lernort gedenkstätte historisch- politische bildung - Lernort Geschichte

lernort gedenkstätte historisch- politische bildung - Lernort Geschichte

Grundsätze unserer Arbeit lernort gedenkstätte historischpolitische bildung für jugendliche Beutelsbacher Konsens Der Beutelsbacher Konsens ist das ...

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Grundsätze unserer Arbeit

lernort gedenkstätte historischpolitische bildung für jugendliche

Beutelsbacher Konsens Der Beutelsbacher Konsens ist das Ergebnis einer Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zusammen mit Politik­ didaktikern unterschiedlicher partei­politisch oder konfessionell bedingter Lager im Herbst 1976 in Beutelsbach. Der Konsens legt die gemeinsamen Grundsätze für politische Bildung fest. Dabei wurden drei Grund­prin­zipien des Politikunterrichts festgelegt. 1.  Überwältigungsverbot/Indoktrinationsverbot Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern.

2.  Das Gebot der Kontroversität/Ausgewogenheit Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrina­tion beschritten. 3.  Das Prinzip Schülerorientierung Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessen­ lage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen. Eine solche Zielsetzung schließt in sehr starkem Maße die Betonung operationaler Fähigkeiten ein, was eine logische Konsequenz aus den beiden vorgenannten Prinzipien ist.

Ziel Als Lernort der historisch-politischen Bildung leistet die Einrichtung sachliche Aufklärung über den Nationalsozialismus und seine Massenverbrechen, ermöglicht hierbei den Teilnehmenden entdeckendes Lernen, fördert Eigeninitiative und Selbst­ständigkeit, stellt aktuelle Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart her und integriert Aspekte emotionalen und kognitiven Lernens.

Gegenwärtige Themen politischer Bildung, die in der schulischen als auch offenen Jugend­­arbeit besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, wie Erziehung zu aktivem Demokratiever­ständnis, das Eintreten gegen Menschenfeindlichkeit, Ab­wer­ tung und Ausgrenzung von Menschen in unserer Gesellschaft finden dabei Berücksichtigung.

Ziel der Einrichtung ist es jungen Menschen ein breites, differenziertes, pädagogisches Angebot bereitzustellen, das sich nicht nur auf eine Gedenkstätte als Lernort beschränkt.

Das Programm wurde als Bausteinsystem entwickelt, das verschiedenen Zielgruppen offen steht, d.h. es ist zielgruppenspezifisch, erwei­terbar, einzeln abrufbar, kombinierbar, kann flexibel auf neue Anforderungen reagieren und stellt sich den Anforderungen an Geschichtsvermittlung in heterogen Lerngruppen.

Kontakt

Newsletter

lernort gedenkstätte Hohe Straße 9 70174 Stuttgart

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erinnern, orientieren, lernen 1952 öffnete das erste Jugendhaus in Stuttgart seine Türen. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass im kriegszerstörten Stuttgart dringend ein Ort der Begegnung für Jugendliche benötigt wurde, nicht zuletzt um den noch immer vorhandenen nationalsozialistischen Tendenzen entgegen zu wirken. Die Mitarbeiter in den Jugendhäusern stellten sich dieser schwierigen Herausforderung und unterstützten in den folgenden Jahren die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Massenverbrechen und die Aufarbeitung der Vergangenheit. Die Herangehensweisen waren dabei nicht immer die gleichen, jede Zeit erforderte ihre eigenen Maßnahmen. Der Frage, welchen Aufgaben sich die Jugendhaus­ gesellschaft zur Erinnerung und Auseinandersetzung mit dem NS heute stellen muss, um den Anforderungen des aktuellen erinnerungspolitischen Diskurses wie der historisch-politischen Bildungsarbeit gerecht zu werden, begegnen wir mit unserer Einrichtung „lernort gedenkstätte“. Hier realisieren wir für Jugendliche Angebote der historisch-politischen Bildung zum NS. Gegenwärtige Themen politischer Bildung, die in der schulischen als auch offenen Jugendarbeit besonderer Aufmerk­ samkeit bedürfen, wie Erziehung zu aktivem Demokratieverständnis, das Eintreten gegen Extremismus, Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit finden dabei Berücksichtigung.

