Sonderausgabe - Klaus Geldmacher

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CMYK Ganze Seite, 340x480 Haber Zeitung_09Nov9 Kostenlos Donnerstag, 26. Nov. 2009 Sonderausgabe Mein Onkel Hermann Haber Die Nachricht, dass man ...

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Haber Zeitung_09Nov9

Kostenlos

Donnerstag, 26. Nov. 2009

Sonderausgabe Mein Onkel Hermann Haber Die Nachricht, dass man in Mülheim an der Ruhr eine Ausstellung zum Andenken an Hermann Haber plante, war für meinen Bruder Gabriel und mich eine grosse Überraschung. Wir wussten zwar, dass es ein bestimmtes Interesse an den ehemaligen jüdischen Mitbürgern in Mülheim gibt. Das Buch von Dr. Barbara Kaufhold über die Geschichte der Juden in Mülheim ist ein deutliches Zeugnis dafür. Aber wir glaubten, dass mit diesem Buch die Geschichte der jüdischen Bevölkerung, soweit sie uns betrifft, ziemlich abgeschlossen ist. Heute gibt es wieder eine lebendige, recht grosse jüdische Gemeinde in Mülheim und der Umgebung, aber sie hat nur noch wenig mit den jüdischen Familien, die vor dem Krieg in Mülheim gelebt haben, zu tun. Dann haben wir über die Hommage für Hermann Haber erfahren. Hermann Haber war ein Name, den wir kannten. Unser Vater, Arthur Meyer, hat ihn erwähnt, öfter sogar als die meisten anderen Namen in der Familie. Unsere Verbindung zu Hermann Haber besteht durch Hilde, die Schwester unseres Vaters. Sie war seit Ende der 20er Jahre Hermann Habers Freundin. Nachdem die Grossmutter, Julie

“ Matthes Ssüdrüppel”, die von Herman Haber 1927 für die Mülheimer Zeitung geschaffene Figur Meyer geb. Kaufmann, im Jahre 1931 verstorben war, ist Hermann zu Hilde (oder richtiger, den Geschwistern Meyer) in die Charlottenstrasse 11 gezogen. Im Jahre 1933 emigrierten die beiden nach Holland. Sie heirateten scheinbar im Jahre 1937 und wurden 1942 nach Auschwitz deportiert, wo sie wahrscheinlich sofort vergast wurden. Soviel die uns bekannten Tatsachen. Wenn man über die Details dieser Biographien etwas mehr nachdenkt, kommen die Fragen. Wie reagierte man in den

anläßlich der Ausstellung »Hommage an Hermann Haber«

»Lieber Hermann Haber«

26. 11.1929

zum 44. Geburtstag möchte ich recht herzlich gratulieren und freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß das Städtische Museum einige Ihrer Karikaturen ankaufen wird. Mein Atelierbesuch in der Delle ist mir in bester Erinnerung geblieben. Ich konnte mich wieder davon überzeugen, daß Sie wohl der Vielseitigste unter den Malern hier sind. Ihre bekannten farbigen Pastelle kommen bei den Mülheimern gut an und haben auch

bereits ihre Käufer gefunden. Als Karikaturist zeitgenössischer Lokalgeschichte in der Mülheimer Zeitung sind Sie ohnehin stadtbekannt. Aber Ihre kleinen Tuschzeichnungen und Bleistiftskizzen dürfen nicht länger der kunstinteressierten Öffentlichkeit vorenthalten werden. Diesen knappen Skizzen, die zunächst starr und kalt wirken, wohnt so viel Charakteristisches inne. Man spürt den Blick des echten Satirikers, der das Wesentliche erforscht und die dafür geeignete Form findet. Mich überrascht immer wieder der lockere Umriss und die Ein-

Familien Meyer und Kaufmann auf das Verhältnis zwischen Hermann und Hilde ? Es gab ja doch 16 Jahre Altersunterschied; Hermann war Künstler und hatte keinen richtigen Beruf, er lebte mit Hilde ohne sie zu heiraten, und dann war er wohl auch Ostjude (und die Familien Meyer und Kaufmann waren stolz auf ihre deutsch-sephardische Abkunft). Nach Auschwitz sind diese Fragen völlig lächerlich, aber als die Geschwister Meyer und Hermann Haber in der Char-

lottenstrasse 11 wohnten, gab es sicher viele, die diese Fragen sehr wichtig fanden. Dann kommen andere Fragen auf. Zum Beispiel, warum heiratete Hermann die Hilde eigentlich nicht ? Wollte er es nicht, oder wollte es vielleicht die Hilde nicht? Wie war das mit Bertha, der ältesten Schwester (geboren 1892). Sie hat wohl mit Hilde gelebt, hat nie geheiratet, und angeblich hatte sie irgendwelche (vielleicht psychiatrische) Probleme, die sie von einem unabhän-

Lieber Hermann Haber,

fachheit der Konturen, die so verblüffend sicher durchgeführt sind. Ihr Œevre, lieber Haber, ist wirklich originell und zudem auch noch witzig. Ich setze große Hoffnungen in Sie. Bringen Sie mir bitte die für die Jahresausstellung ausgewählten Blätter bald vorbei. Eröffnet wird die Weihnachtsschau Mülheimer Künstler am 8. Dezember. Es wird - wie immer - unser Museumsquartett musizieren: Walter Thölke und Gustav Kleinheisterkamp (Viola), Hermann Prüßman (Geige) und ich am Cello. Sie müssen unbedingt zur Vernis-

sage kommen, ich möchte Sie mit einigen Kunstliebhabern bekanntmachen. Es grüßt Sie herzlich Ihr Werner Kruse [Städtisches Museum]

[Dieser Brief wurde nicht geschrieben, hätte aber durchaus geschrieben werden können. Die Fakten stimmen; die Wertungen sind einem Artikel in der Mülheimer Zeitung vom 18.12.1929 entnommen. Klaus Geldmacher]

