NEUE POLITIK

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September / Oktober 2010 54. Jahrgang Einzelpreis € 3,- Neue P O L I T I K Beiträge zur politischen Neuordnung Kommentar-u. Informationsbrief gegr...

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September / Oktober 2010 54. Jahrgang Einzelpreis € 3,-

Neue P O L I T I K

Beiträge zur politischen Neuordnung

Kommentar-u. Informationsbrief gegr. von Wolf Schenke =

Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, auch auf die Gefahr hin, daß Mitte bis Ende September das Thema „Proteste Umbau Stuttgarter Hauptbahnhof“ schon wieder Schnee von Gestern ist, halte ich es für not‑ wendig, auf die demokratische Wil‑ lensäußerung durch Demonstrationen der Stuttgarter und Schwäbischen Bürgerinnen und Bürger einzugehen. Es ist ein Unding, daß unsere degenerierte Parteien‑“Demo‑ kratie“ bzw. deren „Repräsentanten“ sich weigern, den Willen des Volkes in einer Volksabstimmung abzufragen. Noch be‑ denklicher halte ich es, daß eine strukturell demokratisch subalterne Person, wie der Bahn‑Vorstandschef Grube die Verhand‑ lungen mit dem basisdemokratisch orien‑ tierten Volk aufnimmt. Herr Grube ist über den Bundestag und die Bundesregierung Angestellter des Volkes. Verhandlungen mit dem Volk haben die Repräsentanten der Par‑ teien‑“Demokratie“ aufzunehmen und nicht deren Angestellter. Themenwechsel: Die politisch nervigen Som‑ merloch‑Diskussionen um „richtige“ Krank‑ heitspolitik und ‑kosten wurden zum Schluß der „Großen Ferien“ mit einer Hygiene‑De‑ batte, der medizinischen Sauberkeit in deut‑ schen Krankenhäusern, ergänzt. Ignaz Philipp Semmelweis (* 1. Juli 1818 in Ofen, deutscher Name des Stadtteils Buda in Buda‑ pest; † 13. August 1865 in Oberdöbling bei Wi‑ en) war ein ungarischer Arzt im damaligen Öster‑ reich‑Ungarn. Er ... erhielt 1844 seinen Dok‑ torgrad an der Universität Wien. Er führte un‑ terschiedlich starkes Auftreten von Kindbettfie‑ ber auf mangelnde Hygiene bei Ärzten und Kran‑ kenhauspersonal zurück und bemühte sich, Hy‑ gienevorschriften einzuführen. Seine Studie von 1847/48 gilt heute als erster praktischer Fall von evidenzbasierter (Anmerk. D.K.: Evidenz = Deutlichkeit, völlige Klarheit; in Evidenz halten = östereichische Amtssprache, auf dem Laufenden halten, registrieren) Medi‑ zin in Österreich. Zu seinen Lebzeiten wurden seine Erkenntnisse nicht anerkannt und insbe‑ sondere von positivistisch eingestellten Kriti‑ kern und Kollegen als spekulativer Unfug abge‑ lehnt. Nur wenige Ärzte unterstützten ihn, da Hygiene als Zeitverschwendung und unverein‑ bar mit den damals geltenden Theorien über Krankheitsursachen angesehen wurde. ..... Sem‑ melweis erkrankte psychisch und wurde im Juli 1865 ohne Diagnose von drei Ärztekollegen in die Irrenanstalt Döbling bei Wien eingeliefert. Einigen Quellen zufolge soll Semmelweis' Ein‑

lieferung in die Irrenanstalt auf eine Intrige zurückzuführen sein. 1862 hatte er in einem of‑ fenen Brief an die Ärzteschaft gedroht, die ge‑ burtshelfenden Ärzte öffentlich als Mörder an‑ zuprangern, da sie seine Hygienevorschriften immer noch nicht anwendeten. Am 13. August 1865, zwei Wochen nach seiner Einweisung, starb er mit 47 Jahren infolge einer kleinen Ver‑ letzung, die er sich bei einem Kampf mit dem Anstaltspersonal zugezogen hatte, an einer Blut‑ vergiftung. Anderen Berichten zufolge soll er auf dem Anstaltshof von Pflegern erschlagen worden sein. In einer Aktennotiz wird Gehirn‑ lähmung als sein Sterbegrund genannt. Der kursive Text stammt aus der Wikipedia‑ Seite im Internet über Semmelweis. Sie kön‑ nen auf dieser Internetseite noch einiges mehr über diesen verdienstvollen Arzt lesen. Die Ärzteschaft sah sich damals und sieht sich teilweise auch heute noch als die „Kro‑ ne der Schöpfung“, unfehlbar, als Retter der „Patienten“. Die meisten Menschen fühlen sich dem Medizinbetrieb ausgeliefert. Der Außenstehende hat immer mehr den Ein‑ druck, daß nirgendwo so viel von Geld ge‑ sprochen wird, wie in der Krankheitsindu‑ strie. Den Statistiken und Berichten zufolge ster‑ ben in der BRD pro Jahr 50 000 Menschen an Krankenhausinfekten. Vermutlich ster‑ ben sie nicht nur an mangelnder medizini‑ schen Hygiene, sondern auch an der allge‑ meinen Unsauberkeiten der Krankenhäu‑ ser. Blanke Flure täuschen, wenn der Dreck unter den Tischen, Heizkörpern und Bet‑ ten liegt. Nirgendwo wird soviel operiert wie in Deutschland. Ein Arzt sagte in einem Ra‑ diointerview, daß in der Chirurgie noch sehr gut verdient wird. So viel ich weiß, gibt es keine Statistik über Tote während und nach Operationen, Tote, die zu vermeiden wa‑ ren, wenn die Diagnosen ohne das Eurozei‑ chen im Gehirn gefällt worden wären. In rbb inforadio habe ich leider nur den Schluß eines Gespräches mit den Autoren des Buches Patient im Visier ‑ Die neue Stra‑ tegie der Pharmakonzerne gehört. Ich biete das Buch in der beiliegenden Bestelliste an. Eine Buchvorstellung finden Sie auf Seite 8. Einige Stichworte aus diesem Interview darf ich aufgreifen. Es gibt keine unabhängige Überprüfung der Angaben auf dem Bei‑ packzettel der Arzneimittel. Das immer wie‑ der behauptete medizinische Forschungs‑ land Deutschland gibt es nicht. Die Krank‑ heitspolitik in der BRD wird hauptsächlich von der Pharmalobby bestimmt.

Der Vortrag von Verena van Ogtrop auf den Seiten 2ff. weist direkt auf die Menschen in ihren Lebenszusammenhängen hin. Mir scheint, daß Heilen nur im Dialog mit dem Betroffenen, dem kranken Menschen, mög‑ lich ist. Dazu können und müssen auch schul‑ medizinische Maßnahmen gehören. Notwendige und mögliche Heilungen dür‑ fen nicht vom Einkommen der Patienten und der Heiler abhängen. Das Rundschreiben an alle Freunde der Bauern‑ schule Hohenlohe von Alfred Colsman auf den Seiten 4 ff. ist eine gute Ergänzung für den Beitrag von Verena van Ogtrop, ist doch ei‑ ne gesunde Landwirtschaft und eine gesun‑ de Ernährung Grundlage für ein gesundes menschliches Leben. Den Textabsatz in dem Aufsatz von Alfred Colsman Das Streben nach höchstem finanziellem Ergebnis widerspricht jedoch dem Verlangen nach bester Qualität im Sinne der besten Gesundheit der herge‑ stellten Produkte in natürlicher Vielfalt kann ich nur dick und fett unterstreichen. Noch einmal Themenwechsel: Eigentlich ist es kein echter Themenwechsel; es geht wie‑ der um Geld. DGB‑Vorsitzender Sommer und seine Kollegen in den anderen Gewerk‑ schaften fordern, wieder einmal, für die Ar‑ beitnehmer mehr Lohn und Gehalt. Die Ar‑ beitgeber, so wird wahrscheinlich zu Recht behauptet, verdienen auch mehr, also her mit dem Zaster. Wachstum muß sein, sagt auch die Bundeskanzlerin, da brauchen wir gar nicht weiter nachzudenken, der Lohn muß steigen. Da ist wenig Raum zum Nachden‑ ken über eine neue Geld‑ und Wirtschafts‑ sordnung! Da bleibt noch nicht einmal die Zeit, die Frage zu erörtern, wohin wir wach‑ sen wollen? Oder es fehlt auch die Zeit, die spannende Frage zu beantworten, wer „wach‑ sen“ soll? Wir sind in den letzten 36 Mona‑ ten wirtschaftliche (materiell) mit zwei blau‑ en Augen davon gekommen. Wir versuchen es jetzt noch einmal. Neue Wirtschafts‑ und Geldordnung? Ach Quatsch, wir müssen rau‑ ben, morden, spekulieren und verbrauchen, auf Kosten „der anderen“ und auf Kosten unserer Nachkommen. Nach uns die Sint‑ flut. Der nächste Kommentar‑ und Informations‑ brief NEUE POLITIK erscheint im Novem‑ ber 2010. Mit freundlichen Grüßen

(Dieter Kersten) abgeschlossen am 23. September 2010

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Raten – Frequenzen – Hochpotenzen

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energien steuern alle anorganischen und or‑ ganischen Lebensprozesse. Zellen geben auf diese Weise Informationen weiter. ‚Sie unter‑ halten sich’. (Sakmann und Neher, Nobel‑ preis für diese Erkenntnisse). Bei hochpotenzierten homöopathischen Heil‑ mitteln zum Beispiel wirkt die Information aus deren energetischer Struktur. Das, was wir Weltraumenergie nennen, birgt ein uner‑ schöpfliches Reservoir an Informationen, die wir beliebig abrufen können. Was ist Welt‑ raumenergie? In anderen Zeiten und Kulturen sprach man von Prana, Chi, Pneuma, Spiritus usw. Wer etwas von alten indischen Weisheiten über‑ nahm, machte sich schon immer Gedanken

