Klaus Taetzler, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

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Klaus Taetzler, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte Bergen-Belsen Zeitzeugen-Interviews in der Dokumentationsstelle der Gedenkstätt...

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Klaus Taetzler, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte Bergen-Belsen Zeitzeugen-Interviews in der Dokumentationsstelle der Gedenkstätte Bergen-Belsen (22.10.2009) Kurz vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen wird, entgegen der Absprache mit den Briten, ein Großteil der Verwaltungsunterlagen vernichtet u.a. auch die Häftlings-Registratur. Die meisten Häftlingsbaracken werden noch im Mai 1945 von den Briten abgebrannt, die anderen Gebäude werden nach und nach abgetragen. Nach einer kurzen Episode der „Nachnutzung“ einiger Gebäude aus dem SS Bereich als Flüchtlingslager Neu-Hohne, bleiben nur die Massengräber; später dann einzelne Gedenkmonumente wie z.B. das jüdische Mahnmal; Über Jahrzehnte hinweg ist der Ort Bergen-Belsen vornehmlich also ein Friedhof und Gedenktort, erst ab 1966 durch die Errichtung des „Dokumentenhauses“ und dann ab 1990 als endlich auch Personal vor Ort ist, wird die Gedenkstätte eine Einrichtung mit Möglichkeiten historischer Forschung und pädagogischer Arbeit. Im Jahre 2000 wird im Zusammenhang mit dem Projekt zur Neugestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Erarbeitung einer neuen Dauerausstellung schließlich eine eigene Abteilung Archiv und Dokumentation eingerichtet. Diese neue Abteilung greift zunächst vor allem auf die vorhandenen Sammlungen der Pädagogischen Abteilung zu. Es liegen Sammlungen von Objekten, Augenzeugenberichten, einige Videos und insbesondere eine umfangreiche Sammlung von Audio-Tapes (mehrere 100) vor. Auf diesen Audio-Tapes befinden sich vorwiegend Gesprächsmitschnitte und Interviews mit Zeitzeugen. Auch aus dem Defizit der kaum oder nicht überlieferten Originaldokumente entstehen so schon zu Beginn der 1990er Jahre viele Zeitzeugeninterviews und bilden schnell eine zentrale Quelle für historische und biografische Informationen. In dieser Weise besteht noch stärker als an vielen anderen Gedenkstätten eine unmittelbare Verknüpfung zwischen dem historischen Geschehen, in diesem Fall der Vernichtung der Dokumente, und der Notwendigkeit der Zeitzeugeninterviews. Der Begriff des Zeitzeugen bezieht sich dabei von Anfang an nicht ausschließlich auf ehemalige Häftlinge des KZ Bergen-Belsen, sondern u.a. auch auf „Anwohner“, „Befreier“, Kriegsgefangene, DPs, „Täter“ (wobei die Täterseite kaum vertreten ist). Ein großer Teil dieser Bestände wird bis Ende der 1990er Jahre in einer Datenbank der Pädagogischen Abteilung erfasst. Die kurzen Erschließungen bestehen in der Regel aus einigen Formaldaten und wenigen Worten zum Inhalt; Neben den eingeschränkten technischen Recherchemöglichkeiten ist die Erschließung vor allem an einer pädagogischen Nutzung orientiert (Raster pädagogischer Themen „Kinder im KZ“, „Anne Frank“). Ab ca. 2000 werden dann die Interviews selbst in technischer und organisatorischer, vor allem aber in konzeptioneller Hinsicht „professionalisiert“. Im Konzept des „Lebensgeschichtlichen Ansatzes“ ist das „Ziel die Orientierung an der selbstbestimmten Erzählform des Zeitzeugen, nicht das „Abfragen“ von Informationen“ (Gring, Diana; Theilen, Karin: Fragmente der Erinnerung, in: Rainer Schulze; Wilfried Wiedemann (Hg.): AugenZeugen. Fotos, Filme und Zeitzeugenberichte in der neuen Dauerausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Hintergrund und Kontext, [Celle] 2007, S.175). Zudem entsteht durch die Arbeit der Abteilung Archiv und Dokumentation ein Instrumentarium (u.a. in der differenzierten inhaltlichen Erschließung), dass komplexere Nutzungen ermöglicht. Zurzeit gibt es ca. 400 Einträge in der Interviewdatenbank. Nachdem im letzten Jahrzehnt vor allem die Ergänzung der Sammlung durch neue Interviews, die Verbesserung der Erschließungen und der Recherchemöglichkeiten im Zentrum der Arbeit standen, rücken nun auch (wieder stärker) andere Bereiche in den Vordergrund. Neben der Entwicklung von zuverlässigen Sicherungs- und Speicherkonzepten (Lagerung, Langzeitarchivierung digitaler Medien) wird deutlich, dass vor allem bezüglich der unterschiedlichen Nutzungsrechte und damit verbunden der Zugänglichkeit und Verfügbarkeit der Quellenmaterialien (Internetpräsentationen, Online-Datenbanken, Presseund Medien, Pädagogik) ein großer Handlungsbedarf besteht. Die bisher entwickelten technischen und formalen Standards dürfen dabei aber nicht auf der Strecke bleiben, gefordert ist vielmehr darüber hinaus ein angemessener und verantwortungsvoller Umgang mit dem Material „Zeitzeugeninterview“.