gigen Leben abhielten. Sie ist wohl mit Hilde und Hermann nach Holland gegangen, wurde auch von dort nach Auschwitz deportiert und ist da umgekommen. Haben Hermann und Hilde für Bertha vieles geopfert? Angeblich wollten alle in die USA gehen, wo schon Grete, die dritte Schwester, mit ihrem Mann lebte. Aber wenn Bertha nicht selbstständig war, war es wohl sehr schwer, für sie ein Visum zu bekommen. Haben Hermann und Hilde vor der Frage gestanden, ob sie sich selber retten sollen, oder ob sie mit Bertha in Holland bleiben sollen, was immer das bedeuten würde ? Solche Banalitäten, Dilemmas und Tragödien gibt es wahrscheinlich in der einen oder anderen Form in allen Familien. Sie sind der Inhalt von Familiengesprächen und sind der Grund für Sorgen, Ärger, Emotionen, Bitterkeit, Freude und alles dessen, was ein Familienleben ausmacht. Sie sind der Stoff der Familienerinnerungen und Geschichten. In diesem Sinne hat diese Ausstellung für uns eine sehr besondere Bedeutung. Sie ist die naheste Form eines Familientreffens, die es wohl heute fuer uns noch geben kann. Sie ist eine späte Feier für einen Onkel Hermann und eine Tante Hilde, die wir nie gekannt haben, und die, zusammen mit vielen anderen aus unserer Familie, ermordet wurden, lange bevor wir auf die Welt kamen. Die wenigen, die den Krieg überlebt haben, sind in alle Welt verstreut worden, so dass eine Familie nicht mehr existiert. So ist diese Ausstellung eine seltsame Mischung von Privatem und Öffentlichem. Sie erinnert an Menschen, die uns sehr nah stehen, und die wir gleichzeitig gar nicht kennen. So versuchen wir die kleinen Details der Zeichnungen und Bilder zu entziffern, um etwas über die Person von Hermann Haber und vielleicht auch andere zu verstehen. Es ist ein aussichtsloser Versuch, aber es ist eine der wenigen Möglichkeiten, irgendeine Verbindung zur Vergangenheit zu erstellen. Was immer diese Ausstellung für die teilnehmenden Künstler und Besucher bedeutet, für uns ist sie zweifellos ein aufrüttelndes Ereignis. So sind wir den Organisatoren der Ausstellung und der Stadt Mülheim sehr dankbar, dieses Treffen mit der Vergangenheit ermöglicht zu haben. Joachim Meyer [Der Autor wurde 1957 in Mülheim an der Ruhr geboren und lebt seit 1973 in Israel.] ‹ Hilde, Bertha und Grete Meyer

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Hommage an Hermann Haber Die Erinnerung wach halten Als Hermann Isaak Haber im November 1885 in Mülheim an der Ruhr geboren wurde, hatte sich ein blühendes jüdisches Leben in unserer Stadt entwickelt. Die mit der Reichsgründung 1871 geschaffenen neuen rechtlichen Grundlagen für deutsche Juden und die zunehmende Industrialisierung hatten ein selbstbewusstes und inspiriertes jüdisches Bürgertum entstehen lassen. Zahlreiche Unternehmer, Geschäftsleute, Ärzte, Handwerker, Händler und auch Künstler prägten das Mülheimer Geschehen mit. Die 1907 am Viktoriaplatz

(heute Synagogenplatz) eingeweihte Synagoge und eindrucksvolle Bürgerhäuser setzten bedeutende Akzente ins Stadtbild. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schien vielen der Antisemitismus ein Relikt aus unaufgeklärten Zeiten, das in einer modernen Gesellschaft keinen Platz mehr habe. Über Hermann Habers Kindheit und Jugend ist nur wenig überliefert. Man muss aber davonausgehen, dass seine Familie nicht wohlhabend war und er in einfachen Verhältnissen aufwuchs. Seine künstlerische Begabung zeigte sich schon früh. Im Jahr 1904, er war also gerade 19, veröffentlichte er seine erste Zeichnung. Als Student war er an der Düsseldorfer Kunstakademie eingeschrieben. Er arbeitete als „Kunstmaler“ und beschäftigte sich hauptsächlich mit der Por-

Hermann Haber, gezeichnet von Willi Schreiber trätmalerei. Des Weiteren bestritt er seinen Lebensunterhalt mit dem Zeichnen von Karikaturen für die Mülheimer Zeitung und dem Kopieren von „Bismarck-Köpfen“, frei nach den Vorgaben von Lenbach. Diese „Haber-Ausgaben“ waren preiswerter als die Lenbach-Originale, so dass auch

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weniger Betuchte ihre Wohnung mit einem „Bismarck“ schmücken konnten. Hermann Haber war ein Mülheimer „Original“, eine stadtbekannte Persönlichkeit mit viel Witz und Esprit. Man erlebte ihn gesellig und heiter, und als guter Beobachter verstand er es hervorragend, Tagesgeschehen und Lokalprominenz in Bild und Wort zu karikieren. Sein Humor war nicht bösartig bissig, sondern fein, treffend und augenzwinkernd, denn er kannte und durchschaute „seine“ Mülheimer und Mülheimerinnen sehr genau. Es schien zunächst, als hätte Hermann Haber die Zeichen der heraufziehenden grauenvollen Zeit erkannt, als er 1933 mit seiner Freundin Hildegard Meyer nach Holland emigrierte. Anders als sein Mülheimer Künstlerkollege Arthur Kaufmann ging er an-

schließend jedoch nicht in die USA, sondern blieb in Amsterdam. Es wäre naheliegend anzunehmen, die Fehleinschätzung der politischen Situation im holländischen Exil sei seinem heiteren und arglosen Wesen geschuldet gewesen. Es muss aber ebenso berücksichtigt werden, dass es in der Geschichte Brüche gibt, die man kaum oder so nicht vorhersehen kann, weil sie in ihrer Grausamkeit die Vorstellungskraft zivilisierter Menschen sprengen. Der Holocaust war ein solcher Bruch, ein Bruch der Zivilisation. Hermann und Hildegard Haber, die 1937 geheiratet hatten, wurden vermutlich im Jahr 1941 verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Am 27. Mai 1942 erklärte man sie für tot. Durch den Vernichtungswahn der Nationalsozialisten wurde auch in unserer Stadt das kreative

Potenzial des Judentums beinahe vollständig ausgelöscht. Wenn wir heute an Hermann Haber erinnern, so erinnern wir auch an den Reichtum der jüdischen Kultur in Mülheim. Und wir trauern um den entstandenen Verlust für jeden einzelnen Menschen, für die Gesellschaft, für das städtische Leben. Die entstandenen Lücken können nie mehr gefüllt werden. Nur wenn wir die Erinnerung an das Geschehene wach halten, haben wir die Chance auf eine friedliche Zukunft. So danke ich allen, die an dem Ausstellungsprojekt „Hommage an Hermann Haber“ beteiligt waren und sind, sehr herzlich für ihr großartiges Engagement. Möge die Ausstellung viele Besucher und Besucherinnen sowie künftige Unterstützer und Förderer finden. Dagmar Mühlenfeld [Oberbürgermeisterin]