Prana heißt – wörtlich übersetzt – Lebenskör‑ ner. Die Kirlians beobachteten, daß der Mensch mit der eingeatmeten Luft kleine, wie golde‑ ne Körner aussehende Lichtkörper eingeso‑ Übereinstimmungen und Unterschiede gen hatte und daß diese Substanz den energe‑ Vortrag – gehalten von tischen Zustand des Probanden deutlich sicht‑ Verena van Ogtrop – 2003 bar anreicherte. Die Idee, daß die Gesundheit des Menschen abhängig ist von dem, was mit Motto: Information und Resonanzraum sind der Atemluft in ihn eingestrahlt wird, lag na‑ sinngebunden. he. Die Weisen des Ostens wußten aber auch schon in frühen Zeiten, daß die Qualität der Radionik definiert Peter Köhne so: „Der Be‑ Echostation oder des Resonanzraumes maß‑ griff „radionic“ entstand in den 30er Jahren gebend dafür ist, was die eingestrahlte Ener‑ in Amerika zu dem Wort „radiation“ und „io‑ gie bewirken kann. Aus diesem Grund übten nic“ und sollte die Form von Energie be‑ Yogis und Adepten bestimmte Bewegungsa‑ schreiben, die sowohl von den Proben als auch bläufe, gekoppelt mit intensiver und sehr sub‑ von den Instrumenten ausgeht, tiler Atemführung. Die Idee, man wenn sie in einer bestimmten Biographie der Autorin mache Yogaübungen aus Grün‑ Weise gebraucht werden. Bei dem Verena van Ogtrop, geboren 1925, erhielt zu erst eine Ausbildung in Lo‑ den der Fitneß, ist eine moderne heutigen technischen Stand der gopädie, Heilatmung und Redeschulung. Sie arbeitete sehr früh schon in europäische Pervertierung hoch‑ Radionik‑Geräte würde man „Ra‑ mehreren Sendern als Rezitatorin. Anschließend machte sie eine Ausbil‑ geistiger Erkenntnisse. dionik“ sinnvollerweise aus „Ra‑ dung in Hatha‑Yoga, Gnana‑Yoga und Integralem Yoga bei einem Schüler In alten Zeiten nahmen Ärzte, Priester und Philosophen auf den diästhesie“ und „Elektronik“ zu‑ von Sri Aurobindo. sammen setzen. Ich habe für mich 1958 bestand sie ihre Prüfung als Heilpraktikerin. Schon als Atemthera‑ Menschen Einfluß über Schwin‑ einen Begriff geprägt, den ich jetzt peutin hatte sie im Harz und in Berlin Sanatorien aufgebaut, in denen sie gungen. Der Mensch war für sie auch gesetzlich schützen ließ. Ich ihre Patienten betreute. Naturgemäß wurde der Therapierahmen sehr er‑ noch ein Ganzes. Er wurde nicht in Körper, Seele und Geist zer‑ nenne das Verfahren ‚Ganzheit‑ weitert durch die Berufsausbildung zur Heilpraktikerin. liche Analyse und „Re‑Informa‑ 1966 gründete sie mit ihrem Mann Arnold van Ogtrop das „Zentrum für gliedert. Ein Heilmittel mußte ihn tions‑Therapie“’, denn die Ra‑ Europäische Meditation’ in Falshöft, Nieby, direkt an der Ostsee. Im Laufe in der Mitte seines Daseins tref‑ dionik ist ein Verfahren zur Ana‑ der Jahre formte sich aus ihrem und ihres Mannes Wissen um Atmung, Eu‑ fen. Schon 3000 vor Christi gab lyse und Balancierung des mor‑ tonie und Yoga eine eigenständige Europäische Meditationsform. es in Ägypten Heiltempel, in de‑ phogenetischen Informationsfel‑ In Falshöft arbeitet Verena van Ogtrop immer noch als Heilpraktikerin nen die Wissenschaft von der des, auch „Inneres Datenfeld“ und gibt in ihrem Zentrum auch Kurse in Atmung, Radionik und auch in Heilkraft der Steine gepflegt, (IDF) genannt. Sie bedient sich ‚Europäischer Meditation’. geübt und angewandt wurde. Ein der menschlichen Fähigkeiten im Parallel zu dieser Arbeit schreibt und veröffentlicht sie Bücher über ihre Ar‑ Heilstein mußte so ausgesucht Bereich der intuitiven Wahrneh‑ beitsthemen im eigenen Verlag, dem Euro‑Verlag. werden, daß er dem kranken mung in Verbindung mit spezi‑ Im Euro‑Verlag gibt es außer der Buchabteilung zwei wichtige weitere Spar‑ Menschen ein gleichsam über‑ ell dafür entwickelten Instru‑ ten: die Klang‑Energie‑Therapie, kurz KET genannt, wurde von Verena van geordnetes Ähnliches war in sei‑ menten. Die Radionik bedient Ogtrop und dem Verlagselektroniker entwickelt. CDs geben besonders in‑ ner Schwingung, dann traf die sich bewußt und absichtlich die‑ formierte Musikfolgen zur Anregung beider Hirnhälften und bestimmter Wirkung ihn in der Mitte seines ser höheren geistigen Fähigkei‑ Krankheiten (z.B. Tinnitus, Legasthenie usw.) wieder. Daseins. Die Euro‑Werkstatt entstand als Ergebnis der Forschungsarbeit Verena van In Griechenland wurde mit der ten. Radionik ist laut Marco Bischof Ogtrop’s auf dem Gebiet der Radionik. Radionische Beeinflussung von Pflan‑ Schwingung von Tönen und Far‑ „eine Art elektronischer Ra‑ zen, Tieren, Menschen, sogar kranker Teiche, führten dazu, daß in beschränktem ben geheilt. Pythagoras lehrte, Maße auch informierte Materialien für Interessenten zur Verfügung stehen. diästhesie“. daß die Ordnung der Harmonik Raten sind Synonyme für Fre‑ Sie können Informationen direkt bei Euro‑Verlag, Verena van Ogtrop, Grundlage gesunden und damit quenzen. Wir kommen später Forschungs‑Abteilung für Radionik u. Transkommunikation, Falshöft 13, gesegneten Lebens sei. Durch das 24395 Nieby, Telefon 04643‑2191, Fax 04643‑2180, anfordern. Eine kleine Erklingen geeigneter Harmoni‑ noch darauf zurück. Frequenz bedeutet physikalisch Auswahl ihrer Schriften finden Sie auch in der beiliegenden Bestelliste en kann diese oder jene körper‑ Schwingungszahl in der Sekun‑ und unter www.neuepolitik.com, ebenso Bücher von Marco Bischof und liche Gestimmtheit erzeugt und de bei Schwingungs‑ oder Wel‑ Burkhard Heim. gefördert werden. Die Pytago‑ lenvorgängen. reer nannten das, was durch die Bei hochpotenzierten homöopathischen Heil‑ über die notwendige Reinheit der materiel‑ rechte Musik hervorgerufen wird, ‚Reinigung mitteln wirkt die Information aus deren ener‑ len Vehikel oder, wie wir es hier umfassen‑ der Seele’, und darauf beruhte ihre Heilkunst. getischer Struktur. Das hat Hahnemann ent‑ der nennen wollen, der Resonanzräume. Im deckt, tausendfach bewiesen und einer stän‑ alten Indien wußten die Weisen, daß Prana IMPRESSUM z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z z dig weiter forschenden Jüngerschaft weiter mit allumfassender Lebensenergie gleichzu‑ Kommentar‑ und Informationsbrief NEUE POLITIK, Beiträge zur Neuordnung, gegründet 1956 von Wolf Schenke, gegeben. setzen ist, die sowohl für Aufbau– als auch politischen Herausgeber und Redaktion: von Dieter Kersten Verlag NEUE POLITIK GmbH.; Wilhelmsaue 31, 10713 Berlin, Tel. 030 ‑ 822 52 11, Merke: Similia similibus curentur heißt: Ähn‑ für Abbau‑Prozesse erforderlich ist. Diese Fax 030 ‑ 821 62 88, www.neuepolitik.com, Email [email protected] liches werde durch Ähnliches geheilt. Cu‑ Energie reist auf dem Vehikel des Sauerstoffs, Konto: NEUE POLITIK GmbH. bei der Berliner Bank AG., Konto‑Nr. rantur = wird, ließ Hahnemann nicht gelten. dessen Reinheit nicht hoch genug eingeschätzt 310442900, BLZ 100 708 48; International Bank Account Nummer ‑ DE26 100 708 480 3104429 00; Internationale Bankidentifi‑ ‚Werde’ enthält den Auftrag, das zu Leisten‑ werden kann. Wir wissen inzwischen, daß IBAN kation BIC/SWIFT‑Code DEUT DE DB110 de. Die Leistung muß von beiden Seiten kom‑ unsere Körper Sauerstoff nicht speichern kön‑ Erscheinungsweise: sechsmal im Jahr und kostet im Abonnement € jährlich (europäisches Ausland € 18,‑, außereuropäisches Aus‑ men, vom Behandler und dem zu Behandeln‑ nen, wohl aber Lebensenergie. Den sichtba‑ 15,60 land € 21,‑). Eine Kündigung ist jeweils zum Abonnementsende den. ren Beweis erbrachte das Ehepaar Kirlian mit möglich. Alle mit D.K. gekennzeichneten Beiträge stammen vom Herausgeber. Der Abdruck aller Beiträge ist mit Quellenangabe ge‑ Schwingungen aus dem Bereich der Mikro‑ ihrer Auraphotografie. stattet. Wir bitten um ein Belegexemplar.

