Mais steht auch bei der Biodiversität im Rampenlicht

Mais steht auch bei der Biodiversität im Rampenlicht

Mais steht auch bei der Biodiversität im Rampenlicht Dr. Armin Werner, Müncheberg ‚Biodiversität' stellt als ‚biologische Vielfalt' die Summe aller Un...

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Mais steht auch bei der Biodiversität im Rampenlicht Dr. Armin Werner, Müncheberg ‚Biodiversität' stellt als ‚biologische Vielfalt' die Summe aller Unterschiede in der genetischen Ausstattung einzelner Arten, die der Arten insgesamt sowie deren Lebensräume in einer Region dar. ‚Agrobiodiversität' erweitert die Vielfalt der wild lebenden Arten um die von Zuchtformen bei Pflanzen- und Tierarten der landwirtschaftlichen Produktion. Seit dem 19. Jahrhundert sinken die Zahlen wild lebender Pflanzen- und Tierarten in genutzten Landschaften Mitteleuropas, aber nicht nur dort. Die stärksten Rückgänge verzeichneten die letzten 60 Jahre. Das international vereinbare Ziel, dies bis 2010 zu stoppen, wurde verfehlt. Biodiversität zu schützen und zu fördern bedarf also gezielter Anstrengungen. In Deutschland leben 25 Prozent der gefährdeten Arten in Schutzgebieten (2 Prozent der Fläche Deutschlands) aber 75 Prozent in land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen (50 / 30 Prozent). Auf letzteren müsste somit vorrangig Biodiversitätsschutz erfolgen. Naturschutzbezogene Forschung und Entwicklung war aber traditionell eher auf naturbelassene Lebensräume ausgerichtet. Dieses ändert sich in den letzten Jahren deutlich und wir lernen zunehmend, wie Biodiversität konkret durch agrarische Landnutzung beeinflusst wird. Neben der Bewirtschaftung sind dabei Vorhandensein und Qualität von Landschaftselementen entscheidend. Auch die Suche, welche Funktionen die ‚biologische Vielfalt' für die Ökosysteme oder den Menschen ausübt, hat Konjunktur. Vermehrt werden zudem Konzepte entwickelt, mit denen im landwirtschaftlichen Handeln Biodiversität gezielt berücksichtigt werden kann. Für deren erfolgreiche Umsetzung reichen oft die Anreize für die Landnutzer aber wohl auch für die Gesellschaft nicht. Ist Mais da etwas Besonderes? Ein klares: Jein. Einige mit dem Anbau von Mais verbundene Umweltrisiken und deren unsachgerechte Handhabung haben ihn seit Jahrzehnten immer wieder ins Rampenlicht gestellt. Auch aus Sicht des Naturhaushaltes gilt der Mais häufig als wenig attraktiv und als eher exotischer Wirt für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Die Beiträge in diesem Heft erörtern, wie Maisanbau auf Flora und Fauna wirkt. Danach kann Mais - wie andere Fruchtarten auch - eine bedeutende Rolle für die in ihm und von ihm lebenden Arten einnehmen. Viele Untersuchungen zeigen, dass sich bei sinkender Vielfalt an Kulturpflanzenarten in einer Region, weil eine oder wenige Arten überproportional zunehmen, die Biodiversität verringert. Dies gilt auch bei steigendem Maisanbau. Der Biodiversität mit Mais auf die Sprünge helfen? Eine realistische Herausforderung. Hinweise dazu werden durch die Autoren im Heft bereitgestellt. Das Grundprinzip zur Förderung von Biodiversität lautet: Schaffung von zusätzlichen Lebensräumen sowie Nahrung und Deckung in jeweils neuen Qualitäten. Dies geht auch mit Mais. Hierfür bieten sich in Deutschland aktuell hervorragende Chancen. Zum einen in der Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik ab 2013 und ihrer ‚zweiten Säule': Förderung von Naturschutzbrachen in den Flächen und weiteren die Biodiversität unterstützenden Anpassungen. Zum andern mit der kürzlich vereinfachten Beantragung von Betriebsprämien für Maisflächen mit Bejagungsschneisen. Nun sollten Landwirte, Jäger, Berater, Naturschützer und Betreiber von Biogasanlagen in den Regionen rasch Allianzen schmieden und gemeinsam die Gestaltung dieser Schneisen so vereinbaren, dass damit Biodiversität gefördert wird. Ein großer Imagegewinn für alle ist erreichbar. Und wenn dann noch die tierischen Räuber besser reguliert werden, kann der Mais als positives Beispiel für "Artenvielfalt trotz Ackerbau" mit Recht ins Rampenlicht rücken. Dr. Armin Werner Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V., Institut für Landnutzungssysteme, 15374 Müncheberg Tel.: 033432/82-312, Fax: 033432/82-387 E-Mail: [email protected]