O Heil'ger Geist, kehr bei uns aus

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O Heil'ger Geist, kehr bei uns aus Liebe Gemeinde, happy birthday, mit guten Geburtstagswünschen beginne ich heute diese Predigt, denn das Pfingstfest...

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O Heil'ger Geist, kehr bei uns aus Liebe Gemeinde, happy birthday, mit guten Geburtstagswünschen beginne ich heute diese Predigt, denn das Pfingstfest ist das Geburtstagsfest der Kirche. Damals an Pfingsten kam der Heilige Geist und erfüllte die Menschen. Und auch heute erbitten wir den Heiligen Geist, um in rechter Weise Kirche zu werden. Die Kirche wurde mit dem Kommen des Geistes an Pfingsten geboren und so ist heute die Geburtstagsgeschichte der Kirche auf dem gelben Zettel abgedruckt: Die Bibel - Apostelgeschichte 2, 1-8 – Pfingsten 1 Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle Jünger wieder beieinander. 2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten. 3 Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. 4 So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten in fremden Sprachen, jeder so, wie der Geist es ihm eingab. 5 Zum Fest waren viele fromme Juden aus aller Welt nach Jerusalem gekommen. 6 Als sie das Brausen hörten, liefen sie von allen Seiten herbei. Fassungslos hörte jeder die Jünger in seiner eigenen Sprache reden. 7 "Wie ist das möglich?", riefen sie außer sich. "Alle diese Leute sind doch aus Galiläa, 8 und nun hören wir sie in unserer Muttersprache reden; Doch das Wirken des Geistes ist noch viel umfassender als die Geburt der Kirche. In der Bibel ist von der ersten Seite an von Gottes Geist die Rede. Am Anfang der Bibel heißt es: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer und der Geist Gottes schwebte über den Wassern." Der Geist Gottes war von Anfang der Welt, ja noch vor ihr da. Der Geist Gottes ist die Weise mit der Gott von Anfang an mit der Schöpfung Kontakt aufnimmt. Im Alten Testament waren es einzelne, die mit dem Geist Gottes erfüllt wurden, die mit Gott persönlich in Verbindung traten. Doch schon damals hat Gott verheißen, dass er seinen Geist über alle Menschen ausgießen wird. Seit Pfingsten ist es für jeden möglich mit Gott persönlich in Verbindung zu treten, von seinem Geist ganz erfüllt zu werden. Der Heilige Geist ist Gott in uns. Das Zeichen dafür, dass Gott mit uns persönlich in Verbindung treten will, uns seinen Heiligen Geist geben will, ist die Taufe. Wir brauchen Gottes Geist, damit wir unsere Taufe annehmen und unsern Glauben leben können. Wir brauchen den Heiligen Geist, damit wir zum Glauben kommen und den Glauben bewahren. Und so zeigt sich wie wichtig Pfingsten für uns, für unser Christsein und für unseren Glauben ist. Um den weiteren Verlauf der Ereignisse am ersten Pfingsten zu verstehen, möchte ich zu Anfang eine Geschichte aus dem Alltag erzählen. Eine Familie zog weit weg in eine andere Stadt. Die Kinder wurden gleich losgeschickt. Sie sollten Wurst und Brötchen für die Möbelpacker holen, und die Mutter brauchte einen Handfeger. Als die Kinder zurückkamen, riefen sie: "Hier gibt es keine Wurst und keine Brötchen! Hier gibst nur Wurscht und Weck! Und Handfeger gibt es hier auch nicht, nur Kehrwisch!" Sie lachten und lachten. Am nächsten Tag lernten sie die Nachbarskinder kennen. Sie fragten: "Ist hier viel Verkehr auf der Straße? Darf man hier Rollschuhlaufen und Seilspringen?" Die Nachbarskinder sagten: "Bei uns uff de Gaß darf mer laufe und hopfe wie mer will. Nur mißt er uffbasse, das er euren Meckes net en em a spitzen Stein naschlagge duht" Und die Nachbarskinder lachten und lachten. "Was meint ihr?" fragten die anderen. "Was heißt 'Meckes' und 'naschlagge'?"