Paracelsus sagte zu unserem Thema ‚Soweit es den Menschen betrifft, so heißt sein Leib Blut und Fleisch, und das in ihm unbegreif‑ lich ist, heißt der Geist; mithin ist der Mensch Blut und Fleisch und ein Geist. Nun, Blut und Fleisch ist der eigentliche Mensch nit. Der Geist ist der Mensch, denn der Geist ist des Men‑ schen Weisheit, Sinn, Vernunft.’ Und dann faßt der Biologe Herbert Fritsche in unserer Zeit die Ideen Hahnemanns und eines jeden aufrechten Homöopathen so zu‑ sammen: ‚Der Mensch ist älter als sein Leib, älter als seine Seele, älter als sein Hirn... Der Mensch, ein Geist ins Leibliche verbannt, um zu leben und zu wirken! Zurückgreifend auf den Ursprung, löst er eine Aufgabe, die al‑ lein ihm anvertraut wurde von der Schöpfung. Er spiritualisiert den Bios und gewinnt aus Lebenskräften Erkenntniskräfte, aus Er‑ kenntniskräften Liebeskräfte, aus vergeistig‑ ter Selbstbetrachtung Impulse der Weltver‑ wandlung.’ Und er fügt dieser großartigen Schau sehr zurückhaltend hinzu: ‚Menschsein ist eine religiöse Mission. Gewiß ist das keine Erfah‑ rung, sondern eine Idee.’ Was sagt nun Rupert Sheldrake dazu? Sheldra‑ ke, Biochemiker und Zellbiologe wird heute viel diskutiert, weil er den Begriff der mor‑ phischen Felder einer breiten Öffentlichkeit nahe brachte. An sich entstand diese Bezeich‑ nung in den zwanziger Jahren. ‚Morphisch’ bedeutet Form und Gestalt eines Feldes. Und ‚Feld’ steht in diesem Zusammenhang für ener‑ getische Strukturen und Hierarchien, die man sich im Kosmos vorzustellen hat. Er spricht von der morphischen Resonanz und meint damit, daß die Schwingung aus geistigen Fel‑ dern, die um die Erde gelagert sind und die‑ se durchdringen, Einfluß auf Menschen neh‑ men kann, die während ihrer Suche nach Pro‑ blemlösungen ähnliche Frequenzen aussen‑ den, d.h. sich empfangbereit einstellen. Viele Forscher sind sich bewußt, daß ein plötz‑ lich kommender Einfall eine Information aus solchen geistigen Energiestrukturen ist. Das morphogenetische Feld wird durch morphi‑ sche Resonanzen stabilisiert. Noch ein letzter Wissenschaftler sei erwähnt. Die Voraussetzung für ein so vielschichtiges Wesen, wie es der Mensch darstellt, ist nach Burkhart Heim ein ‚Seiendes im Körperlo‑ sen’ in der höchsten Weltraumstruktur des zwölf‑dimensionalen Hyperraumes (Im Be‑ reich des Religiösen nennt man dieses Seien‑ de Gott). Da der Mensch seine Lebensform frei wählen kann, ist er in der Lage, Impulse aus energetisch‑strukturellen Informationse‑ benen anzunehmen oder abzulehnen. Nun haben wir also ‑ weise Menschen und Wissenschaftler führten uns durch Jahrtau‑ sende ‑, immer wieder zu hören bekom‑men, daß es möglich ist, Informationen aus dem Hyperraum zu empfangen und für uns nutz‑ bar zu machen. Zwei Möglichkeiten wollen wir hier betrachten: den direkten Empfang

der Information, bei dem unser Körper als An‑ tenne anzusehen ist und den Empfang über Apparaturen. Beginnen wir bei uns selbst. Wir wissen, daß wir einen Energiekörper haben. Wir wissen auch, daß das eine Vereinfachung ist, denn tatsächlich berichten schon die Alten von sechs verschiedenen Energieschichten, die uns durch‑ dringen. Anders gesagt: unser Energiekörper hat unterschiedliche Resonanzböden, die nur bei Frequenzen aus bestimmten Bereichen des Hyperraumes mitschwingen. Wir üben im‑ mer noch nach den alten, bewährten Schema‑ ta des Ostens. So sind die Yoga‑Asanas An‑ tennenstellungen, die über unterschiedliche Energiewege – sprich Meridiane – auch Nach‑ richten aus unterschiedlichen Sphären emp‑ fangen können. Dasselbe gilt für die Kairakuübungen der Ja‑ paner und die Mudras, also Hand‑ und Fin‑ gerstellungen, die es immer in aller Welt gab. Wir müssen nur wieder lernen, sie zu deuten. In unserer Zeit haben Veltman und Glaser mit ihren Forschungen über das Gamma‑nerven‑ system eine wissenschaftliche Grundlage für Begriffe aus dem Eutoniegebiet geschaffen. Vom Einfühlen in den eigenen Leib, wie es Fel‑ denkrais, Silver und im deutsch‑sprachigen Raum grundlegend die Gindler erübten, fan‑ den sie den Weg in den haptischen Raum und nannten folgerichtig diesen Forschungsbe‑ reich Haptonomie. Das Einfühlen und –spüren in den anderen Menschen wurde übbar und verhalf den Übenden zu grundlegenden Er‑ fahrungen mit und über den Mitmenschen. Daß es für jeden Menschen möglich ist, einem anderen die Hand auf den Arm zu legen und von da aus durch dessen Körper zu spüren und seine augenblickliche Verfassung zu erfahren, war bis dahin unbekannt. Man meinte, daß ei‑ ne besondere Begabung nötig wäre, um der‑ artige Zustandsbilder des Nächsten zu be‑ kommen. Auch heute noch verweisen viele Menschen aus Bequemlichkeit solche Übun‑ gen und ihre Ergebnisse in den Bereich des Magischen. Das ist auch bequemer, denn dann muß man sich selbst nicht bemühen. Erstaunlicherweise hindert die Wissen‑schafts‑ gläubigkeit mancher Menschen sie auch dar‑ an, nun den nächsten Schritt zu gehen, näm‑ lich in die geistigen Welten um uns einzuspüren und ‑zutasten. Dabei sind wir auch dafür in unserer körperlichen Aufnahmestation bestens ausgerüstet. Man muß sich an die dazu nöti‑ gen Bewußtseinsorgane nur wieder erinnern und sie erneut einsetzen lernen. Noch einmal sei der geistige Aspekt der Atmung genannt, da Sauerstoff Träger jener Energieteile ist, die uns ohnehin aus dem Weltall ernähren. Es ist sicher jedem von uns bekömmlicher, seine Nah‑ rung bewußt und dankbar zu sich zu nehmen, als sie nur ungewürdigt zu essen. Warum soll‑ te man nicht auch lernen, dankbar für die Atem‑ luft mit all ihren Inhalten zu sein? Aber man kann auch stocknüchtern, ohne Meditations‑ gehalt oder Gebet, erfahren, daß die Tonsur‑

stelle des Kopfes Einlaßpforte für Licht und Energie ist. Unsere Epiphyse – einst war sie das dritte Auge – ist eine trichterförmige Drü‑ se, die Weltraumenergie auffängt und mittels des symphatischen Nervensystems im Men‑ schen verteilt. Es bedarf nur sehr geringer Übungszeit und jeder Mensch kann spüren, daß er über diese Einlasspforte Energien emp‑ fängt. Wenn er diese Energien nun weiterlei‑ tet zu jenen Zentren, die man Chakras nennt, versorgt er bestimmte Erfahrungsbereiche mit besonderer Kraft. Chakras sind sensible Kon‑ taktstellen zwischen physischem Körper und Energieleib. Jedes einzelne birgt die Möglich‑ keit in sich, Erkenntnis besonderer Zusam‑ menhänge zu erfahren, Panzerungen aufzulö‑ sen und damit ein Stück Freiheit zur Heiter‑ keit zu gewinnen. Bei solchen Übungen wird sehr bald deutlich, daß die dadurch hervorgerufene Energeti‑ sierung zu gesteigerter Feinfühligkeit führt. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, seine haptonomischen Fähigkeiten in die morphi‑ schen Felder um uns zu lenken, und zwar mit klaren Fragen gekoppelt. Auf diesem Wege kommt die gewünschte Information blitzar‑ tig. Wem diese Behauptung zu diffus erscheint, dem mag das Beispiel mit dem Fernsehappa‑ rat einiges deutlicher machen: es hat lange gedauert, bis ein so fein gebauter, abgestimmter und eingestellter Apparat aufgebaut wurde wie der Fernseher. Heute ist es für uns selbst‑ verständlich, eine erhebliche Anzahl von Sen‑ dern mit Hilfe eines einfachen Knopfdruckes auf den Bildschirm zu holen. Ist das Zaube‑ rei? Nein, es ist die Erfahrung, wie man be‑ stimmte Frequenzen dadurch anzapft, daß man die richtige Wellenlänge anpeilt. Die mil‑ limetergenau eingestellte Antenne fängt die gewünschten Schwingungen auf und gibt sie an den Apparat weiter. Hier formt sich Ton und Bild. Kein Mensch findet das heute mehr verwunderlich. – Vergleichen wir: unser Kör‑ per – der fein abgestimmte und eingestellte Apparat, fähig, alle gewünschten Schwin‑ gungen zu empfangen. Unser Energieleib – die Antenne, die alle gewünschten morphi‑ schen Felder anpeilen kann, wenn sie kon‑ zentriert und klar eingestellt wird. Unsere wachgeübte, ständig bewußt einzusetzende Fähigkeit, Informationen aus dem Hyperraum zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten. ‚Ich hatte einen Einfall’, sagen wir. Was ist ein Ein‑ fall? Etwas, das in uns hineingefallen ist.... Wenn wir uns nun den Apparaten zuwenden, mit denen wir Informationen empfangen kön‑ nen, dann dürfte eigentlich von vornherein klar sein, daß man solche Geräte ebenso bau‑ en kann wie einen Fernseher. Auch ein Fax‑ gerät ist ein gutes Beispiel: wir wählen eine Nummer, der Apparat sucht unter vielen tau‑ send Frequenzen in Sekundenschnelle die rich‑ tige heraus und die Sendung beginnt. Wenn wir das nicht als Spuk ansehen, warum soll‑ ten wir dann alte „magische Gerätschaften“, strahlende Platten, Orgonstrahler oder Radio‑