Wer war Hermann Haber? Als ich 2000 begann, Zeitzeugen in Mülheim nach diesem Mann zu fragen, konnte mir keiner darauf eine Antwort geben. Gerhard Bennertz, der gute Freund und unermüdliche Forscher der „Schicksale“ Mülheimer Juden, hatte mir seinen Namen genannt. Er war einst stadtbekannt, bevor er verschwand. Ein Mann, der im kulturellen Leben stand. Künstler und begnadeter Karikaturist. Bald jede Woche lachte er den Mülheimern entgegen, wenn sie die Mülheimer Zeitung aufschlugen. Herrlich komisch begann dann der Morgen mit den neusten Verrücktheiten seines zeichnerischen Alter Ego, dem echt möö llmschen Matthes Ssüdrüppel: Matthes besucht unseren Mülheimer Abgeordneten Joseph Allekotte in Berlin; Matthes lässt sich vom Bildhauer Lickfeld portraitieren – denn es war allgemein aufgefallen, dass sein Portrait noch im Mülheimer Museum fehlte; Matthes trifft auch „den Duce“ - wir zählen bereits das Jahr 1928… Nur einer erinnerte sich an Hermann Haber. Es war sein ehemaliger Kollege und Freund Heinrich Siepmann (1904-2002). Der linkskritische Siepmann war froh, dass er im Zweiten Weltkrieg wenigstens nicht bei der kämpfenden Truppe gelandet war. Er hatte auch so schon genug Schwierigkeiten. Siepmann hatte auch Freunde in Schwierigkeiten. Einer davon war Hermann Haber, der aussichtslos

„Beim Duce“ Zitat aus der Mülheimer Zeitlupe: Denn erst stand er wie angeschossen, ehe er seine Rechte zum Faschistengruß erhob, als wollte er sich mit mir duellieren. Dann sprudelte der Nussknacker los: “Servus Tullius Servatius Pankratius Spekulatius Matthäus Ssüdrüppelino!”

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Am 22.12.1927 veröffentlichte die Mülheimer Zeitung diese Postkarte mit Foto und Gruß von Hermann Haber „schlechte Karten“ im sogenannten Dritten Reich hatte. Jenen Ausruf des Freundes werde ich nicht vergessen: „Menschenskind, hau doch ab, du siehst doch, was hier los ist!“ Siepmann wollte seinen Freund antreiben, um ihn zu retten. Er sollte so schnell als möglich emigrieren. Denn Hermann Haber war Jude. Haber hat alles zurück lassen müssen. Siepmann überließ er einen „Stapel Bismarckköpfe“. Hermann Haber malte Lenbach „im Dutzend“, wie Siepmann es ausdrückte. Für Haber war es eine gute Verdienstquelle, Mülheimern die kaisertreuen Kopien im historistischen Stil zu verkaufen. Noch heute hängen seine Bilder an Mülheimer Wänden. Siepmann erhielt die noch nicht verkauften Bilder von Haber vor dessen Abreise geschenkt, um sie erneut zu bemalen. Denn Leinwand war rar. Hermann Isaak Haber Hermann Isaak – wie Haber mit zweitem Vornamen hei?t – wird am 26. November 1885 in Mülheim an der Ruhr geboren. Sein Vater Josef Haber (geb.

13.2.1855), ein aus Russland eingewanderter naturalisierter Preuße, heiratet die Mülheimerin Fanny Abraham, genannt Thalmann (geb. 15.2.1846). Trotz ihres Alters, sie ist fast 40 Jahre, gebärt sie drei Kinder. Hermann ist der älteste. Er bekommt das Brüderchen Albert (geb. 21.9.1887) und die Schwester Karoline (7.1.1890-29.8.1894), die bereits im Kleinkindalter stirbt. Die Ehe von Habers Eltern scheint nicht gut gewesen zu sein. Fanny ist neun Jahre älter als ihr Mann. Am 19.3.1896 wird ein weiteres Mädchen geboren. Jedoch nicht von Ehefrau Fanny. Es handelt sich um die uneheliche Tochter eines Dienstmädchens und Josef Habers. Etwa zwanzig Jahre später kommt es zum offenen Zerwürfnis der Eltern. Die Mutter bezeichnet sich fortan als „Witwe“ (Eintrag im Mülheimer Adressbuch 1904). In dieser Zeit freut sich der 19jährige Haber über einen frühenkünstlerischen Erfolg: seine Zeichnung im Jugendstil „Der Steintisch auf dem Broicher Mühleberge“ wird

im Buch „Köö nigin Luise von Preußen“ im Leipziger SeemannVerlag Buch veröffentlicht, der Begründer des Mülheimer Museums, Robert Rheinen, erwirbt das Original.

Unabhängig von dem Familiendrama mag Hermann Haber seine elf Jahre jüngere Stiefschwester offenbar. Sybille S. Haber, so heißt sie anerkannt, führt in der Delle 19, wo Haber sein Atelier

Hermann Habers Atelier in der Delle 19, 2. Etage

hat, eine Kunsthandlung. Später zieht sie dann in die Friedrichstraße 10, wo inzwischen Hermann Haber mit seinem Bruder Albert, einem Buchhalter, und seiner Mutter lebt. Wie Arthur Kaufmann studiert Haber Kunst an der Königlich Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf. Im Unterschied zu seinem weitläufigen Verwandten kommt Haber nicht aus wohlhabendem Hause, sein Vater ist Schlachter. Während Kaufmann nach Paris und England reist, um die Kunst zu studieren, legt Hermann Haber in der Heimat, neben den Bismarck-Köpfen, seinen Schwerpunkt auf die Portraitkunst und verdient außerdem Geld mit Karikaturen für Zeitungen. Im Centralhallen-Theater in der Leineweberstraße bemalt er die Wände des Künstler-Cafés mit Portraits der Bühnenkünstler. Den Saal des Hauses der jüdischen Gemeinde in der Löhstraße sollen zwei Bilder von Haber geschmückt haben Eines zeigt einen tanzenden Rabbi, wie Gerhard Bennertz eines Tages durch Paul Kissmann, einem ehemaligen Mülheimer, der in Israel lebt, erfuhr. Die Bilder existieren wohl nicht mehr. Nur ein Foto aus dem Jahr 1934 von jüdischen Gemeindemitgliedern mit Rabbiner Neuhaus zeigt im Hintergrund zwei größtenteils verdeckte Bilder. Professor Joachim Meyer, Neffe von Hermann Haber, schrieb: „Sein Name war irgendwie immer bei uns zu Hause präsent mein Vater [Arthur Meyer] scheint ihn sehr geschätzt zu haben […] Im Gegensatz [zu] Arthur Kaufmann, dem Cousin meines Vaters, der als ein "ernsthafter Maler" gegolten hat, ist Hermann Haber wohl nicht der "grossen Künstler" - Kategorie zugeschrieben worden. Aber seine Werke koennen vielleicht die damalige Zeit besser darstellen wie viele "ernsthafte" Kunst.“ 1929 findet der Karikaturist Hermann Haber endlich auch Anerkennung als Künstler: In der ersten Jahresausstellung Mülheimer Künstler wird Haber im Museum gemeinsam mit Künstlern wie Otto Pankok, Heinrich Siepmann, Hermann Lickfeld, Arthur Kaufmann, Werner Gilles u. a. ausgestellt. ››