Das pädagogische Konzept hierzu wurde zusammen mit Fachkräften aus Wissenschaft und Forschung und mit Fachdidaktikern aus der Vermittlungsarbeit von Gedenkstätten und anderen außerschulischen Bildungseinrichtungen entwickelt. Unser Konzept konzentriert sich auf den pädagogischen Prozess, auf die Entwicklung der lernenden Gruppe und ihre Beziehung zum Thema. Unser Anspruch im Programm ist es, den Zusammenhang zwischen der Gegenwart, die unsere Jugendlichen erfahren und der regionalen Geschichte des National­ sozialismus herzustellen. Ziel dabei ist es, durch Bildung die Demokratiekompetenzen zu fördern. Wir erleben viele Vergangenheitsbezüge, sehr verschiedene Erzählungen über das 20. Jahrhundert und ganz unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Jugendliche mit Migrationshintergrund bringen die Geschichte und die historischen Konflikte ihrer Herkunftsländer mit, die in ihren Familien wirken und weitererzählt wurden und werden. Zugänge zur Geschichte des Nationalsozialismus zu entwickeln, heißt für uns in der außerschulischen Pädagogik nicht nur Fakten zu vermitteln, sondern sich vor allem mit der Wirkung der Geschichte auf die Menschen heute zu beschäftigen.

Tel. +49 711 997 859 8 Fax. +49 711 907 139 55 E-Mail [email protected] www.lernort-gedenkstaette.de

QR-Code mit dem Smartphone abfoto­grafieren (QR-Scan-App muss installiert sein).

Oder im Internet abonnieren: http://goo.gl/2FNUf leronort gedenkstätte ist eine Einrichtung der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH

Beate Müller

Grafisches Konzept: www.plus-gestaltung.com

Führung zur Deportation der Juden

Bildungsarbeit unter (fast) Gleichaltrigen

Mit der Machtübernahme 1933 leiteten die Nationalsozialisten unzählige Maßnahmen ein, um die deutschen Juden aus dem gesellschaftlichen Leben zu verdrängen.

Bildungsarbeit zum Nationalsozia­ lismus wird meist von Erwachsenen geplant und umgesetzt. Das Team lernort gedenkstätte dagegen besteht überwiegend aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Endpunkt dieser Politik waren die Massen­­­de­por­­­ta­tionen in die Vernichtungslager, die seit 1941 in vielen deutschen Städten unter den Augen der Öffentlichkeit durchgeführt wurden. In Stuttgart sind zwei Orte eng mit diesen Zwangsmaßnahmen verbunden. Bei größeren Deportationen wurden zunächst die Menschen in Hallen der ehemaligen Reichsgartenschau gesammelt und dann vom Inneren Nordbahnhof mit der Bahn abtransportiert. Um Jugendlichen eine Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen zu ermöglichen, bieten wir eine Führung an, bei der an ausgewählten Stationen folgende Themen behandelt werden:

Darüber hinaus bieten wir den Jugendlichen Raum für Gespräche und Diskussionen, die zum Nachdenken über Menschenrechte und demokratische Werte und Haltungen anregen. Die Führung wurde ausführlich in der Praxis erprobt und orientiert sich an den jeweils aktuellen Bildungsplänen für Hauptschule/ Werkrealschule, Realschule, Gymnasium und Berufliche Schulen. Von März 2007 bis Dezember 2012 haben 312 Gruppen, mit 5883 Jugendlichen im Durch­ schnitts­alter von 15 Jahren die Führung besucht.

Zielgruppe Jugendliche ab 15 Jahren aus Schule und offener Jugendarbeit

Ablauf / Dauer Die Führung wird von zwei geschulten Guides begleitet und dauert zwei Stunden. Sie beginnt am Killesberg und endet am Inneren Nordbahnhof.

> gesellschaftliche und politische Rahmen­ bedingungen der Verfolgungspolitik

Die Angebote von lernort gedenkstätte orientieren sich an den Bedürfnissen von Jugendlichen, die Programme werden darum maßgeblich von Jugendlichen mit entwickelt und mit ihrer Unterstützung wird die praktische Arbeit vor Ort umgesetzt.