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nikapparaturen ablehnen? Alle diese Geräte arbeiten mit einem Schwingkreis, der aus kos‑ mischer Energie gespeist wird. Reich arbeitete so mit seinem Akkumulator und verließ sich dabei zum Teil auf die Selbst‑ heilungskräfte des Organismus. Er fand, daß er das biologische Plasmasystem durch die Energieeinstrahlung zur Norm zurückführen konnte. Nehmen wir den Orgonstrahler als Beispiel: Wenn wir den Strahler auf einen Kör‑ per einstellen, wirkt die Schwingung regulie‑ rend auf die Körperenergetik. Unser Reso‑ nanzraum beginnt mitzuschwingen. Hatten wir eine körperliche Störung so wird sie jetzt leichter beseitigt, weil der Energiezustand ver‑ bessert wird. Sind wir gesund und wollen aus geistigen Gründen ein höheres Schwingungs‑ potential erreichen, so ist auch das möglich. Wir arbeiten heute aber auch noch effektiver. Die Eingabe von Informationen in die Radio‑ nikgeräte erlaubt eine erhebliche Differenzie‑ rung und genaue Einleitung der gewünsch‑ ten Energiestruktur. Dem Homöopathen ist dieser Gedankengang vertraut. Was er mit dem Verschütteln – Potenzieren – erreicht, das wird hier mit den ermittelten Frequenzen gemacht, ‑ Raten sind in diesem Sinne Synonyme für Frequenzen ‑, die in flüssige oder feste Trä‑ gersubstanzen mit dem entsprechenden Gerät eingestrahlt werden. Zur Wiederherstellung der Harmonie in den Körperfrequenzen kommt möglicherweise noch die energetische Signa‑ tur eines Heilmittels dazu. Frage – reicht das zur Heilung schwerer Krankheiten? Es ist zu überlegen, welche Einstellung man zum ma‑ teriellen Anteil des Menschen hat. Auch Ma‑ terie unterliegt dem Ähnlichkeitsgesetz. Es ist also nicht einzusehen, warum man im gege‑ benen Fall nicht Vitalstoffe, also Enzyme, Vi‑ tamine und Spurenelemente zusätzlich zur Informationstherapie einsetzen soll. Reich ließ den Patienten alle von seinem Hausarzt ver‑ ordneten Medikamente nehmen. Das haben wir heute nicht mehr nötig. Vor allem bei che‑ mischen Derivaten ist es sicher klüger, nur die Energiestruktur erst einmal probeweise und dann eventuell entsprechend potenziert in das Mittel einzustrahlen. Wir beschäftigen uns hier zwar mit Informa‑ tionstherapie aus Weltraumenergie. Aber es sollte doch nicht übersehen werden, daß je‑ de Einseitigkeit leicht zu Fehlern führt. Ich halte es für falsch, wenn man aus dem Wunsch heraus, die Wirksamkeit einer Therapie zu beweisen, einen leidenden Mitmenschen nicht mit allen zur Verfügung stehenden Mög‑ lichkeiten behandelt. Die Forschung hat ihre Gesetze, wir in der täglichen Praxis haben unsere! In diesen Themenkreis gehört auch die starke Verbreitung von Selbsthilfegruppen. Der Wunsch des Menschen nach Unabhängigkeit vom heutigen Medizinbetrieb ist sicher sehr verständlich. Es ist auch nicht einzusehen, war‑ um die Eigenhilfe in der Familie bei Kneipp‑ wickeln und Kräutertees stehen bleiben soll‑

te. Aus der Sicht des Therapeuten ist da aber doch einiges anzumerken. Vor allem steht vor jeder Behandlung die Ermittlung der Diagno‑ se, und die ist nun mal in unsere Hand gege‑ ben und nicht in die des Laien. Ein guter Radioniker analysiert und balanciert. Andere Worte für ähnliche Begriffe! Außerdem ist es einfach unkorrekt, wenn fol‑ gendes geschieht: Ein Mensch wird krank, geht zum Heilpraktiker oder Arzt, wird dort un‑ tersucht und bekommt z.B. als Diagnose ge‑ sagt: ‚Sie haben einen grippalen Infekt’. Mit diesem Bescheid und möglichst auch noch mit Medikamentenmustern versorgt, geht er in seine Selbsthilfegruppe. Dort holt er sich eine Rate gegen Grippe, stellt sie in den Becher des Orgonstrahlers und behandelt sich damit. Die mitgegebenen Medikamente rührt er nicht an. Beim nächsten Besuch bei seinem Therapeu‑ ten stellt der erfreut fest, daß seine Mittel wohl geholfen haben. Nun sagt der Patient nicht et‑ wa, was er wirklich getan hat, sondern geht vergnügt nach Hause. – Ich weiß leider aus vielen Berichten von Patienten, daß oft so ge‑ handelt wird und ich halte das einfach für mies. Auf dieser unethischen Grundlage wird auf die Dauer keine Heilung erzielt werden. Die Summe unterm Strich: Frequenzen – Raten – Hochpotenzen geben ihre Wirkungen durch Schwingungen weiter. Aber der auf seine Heilwirkung eingestellte Mensch ist der wirklich auslösende Faktor. Ein Radioniker, der während Analyse und Balan‑ cierung raucht oder Musik hört oder sich durch Telefonate stören läßt, ist ein Widerspruch in sich. Auch ein Musiker kann dies nicht während seines Konzerts tun. Lassen Sie mich mit einem wichtigen Wort von Erich Kästner schließen: ‚Es gibt nichts Gutes – außer man tut es! o

Rundschreiben an alle Freunde der Bauernschule Hohenlohe Wo stehen wir eigentlich heute? Was muß passieren? Alfred Colsman Dipl.agr. Hergertswiesen 2, 86495 Eurasburg, Vorsit‑ zender des Schulvereins der Bauernschule Hohenlohe, Kirchberg/Jagst 23. Juli 2010 Kurze Lagebeschreibung Die Menschen der Erde erkennen derzeit, daß die Erde in hohem Maße gefährdet ist: Die Ent‑ wicklung der Technik und die Abhängigkeit vom Erdöl haben inzwischen ein unerträgliches Übermaß angenommen, so daß die Versorgung der Menschheit mit Lebensmitteln bald nicht mehr gesichert ist. Die Massentierhaltung und die Auflösung der bäuerlichen Agrarstruktur verbunden mit dem Einsatz großer Mengen von Agrarchemikali‑ en sind die größten Mitverursacher der öko‑ logischen Krise unseres Planeten.

Der Weltagrarbericht von 2008 (www.welta‑ grarbericht.de) hat aufgezeigt, daß eine ge‑ nerelle Wende in der Agrarpolitik erforder‑ lich ist. Die Vergrößerung der Betriebe mit dem massiven Einsatz von Agrarchemikali‑ en und die laut propagierte Gentechnik sind der falsche Weg! Die Herrschsucht des Geldkapitals, das sich in dem System der Hochfinanz mit den internationalen Banken etabliert hat, hat das Leben der Völker massiv beeinflußt und un‑ ter ihre Gewalt gebracht. Das Ergebnis ist, daß auch die demokratisch geführten Länder mit ihren Parteienstrukturen nicht mehr fähig sind, den Willen ihrer Bürger wirklich durchzu‑ setzen, sondern infolge der meist starken Ver‑ schuldung nur noch den Auflagen der Hoch‑ finanz gehorchen müssen. Die natürlichen Grundlagen der Staaten, ganzer Kontinente, ja der ganzen Erde sind in höchstem Maße bereits in Gefahr, die dort lebenden Menschen nicht mehr ernähren zu können. Die Aufdeckung der Ursache dieser Fehlentwicklung muß Vorrang haben. („Wege aus der Hungerkrise ‑ Die Erkenntnisse des Weltagrarberichtes und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen" ‑ Zukunfts‑ stiftung Landwirtschaft, Marienstr. 19/20, 10117 Berlin, Benedikt Haerlin, verantw. Redaktion) Was müssen wir tun? Die folgenden Maßnahmen müssen nun in Angriff genommen und auch durchgesetzt werden: (Diese Aufzählung kann nicht voll‑ ständig sein.) 1. Jedem Land der Erde muß erlaubt sein, für die Versorgung der eigenen Bevölke‑ rung die volle Souveränität zu haben. Da‑ mit liegt die Verantwortung für eine wei‑ testgehende Eigenversorgung in der Hand der jeweiligen Bevölkerung. Aber genau diese Souveränität wurde durch die WTO abgeschafft. 2. Die Bauern und Bäuerinnen und andere Teile der Gesellschaft tragen gemeinsam Verantwortung für die Bewältigung dieser Aufgabe und brauchen in diesem Bereich den notwendigen Freiraum. Sie wissen um die Bedeutung der Erhaltung einer lebens‑ fähigen natürlichen Basis ihres Lebensrau‑ mes. Große Handelskonzerne sind offen‑ bar nur gewinnorientiert und zerstören welt‑ weit die bäuerlichen Strukturen und wol‑ len über Patente noch mehr Einfluß. 3. Nur der mit großer Sorgfalt gepflegte Bo‑ den und die ökologische Vielfalt der Land‑ schaften einschließlich der Tier‑ und Pflan‑ zenwelt sind die Lebensgrundlage für alle Menschen und müssen erhalten werden. Auch unsere Nutztiere sind Geschöpfe im Sinne der Schöpfung und dürfen nicht mißbraucht werden. 4. Eingriffe in diese naturgesetzlichen Ord‑ nungen dürfen nicht durch Auflagen von außen ‑ wie durch machtpolitisch geprägte internationale Institutionen ‑ zerstört wer‑ den. Der Lobbyismus der Interessenver‑