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Hommage an Hermann Haber

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›› Fortsetzung (Wer war Hermann Haber?) Die Mülheimer Zeitung schreibt: „Zu den Bedeutenden [und Vielseitigsten] auf der Ausstellung gehört Hermann Haber. ...so viel Charakteristisches und mit dem Blick des echten Satirikers erforschtes Wesentliches wohnt [den Tuschskizzen] inne. („Reisende Kunst und werdende Künstler”. In: Mülheimer Zeitung, 18.12.1929). Im Jahr 1929 endet aber auch die Satirereihe „Mülheimer Zeitlupe“. Nur noch vereinzelt werden Habers Zeichnungen in der Mülheimer Zeitung veröffentlicht. Karikaturen erscheinen nun von seinem Freund Willi Schreiber. Zufall? Umso wichtiger werden für Haber Reklameaufträge. Als Haber 1931 sein Domizil in der Delle 19 aufgeben muss, zieht er zu seiner Freundin Hildegard Meyer in ihr Elternhaus in der Charlottenstraße 11. So kommt vermutlich auch Habers Auftrag für das Bekleidungs- und Manufakturwarengeschäfts „Lichtenberg & Stern“ zustande. Das Geschäft befand sich im Hause Meyer. „Lichtenberg & Stern“ wirbt damit, dass auch Ratenzahlung möglich ist, wie in Amerika üblich. In Deutschland herrschten gegen dieses System, dass u. a. traditionell Juden anboten, Vorurteile. In wirtschaftlich schlechten Zeiten wie den 1920er und 30er Jahren, gewann das Teilzahlungssystem notgedrungen immer mehr an Boden. Das machte sich später die nationalsozialistische Propaganda mit der Verleumdungskampagne vom „jüdischen Wucherer“ zunutze.

Weiße Flotte, Haber mit Freunden am Ruhrufer vor der Friedrich-Wilhelms-Hütte, Pastell um 1927 'Angler an der Schloßbrücke'. Auf der Schloßbrücke von 1911 herrscht reger Verkehr: ein Pferde -fuhrwerk und Passanten mit Regenschirm sind zu sehen. Das Wetter ist schlecht. Das stört den Angelfreund nicht. Er trägt einen Hut und hat lässig eine „Kippe“ im Mundwinkel. Soll es gar Haber selbst sein? Er trägt leicht plumpe schwarze Schuhe mit einer übertrieben runden Kappe; Sie könnten von Charly Chaplin stammen. Viele von Habers Gestalten, auch Matthes Ssüdrüppel, tragen diesen ulkigen Schuhtyp.

Angler an der Schloßbrücke, Pastell, 1920er Jahre Der Witz Der Witz zeichnet Habers grafische Arbeiten aus. Auch Habers Reklame arbeitet oft mit dem Mittel „Humor“. Zum Beispiel in der Reklame für „Futtermittel Neb“, erreicht das Schwein - dank des guten Futters versteht sich Ausma?e eines Elefanten. Selbst Pastellbilder haben komische Momente, wie das (inzwischen wieder) bekannte Bild von 1927, das zur Eröffnung der Mülheimer Ruhrschifffahrt als Postkarte erscheint. Es zeigt die Weiße Flotte vor der Friedrich Wilhelms-Hütte, Haber und Freunde. Es ist eine fröhliche Truppe, durchaus mit Schönheitsfehlen wie Glatze und Wampe; und Haber – ganz typisch – mit Zigarre im Mundwinkel, neben ihm ein kleines Hündchen. Noch stärker in Richtung Karikatur tendiert das Pastell von dem

Der Stil Als Grafiker entwickelte Haber einen unverkennbaren Stil. Er ist Meister im „Weglassen“. Die Texte zu den Karikaturen werden, wie zu der Zeit üblich, von den Zeitungsredakteuren stammen; die „Mülheimer Zeitlupe“, in der Matthes Ssüdrüppel der Held ist, zeichnet ein Journalist mit dem Pseudonym „Momus“. Gekonnt übersetzt Haber die komplexen, oft komplizierten Satiren des Redakteurs in ein klares Bildmotiv. Es sind Themen wie Politik und Lokalpolitik, Kultur, Kunst und das Mülheimer Museum, aus denen er einzelne Szenen mit komischen Momenten herausgreift. So geht es bei „Der Wasserbahnhof vor seinem endgültigen Umbau“ um Finanzdisaster der Stadt durch Neubauprojekte; bei

„Zwischen Zivilisation und Kultur“, neben der Kolonialausstellung, um den schmutzigen Bahnhof; bei „Millionenstiftung eines Deutschamerikaners“ um „Mülheim auf dem Wege zur Universit?tsstadt“. Souverän setzt Haber schwarze gegen weiße Flächen. Und nicht nur der Bildaufbau ist reduziert, auch die Figuren; er zeichnet wiedererkennbare „Typen“. Matthes Ssüdrüppel ist die am weitesten entwickelte Figur. Matthes, hochdeutsch „Matthias“, spricht als echter „ouler Mölmscher“ gelegentlich Mölmsch Platt. Er hat eine Glatze und wohnt am Dickswall. Matthes ist 50 Jahre alt und Pessimist. Deshalb hat er auch erst in diesem fortgeschrittenen Alter geheiratet. Kattrin - mit Doppel-T. Auch optisch ist Ssüdrüppel ein klassischer Mülheimer: mittelgroß und beleibt, mit kräftigem Nacken und Stirnglatze mit - wie er selbst sagt - einem „Skalp“, also einem letzten verbliebenen Haarbüschel auf der Glatze, von dem sich alternde Herren bekanntlich so schwer trennen. Ssüdrüppel ist Habers alter Ego, auch das nur im Spaß. Einmal schickt Matthes Ssüdrüppel sogar eine Karte aus China an „Hemann Gibihmsaueres“ (den Redakteur). Darauf ist ein Foto von zwei Chinesen, die in ihrer Mitte Hermann Haber haben. Ssüdrüppel schreibt: „Kiek do, wen ich hier am chinesischen Bahnhof getroffen habe. Wat, auler Jung, do stauns de?“ und ein Pfeil zeigt auf Hermann Haber. Haber würzt gerne die reduzierten Bildmotive mit komischen Details. Z. B. ziert Ssüdrüppels Reisetasche ein Bild des Mülheimer Rathausturms mit dem Wunsch „Gute Reise!“; auf der Reklame von „Lichtenberg & Stern“ steht ein Mann in der letzten Reihe des Publikums und berührt eine hübsche junge Dame mit dem Zeigefinger zart am Nacken; als sich Ssüdrüppel schriftlich um den Oberbürgermeisterposten bewirbt, sitzt er zu Hause am Tisch, Schweißtropfen laufen ihm die Stirn herunter, seine Socke hat ein Loch. Gelegentlich verewigt Haber sich selbst: auf der selten detail-

