenschreiner» in «Ihr Designmöbelhaus», denn das Design und der Handel mit hochwertigen Möbeln sind für uns inzwischen viel stärker in den Vordergrund gerückt. Wir entwickeln auch eigene Möbel, die wir dann industriell fertigen lassen. Die Schreinerei jedoch bleibt weiter bestehen. Wenn Sie neue Ideen entwickeln, wann tauschen Sie da den Schreibtisch gegen die Werkbank ein? Gar nimmer. Meine Mitarbeiter bauen aufgrund meiner Ideen Prototypen, die wir dann beurteilen, besprechen und weiterentwickeln. Manchmal verwerfen wir alles wieder und beginnen von vorne. Heute lasse ich aber auch vieles mit CAD entwickeln. Dann sitzen wir vor den Plänen; ein Mitarbeiter schaut den Entwurf von der technischen Seite her an, ein anderer von der gestalterischen und ich aus Kundensicht. Durch das Verkaufsgeschäft im eigenen Möbelhaus kennen wir die Nachfrage und wissen, was der Markt braucht. An einem neuen Möbelstück arbeiten wir oft Jahre, weil es bei solchen experimentellen Sachen auch immer wieder Rückschläge gibt. Wir tüfteln viel an Details, vor allem daran, dass nicht nur die Optik, sondern auch die Funktion stimmt. Sie spüren also, was der Markt braucht. Beeinflussen folglich auch Trends Ihre Arbeit? Wichtig ist, den Zeitgeist zu erkennen. So werden Möbel zum Beispiel heute ruhiger, gerader, schlichter und wertiger – wie diese grosse,

Schwebetürensystem Sipario von Klaus Schneider für Interlübke.

bodenfreie Schwebetüre Sipario, deren Technik wir mit EKU zusammen entwickelten. Das Schieben überhaupt ist ein Riesentrend und sehr interessant für Sideboards, aber auch, um Räume komplett abzuschliessen. Oft stellen wir fest, dass wir mit unseren Ideen schon viel früher da waren, aber niemand fanden, der mutig genug war, sie für uns umzusetzen. Aber selber wissen wir ja jeweils auch nicht, ob etwas Anklang finden würde. Modisch sind unsere Designs nicht, vielmehr ist unser Traum, einmal einen richtigen Klassiker entwickeln. Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Schiebelösung brauchen? Bei der Entwicklung schauen wir, auf welche Basisvariante guter Hersteller wir zurückgreifen können. Diese muss nicht nur schön, funktional und montierbar, sondern auch bezahlbar sein. Beim Schwebetürensystem war das EKU-Divido 100 die beste Lösung, weil da alle Einführungen und Einhänger optimal waren. Es war absolut die schönste und technisch perfekteste Lösung, denn es ist klein, schmal und lässt sich sehr gut justieren. Dieses Jahr übrigens hat Interlübke in Köln die überarbeitete Version präsentiert. Da sind jetzt auch die neuen EKU-Stopper eingebaut.

eku.ch | 2012 /2013

Ihre Werke enthalten auch farbige Elemente und ungewohnte Materialien. Was reizt Sie daran, Neues auszuprobieren? Alles, was neu ist, reizt mich. Wenn ich Neues ausprobiere und ans Limit gehe, kann ich mich weiterentwickeln. Wenn wir nichts versuchen würden, dann würden wir auch nichts Besonderes hinkriegen. Einmal haben wir für Kettnaker mit ganz neuen Materialien aus Amerika gearbeitet, doch die Kunden waren noch nicht so weit. Jeder Hersteller bewegt sich halt in einem bestimmten Segment. Interlübke zum Beispiel ist ein sehr hochwertiger, klassischer Hersteller, der erwartet zwar innovative Produkte, aber keine Modetrends und nichts Experimentelles. Die findet man eher bei Cappellini oder bei Moroso. Wenn wir Ideen haben, fragen wir uns, für wen wir diese umsetzen könnten. Oft ist es notwendig, die Grundidee zu modifizieren, damit sie für die Fertigung funktioniert. Ein schönes Beispiel Ihrer Kreativität ist das Schwebesystem Sipario aus neuartigen Hanfplatten, mit dem Sie Ihren bisher grössten Erfolg landeten. Sie arbeiten aber auch gerne mit Holz? Ich bin wohl Schreiner, experimentiere aber gerne mit allem: Kunststoff, Metall, Lackoberflächen oder anderen Materialien. Ausschliesslich mit Holz zu arbeiten, finde ich nicht so spannend. Bei Sipario besteht die Konstruktion aus Aluminiumprofilen, Hanfplatten, Glas und Lack. Beim Trägermaterial mussten wir aus Gewichtsgründen nach Leichtbaumaterialien suchen. Bei so neuen Materialien funktionieren dann plötzlich keine Schrauben mehr, dann muss man kleben. Oder kleben und schrauben. Dies bedingt, dass man sich wieder mit neuen Techniken auseinandersetzt, das macht es spannend – wenn man auch manchmal verzweifelt. Gute Erfindungen fallen eben nicht vom Himmel... Sicher, aber oftmals ist es extrem simpel, man muss es nur sehen. Viele richtig gute Sachen sind so dermassen einfach, aber genau darin liegt die Schwierigkeit. Doch auch der Zeitpunkt muss stimmen. Und schliesslich braucht man jemanden, der die Entwicklung umsetzt und bekanntmacht. Trotz internationaler Erfolge und zahlreicher Designauszeichnungen beschränkt sich Ihre Passion nicht darauf, grosse Ideen für die Möbelindustrie zu entwickeln, sondern Sie setzen auch gerne individuelle Kundenwünsche um. Was reizt Sie daran? Etwas zusammen mit dem Kunden umzusetzen. Und wenn dieser dann von unseren Vorschlägen begeistert ist, dann macht das richtig Spass. Toll ist auch, unsere Produkte fertig eingebaut zu sehen. Beim Produktdesign sehen wir unsere Möbel einfach auf der Messe stehen oder