bände aus dem Bereich der Industrie und des Kapitals im Vorfeld der politischen Ent‑ scheidungsträger muß enttarnt und zurück‑ gedrängt werden. Im Weltagrarbericht gibt es eindeutige Hinweise und auch Lösungs‑ möglichkeiten auf diesem Felde. 5. Die heutige Form der Landbewirtschaf‑ tung auf der Grundlage der energieintensi‑ ven, industrialisierten Großraumlandwirt‑ schaft mit dem Einsatz von Erdölproduk‑ ten (Agrarchemie) kann daher keine Lösung bieten. Sowohl die Endlichkeit der fossilen Energieträger als auch die Klimaverände‑ rungen zwingen zu drastischen Kursände‑ rungen in der Agrar‑ und Sozialpolitik. 6. Vorrang muß haben: die unbedingte Er‑ haltung der noch vorhandenen landwirt‑ schaftlich nutzbaren Flächen zur Nah‑ rungserzeugung. Die sozialen Bedingungen in den agrarisch strukturierten Ländern, vor allem in der dritten Welt, haben bewiesen, wie wichtig die Selbstversorgungsstruktur mit ihrer lokalen Marktstruktur ist, weil sie eine große Anzahl Menschen mit Lebens‑ mitteln versorgen konnte. Dies kann auch für andere Regionen Vorbild sein. Die Voraussetzung für eine solche vielseiti‑ ge und intensive Landbewirtschaftung ist der pflegliche Umgang mit dem Humus im Bo‑ den und dem Grundwasser in einer von Men‑ schen geschickt gestalteten Landschaft mit hoher Biodiversität. Für diese komplexe Aufgabe werden gut aus‑ gebildete und fähige Menschen gebraucht. Sie sind in allen Völkern zu finden und müs‑ sen vor einer rein betriebswirtschaftlich er‑ zogenen und geldgierigen Umgebung ge‑ schützt werden. Somit wird deutlich, daß die landwirtschaft‑ lich tätige Bevölkerung nicht nach den rein betriebswirtschaftlichen (industriellen) Maß‑ stäben beurteilt und behandelt werden darf. Vielmehr wird erkennbar, daß die natürli‑ che Ordnung der Welt, die auch als die Schöp‑ fungsordnung definiert werden kann, nicht mit betriebswirtschaftlichen Begriffen allein gemessen werden darf, um auf Dauer le‑ bensfähig erhalten zu werden. Um dieses Ziel kraftvoll zu unterstützen, sind auch die Kir‑ chen in die Pflicht zu nehmen, ist es doch ge‑ rade ihre Aufgabe, die Schöpfung zu erhal‑ ten. Als Folgerung daraus ist festzustellen: Die bäuerlich betriebene Landwirtschaft un‑ terliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten, die dem Bauern eine große Entscheidungsfreiheit für die täglich notwendigen Maßnahmen zuer‑ kennt. Politiker ‑ ganz gleich welcher Stellung ‑ dür‑ fen sich daher nicht anmaßen, den Bauern über die in ihrem Betrieb notwendigen Maß‑ nahmen Vorschriften zu machen. Anderer‑ seits können klare Auflagen hinsichtlich der einzusetzenden Mittel ‑ Verzicht auf alle schäd‑ lichen Eingriffe ‑ erforderlich sein. Aus der politisch erzwungenen weltweiten

Öffnung der Märkte und der damit verbun‑ denen Spekulation und dem daraus entstan‑ denen Preisdruck ist die Landwirtschaft un‑ ter den Zwang zur Erzielung von Höchster‑ trägen geraten. Gerade dieser Zwang führte zu den Überschüssen in den hochtechnisier‑ ten Ländern und damit zu Preisverfall. Dafür trägt die weltweite Agrarpolitik die Verant‑ wortung. Das Streben nach höchstem finanziellem Er‑ gebnis widerspricht jedoch dem Verlangen nach bester Qualität im Sinne der besten Ge‑ sundheit der hergestellten Produkte in natür‑ licher Vielfalt. Hier hat eine neue Agrarpolitik neue Prio‑ ritäten zu setzen und diesen scheinbaren in‑ neren Widerspruch aufzulösen. Jeder bäuerlich wirtschaftende Mensch ist diesem Spannungsfeld so lange ausgesetzt, solange er auf seinem Hof noch nicht die op‑ timalen Bedingungen erreicht hat, die die Na‑ tur für ihn bereit hält. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht er eine lange Ausbildung oder auch Erfahrung, die die traditionellen Bauernfamilien immer ge‑ pflegt haben. Diesen Grundbedingungen hat eine verant‑ wortungsvolle und anspruchsvolle Agrar‑ politik unbedingt Rechnung zu tragen, in dem sie die Lebensmittelwirtschaft grundsätzlich von spekulativen Elementen freihält. Darum ist den einzelnen Staaten die Ernährungs‑ souveränität ohne wenn und aber wiederzu‑ geben. Daraus folgt aber auch, daß die Staa‑ ten für ihren Handel mit Lebensmitteln selbst‑ verantwortlich Verträge mit anderen Län‑ dern abschließen können. Das bedeutet, daß auf diesem Gebiet, dem Le‑ bensmittelmarkt, eine Liberalisierung nicht angebracht ist und daher überwunden wer‑ den muß. Die dafür einzuführende Marktordnung muß alle Partner auf dem Markt der Lebensmit‑ tel auf Augenhöhe miteinander zusammen‑ führen, um zu vernünftigen Regeln für alle Beteiligten zu kommen. Das ist die einzig sinnvolle Ordnung für ei‑ nen friedlichen Interessenausgleich. Die Agrarforschung und Ausbildung für ei‑ nen landwirtschaftlichen Beruf müssen den Erfordernissen eines flächendeckenden, che‑ mie‑und gentechnik‑freien, biologischen Land‑ baus angepaßt werden. In gleicher Weise ist die heranwachsende Ju‑ gend auf die Bedeutung der gesunden Le‑ bensmittel hinzuweisen und ihnen der Um‑ gang damit zu vermitteln. Zugleich ist jeglicher irreführender Betrug im Bereich Werbung für verfälschte Nah‑ rungsmittel (wie z. B. der Begriff „naturiden‑ tische Zusätze") zu verbieten. Das Thema „Codex Alimentarius" muß vor seiner Einführung einer ausführlichen öf‑ fentlichen Diskussion unterzogen werden, hier sind schon jetzt allzu viele Ungereimt‑ heiten bekannt geworden!

(Anmerk. D.K. Der Codex Alimentarius, lat. für Lebensmittelkodex, ist eine Sammlung von Normen für die Lebensmittelsicherheit und ‑produktqualität, die von der Ernährungs‑ und Landwirtschaftsorgani‑ sation und der Weltgesundheitsorganisati‑ on der Vereinten Nationen erstmals 1963 her‑ ausgegeben wurde.) Wie der Weltagrarbericht 2008 feststellt, ist eine Wende in der Agrarpolitik absolut not‑ wendig. Darin wird ausgeführt, daß die klei‑ neren Betriebseinheiten in der Landwirtschaft entscheidend gefördert werden müssen, da sie eine viel größere Pflanzenvielfalt erhalten können, dazu mehr Menschen auf dem Land bleiben können, was besagt, daß je Flächenein‑ heit auch wesentlich mehr Menschen ernährt und beschäftigt werden können. Die immer stärker auftretende Massentier‑ haltung ist ein Mißbrauch der Mitgeschöpfe aus dem Tierreich und ethisch überhaupt nicht vertretbar. Sie ist eine der Hauptursachen des Klimawandels! Die widernatürliche Klonung von Tieren und der Verzehr ist zu verbieten und muß schnellstens eingestellt werden. Es kann nur eine dauerhafte Einschränkung des Fleischkonsums in Zukunft sinnvoll sein. Die landschaftliche Vielfalt kann sich in klei‑ ner strukturierten Gebieten viel besser ent‑ wickeln und bietet mehr Menschen Lebens‑ raum. Das Interesse an selbsterzeugten, fri‑ schen, gesunden Lebensmitteln muß wie‑ der wachsen. Dem Weltagrarbericht zufolge sollten alle gentechnisch veränderten Pflanzen und Tie‑ re (GVO) verboten werden, da sie das gesamte Leben der Erde in höchstem Maße gefährden. Die Tatsache der Nicht‑Zurückholbarkeit von GVO ist ja schlimmer als eine atomare Verseuchung durch eine Atombombe, da die‑ se, wenn auch erst sehr langsam, wieder ab‑ klingt. Die gentechnische Verseuchung brei‑ tet sich aber immer nur weiter aus und hat sich schon jetzt als eine tödliche Gefahr er‑ wiesen! Das Bienensterben in den USA sollte ein deut‑ liches Warnsignal sein! Die Auskreuzung der GVO auf die natürli‑ che Population ist schon jetzt alarmierend! Auch das Auftreten von gefährlichen „neuar‑ tigen Krankheiten" vor allem in den USA soll‑ te mehr Beachtung finden. Die Zulassung von Neuzüchtungen in die‑ sem Bereich sollte unter der strengen Aufla‑ ge geschehen, daß mindestens drei Genera‑ tionen von Versuchstieren absolut gesund geblieben sein müssen, andernfalls keine Zu‑ lassung erfolgen darf. Fast alle im Bereich Gentechnik tätigen Wis‑ senschaftler und Behörden unterhalten Be‑ ziehungen zur Gentechnikindustrie und sind damit nicht mehr frei! Sokrates: „Nur ein wirklich Unabhängiger kann der Wahrheit dienen." Wohin gerät die Welt? Wir müssen jetzt handeln! o

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Die total falsche Energiepolitik (D.K:) Die verantwortungslose Atomener‑ giepolitik der Merkel‑Regierung veranlaßt mich, Sie auf zwei Video‑Filme im Internet aufmerksam zu machen: Wählen Sie bitte unter Google Video und ge‑ ben Sie im Suchmodus Die Atomlüge ein. Auf dem gleichen Weg erreichen sie das Video Der große Bluff. Demonstrieren Sie, wo Sie nur können, gegen die Verlängerung des Be‑ triebes der deutschen Atomkraftwerke. o (D.K.) Den nachstehenden Beitrag habe ich den Si‑Informationen ‑ Das Magazin für Un‑ ternehmer der SHK (Sanitär, Heizung, Kli‑ ma) Branchen, Nr. 6/10 entnommen.