reichen Karikatur „Vom Henkelmann, der grünen Minna und anderem“, sitzt da Museumsdirektor Dr. Kruse in Hausschuhen und an der Wand hinter ihm hängt ein Bild mit der Signatur von Haber; in dem Durcheinander der Ostereiersuche des Aufschneiders Hieronymus Tutehorn, eine andere Kunstfigur, sieht man auf dem Boden Habers Hut und Pfeife liegen. Allein in der Mülheimer Zeitung erscheinen in den Jahren 1925 bis 1930 mehr als 150 Karikaturen, Zeichnungen und Illustrationen von Hermann Haber. Auch für den General Anzeiger, die zweite Zeitung, die in Mülheim gedruckt wird, arbeitet er. Trotz seiner Produktivität lebt Haber wohl nicht gut von seiner Kunst, zumindest nicht immer. Drei Bilder, das Stilleben ‚Tonkrug und sieben Äpfel', ‚AltMülheim' und ‚Junge mit Zigarette', gibt Haber dem „oulen Matthes“, dem gutmütigen Kohlenhändler Matthias Mellinghoff, für Kohlen, weil er offenbar kein Geld hat. Das Bild von dem ‚Angler an der Schloßbrücke' bekommt der Mülheimer Juwelier Friem wohl gegen ein Schmuckstück. Möglicherweise stammen die Bilder aus der schlechten Zeit, als Haber kaum noch Aufträge bekommt. „Hermann Haber, der kleine Maler – dem sein erträumtes Entenbild so grausam daneben ging! Mit den großen Ohren, die so begierig auf jeden Ulk und Klatsch und Tratsch in der Gemeinde lauschten, dichtete: 'Die Magier saßen in schimmernden Reih'n, das sind die Herren vom Geschichtsverein.“ (Werner Kruse: Mülheimer Impressionen. In Grischa Barfuss (Hg.): Geburtstagsgruß für unsere Stadthalle. Für die Stadt Mülheim/ Ruhr. Wuppertal o. J., 1957). So Dr. Werner Kruse, der damalige Museumsdirektor, der Hermann Haber in der Ausstellung 1929 zeigte. Haber ist „ein lustiger Kerl“, so charakterisierte ihn Heinrich Siepmann, lustig wie seine Karikaturen und ganz und gar kein Pessimist. Sonst hätte er Deutschland möglicherweise eher verlassen.

Die letzte Zeichnung Habers, ist die für die „Mülheimer Nothilfe“. Die Mülheimer Nothilfe war eine städtische Spendenaktion, die in der Wirtschaftskrise ins Leben gerufen worden war, um in materielle Not geratene Mülheimer zu unterstützen. Die Anzeige wurde von 1925 bis 1933 in der Mülheimer Zeitung geschaltet. Ausgerechnet ein Hilfsaufruf sollte die letzte Veröffentlichung von dem selbst in Bedrängnis geratenen Haber sein.

Das Exil Hermann Haber ist 48 Jahre alt, als er sich in einem fremden Land eine neue Existenz aufbauen muss. Vermutlich ohne die Sprache zu beherrschen; zumindest wird ihm das Möö llmsch Platt, das dem Niederländischen ähnelt, dabei geholfen haben. Und seine 16 Jahre jüngere Freundin Hilde Meyer ist bei ihm. Das Paar findet eine Zuflucht bei der Familie Boterenbrood in Amsterdam. Die Beziehung hält nicht nur, sondern wird vermutlich noch enger. Nach vier Jahren gemeinsamen Exils heiraten sie. Und Haber hat als Künstler sogar einen gewissen Erfolg. Er soll in Rotterdam, Den Haag, Amsterdam und in Museen in den USA ausgestellt und Bilder ins Ausland verkauft haben, wie sein Malerfreund Willi Schreiber der damaligen Museumsdirektorin Christel Denecke später in einem Brief schrieb. Ob das Paar damit seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist nicht bekannt. 1939 gelingt auch der Halbschwester Sybille die Flucht in das holländische Exil. Neun Jahre leben Hermann und Hildegard Haber in den Niederlanden. Hermann Haber soll sein geliebtes Mülheim nie wieder sehen. Vermutlich wird das Paar Ende 1941 in Rotterdam verhaftet. Es wird in das Durchgangslager Westerbork und von dort nach Auschwitz deportiert. 1942 werden Hermann und Hildegard Haber ermordet. Sybille Haber kommt in Auschwitz um, der Bruder Albert in Litzmannstadt/Lodz. Hermann Haber ist nicht vergessen, seine Kunst bleibt. Barbara Kaufhold

Vom Henkelmann, der grünen Minna und anderem: “... Und der fleißige Doktor Werner Kruse, dem in diesen arbeitsreichen Tagen nicht einmal Zeit blieb, zum Mittagessen nach Hause zu gehen, umfaßte Henkelmann und Mädchen mit leuchtendem Blick. Dann legte er sein staubwedelndes Museumsdirektoren-Zepter aus der Hand und öffnete den Henkelmann...”

Matthes Ssüdrüppel schreibt aus Berlin: ...” Tag, Joseph”, sagte ich. Herr Allekotte erkannte mich nicht gleich, weil ich vom Zeitungslesen noch den Kneifer auf der Nase hatte und im Reichstag selbstverständlich meine Zigarre ausgehen lassen musste. “Wen hab ich denn da...?” “Aber Joseph, ich bin's doch, der Matthes!” Und dann lagen wir uns in den Armen. [Joseph Allekotte (1867-1944), Reichstagsabgeordneter der Zentrums-Partei, kam aus Saarn.]

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Hommage an Hermann Haber

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“Er & Er”

Ursula Hirsch 1929 in Düsseldorf geboren Ausbildung im Zeichnen, Malen, Entwurf von Glasfenstern Lehre als Glasmalerin, Meisterprüfung Holthauser Höfe 13 45470 Mülheim an der Ruhr Telefon/Fax 0208/375051

“Modellzeichnen”

Lubo Laco 1955 in der Slowakei geboren Künstlerisch arbeitender Fotograf Hingbergstraße 338 45472 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/498137

Zeichnung von Haber

“Grete, du stellst aber hohe Anforderungen an dein Modell! Bei Michel Angelo hätte ich es leichter gehabt!