Die Fähigkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Dialog und Diskurs, ihre Kompetenz sachgerecht zu urteilen und Kritik zu äußern und ihre Bereitschaft zur Selbstverantwortung und Selbstorganisation werden in der Teamarbeit und der Arbeit vor Ort gestärkt. In der konkreten Projektarbeit mit Gleichaltrigen, lernen alle Beteiligten durch den Transfer miteinander und voneinander. Jugendliche unabhängig von Herkunft, Sozialisation und Vorwissens sind bereit, die verantwortungsvolle Aufgabe bei lernort gedenkstätte zu übernehmen.

Die ehrenamtlich arbeitenden Guides, Teamer/ innen und HISTORIES (Schüler und Studenten) sind eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Angebote. lernort gedenkstätte bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ausgehend von der jeweiligen Stufe ihres Bildungsprozesses, ein hohes Maß an Partizipation. Gegenseitige Wertschätzung und gleichberechtigtes Lernen stehen dabei im Mittelpunkt.

> Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung > Einzelschicksale > Reaktionen der Mehrheitsbevölkerung > Erinnern, Gedenken und Aufarbeitung

Judenverfolgung in Stuttgart 1933 bis 1945 —­­ Biografie­ forschung im Stadtarchiv Die Verfolgung und Ermordung von Millionen europäischer Juden durch das NS-Regime stellt einen Unterrichtsinhalt von zentraler Bedeutung dar.

Angeboten werden drei Module, die von Teil­gruppen bearbeitet und anschließend zusammengeführt werden können:

Der lokale Zusammenhang bietet eine Chance, den ungeheuren und weltgeschichtlich einmaligen Vorgang zu begreifen.

> Biografie eines Überlebenden: amtliche Unterlagen und persönliche Erinnerungen

Anhand verschiedener Quellen beschäftigen sich Schüler mit den Schicksalen von Stuttgarter Juden und deren schrittweiser Entrechtung bis hin zur offenen Verfolgung. Im Mittelpunkt des Programms steht die Quellenkunde: Woher beziehen wir unser Wissen über die NS-Zeit? Aus welchen Unterlagen lässt sich lokales Geschehen belegen, wie lassen sich individuelle Schicksale rekonstruieren?

> Spuren Ermordeter: Stolpersteine als Ausgangspunkt > Historische Filme als Quelle: Propaganda und Realität

Das Programm ist ein gemeinsames Angebot von Stadtarchiv Stuttgart und lernort gedenkstätte

Zielgruppe Klassen und Kurse aller weiterführenden Schulen, ab Jahrgangsstufe 10

Veranstaltungsort Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21

Dauer Der Studientag wird von drei Teamer/innen betreut und dauert zwischen zwei und vier Zeitstunden.

Studientag: VerbotenVerbrannt-Verbannt Im Mittelpunkt des Studientages steht die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Kultur­ politik. Weithin bekannt ist die Bücher­verbrennung am 10. Mai 1933. Doch was passierte mit Schriftstellern und Künstlern, die ihre Berufe nicht mehr ausüben durften? Wie haben sie auf diese Situation reagiert? Am Beispiel des Politikers und Journalisten Theodor Heuss und des Künstlers Reinhold Nägele wird stellvertretend für viele Einzelschicksale gezeigt, was diese Verbote im Einzelfall bedeuteten und welche Konsequenzen Menschen daraus gezogen haben. Schüler werden mit aktivierenden und kreativen Methoden an die schwierigen Themen herangeführt und erarbeiten sich so die unterschiedlichen Lebenswege zweier Menschen, die nicht den ideologischen Vorgaben der Nationalsozialisten entsprachen.

Zielgruppe Schüler der Klassen 9 bis 12 aller weiterführenden Schulen

Veranstaltungsort Theodor-Heuss-Haus Feuerbacher Weg Stuttgart

Dauer Der Studientag wird von zwei geschulten Teamern, aus Stiftung Bundespräsident Theodor-Heuss-Haus und lernort gedenkstätte, betreut und dauert viereinhalb Schulstunden.