Über den Irrsinn in Deutschland Wasser zu sparen

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Nachdem die EU die Glühbirnen ausgeschal‑ tet hat, nimmt sie sich jetzt Duschköpfe und Wasserhähne vor. Im Namen der Energie‑Ef‑ fizienz soll deren Verbrauch reguliert werden. Jetzt sollen wir also überall in Europa Wasser sparen. Geht's noch? Die EU‑Bürokraten soll‑ ten mal die Leute in Polen und Brandenburg fragen, was die von dieser Idee halten. Die An‑ wohner von Weichsel und Oder können si‑ cher ein paar Eimer Wasser abgeben, damit die Politiker in Brüssel was zum Sparen ha‑ ben. In der Sahara, ja, da könnten sie Wasser sparen‑wenn sie denn welches hätten. Aber hierzulande? Wenn wir hier Wasser sparen, hat deshalb ein Beduine trotzdem keinen Tropfen mehr, auch wenn uns die Öko‑Talibans ein schlechtes Ge‑ wissen machen wollen, daß es unmoralisch sei, hierzulande 126 Liter pro Kopf zu ver‑ brauchen, während in der Sahara Wasser‑ knappheit herrsche. Wenn wir hier Wasser spa‑ ren, dann erreichen wir nur, daß unser Ab‑ wassersystem vollends vor die Hunde geht. Seit 1970 ist der Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland zurückgegangen, der Wasser‑ preis nicht. Das liegt daran, daß nachts, wenn alle schlafen, die Wasserwerke mit dem ganzen gesparten Wasser der Verbraucher und ein paar Eimer mehr ihre überdimensionierten Ab‑ wasserleitungen spülen, damit der ganze ag‑ gressive und wenig verdünnte Dreck, der tagsü‑ ber durch das Wassersparen nicht bis zur Klär‑ anlage gekommen ist, nicht liegenbleibt und die maroden Rohre zerfrisst und verstopft. Wassersparen ist so schön plakativ. Damit las‑ sen sich die Medien und mit ihnen die Ver‑ braucher prima ablenken, sodaß sie nicht nach den tatsächlichen Umweltsünden fragen. Es ist das alte Prinzip von „Haltet den Dieb": Während alle mit Wassersparen beschäftigt

sind, können die Wasserverschwender in der Nahrungsmittel‑ und Transportindustrie pri‑ ma ihre Geschäfte machen. Sie machen wohl die effektivste Lobby‑ und Pressearbeit. Gibt es zum Beispiel einen vernünftigen Grund, weshalb aus Frankreich Wasser in Plastikfla‑ schen nach Stuttgart gekarrt wird? Die Stadt bekommt bestes Trinkwasser aus dem Boden‑ see und hat darüber hinaus das zweithöchste Mineralquellenvorkommen in Europa. Die Wasserqualität aus diesen Brunnen kann locker mit der sämtlicher Modewasser mithalten. Aber es läuft ungenutzt aus den öffentlichen Brun‑ nen, während die Leute sich daneben sonnen und stumpfsinnig ihr Evian aus der Pla‑ stikflasche nuckeln. Wenn wir in Deutschland sinnvoll Wasser spa‑ ren wollen, dann sollten wir mit dem virtuel‑ len Wasser anfangen zu sparen. Mit virtuel‑ lem Wasser wird das Wasser bezeichnet, das verbraucht wird, um ein Produkt herzustel‑ len. Und dieser Verbrauch ist tatsächlich gi‑ gantisch. Da kommen auf einen Liter Evian aus der Plastikflasche noch etliche Liter Was‑ ser dazu, die für Plastikflaschenherstellung, Transport, Lagerung und so weiter verbraucht werden. Wenn wir Tomaten und Baumwolle aus Nordafrika verbrauchen, verschärfen wir tatsächlich die Wasserknappheit in diesen Län‑ dern. Darüber sollte aufgeklärt werden. Aber da müßten sich ja unsere Politiker mit den Mächtigen in der Industrie und den Regieren‑ den in anderen Ländern anlegen und die Pu‑ blikums‑Medien müßten anfangen darüber zu recherchieren und zu schreiben, statt brav das abzuschreiben, was ihnen die PR‑Agen‑ turen der Wirtschaft vorlegen. Wenn der Pfiffikus König im Wasserreich wä‑ re, würde er ein einfaches Gesetz erlassen. Nicht zum Wassersparen, sondern zum Wassersau‑ berhalten: Jeder, der Wasser verbraucht und Abwasser produziert, darf sein Wasser nur unterhalb der Stelle entnehmen, wo er sein Abwasser einleitet. Oder einfacher ausgedrückt: Wer oben in den Bach reinpinkelt, muß unten daraus trinken. Wetten, daß dann ganz schnell die Flüsse weltweit sauber würden? Nichts für ungut Ihr Pfiffikus [email protected]‑fachverlag.de o

Immer wieder Steinbrück (D.K.) In der Ausgabe Juli/August des Kom‑ mentar‑ und Informationsbriefes NEUE PO‑ LITIK hatte ich bereits einen Bericht von www.abgeordnetenwatch.de über den SPD‑ Minister a.D. Peer Steinbrück abgedruckt. www.abgeordnetenwatch.de schickte mir am 17. August 2010 einen zweiten Bericht: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von abgeordnetenwatch.de, vor drei Monaten hat abgeordnetenwatch.de den Fall Steinbrück aufgedeckt: 13 Honorar‑ Vorträge für mindestens 91.000 Euro hatte der

Ex‑Finanzminister bis dato in der noch jun‑ gen Wahlperiode gehalten, aber gleichzeitig bei sechs von elf wichtigen Abstimmungen gefehlt, kein einziges Mal im Bundestag ge‑ sprochen und Bürgerfragen auf abgeordne‑ tenwatch.de unbeantwortet gelassen. Nun gibt es Neues in Sachen Steinbrück. Vor kurzem hat er dem Bundestagspräsidenten weitere 16 Vorträge gemeldet, u.a. bei der Deut‑ schen Bank und der Union Investment Privat‑ fonds GmbH. Seine Nebeneinkünfte allein aus Vortragshonoraren belaufen sich seit der Bun‑ destagswahl im September 2009 auf minde‑ stens 199.500 Euro, doch wahrscheinlich sind es weitaus mehr. In jedem Fall übersteigt es das Amtsgehalt der Bundeskanzlerin. Zusätzlich zu seiner Vortragstätigkeit war Peer Steinbrück in den letzten Monaten als Publi‑ zist tätig in Kürze erscheint sein Buch „Un‑ term Strich“. Nach Informationen von abge‑ ordnetenwatch.de können Autoren vom Ran‑ ge Steinbrücks mit einem Garantiehonorar des Verlags in Höhe von rund einer Viertel‑ million Euro rechnen. Darüber hinaus ist Stein‑ brück Aufsichtsratsmitglied bei der Thyssen‑ Krupp AG. Im Jahr 2008/2009 wurde eine sol‑ che Tätigkeit mit 130.000 bis 230.000 Euro pro Jahr vergütet. Allein die Zahl der Nebeneinkünfte und de‑ ren Höhe sind eigentlich unglaublich. Insbe‑ sondere wenn man bedenkt, daß die gewis‑ senhafte Ausübung eines Bundestagsman‑ dats ein Vollzeit‑Job ist und keine Zeit für be‑ zahlte Nebentätigkeiten läßt. Unsere Recherchen haben außerdem erge‑ ben, daß Steinbrück sogar einer Bundestags‑ sitzung fernblieb, um einen Privatvortrag zu halten. Am 23. April 2010 debattierte das Par‑ lament über eine Regierungserklärung von Wirtschaftsminister Brüderle und über ei‑ nen Antrag zum Thema Mindestlohn, während Steinbrück vor Managern bei einem Finanzsymposium als Referent auftrat. Auch am 21. Januar 2010, dem Tag einer Haus‑ haltsdebatte, fehlte Steinbrück. Abends sprach er bei der „Trend und Service Messe EK Li‑ ve“ in Bielefeld. Außerdem hat der ehemalige Finanzminister seit der Bundestagswahl 2009 an 12 von 19 wichtigen Parlamentsabstimmungen nicht teilgenommen und bislang noch keine der 15 an ihn gestellten Fragen auf abgeordneten‑ watch.de beantwortet. Es darf nicht sein, daß ein Abgeordneter bei Bundestagssitzungen und wichtigen Abstim‑ mungen fehlt, gleichzeitig aber einer Vielzahl hoch bezahlter Nebentätigkeiten nachgeht und dafür seine volle Diät (7.668 Euro pro Monat) kassiert. Kein Arbeitgeber würde so ein Ver‑ halten dulden. Wir Bürgerinnen und Bürger sollten das auch nicht tun. Wir haben heute den Fall Steinbrück öffent‑ lich gemacht. Doch wir sind weiteren Fällen auf der Spur. Recherchen wie diese brauchen viel Zeit und einen langen Atem. Bitte unter‑ stützen Sie uns bei dieser wichtigen Arbeit. o