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Hommage an Hermann Haber

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“Hermann Haber”

Vera Herzogenrath 1955 in Oberhausen geboren Studium der Sozialwissenschaften, Universität Duisburg Studium der Kunst, Universität Essen Moritzstraße 102 (Schloss Styrum) 45476 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/70267

“Nie ohne Zigarre”

Heiner Schmitz 1940 in Oberhausen geboren 1962/67 Studium an der Folkwangschule, Grafik-Design 1973/99 Studio für Werbefotografie 1991/2005 Professur an der FH Dortmund für Fotografie 2004/07 Gastprofessur an der Tsinghua-University, Beijing Akazienallee 35 45478 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/5943291 www.studio-schmitz.de

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Hommage an Hermann Haber

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“old chap”

Rainer Komers 1944 in Guben geboren Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler Moritzstraße 102 (Schloss Styrum) 45476 Mülheim an der Ruhr Telefon/Fax 0208/779438

“Fragmente”

Uwe Dieter Bleil 1952 in Berlin geboren Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler Holzstraße 21 45479 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/429234

Zeichnung von Haber

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Hommage an Hermann Haber

“Hermann Haber und seine Bildwelt”

Hermann-Josef Keyenburg 1934 in Essen geboren Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Universität Köln Professor für Kunst und Didaktik an der Universität Paderborn Schwarzenbergstraße 25 45472 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/496993

Pastell von Haber

“Camouflage” Helmut Koch 1947 in Mülheim an der Ruhr geboren Virchowstraße 4 45470 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/35356

Zeichnungen von Haber

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Hommage an Hermann Haber

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“after you’ ve gone”

Klaus Geldmacher 1940 in Frankfurt am Main geboren Studium an der Kunsthochschule Hamburg 1968 Teilnahme an der 4. documenta 1988 Sonderpreis des Deutschen Künstlerbundes Schlossberg 2 45479 Mülheim an der Ruhr Tel. 0208/7578825 www.klausgeldmacher.de

Signatur von Haber

“Davon geht doch die Welt nicht unter”

Jochen Leyendecker 1957 in Mülheim an der Ruhr geboren Steinmetz- und Steinbildhauerlehre Studium der Bildhauerei und Architektur Oststraße 16 45468 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/4390790

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“Niet alles goed”

Peter T. Schulz 1944 in Tschechien geboren Studium an der Folkwangschule Essen Klostermarkt 3 45481 Mülheim a. d. Ruhr Telefon 0208/461411 www.petertschulz.de

“Hommage an Hermann Haber” Ursula Vehar 1940 in Mülheim an der Ruhr geboren Studium an der Pädagogischen Hochschule Essen und an der Universität Duisburg Wertgasse 18 45468 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208/381619 www.ursulavehar.de

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Hommage an Hermann Haber

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Hommage an Hermann Haber “Bilder lügen nicht?”

Klaus Wichmann 1947 in Oberhausen geboren Studium an der Folkwangschule Essen 1992 bis 1997 Lehrauftrag an der Uni/GH Essen Steinknappen 38 45470 Mülheim an der Ruhr Fon: 02 08/37 12 11 www.wichmann-kommunikation.de

“Hermann, der Äquilibrist oder Hermann, paß op!”

Jobst Moritz Pankok 1974 in Ratingen geboren Liverpool Institute for Performing Arts LIPA, BA Performing Arts (Performance Design) Central Saint Martins College of Art & Design, London, MA Scenography Moritzstraße 102 (Schloss Styrum) 45476 Mülheim an der Ruhr Telefon 0172/2478251

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Hommage an Hermann Haber

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“Ich glaube, es ist Zeit, dass wir gehen" Die Verfolgung der Juden in Mülheim an der Ruhr Bereits 1891 hatte der radikal antisemitisch agierende Rektor Ahlwardt in Mülheim eine dreistündige Rede gehalten mit dem Resümee: "Diese fremde Nation bald loswerden"! Sein "Rezept": So wie wir in einem Hühnerstall "die Hühner retten und den" eindringenden "Marder töten, wenn es möglich ist", so sollen "wir die armen Deutschen und ihre Kinder von dem Vampyr befreien, der sie aussaugt". Der daraufhin gegrün-

Verachtung verfallen", so ließ der "Stürmer" Anfang Juli verlauten. "Arier" sollten also nichts mehr mit Juden zu tun haben, sie meiden. Diesem ersten Ziel aller Aktionen sollte gleichzeitig ein zweites folgen: Alle Juden möglichst bald raus aus Mülheim und Deutschland! Gesetze setzten die Forderungen in Kraft, so z.B. die Gesetze "zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" v. 7.4.1933

Das letzte erhaltene Lebenszeichen von Hermann Haber: Postkarte an Heinrich Siepmann vom 30.12.1933

dete ‚Reform-Verein' verbreitete die Rede schriftlich. Die Nationalsozialisten und ihre Anhänger haben 40 Jahre später - auch in Mülheim - mit der Ausführung begonnen. Zunächst etwas vorsichtig aber konsequent. Dem Möbelgeschäft Rosenberg am Rathaus wurde zum 28. Februar 1933 gekündigt. Vom 9. bis 15. März verhinderten "starke SA-Posten....ein Betreten der Geschäftshäuser" von Juden. Entsprechend den für sie hier gemachten "positiven" Erfahrungen konnte die Parteileitung zwei Wochen später den Boykott "jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Ärzte und jüdischer Rechtsanwälte" reichsweit zum 1. April "Punkt 10 Uhr vormittags" anordnen. Im Protokoll der Stadtverordnetensitzung vom 31.3. ist zu lesen: "Sämtliche Organe der Stadtverwaltung sind anzuweisen, den städtischen Bedarf jeglicher Art nur bei ortsansässigen Geschäftsleuten zu decken. Warenhäuser, Judenläden und Judenunternehmungen sind von den Lieferungen auszuschließen". Laut "Anordnung der Parteileitung" vom 28. März soll "sofort" "die Forderung nach Einführung einer relativen Zahl für die Beschäftigung der Juden in allen Berufen entsprechend ihrer Beteiligung an der deutschen Volkszahl" zum Beispiel "für den Beruf der Ärzte" erhoben werden. Entsprechend wies der "Ärzteverein Mülheim (Ruhr)" mit einer Anzeige zwei Tage später darauf hin, dass "ein Teil der hiesigen Ärzteschaft von der kassenärztlichen bzw. Wohlfahrts-Tätigkeit ausgeschlossen ist". Die Patienten wurden aufgefordert, sich umzumelden. Im selben Anzeigenteil wurde zur Gründung und zum "Zusammenschluss des gesamten Mittelstandes" in Mülheim im "Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes" für den folgenden Abend im Altenhof aufgerufen. Wer sich nicht an solche Vorgaben hielt, sollte "der öffentlichen