wir lesen einen Bericht darüber. Das ist zwar auch schön. Aber nicht zu vergleichen mit einem direkten Feedback oder dem Glänzen im Gesicht eines Kunden. Sie sagen, die Einrichtung sei Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Setzt dies voraus, dass Sie Ihre Kunden gut kennen müssen, um passende Möbel zu kreieren? Es kommt drauf an, was wir machen. Bei einer Wohnwand muss ich den Kunden nicht so gut kennen. Aber bei ganzen Häusern oder Arztpraxen beispielsweise, da muss ich schon wissen, wie der Kunde tickt oder wie die Abläufe funktionieren. Und natürlich haben wir auch unsere eigene Handschrift, die wir in den nächsten Jahren noch stärker zeigen werden. Wenn jemand in unsere Ausstellung kommt, fühlt er sich entweder wohl oder auch nicht. Denjenigen, die sich nicht wohl fühlen, können wir auch nichts verkaufen, weil wir uns verbiegen müssten, was weder im Sinne des Kunden noch von uns wäre. Sie haben in Ihrem Leben schon viel erreicht. Ruhen Sie sich nun auf Ihren Lorbeeren aus? Wir finden eigentlich, dass wir noch nicht so arg viel erreicht haben. Vielleicht so 20, 30 Prozent. Wir haben noch ziemlich viele ambitionierte Ziele. Ausruhen ist also nicht angesagt, höchstens mal eine Verschnaufpause dazwischen. Eine Auszeichnung von gestern ist ja morgen eigentlich nichts wert. Interessant wird es, wenn man ein Lebenswerk erschaffen hat, das nicht einfach aus ein paar einmaligen Erfolgen besteht.

Klaus Schneider: Ein Portrait Meilensteine einer Erfolgsgeschichte Nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung übernahm Klaus Schneider 1989 die elterliche Schreinerei. Bald darauf stieg er in den Möbelhandel ein und begann, daneben Möbel für die Industrie zu entwickeln. Bis heute hat Klaus Schneider 13 Designauszeichnungen erhalten, wurde zweimal für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert und mehrfach vom Designcenter Stuttgart ausgezeichnet. Im Jahr 2006 wurde an der internationalen Möbelmesse in Köln sein revolutionäres Schwebetürensystem Sipario präsentiert, welches Interlübke mit EKU-Elementen produziert und vertreibt. In Fellbach-Oeffingen bei Stuttgart präsentiert er auf 1'500 Quadratmetern Wohnkompetenz vom Feinsten. Ein Unternehmen – drei Standbeine Durch seine drei Tätigkeitsbereiche – die Ideenschreinerei, der Möbelhandel und das Design – kennt Klaus Schneider den Möbelmarkt wie kein zweiter und hat ein feines Gespür für Trends und Funktionalität entwickelt. Trotz seiner internationalen Erfolge im Möbeldesign bleibt Klaus Schneider seinen Wurzeln treu und ent-wickelt mit seinem 14-köpfigen Team in der eigenen Schreinerei noch immer leidenschaftlich gern Wohnlösungen nach Mass. www.moebelschneider.de

Variables Regalsystem von Klaus Schneider, ausgezeichnet vom Design Center in Stuttgart, Fertigung durch Kettnaker.

EKU AG, Schiebelösungen, Wilerstrasse 90, 8370 Sirnach, Switzerland, Telefon +41 (0) 71 96 96 100 Fax +41 (0)71 96 96 110, [email protected], www.eku.ch Certified ISO 9001 – Member of the HAWA Group