"Liebe Leit!" riefen die Nachbarskinder. "Versteht mer denn bei eich kein Deitsch? Meckes, des meint den Kopf, und naschlage heißt anstoßen." "Ach so", sagten die anderen und lachten mit. Es dauerte gar nicht lange, bis sie genauso redeten wie die Kinder in dieser Stadt. In den Ferien reisten die Kinder mit ihren Eltern in ein anders Land. Sie wohnten dort im Zelt auf dem Campingplatz. Und den ganzen Tag spielten sie mit den Kindern aus den anderen Zelten und den Wohnwagen. Das waren Kinder aus Frankreich, England und Italien. Am Anfang konnte keiner den anderen verstehen. Mit der Zeit lernten sie sich aber recht gut verständlich zu machen.* Niemand wird diese Geschichte besser verstehen können als der, der von Nord- nach Süddeutschland oder der gar aus einem andern Land zu uns kam. Sprachen sind Barrieren, sie hindern uns am gegenseitigen Verstehen. Warum gibt es unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Dialekte? Wieder finden wir eine Antwort im Alten Testament. Dort steht der erste Teil, die Vorgeschichte von Pfingsten. Es wird uns berichtet, wie die Menschen ursprünglich eine Sprache redeten. Doch dann planten sie eine gemeinsame Sache, richteten eine Großbaustelle ein und wollten in Babel einen Turm bauen, der bis zum Himmel, bis zu Gott reicht. Diese Überheblichkeit bestrafte Gott damit, dass er den Menschen unterschiedliche Sprachen gab. Er verwirrte ihre Sprache. Und so konnte keiner mehr den anderen verstehen und das große Projekt verlief im Sand. Das ist der erste Teil der Geschichte, der zweite beginnt an Pfingsten. Denn bei dieser Verwirrung der Sprachen setzt Pfingsten ein. "und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen." Gott hebt die unterschiedlichen Sprachen nicht auf. Das Wunder besteht darin, dass jeder der da ist, die gute Nachricht von Jesus in seiner Sprache hören kann. Gott fügt Menschen aus unterschiedlichen Ländern zur Gemeinde wie ein Puzzle zusammen. Wir brauchen Gottes Geist, damit so verschiedene Menschen zusammenwachsen können. Er hilft uns miteinander zu leben. Jeder braucht Gottes Geist, um im Glauben zu wachsen und Gottes Liebe zu spüren. Gottes Geist wird in der Bibel als Feuer dargestellt. Das sehen wir auf dem Bild auf dem gelben Blatt und es zeigt ein ganzes Stück von dem Wesen des Heiligen Geistes. Wir sollten nicht allzu selbstverständlich darum bitten, dass der Heilige Geist bei uns einkehren möge, weil der Heilige Geist nicht nur seine 'Gaben' mitbringt, wenn er bei uns einkehrt und Wohnung nimmt, sondern zugleich in hohem Maß ein unbequemer, ja störender Gast ist. Das Feuer, das Element, das in der Pfingstgeschichte als die Begleiterscheinung und Symbol des Heiligen Geistes erscheint, ist eines der unheimlichsten unter allen Elementen. Es lässt nichts, was es ergreift, an seinem Ort und in seinem ursprünglichen Zustand. Die Dinge, die es ergreift, die reinigt es. Wer um das Kommen des Heiligen Geistes bittet, der muss wissen, dass er damit die göttliche Störung herbeiruft und sich dafür offen hält, dass Gott ihn stört. Er greift in unseren 'Besitz', in unsere Gewohnheiten, auch Denkgewohnheiten ein und macht uns zu einem Gefäß für Gottes Wirken und Gottes Liebe. Wer also bittet 'Komm du Geist der Wahrheit und kehre bei mir ein' muss auch bereit sein zu bitten: komm und störe mich, wo ich gestört werden muss. Das wird auch einem meiner Lieblingslieder über den Heiligen Geist deutlich. Es stammt von Martin Siebald: O Heil'ger Geist, kehr bei uns ein so hast du uns oft beten hören. Wir wollten deine Wohnung sein, dich bitten, bei uns einzukehren. Wir brauchten dich, wir brauchten deine Gaben, doch wollten wir noch vieles andre haben, was deinen Platz in uns dir streitig machte

und was dich nach und nach zum Schweigen brachte. Wir ließen dich nicht das tun, was du wolltest, weil du nur helfen, doch nichts ändern solltest. O Heil'ger Geist, kehr bei uns aus so vieles muss aus uns verschwinden. Feg alles, was nichts taugt, hinaus, auch wenn wir selbst es richtig finden. Feg Hochmut, Neid und Hass aus allen Ecken auch das, was wir noch vor uns selbst verstecken. Nimm Geld und Macht und unsre andern Götzen, und reiß sie von den angestammten Plätzen, und schaff dir Raum zum Schalten und zum Walten. Dreh alles um und lass nichts mehr beim Alten. Seit Pfingsten möchte Gott durch seinen Geist zu jedem von uns reden, uns neu machen. Er redet durch die Sprache des Herzen. Diese Sprache kann jeder Mensch verstehen. Gott zeigt dadurch jedem Menschen, wie er zu ihm finden kann. "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hergab, dass alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben." Um uns das klar zu machen, hat Gott uns seinen Geist geschickt. Lassen wir uns von ihm erfüllen und durch seine Kraft auf den Weg zum ewigen Leben leiten. Amen.