und "zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" von 1935. Vieles spricht dafür, dass alle Aktionen in Mülheim noch nicht so "erfolgreich" waren, wie sich die Nationalsozialisten es erwünscht hatten. So erschien in der ersten Jahreshälfte 1 9 3 5 e i n "Merkblatt für jeden Volksgenossen", in dem 52 Geschäfte, Händler, Handwerker, Ärzte, Rechtsanwälte und Firmen aufgeführt wurden unter der Überschrift: "Wo sitzen in Mülheim die Juden?" Diese Liste sollte offenbar den in der Mülheimer Öffentlichkeit kaum verständlichen Boykott fördern helfen. Die große Mehrheit der kaum oder gar nicht bekannten Bürger jüdischen Glaubens kam dagegen öffentlich nie zur Sprache. Sie lebten wie jeder andere Durchschnittsbürger oder sogar in Armut. Mit 517 offiziell erfassten jüdischen Bürgern im Jahre 1933 betrug ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Mülheim 0,4 Prozent. Doch von Anfang an hatten die neuen Machthaber bereits auch die getauften Christen oder Glaubensfreien im Visier, deren Vorfahren Juden waren. Die ethnische Abstammung war also wie bei Ahlwardt so auch für nationalsozialistisches Denken der entscheidende Maßstab. Die jüdische Bevölkerung reagierte auf alle Aktionen unterschiedlich. Einige spürten bereits früh: Man gehört einer Feindgruppe an. Eine der Mitschülerinnen reichte Grete Elkan bei den späteren jährlichen Klassentreffen ab 1931 nicht mehr die Hand. In ähnlicher Weise wurden zur selben Zeit andere demonstrativ von manchen Mitbürgern gemieden. Mit dem Machtantritt wurde vieles spürbarer. Grete Moses inzwischen verheiratet - fiel es auf, als der Bäcker ihr beim morgendlichen Brötchenkauf nicht mehr wie gewohnt "guten Morgen" wünschte. Ihrem Mann erklärte sie: "Ich glaube, es ist Zeit, dass wir gehen". Einige

Monate später gingen sie tatsächlich. Auffallend ist, dass sich in den ersten Monaten besonders Familien aus dem östlichen Europa dem Macht- und Vernichtungsanspruch der Nazis entzogen. So hatten die Familien Tanne, Siegelwachs und Herzig noch deutliche Erinnerungen an die dortigen Pogrome um die Jahrhundertwende. Dazu kamen Jugendliche, die von ihren besorgten Eltern gedrängt wurden, Deutschland zu verlassen. Ein spezielles Gespür für drohende Gefahren hatten immer schon sensible Menschen und Künstler. Viele von ihnen gehörten mit zu den ersten Auswanderern, so auch Hermann Haber. Andererseits dachte die Mehrheit der jüdischen Bürger trotz der Juden-raus-Politik noch nicht ans Auswandern. Viele Ortsansässige waren nicht bereit, ihren Besitz im Stich zu lassen. Sie fühlten sich mit ihren alten Freunden und bei Nachbarn und überhaupt in ihrer Vaterstadt sicher. Mitbürger bestärkten sie darin: "Der Spuk geht bald vorüber. Bleib hier!". Persönliche Schikanen und die wachsende Erkenntnis: "Es gibt keine Berufschancen mehr" führten vereinzelt zum Selbstmord und allgemein zu einem weiteren Auswanderungsschub. Zu dieser Gruppe gehörte Werner Marx, der nach dem Studium der Jurisprudenz als Referendar seine Laufbahn abbrechen musste. Später etablierte er sich als Professor der Philosophie und wurde 1963 als Nachfolger von Martin Heidegger auf dessen Lehrstuhl in Freiburg berufen. Seine Mülheimer Eltern konnte Marx noch 1939 zur erfolgreichen Ausreise in die USA bewegen. Rettung in sichere Länder, die nicht von deutschen Truppen überfallen wurden, war dann die einzige Möglichkeit zum Überleben. Die "Nationalzeitung" schrieb unter der Überschrift "Mülheims Judentempel verschwindet" am 7.Oktober 1938: "Nach und nach schloß ein Judenladen nach dem anderen die Pforten: Althof, Bachrach, Lewin, Katz, Marx, Löwengrund und wie sie alle heißen, sie sind entweder schon fort oder sie knien gegenwärtig noch auf ihrem Bündel, um die letzten Knoten zu knüpfen... In Mülheim ist dem Judentum nun die Luft ausgegangen, so daß ihm nichts weiter übrigbleibt, als das Feld zu räumen." Mit der Pogromnacht und den nachfolgenden Deportationen in die vorhandenen Konzentrationslager änderte sich die Lage fast schlagartig. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit war, zu fliehen, für den gab es so gut wie keine Hoffnung mehr. Das "Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden" und zahlreiche weitere Verordnungen schränkten das Leben bis zur Deportation immer mehr ein. Heute wissen wir, dass mindestens 260 Personen aus Mülheim, die den Nationalsozialisten als "Juden" galten, von ihnen ermordet wurden. Gerhard Bennertz

Veranstaltungen Sonntag, 6. Dezember 2009, 15 Uhr, Rio-Filmtheater im Medienhaus, Synagogenplatz 3 Dokumentarfilm

“Wer zahlte für Hitler?“ 1983, 92 min. Regie/Kamera: Rainer Komers, Text/Sprecher: Ernst Schmidt, Musik: Helge Schneider Der Titel ist abgeleitet von dem Buch „I Paid Hitler“ des Mülheimer Industriellen und Hitler-Förderers Fritz Thyssen. Der Film konfrontiert Thyssens Bekenntnisse und Zeugnisse der Mülheimer Industriellen Hugo Stinnes und Emil Kirdorf mit dem Widerstand der Arbeiterfamilie Gaudig und ihrer Verfolgung durch die Nazis. Otto Gaudig, der am Aufbau einer kommunistischen Widerstandsgruppe beteiligt war, wurde 1945, drei Tage

vor dem Einmarsch der Amerikaner, in der Wenzelnbergschlucht erschossen.

Führung von Thyssen mit Hitler durch eine Thyssen-Fabrik 1935

Donnerstag, 10. Dez. 2009, 19.00 Uhr, im Forum der Heinrich-Thöne-Volkshochschule, Bergstraße 1-3 Vortrag

"Mülheimer Künstler zwischen innerer und äußerer Emigration" Anja Bauer M.A., Kunsthistorikerin Der Vortrag widmet sich dem Leben und künstlerischen Werk des Mülheimer Künstlers Hermann Haber – mit besonderem Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus. Zudem wird ein Bezug zu weiteren Persönlichkeiten wie Otto Pankok und Arthur Kaufmann hergestellt. Ausgewählte Bildbeispiele, u. a. aus dem Bereich der Pressezeichnung, dokumentieren den zeitkritischen Blick der Künstler und die Reflexion der eigenen, schicksalhaften Situation. < Otto Pankok: Selbstporträt

"Stolpersteine” für Hermann und Hildegard Haber "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist". Dieses jüdische Sprichwort ist Leitmotiv einer Aktion, der sich bundesweit mehr als 190 Arbeitskreise angeschlossen haben. Sie tragen Sorge dafür, dass die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur aus der Anonymität in das Bewusstsein der Öffentlichkeit treten. Die Aktion wurde durch den Kölner Künstler Gunter Demnig 1997 ins Leben gerufen. Im Dezember 2004 wurden die ersten sieben "Stolpersteine" in Mülheim verlegt. Von der MIT - Mülheimer Initiative für Toleranz. Seit April 2009 befinden sich "Stolpersteine" für Hermann und Hildegard Haber vor dem Haus Rheinische Straße 12.