Leserbriefe Danke ! Wenn „alte Politik“ weltweit oder doch lo‑ kal erfolgreich wäre, könnte man sie schwei‑ gend genießen. Da aber selbst optimistische Gemüter wahrnehmen, daß diese überkom‑ mene Politik tatsächlich heute ein Desaster ist, muß man Dieter Kersten sehr dankbar dafür sein, daß er Gedanken über eine even‑ tuell bessere „neue Politik’“ selbst äußert und in seinem Informationsdienst zur fruchtba‑ ren Diskussion stellt. Man sollte Kersten grundsätzlich ermuntern und unterstützen, auch wenn man ihm oder seinen Autoren ein‑ mal nicht folgen könnte. Ohne Mut zum Irr‑ tum kein produktives Denken! Mich stört deshalb auch nicht, mich wun‑ dert nur interessiert, wenn Kersten „das Ge‑ fühl“ hat, daß ich hinter Gesell „naiv zurück‑ falle“. Wo ich doch die argentinischen Erfah‑ rungen Gesells aus dem 19. Jahrhundert, die aber dann auf die Industrieländer des 20. Jahr‑ hunderts nicht mehr anwendbar waren, aus dem ff kenne, den sympathischen Guru durch‑ aus grundsätzlich für nobelpreiswürdig hal‑ te und zahlreiche renommierte Schüler Ge‑ sells, nachdem sie sich an der Geldmengen‑ und Zinstheorie ihres Lehrers abgearbeitet hatten, erst glücklich waren, nach dem sie von dem ausdrücklich so genannten „post‑ gesellschen, genialen“ Konzept unserer A:NP ‑ ARBEITSGEMEINSCHAFT : NEUE POLI‑ TIK[1] Kenntnis bekommen hatten. Vielleicht kann man in dem Info‑Dienst Kerstens dem‑ nächst einmal lesen, was meine Freunde Mar‑ grit Kennedy und Helmut Creutz dazu zu erklären wissen. Freundlichst – 16.08.10 Günter Woltmann‑Zeitler Währungswissenschaftler [1] (D.K.)

Diese Arbeitsgemeinschaft Neue Politik ist nicht identisch mit den Gruppie‑ rungen, die 1956 bis 1989 unter der Schirm‑ herrschaft von Wolf Schenke existierten und danach mit mir als Herausgeber des Kom‑ mentar‑ und Informationsbriefe NEUE PO‑ LITIK in Verbindung gebracht werden könnten.

Sehr geehrter Herr Kersten, weil Sie zu Seite 3[1] auf eine inhaltliche Dis‑ kussion hoffen, habe ich mich doch noch zu ein paar Zeilen aufgerafft: 1a) In diesem Fall spricht man besser von „ver‑ staatlichen". Politiker, Funktionäre, Parla‑ mentarier und Regierungsmitglieder haben grundsätzlich ihre Interessen „im Auge" und nicht „das langfristig und umfassend Wich‑ tige"; was immer man darunter alles verste‑ hen mag. Kompetenz ist in der BRD weithin auch eine Frage der Parteizugehörigkeit. Wor‑ aus sich die Kompetenz „kompetenter Per‑

sönlichkeiten in Parlament und Regierung" durchaus sicher ableiten läßt. Die Voraus‑ wahl treffen ohnehin die Parteien. Andere kommen schon gar nicht auf die Liste. Ein Taxichauffeur ist überall ungeheuer kompe‑ tent, wenn er Wählerstimmen bringt. Was „die nachhaltigen und breit gefächerten In‑ teressen" anlangt, ist das Elementare bereits beschrieben. b) Geld wird schon jetzt haufenweise gedruckt. In dieser Sportart oder Sparte sind wir wohl auch schon Kredit‑ und Bad‑Bank Weltmei‑ ster. Oder ‑ anders beschrieben ‑: Krösusse und Nabobs von derzeit nicht verwertbarem Vermögen, früher „Schulden" genannt. c) So entstünden für Kompetente zahllose neue Plätze und eine ausreichend durchor‑ ganisierte Bürokratie im Dienste zusätzli‑ cher Honorar‑ und Obolusanwärter. Insbe‑ sondere auf dem Geldmarkt ergäben sich un‑ geahnte „Spekulationsmöglichkeiten" und „Umwechselverfahren". Die Zentralbank wür‑ de sich hüten, hier unterstützend oder gar befürwortend tätig zu werden. Realisierbar wäre dies indessen in Teilen sehr schnell, wenn die oben angedeuteten Folgen für die kompetenten Persönlichkeiten garantiert si‑ cher wären. e) „Das zusätzlich neue Geld" wird „via Fi‑ nanzministerium" „schon heute so ausgege‑ ben „wie man es für nötig oder wünschens‑ wert hält". Der Geldkreislauf ‑ wie beschrie‑ ben ‑ wäre schon jetzt mühelos zu realisie‑ ren, wenn man es wollte oder für nötig hiel‑ te. Ein „Zuviel an Kaufkraft" sollte immer aus dem Kreislauf genommen werden. Nur ha‑ ben wir ‑ verglichen etwa mit 1990 ‑ ein kon‑ stantes „Zuwenig". Obwohl wir natürlich „den Gürtel enger schnallen müssen", weil „wir über unsere Verhältnisse gelebt haben". Außer‑ dem wäre im gegebenen Vorschlag auch der Begriff „Güter" zu klären. Ob dazu auch Dienstleistungen zählen oder Spielertrans‑ aktionen bei Fußballvereinen; um das Pro‑ blem wenigstens andeutungsweise anzu‑ reißen. Selbst Börsenleute tun sich schwer, den Wert einer Firma und deren Produktion exakt zu taxieren. Denn zu einem verkäufli‑ chen Gut wird ja nur etwas, das begehrt und bezahlbar ist. Die Sau im Keller kostet nur. g) Welcher Regler soll denn gelten? Gold oder Geld? Richtigerweise wird plötzlich erkannt, daß ein Becher Wasser mehr wert als Gold sein kann und ein menschliches Leben wert‑ voller als der Ertrag einer Fabrik oder der Gewinn der Bundesbank. Freilich kann man das auch ganz anders, nämlich genau um‑ gekehrt sehen. Nur die Folgen sind dann eben verschieden; und die Güterbewertung auch. Am Golf von Mexiko oder in Pakistan läßt sich Anschauliches dazu ableiten. Was also soll der Regler der Menschheit sein, wenn sie keinen omnipotenten Allmächtigen mehr besitzt? h) Diese Idee verlangt ein völlig anderes Wirt‑ schaftssystem und eine totale Umkrempe‑

lung des jetzigen. Eher lernt ein Ochse flie‑ gen, als ein Vertreter der globalliberalen Markt‑ und Wettbewerbswirtschaft das Ein‑ maleins einer solchen Wirtschaftstheorie. Falls es überhaupt eines gibt. 2a) Die Einlagensicherung bei Banken ist ei‑ ne Sache der Kapitalherren. Derzeit ‑ so ist zu sehen ‑ ist sie restlos nur staatlich mög‑ lich und mit Hilfe der Steuerzahler. Wer das ändern möchte, müßte die Einlagensiche‑ rung zunächst so herstellen, daß sämtliche Risikokredite liquidiert und die Eigenkapi‑ talkonten und ‑quoten auf normale, gesun‑ de Größen zurückgeführt werden. So, wie das bei den Pfennigsparkassen früher bei‑ spielsweise üblich war. Dies setzt wieder‑ um voraus, daß Kapital und Geld nicht als "beliebig handelbare Ware" gelten, sondern feste Größen im Wirtschafts‑ und Sozialge‑ schehen der menschlichen Gesellschaft sind, insofern also lediglich Mittel zum Zweck. Geld allein ist kein funktionierender Regler für alles und jedes. Insonderheit für das, was schief oder aus dem Ruder läuft. Manche glauben das. Doch hier hilft Glaube nicht, weil er irrt. 2b ff) Nicht die Bank ist vom Einleger und Sparer abhängig, sondern Sparer und Kre‑ ditnehmer von der Bank. Es ist also genau umgekehrt und gilt sogar für den Finanz‑ minister und seine Haushälterin. Was will der Einleger machen, wenn die Bank zu 0,5 % Kredite schöpft, er oder ein anderer Kre‑ ditnehmer aber für ihre Darlehen bis zu 12 % berappen müssen? Wenn Einleger für ihr Erspartes einen Zinssatz von 1,5 % erhal‑ ten, Dispositionskredite jedoch nicht unter 10 % zu bekommen sind? Nichts natürlich. Womit festgestellt ist, wer von wem abhängt. Falls eine Kanzlerin feststellt, die Sparein‑ lagen seien gesichert, geht das nur über Steu‑ erhaushalte und den Steuerzahler. Sie und ihre Finanzminister haben das Geld gar nicht, um so etwas zu garantieren. Natürlich! Man will Vertrauen herstellen. Die Abhängigkeit des Einlegers besteht nämlich ausschließ‑ lich im Vertrauen darauf, daß alles gut geht und er nicht beschissen, abgezockt oder still‑ schweigend enteignet und mitsamt dem Volksvermögen in die Pfanne gehauen wird. Falls den Banken „mehr Geld zuflösse" ‑ was ja eben geschieht ‑ wären sie zwar im Stan‑ de, billigere Kredite einzuräumen. Sie tun es nur nicht. Schließlich müssen sie ja ihre Verluste irgendwie „erwirtschaften" und ab‑ decken. Ein Loch ist im Eimer, Karl‑Otto: Ein Loch! Weil es jetzt genug sein dürfte, höre ich da‑ mit auf, und verbleibe freundlich grüßend, Oskar Steinacker Mühlacker, den 16. August 2010 (D.K.) Der Ausgabe Juli/August des Kommentar‑und Informationsbriefes NEUE POLITIK o [1]

