Neue Familienstrukturen

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Makrotrends Neue Familienstrukturen An Stelle der traditionellen Familie mit der althergebrachten Rollenverteilung zwischen Mann und Frau sind eine R...

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Makrotrends

Neue Familienstrukturen An Stelle der traditionellen Familie mit der althergebrachten Rollenverteilung zwischen Mann und Frau sind eine Reihe von Familienmodellen getreten, die neue Konstellationen jenseits der klassischen Kleinfamilie oder der Großfamilie hervorbringen. Diese neuen Strukturen werden von der Gesellschaft zunehmend akzeptiert, im traditionellen Sinn „normale“ Familien sind mittlerweile die Ausnahme.32 Parallel dazu lässt sich feststellen, dass der/die Einzelne mehrere unterschiedliche Lebensformen als bisher durchläuft, und die Bandbreite der Erfahrungen von der Wohngemeinschaft über die Klein- bis zur Patchwork-Familie und dem Single-Dasein reichen kann33. Gesellschaftlich weitgehend anerkannt sind heute bereits zum Großteil die freiwillig kinderlosen Paare, die zudem eine interessante Zielgruppe für die Wirtschaft darstellen, weil sie als Doppelverdiener über ein hohes Einkommen verfügen (DINK = Double Income No Kid). Obwohl die Kleinfamilie bestehend aus einem Ehepaar mit zwei Kindern immer noch als die klassische Familienform angesehen wird, überwiegen inzwischen die „Minifamilien“, die ein Elternpaar und ein Einzelkind umfassen. Dabei ist der Trend zum Einzelkind eine Folge des Kompromisses zwischen den eigenen individuellen Wünschen und dem Wunsch nach einer Familie. Außerdem bekommen immer mehr Frauen ihr erstes Kind relativ spät und wollen später kein zweites34. Begünstigt durch ein besseres Verhältnis zwischen den Generationen entstehen neue familiäre Netzwerke, Kombinationen aus alten Großfamilienstrukturen und moderner Lebensführung, die vor allem von berufstätigen Frauen als Entlastung angesehen werden35. Durch die neue Jobmobilität nimmt die Zahl der sog. „nomadischen Haushalte“ zu, in denen die Partner und Familien längere Zeit voneinander getrennt leben, weil die Elternteile an unterschiedlichen Orten leben und arbeiten36. Die steigende Zahl an Scheidungen und Wiederverheiratungen lässt so genannte Patchwork-Familien entstehen. Im Gegensatz zur klassischen Kleinfamilie, bestehend aus einem verheirateten Elternpaar und seinen leiblichen Kindern, setzt sich die Patchwork-Familie aus einem Paar, verheiratet oder nicht, und ihren Kindern aus früheren und der eigenen Beziehung zusammen37. Die Ehe wird heute nicht mehr als Voraussetzung für eine Familiengründung angesehen. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der unehelich geborenen Kinder zu und die der Eheschließungen ab. Allerdings ist u.a. in Frankreich eine Trendumkehr mit steigenden Eheschließungszahlen zu erkennen. In Ländern, in denen die Erwerbstätigkeit von Frauen gesellschaftlich anerkannt und verbreitet ist, lässt sich bereits wieder ein Wachsen der Geburtenzahlen beobachten.38

Horx, Huber, Mühlhausen, Scheppach, Horx-Strathern, S. 64. Friedemann, S. 76. 34 Friedemann, S. 57/62-63. 35 Friedemann, S. 69. 36 Friedemann, S. 71. 37 In den USA gibt es bereits das „Family Networking“. Dabei werden u.a. Familienfeste von der gesamten Familie mit allen Exgatten und Kindern aus neuen Beziehungen gefeiert. Bei Problemen ist man sich gegenseitig behilflich, gleichgültig, ob man direkt verwandt ist oder nicht. (Horx, Huber, Mühlhausen, Scheppach, Horx-Strathern, S. 64). 38 Friedemann, S. 82-84. 32 33

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Makrotrends

Trendforscher gehen von einer künftigen Renaissance der Familie aus, verursacht durch einen Wertewandel, einer kinderfreundlicheren Gesellschaft und dem Wunsch nach Familie als „ruhendem Pol“ in einer sich ständig verändernden Welt.39

Literaturverzeichnis Friedemann, Christiane: Haushalte und Lebensstile – die neue Vielfalt. Schwerpunkt Deutschland, in: Christiane Friedemann, Andreas Giger und Matthias Horx: Future Living. Lebensstile und Zielgruppen im Wandel, o.O. 2002, S. 40-87. Horx, Matthias, Thomas Huber, Corinna Mühlhausen, Joseph Scheppach und Oona Horx-Strathern: 100 Top Trends. Die wichtigsten „Driving Forces“ des kommenden Wandels, o.O. 2001.

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Friedemann, S. 77.

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