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Veranstaltungen Sonntag, 13. Dezember 2009, 11.00 Uhr Treffpunkt vor der Sparkasse, Berliner Platz Stadtrundgang

„Matthes Ssüdrüppel Hermann Haber, ein vergessenen Maler“ mit Anne Kebben (MST)

Danksagung Ohne die großzügige finanzielle Zuwendung der Sparkassenstiftung Mülheim an der Ruhr hätten wir die Ausstellung „Hommage an Hermann Haber“ nicht realisieren können. Unser besonderer Dank gilt ebenso der Sparkasse am Berliner Platz für die Überlassung der Räume und technischorganisatorische Hilfe sowie dem Stadtarchiv

Mülheim für die Repro- meisterin, dem Kulturduktionen aus der Mül- dezernenten, dem Medienheimer Zeitung. zentrum, der WAZ-Mediengruppe Essen, dem Für Unterstützung und Stadtarchiv Duisburg, soMitarbeit danken wir wie den Leihgebern Horst Helga Künzel, dem Ring- Borgsmüller, Ludger und lokschuppen, der Volks- Elisabeth Büstgens, Horst hochschule, dem Rio- Mellinghoff, KunstmuseFilmtheater, der Mülhei- um Mülheim, Sammlung mer Stadtmarketing und Heinz Hohensee, StadtTourismus GmbH, der archiv Mülheim. Mülheimer Initiative für Toleranz, der Oberbürger-

Soll`s das gewesen sein ?

Hermann Haber war Lokalpatriot. Er wurde als Sohn einer Mülheimerin in Mülheim geboren. In seiner Jugend wechselten die Eltern häufig die Wohnung: Froschenteich, Nothweg, Kohlenkamp, Hingberg, Jackenstraße, Löhberg.

Sein Atelier hatte er zwischen 1912 und 1929 in der Delle; die letzten drei Jahre lebte Haber in der Friedrich- und Charlottenstraße. Der Stadtrundgang erinnert an Stationen seines Lebensweges.

Donnerstag, 17. Dezember 2009, 20.00 Uhr Ringlokschuppen, Am Schloß Broich 38 Klub für lokale Feldforschung

„Ein Abend für Herman Haber“ Performance: Moritz Pankok, Klavier: Mirjam Schmuck, Gesang: Julia Dillmann, Biografisches: Claudia Saerbeck, Vortrag: Dr. Koos van Weringh "Die Bedeutung der politischen Karikatur in den 20 Jahren” Hieronymus Tutehorn, Hermann Gibihmsaures, Matthes Ssüdrüppel und Momus nannte sich der Autor der sogenannten „Mülheimer Zeitlupe“, die Ende der 20er Jahren in der Mülheimer Zeitung erschien. Wer sich hinter den Pseudonymen verbirgt, konnte nicht geklärt werden.

Zweifelsfrei aber stammen die Illustrationen der satirischen Serie von Hermann Haber. Der Abend für Hermann Haber will das Werk dieses Lokalpatrioten mit seinen zahlreichen kommunalpolitischen und zeitgeschichtlichen Bezügen zu neuem Leben erwecken.

Mit der „Hommage an Hermann Haber“ wollen wir ein Startzeichen setzen, den Karikaturisten und Lokalpatrioten wieder in seine Heimatstadt zurück zu holen. Hermann Haber war waschechter Mülheimer. Er wurde hier 1885 als Sohn einer Mülheimerin geboren und ist der Stadt am Fluss treu geblieben bis zum erzwungenen Exil 1933. Auch in seinem künstlerischen Schaffen gab es nur ein Thema: Mülheim an der Ruhr und die Lokalpolitik, mit der er sich liebevoll kritisch auseinandersetzte. Der 125. Geburtstag von Hermann Haber fällt in das Kulturhauptstadtjahr 2010. Wir sehen mehrere Möglichkeiten, ihm ein ehrendes Angedenken zu bewahren: Ein Stipendium (mit Publikation) zur wissenschaftlichen Erforschung des Werkes und Wirkens von Haber. Vieles ist noch zu klären, auch die Exilzeit

in Holland. Ein Kabinett im Kunstmuseum, das Haber und weitere Mülheimer Künstler/innen des letzten Jahrhunderts präsentiert und kulturgeschichtlich würdigt. Eine Dokumentation (Ausstellung) mit den vorhandenen Ausstellungstafeln; sie sind geeignet, für andere Zwecke und Räume verwendet zu werden. Ein Ankauf der neugeschaffenen Kunstwerke. Sie könnten als Ensemble erhalten und mit der Dokumentation in einem öffentlichen Gebäude installiert werden. Ein Denk-Mal in der Nähe von Habers Atelier in der Delle. Ein Wettbewerb für Kunst im öffentlichen Raum wäre denkbar. Das Schicksal des Künstlers Hermann Haber ist nur ein Beispiel und steht für viele weitere Opfer des Nationalsozialismus. Verfolgt wurden nicht nur Juden, sondern auch behinderte Menschen, Sinti und

Roma, Homosexuelle, Deserteure, Oppositionelle und Kulturschaffende. Viele Schicksale sind bis heute ungeklärt und nicht recherchiert. Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen unserer Stadt, die Lebenswege aller in Mülheim von den Nazis Verfolgten wissenschaftlich erforschen und publizieren zu lassen. Uwe Dieter Bleil, Klaus Geldmacher,

Vera Herzogenrath, Ursula Hirsch, Hermann-Josef Keyenburg, Helmut Koch, Rainer Komers, Lubo Laco, Jochen Leyendecker, Moritz Pankok, Heiner Schmitz, Peter T. Schulz, Ursula Vehar, Klaus Wichmann

Ich bemenge mich mit Kunst “Als mich Hermann Lickfeld in seinem Atelier modellierte, weil es allgemein aufgefallen ist, daß in seiner Ausstellung im Mülheimer Museum meine Büste noch fehlt.”

Impressum Idee, Recherche, Projektleitung: Klaus Geldmacher; Historische Dokumentation: Dr. Barbara Kaufhold; Ausstellungs- und Grafikdesign: Klaus Wichmann; Fotos (Kunstwerke): Lubo Laco; Fotos (Illustrationen): Martina Ern ; Katalog-Zeitung: Jochen Leyendecker; Druck: Druckhaus WAZ-GmbH&Co. Betriebs-KG, Essen; Auflage: 5000 Stück; November 2009