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Buchvorstellungen Dr. Günter Emde ist Verleger und gleich‑ zeitig der von Günter Hartmann, Chefre‑ dakteur der ÖDP‑Parteizeitung Ökologie‑ Politik interviewte. Die verlegte Broschü‑ re ist Teil einer Schriftenreihe für men‑ schenwürdige Wirtschaftsordnung. Ich bie‑ te die Broschüre in der beiliegenden Be‑ stelliste an. Die Finanzkrise ist noch nicht überstanden. Der Staatshaushalt und die Bürger werden nach wie vor durch einen gewaltigen Geld‑ strom belastet: täglich mehr als eine Milliar‑ de Euro an Zinsen, die ‑ in den Preisen ver‑ steckt ‑ von den Bürgern zu den Kapi‑taleig‑ nern fließen. Das sind im Jahr über 400 Milli‑ arden, weit mehr als der Bundeshaushalt. Hier liegt die eigentliche Ursache für die zunehmende Verarmung weiter Volks‑ schichten, für die hohe Staatsverschuldung und infolgedessen für den Abbau von So‑ zialleistungen, für die sog. Arbeitslosigkeit und letztlich auch für den weltweiten Ter‑ rorismus. In dieser Ausarbeitung wird dargelegt, wie dieser Geldstrom umgelenkt werden kann und welche Chancen sich daraus für eine Wirt‑ schaftspolitik ohne Wachstumszwang zum Wohle der Menschen ergeben werden. „Unser heutiges Wirtschaftssystem wird von seinen Unterstützern gern als alternativlos dargestellt. Oder es wird der Marxismus als angeblich einzig mögliche Alternative ge‑ nannt. Dabei gab es in der Wirtschaftswis‑ senschaft immer wieder Konzepte für eine ganz anders funktionie‑rende Marktwirt‑ schaft. ÖP‑Redakteur Günther Hartmann unterhielt sich darüber mit dem Mathema‑ tiker und Verleger Dr. Günter Emde" (öko‑ logiePolitik Nr. 144, Nov. 2009)

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(D.K.) Das von Jan Bodensieck besproche‑ ne Buch biete ich in der beiliegenden Buch‑ liste an. (Jan Bodensieck) Vor mir liegt das Buch "Tau‑ schen ‑ Schenken ‑ Geld? Ökonomische und gesellschaftliche Gegenentwürfe." von Si‑ grun Preissing, erschienen 2009 im Dietrich Reimer Verlag, Berlin. Zur Einführung sei das folgende Original‑ zitat von Seite 8 des Werkes meinen nach‑ folgenden Angaben erklärend vorangestellt: "Dieses Buch ist sowohl in der ethnologischen Tauschtheorie als auch in der Kapitalismus‑ kritik verortet. Eine zentrale These lautet, daß mit der zunehmenden Durchkapitali‑ sierung von gesellschaftlichen Bereichen ei‑ ne Verarmung an stabilen, von sozialen Tauschbeziehungen getragenen Bindungen von Menschen in eine Gemeinschaft statt‑ gefunden hat und weiterhin stattfindet." Auf 214 Seiten, aufgelockert durch Abbil‑ dungen und Schautafeln, nimmt die Auto‑ rin die aktuelle Finanzkrise zum Anlaß, über

komplementäre bzw. alternative Entwürfe zu "unserem" Geldsystem zu berichten. Neben dem schon bekannten Not‑(Inflati‑ onszeit) und Freigeld (Silvio Gesell/Experi‑ ment von Wörgl) werden moderne Komple‑ mentärwährungen wie z.B. das `Local Exchan‑ ge Trading System’ aus Kanada, der `Tla‑ loc´(Mexico City), Zeitwährungen (USA/Ja‑ pan) sowie Regional‑/Lokalwährungen (`Chiemgauer´) vorgestellt. Anschließend wird auf Tauschexperimente eingegangen (z.B. Projektgruppe Karlshof in der Uckermark) und die Schenkerbewe‑ gung beschrieben. Die Seiten 50 bis 81 befassen sich mit den theo‑ retischen Grundlagen, eingeteilt in "Tausch", "Vertrauen" und "Kulturelle Reserven und soziale Regeneration der Gesellschaft". Der recht neue Begriff "Kulturelle Reserve(n)" ist von Prof. Hauschild (Tübingen) entwickelt worden und bezieht sich auf verschiedenar‑ tige Rückzugs‑ und Erholungspotentiale von Bevölkerungen. Ab Seite 82 werden zwei unterschiedliche, in der Praxis erprobte Alternativmodelle sehr ausführlich vorgestellt und dann miteinan‑ der verglichen. Zum einen handelt es sich um die Währun‑ gen der Volksgruppe der Tolai auf Papua‑ Neuguinea und zum anderen um die Tausch‑ clubs im krisengeschüttelten Argentinien. Eine jeweilige umfassende geschichtliche und ethnologische Einführung erleichtert deut‑ lich das Verständnis des Lesers und wecken das Interesse für die diversen Zusammen‑ hänge, Hinter‑ und "Unter"gründe. Während das argentinische Modell in großen Teilen längst gescheitert ist (zumindest in seiner ursprünglichen Form), überzeugt das papuanische Beispiel noch immer. Ein zusammenfassendes Kapitel "Tabu und Credito im ethnologischen Vergleich" ana‑ lysiert gründlich Erfolge und Mißerfolge an‑ hand der Hintergründe. Prägnante Schau‑ bilder verdeutlichen die Kernzusammen‑ hänge. Abgeschlossen wird das Werk von einem zehnseitigen Literatur‑ und Internetseiten‑ verzeichnis, einem Glossar sowie einem Be‑ griffsregister. Das vorliegende Buch hilft dem am Thema interessierten Leser sehr, die verschiedenen, von der Verfasserin besprochenen Spielar‑ ten der Alternativen zum kapitalistischen Geldsystem zu verstehen und vor allem die Grundlagen eines jeden Währungs‑ oder auch Tauschsystems zu erfassen. "Tauschen ‑ Schenken ‑ Geld?" verknüpft ei‑ nen wissenschaftlichen Anspruch mit recht guter Verständlichkeit auch für Laien und ist deshalb sehr zu empfehlen ‑ zumal, um auch auf dem neuesten Stand (sowohl aktu‑ ellen praktischen Geschehens als auch der theoretischen Durchdringung) zu sein!

(D.K.) Es handelt sich um die preiswerte Ta‑ schenbuchausgabe mit dem Titel Korrupte Medizin ‑Ärzte als Komplizen der Konzerne von Hans Weiss Die gebundene Ausgabe von 2008 hatte noch die Untertitel ein Phar‑ ma‑Consultant packt aus. Der nachstehen‑ de Vorstellungstext stammt vom Verlag Kie‑ penheuer & Witsch. Wie Ärzte sich bestechen lassen ‑ Korruption im Gesundheitswesen. Hans Weiss absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Phar‑ mavertreter und baut sich eine respektable Identität als Pharma‑Consultant auf, nimmt an brancheninternen Symposien teil, erhält Zugang zu geheimen Marketingdokumen‑ ten und brisanten Geheimstudien und wird begehrter Gesprächspartner von Klinikchefs. Im Buch nennt er die Namen prominenter Ärz‑ te aus Deutschland und Österreich, die auf der Zahlungsliste von Konzernen stehen, und stellt dar, wie sie sich zu unethischen Studi‑ en an ihren Patienten verführen lassen. Er nennt konkrete Beispiele für Betrügereien der Konzerne ‑ von der Forschung und Lehre bis zur Durchsetzung neuer Medikamente. Jetzt mit neuen Namen, neuen Fakten und neuem Sprengstoff über die korrupte Zu‑ sammenarbeit einflussreicher Ärzte mit großen Pharmaunternehmen. Mit dem Originalbe‑ richt eines hochrangigen internationalen Phar‑ mamanagers über anrüchige Geschäftsprak‑ tiken. Und mit einem neuen Vorwort, in dem Hans Weiss die teilweise wütenden Reaktio‑ nen von Ärzten und Pharmakonzernen auf das Erscheinen der Originalausgabe beschreibt.

(D.K.) Der Text für die Vorstellung des Bu‑ ches Patient im Visier ‑Die neue Strategie der Pharmakonzerne von Caroline Walter und Alexander Kobylinski stammt aus rbb info radio vom 26. August 2010. Ich biete das Buch in der beiliegenden Bestelliste an. Ob man schon jetzt Patient ist oder auch nur Patient werden könnte – jeder von uns ist Ziel von Werbebotschaften der Pharmaindustrie. Dabei gilt in Deutschland ein gesetzliches Verbot von Werbung für verschreibungs‑ pflichtige Medikamente. Doch die Pharma‑ industrie hat immer raffiniertere Methoden entwickelt, es zu umgehen. Bislang suchten Pharmavertreter die Ärzte auf, jetzt ist der Patient direkt im Visier. Die Informations‑ plattform dafür bietet das Internet, das – wie es in einem "Handbuch für Pharmamarke‑ ting" heißt – "zum entscheidenden Faktor für die uneingeschränkte Informationsweiter‑ gabe" der Pharmaindustrie geworden ist. Of‑ fen zugegeben wird dort, dass "nationale Re‑ gelwerke langfristig durch das Internet aus‑ gehebelt" werden Caroline Walter und Alexander Kobylinski, Autoren der RBB‑Sendung "Kontraste", ha‑ ben nach einer investigativen Recherche ein Buch über diese Zusammenhänge geschrie‑ ben: "Patient im Visier". o